Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 22 (26.5.1936)
- Date
- 1936-05-26
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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;26, Mai 1936 Der Israelit Nr. 22 Seite 3 ohne Unterschied-als -v abzusprechen; Anderer- »seits entlehnten.; sie von den europäischen Sprachen die'Diphtonge 'aü und eu für Cholam und Zeerek, um sie von ihren ^01 «pn ^öp rjin^in fern zu haltten, soentstand der Zwiespalt zwischen den vokalisierten ö'HSÖ einerseits und dem Völfcsmünd •sowie der Tradition beim Lernen in unvokalisierten- D'ISO wie 'fll'aiPa usw. andererseits. Der ..HTDA Lernende spricht immef z,: B. ']1T\ oder sich . sein; seine" Zunge wird sich sträuben, tJlQI 7321, oder sich;. - . '. . j, •. t '.t it ... >••; , 'v.tb'K'Ö sein auszusprechen, ebenfalls wird Keinem einfallen, Maseltauw oder gut jaumtauw zu wünschen, sondern Maseltow, Jomtow usw. Die Err haltung einer . solch ansehnlichen Menge von Worten der sefardischen Aussprache in unserm Sprachgebrauch',,. trotz intensiver Uebung, „der aschkenasischen Aussprache in Schule und Synagoge, beweist* daß unsere Vorfahren, also auch die Mischna- und Talmudlehrer sich nur der .D?*nSÜ bedienten; 2. daß in einer ^Generation, (die Zeit festzustellen wird schwer gelingen) '.. jl^e. ■ Sprachgelehrteh einen Eingriff in die heilige Sprache , machten, gerade sö, od er., ähnlich wie Herr Lewensohn schildert. Diese unbekannten Autoren hatten"wohl die beste Absicht, aber sie pflanzten fremd,e Resser nilöT j;im Weinberge des G'tt.Zeipaot.■ if; . :t Hier siw Deutschland aufrS/dem Lande -sowie*in Polen und-Litauen wind .der lS(ame jJankauw (wie bei den Sefardim) ausgesprochen. All dieses zeigt darauf hin, daß die Sefardim unsere heilige Sprache in ihren G r u n d z ü g ene c h t erhalten haben und daß es sehr gewagt sei, zu ber haupten, daß ,, a 1 J e Aussprachen g 1 e i c'h h e - r e-c h t;i,-g t seien." .«;. : .. , -i ■ Es dürfte'-'feststehen, daß die sephärdische Aussprache," der - sich -auch die Tannaim und Amoraim bedienten; die11 älteste' und mithin die richtige-' ist. '■ - lH •;; 4 if'.. . i;•' .'..<,■ ■ ■ -; ' .. i ■ ■ " In •cfen, vielen-. Jahrhunderten unseres langen Galut behandelte (oder mißhandelte,) man die he-;;bräische. Sprache, als wäre sie tot, aber sie lebte' und. ist }etzt" zum neuen Leben in Erez Israel er- .wacht. Ihre Durchforschung, Vereinfachung und (yerhesserüng is|i jetzt im ^fängs^tadiumT(ünd je mehr c^as ü^ltf .pj?;. im.heiligen Lande Ruhe und Muße findet, unsere heilige Thora und ihre Auslegung. zu'./ pflegen, ,wird auch unsere;l|eilige Sprache in ihrer alten .Herrlichkeit erscheinen. . Die Erlorscfer' ^v^^^8^^ Sprache;ünd.ihrer ■Aussprache werden wohl auf die im Volke noch lebende Tradition, und gerade in Erez Israel, wo jetzt ViOli" -Tna aus allen Weltteilen hinkommen, ihr Augenmerk richten, wie unsere D^öDH auch in Bezug auf die Halacha taten; als ihnen bei Dar-;bringüng des niffa btW HOS myn nos plfjeine Halacha entfiel, da sprach Hileil Habawli: an wii m -tiTO or» ök'^hw'^ önV irr:n :und die Tradition des Volkes .hat sich auch bewährt, wie ' in -CflOS DSDö erzählt wird. Schreiber dieses willimit obiger Ausführung keineswegs in die Diskussion eingreifen, vielmehr nur manche aufgeworfene Fragen klärend beantworten. Am Schluß möge . mir eine allgemeine Bemerkung betreffs der hebräischen Sprache gestattet sein: Aengstliche Gemüter befürchten, daß durch Benützung unserer heiligen Sprache als Sprechspraöhe sie ihrer Heiligkeit entkleidet werde. Siekönnen beruhigt sein. Unsere heilige Sprache bleibt heilig wie G'tt, der sie geschaffen und ihre Laute dem ersten Menschen beigebracht. .Auell: $gn jhr ^iltder Spruchdes Dichters, der von^G'tt.A.sagt:. >pfiJW) TMSB ^3 *)*?; im Gegenteil, ^die ^heilige- Sprache ^heiligt ihre Träger und erleichtert die Betätigung des G'ttesgebotes. •D'pni? oirm Dnttmi?nni Bücherbesprechungen. Schuld und Strafe. Von Dr Maurus Brugger. Ein philosophisch-theologischer Beitrag zum Strafproblem. Paderborn. 1933. Ferdinand;ü S c hbin in/g h. RM. 7.80. '. .:■ Das raüs: katholischen K"feisen stammende Buch des in Disentis (Schweiz) lebenden, Verfassers untersucht das Strafproblem in der' Weltgeschichte, den Begriff der Schuld,.das Wesen und den Zweck' der Strafe " mit dem praktischen Hinblick auf die Anschauungen der deterministischen Strafrechtsschüle, jedoch unter -ireligiösen Gesichtspunkten, wobei die Lehre,, und Begriffswelt Thomas , von Aquinos im Mittelpunkt steht. ] Von der These „Ohne Schuld keine Strafe" ausgenend, wird 'die Strafe als Notwendigkeit einer sittlichen Weltprdnüng im . Diesseits angesehen -und die Willensfreiheit (trotz Anerkennung einer „Erbschu'ld' und „Erbsünde", S, " 85) weit und entschieden bejaht' (S. 58). Die 'Wiedererweckung des persönlichen Schuldgefühles., wie .-es. in den alten Religionen und in der antiken Tragödie erschütternd zum Ausdruck kam, ist ein wesentliches Postulat,des hauptsächHöh referierenden und Normen aufstellenden Werkes; zu den speziell" jüdischen Lehren wird keine Stellung genommen. Auch zu dem eigentlichen erzieherischen'Problem, ebenso> zu dem besonderen religionspädagogischen, äußert der sehr belesene Verfasser sich kaum. Die eigentümlichen „Kirchenstrafen" werden als „im Namen G'ttes ausgeübte Vergeltung" (S. 115) gedeutet. Dr. A. Merzbach. Die Erziehung der Eltern. Von Dr. Wilhelm S t e k e 1. Wien f— Leipzig — Berlin. 1934. Weidmann u. C o. (216 S.) Das neuerschienene Buch des eigenwilligen Wiener Psychoanalytikers geht von der These aus: „Die Eindrücke der Jugend bestimmen den künftigen Lebenslauf des Individuums", beschränkt sich aber dann auf die Frage, wie die Charakterfehler der Eltern und ihr 'individuelles Triebleben auf die Nachkommenschaft sich auswirken. Es wird dann dargesteltl, wie aus bestimmten Fehlern der Eltern jeweils bestimmte Fehler der Kinder erwachsen — also ein Beitrag zu einer reinen Familien-Psychologie. Stellt man aber — was zu tun Stekel nicht willens ist — das Heim des Kindes in dies größere Milieu der Gemeinschaft hinein,' so 'wird die erzieherische Prognose doch wohl wesentlich komplizierter. Wieder einmal hat also ein psyohoanalystisches Buch nur relative Gültigkeit. Dr. med. A. M. Der seelische Konflikt. Von Stephan Kraus«.. (Psychologie und exkientisehe Bedeutung). Stuttgart. 193 3. Ferdinand Eiike. Mk. 8,80. Der auf der Lehre, der Ganzheitpsychologie fußende Verfasser, Sohn des bekannten Wiener jüdischen Forschers, untersucht das Wesen, die Erscheinungen und die Wirkungen des innerseelischen Konfliktes beim seelisch gesunden ' Menschen an Hand von literarischen Selbstdarstellungen berühmter Denker. Im der begrifflich sehr klaren, doch für Laien . nicht leicht lesbaren Monographie werden auch rein theoretische Fragen wie das Gewissensproblem vom Psychologischen, ja Nurpsychologischen her berührt. Das Bestehen einer „angeborenen Konfliktdisposition" bejaht Vf. mit Recht. (S. 91), im übrigen wird jedoch auf die Rolle der Konflikte in der medizinischen und psychiatrischen Praxis viel zu kurz und nur anhangsmäßig einigegangen. Dr. med. A. Merzbach. Jüdische Lesehefte, herausgegeben von A. Leschnitzer. Berlin. 193 5. Schocken Werlag. Die Idee der jüdischen Schule als Führerin zur Gestaltung jüdischen Erlebens, zur Vertiefung jüdischen Wissens, und zur Deutung jüdischer Dichtung kann so lange nicht auf Verwirklichung rechnen, so lange Lesestoff in genügender Auswahl umd zu billigem Preise nicht geboten werden kann. Der Schokkeu-Verlag bemüht sich ernstlich um das Erscheinen von Leseheften, die vom Leiter der Schulabteilung, Studienrat Leschnitzer, herausgegeben werden. Bislang ist freilich noch nicht allzuviel' für Schulen Brauchbares erschienen. Aber jeder, der sich schon irgendwie mit dieser Arbeit befaßt hat, weiß, mit •wie viel Schwierigkeiten sie verbunden: ist.-• 'Die Frage des,wertvollen Stoffes, der künstlerischen Gestaltung, der kindertümlichen Darstellung, der psychologischen Einfühlung in die jeder Altersstufe äorffsch*eh Manuskripts2) Üef Massöra an. Auf eine an ihn gerichtete Anfragemacht Berriays dem Komitee unter 'ErwähjMuYg,hdaß^ >^ift:;'y.erl«gej|'le^jtt- -an-i sehnlicher Teil der Druckkosten zu garantieren sei; nacihfolgerideVorschläge: I. jEin wohSiabender .Jude übernimmt idie"'Garantie für die Drückkosten, indem er sich dem Verleger, gegenüber zur Abnahme . der nötigen Anzahl von Exemplaren verpflichtet. II. Dr.; Frensdorff wendet sich an den. ihm gewiß als Orientalisten bekannten vortragenden Rat im preußischen Kultusministerium Dr. Justus 'Olsfeäusen-, damit dieser die Abnahme der nötigen -Exempt^fe seitens' 'des preußischen Ministeriünls bew^ erste1 'Weg "ist für Dr.; Frensdorff!= bei weitem '-'der 'bequemste. Albert Gohen wird, idä "e^ sich zunächst'doch höchstens »um einige Hundert Tihäler handelt, einen' -'der Roth-' Schilds für die Sache interessieren; können.'Tri dieser- Weise istunter anderen i ja auch! Münks-Maimönides3)' •zum. Druck .befördert worden. ■; :i>!\ \-.V . -. j Der zweite Weg ist -bei; der fetzigen ^Läge-'^deri preußischen 'Dinge keiniesWegs aussichtslos,- äber wenn' ihn Dr. Frensdorff einschlagen will, so muß er gleich bei der eristen Anregung der Sache einen Verleger; nennen, der bereit ist, bei gesicherter Abnahme von soundsoviel Exemplaren den Verlag zu übernehmen. Auf,.die ihm von Bernays''zugegangenen .Glück-j wünsch^, erwidert Frensdorff (14. 3. .1873): .. < „ \ :' . Nehmen Sie-daher den herzlichsten Dank!- für Ihre so lieben, wie wohltuenden Worte gütig auf- und zwar besonders noch für den -Teil,* welchenj Sie i so unbestreitbar haben an dem, was der Tagesfreude die Krone aufsetzte. Ich habe zwar viele Beweise der Achtung und Anerkennung erhalten," mit deren ausführlicher1'^Beschreibung ich Sie nicht belästigen: will. Daß mich iaber die Möglichkeit der Ausführung . -T'bie Mässora'Magna( (Hannover und Leipzig 1876). 3) Le'guide des egaresj -Tnaite de theologie et de : Philologie par Moise ben Maimon (Paris 1856—1866). - eines längst .gehegten Wunsche^, nämliph der Jieräusgabe, der ' rnoa am meisten, erfreute, brauche." ich . wohl käiim zu bemerken und will Ihnen nur mitteilen,' daß die Herren Dr. Berend und S'. Copp.ä iiäch Voraiisga^g einer freundlichen Anrede und ,in Begfeitung einer, sehr sch?nedehelhafteri Adresse' mir uni«r dem Namen ,'yDr. Ffensdorff's Fond", eine Sunuiie von ca. 4000 Thlr., die sie in der feinsten;rund zartesten Weise durch .Beiträge -gesammelt "hatten,. :üb,erreichten. zur Entfernung' der pekuniären Hindernisse,^,.w.elche der Herausgab« des obigen Werkes >entgegensteh.en -könn- /.ten^J'tJnidijWer hat;aber zur Anregung und Förderung dieses Gedankens,, mehr beigetargen, alsr Sie, th. Fr.,> der durch- - eindringliche., Darstellung . der Bedeutung jenes,., Werkes und . Aufmunterung unseres gemeinschaftlichen Freundes zur .Ausführung so anregte, daß der Erfolg ein so.;giänzender: und .zugleich aufmunternder , geworden ist. — Nehmen Sie diese Anerkennung hzu dem; ausgesprochenen {Danke, hinzu , und seien Sie versichert,, daß wenn der Allgütige Kraft-gibt und die . Ausführung •, glelingt — Sie einen bedeutenden Anteil an dem Gelingen haben,:werden..— Was nun die Herausgabe selber betrifft, so habe ich allerdings noch, manche. .Schwierigkeiten zu überwinden; doch denke ich, recht bald an dien Druck zu gehen und darüber möchte -ichufohl auch Ihre Ansicht vernehmen. . Ich habe zwari die,'Mass.-* in der!:' Form eines -alphaheti- -sphen Wörterbuches bearbeitet; .in der Absicht, — weil ich kleine Aussicht auf die Herausgabe der ganzen :rnoa-hatte; ein -*y\ 3*«=?wo V» aroaa. widbi nsj? zu veröffentlichen;;dessen entschiedenen Nutzen ich in die-., seim Briefchen nicht weiter auseinaniders-etzen "kann. Doch würde ein solöhes: .Werk mehr und minder auf Subjektivität beruhen, was bei moa als objektiv Gegebenes* von dem. die Gelehrten so wenig wissen, nicht ohne Nachteil sein:dürfte.: Nach .-den veränderten Verhältnissenaber bin ich. entschlosseny die M. so zu geben,-wie sie in:mbni msnp^3 vorhanden'ist und zwar, um-kurz zu sein^irii fünf feilen, die ersten vier Teile,' welche j ^die .n.noja enthalten. über, p?R'33 nnn Tü-Mft ö^aina und . der fünfte Teil wird jener alphabetisch-geordnete, mit Zusätzen bereicherte Index bil- . den, so daß die gedruckte vorhandene moa jedem zugänglich und verständlich, ^seiii ^wird. Daß viele Corruptelen, Auslassungen, ■ Widersprüche und dergl. durch Anmerkungen beseitigt werden, hoffe ich und »5» 'n ity DK wird es ein schönes Werk werden. Ich habe nun zwar Gründe dafür, den Index vorangehen zu lassen als ersten Teil, da. durch Benutzung desselben auch während des Druckes so manche Handschrift verglichen werden' kann, was ohne diesen Index nicht gut möglich ist und was "durchaus...ein Grund ist, warumndie Handschrift zur teilweisen Verbesserung der. gedruckten moa . noch so wenig angewendet .. worden. — Doch ist. solche Form nicht »gewöhnlich und diese scheinbare Verkehrtheit (den Index und zwar einen solchen dem Hauptwerk4) als besonderen Teil vorangehen zu lassen) könnte gegen das Werk«, selbst ein ungünstiges Vorurteil erregen und darum möchte ich wohl Ihre Ansicht darüber hören. Vielleicht' schreiben Sie mir darüber, wenn ich in der Kürze Ihnen klar geworden sein sollte. Doch es ist Tünh yao un-d ich wollte die schon längst erforderliche Beantwortung' Ihres so schätzbaren Schreibens nicht länger aufschieben. Darum (seien) Sie für heute mit mir zufrieden und mit dem herzlichsten Gruße von den I. Meinigen allen drückt Ihnen in liebender Treue die Hand m. hochgeschätzter Freund Der alte Jugendfreund Frensdorff Dr. P. S. Für das schöne Angebinde des von Ihnen herausgegebenen Aristoteles noch besonderen freundlichsten Dank; doch kann f. d. Augenblick nichts weiter darüber hinzufügen. In großer Eile Ihr Fr. (Die Antwort Bernays folgt in nächster Nummer.) 4) Nicht erschienen.' Der Nachlaß liegt in Jerusalem; vielleicht regt diese. Erinnerung zur Herausgabe der Materialien an.