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Der Israelit · 1936-05-26 · Heft 22 (26.5.1936) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 22 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 2 Nr. 22 Der Israelit / 26. Mai 1936 der höchsten schöpferischen Spannungseinheit wieder zu finden. Diese Höhenlage ist dort, wo die Weltanschauung einsetzt, wo die ideelle Welterschließung des Geistes mit dem generativen Pol sidh auf der allein fruchtbaren Ebene echter Weltanschauungserkenntnis trifft. Freilich: Wie die Vereinigung der ordnungsmächtigen Prinzipien mit den Materialgründen vor sich geht und alles, was an individuellen Zufälligkeiten des Werdens xüns entgegentritt, und alles, was sich durch die Gestaltungsmächtc des Lebens als notwendig ergibt, 'das istin undurchdringliches Dunkel getaucht. Wenn man sich erinnert, wie alles natürliche Geschehen früher in mechanistische Verknüpfung aufgelöst wurde, so versteht man den Fortschritt, den diese Maturanschauung für uns darstellt. Sie erweckt eine Ahnung vom Irrationalen, das sich bei allem Einblick in die Sinn- und Wesensgesetze des Lebens im Organischen darstellt, und an die Stelle der kausalen Verknüpfung ein Ringen von Material und Geist wirkend sieht. „Nicht Bewähf rung, sondern Bewährung treibt das Leben vorr wärts und bietet eine Garantie "für seine Erhal1 tung." "' - . ■ - Diese Erscheinung hat auch seine weltanr schauliche Seite. Erst der faktische, ohne Bef drohung und Gefahr gar nicht mögliche, Einsatz für die im Leben zu Verwirklichenden!; Werte, •erst er kann das Leben sichern. Unwillkürlich denken wir an das Wort unserer Weisens „Nur die Mizwoth, für die Israel sein Leben einsetzt, haben Bestand." ■ ■< Der Volleinsatz des Willens zum Leben setzt aber Glauben voraus. Wenn wir den Blick tauchen in das planihaft Ideenmäßige alles Naturgeschehens, für die Polarität als Grundprinzip des Lebens, für den Sieg des Geistes über die Materie unseren Blick schärfen, dann werden; wir auch sehend für die Ueberwindbarkeit des-Tor des im Geiste, dann werden wir auch wieder emp* fänglich für den Glauben ans (Leben. Atchkenafifch oder Sefardifch? (Ein Wort zum Abschluß). I C h a w e r (Kamerad (nari)' Schwat (ü2w)'K 'war I ■ T T (naD)' S'man (yat)' schaw w'scheker Kit?)' ")j?ffl> Gag, Dac h' foj), K ' f ä r hfüV M ä - lach ("]X*?a)' Misrach (rOT»)?- M '■■ sc h u - lach (n^Wö)' S a r (it) G a lach (n^)' P ' n a i T T T (WS') Tenai (wr\)> S'char hDW,) K e - TT T lal (^Vd)' Perat (dId)' J am, Meer (b*)/ T T , T Z a r f e s (rtS^x)' N e d a n; (]*ra)' Dag tomei Ül)' S ' f a r d . (tido)' m e g.ä r e s c h (ttnÄö)> T T - T mearess (OlKö)' meiharess (o~ino)' m e -: .t . t . .;: . c har e f (epnä)- messarew (aiö»)' m e z ar e f (*pXö>' mekarew (nijPa). nie ssa r e.z (yipö)' m ewaer (njna)/a 1 m e n a s s lekafoel P' ,r, .a s s (0*13 .VnpV DJoVy)' D a g o h (niH> die Tefilinge^ häuse nennt man 'Batim (nicht Botim), auch sagt man Balebatim; (nicht O'Jia "^ya)- Herr Lewensöhn führte unter dieser Rubrik 90 Worte an. Das i. ■ sprechen die Sefajdim als langes o, wir aber als au oder ou aüs,: aber dennoch in vielen Worten-. (Lewensöhn führt 60 Worte an) sprechen wir unbewußt 0 aus und zwar: ' ' 'D^nsi"! 'b'saw 'D'Dsii^ 'ö^i' ait? or»- oiö *?Ta Von S. Wolpert in Frankfurt a, M. Als interessierter Leser muß ich mich wundern, daß unter den vielen Teilnehmern an der Diskussion kein einziger den bekannten Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts AdamH a k o - he n Lewensöhn in Wilna, der gerade diese Frage eingehend behandelte, zitierte. Dieser Lewensöhn weist in seinem Kommentar QTK^ ]"HrV> zum 'inj? IW^» TmbT\ von 3ST"|3 nach, daß wir Aschkenasim unbewußt eine große Anzahl von Worten (seine Zusammenstellung 'umfaßt 228 Worte) nach der sefardischen Art aussprechen. Damit die Leser sich überzeugen können, führe ich eine Auswahl iiier an: In folgenden Worten sprechen wir Aschkenasim im Umgang oder beim. Lernen in unvokalisierten D'HSD' die mit -T (Komatz) vokalisierten Silben unbewußt mit ' * wie die Sefardim aus; Kibud aw woem (OST 3& TDD) Binjon. a w, Ta in (Bf))' Eisch cs a ch (rt»V Dan (p) lechaf s'chus, M ä n (]a)'. C h a m (oirV dam (dt) k'zas kosohph (nSp)<- K'ssaw ^r^3)' na w e n a d tian . y 2)' t'nan. (pn)' m e ■) <*.-« s c h (pipa) t : -w . It t t Chass ani m (ä">3nn)' Nach nis'tor (iDOi 173)' '? -T-I .ti . ■ T Nach nireh, c h a s c h b'rosohoh (iffipia wr\), air'nnn.nisT 'jim.riaff '□•»nai» 'D'ü-iip^sK 'fl?*io.i» niaü> 'fiisn ^isa- -1103 Di' tfiwn' m'i nfo* dfaa t t t t t TS T: 'b^nia 'b^sio ,b'xaii 'nnw 'KBia 'öi*to . 'noi' iira --• ■ t t ••. T -r-; T ' - T'' : a^i 'binn 'Dnnio 'D*»üni.^ 'O^aia 'b»^öittr ' T ' T- T T ' T T '«lio 'nie /ii*T;>Mj? >niK '^>i| '0i| ''frvi. ni» »mai na 'b.npin 'b'mi«..'nnsi; 'b'p'oiD. '♦"ii*rn i?m mn ■ r ■ Das *• sprechen die Sefardim als, .langes e aus, wahrend wir wie eu oder ei und in manchen Provinzen sogar wie" ai (Ömain). ausspreonen, tröfzdeni sprecheri -wir in den volkstüfnlidh'-geläufigen Worten genau wie die Sefardim e aus:. ],V42tn rnwn >)w^ >qw* 'Iä f t n'? 'Osi ««n«t. 'iji ,'^sa^fKe0 •■^y:.-^wyn *?*o af pawu')opi nöi%-^n;/ji^' >ii aHy 'W ^^n - lVoa.;'nann ^3 'Tan 12 >oi :na ^aV und ..viele .'andere.'Worte". Diese letzte Wört- ' gfuppe wii-'d 'mit--" Zeure^i und die vorletzte Wortgrüppe nur mit. i Chänlom vokalisiert,. nur um verständlich zu machen :näbe ich abgeändert. Herr Wollmann fragte,''wiesodi«i;äsöhic'enfl[sigche Aussprache entstanden sei; äuoh über diese Kage verbreitet sich Herr Lewensöhn in einer längeren Äus'füihrung. Er meint, däß die. J?np"7 '»Vya sich besonders bemühten, den Untersdhied zwischen einer nynn - und! dem kurzen ä nriQ ' auch: für das Auge; sichtbar zu 'mächen' und.: v/ollten den abendländischen Sprachen, die. als Zeichen der Verlängerung zwei gleiche Vokalesetzten, wie Haar, Paar usw. nachahmen und für das lange a. zwei liegende Striche verwenden. ■Weil aber nebeneinander nicht möglich ist, so beschlossen sie, die Striche untereinander zu setzen und zwar';sqll der untere Strich etwas kürzer sein und mit einem, senkrechten Strich- ,lem• yerbundenv,werden;;unge.fajhr, so ~T. vWeil. aber damails vor der Erfindung des Druckes alle.: D^DD geschrieben wurden, machten die Schreiber in der Eile den juntereh Strich immer kürzer, so daß es die Form des t Komaz äiigenömmen hat. ^Äyn bemerkt der Vöf-fasser hiei-auf. Unglücklicherweise foiezeiuhneteh die Sprachlehrer das lange a mit dem Namen Karriaz gadol 7— im Gegensatz zu' ■v'W'Hs der es mit Patäöh^ibez.eichnete, was doch viel zutreffender ist,; — die '^ac,hbarländer Palästinas hielten iin'der Syhag.o^e"und Schule den Unterschied" zwischeh^ ^nx ytsp und '"*i'ÜM fap fest; äber in" den entfernt^iiegehden Ländern 'Europas lehnten die DHb^a eÜnJfa'dh', das' fü» . - . . ■• - - , . , .>rJ-<r:!'r . »c. - -- .0»«JS.S«>«* v tt*tl?: 2t» ' » " Der gedeckte TiscK- Von B. Cohen. Der Engel, der" dem Neugeborenen nach altem Gleichnis das ihm iiüiewohnende Thorawissen aus dem Sinne schlägt,-* raubtdurch diesen Schlag nach ••-eiiMgeffi""&klärern dem Meristehen insbesondere das „Wissen der 70 Sprachen". Andere Erklärer sehen in jenem ganzen „Schlage des Engels" nichts ande-1 res als die Bestürzung, die den Menschen beim Heraustreten ins feindliche Leben befällt und alle seine g'ttlichen Ideale gefährdet. Um beide Deutungen zu einen, kann man hierzu vielleicht noch die Beobachtung fügen: Auch die Fähigkeit, sich in ' den Geist anderssprechender Menschen bis zu .völliger Verständigung hineinzudenken, geht dem von der Außenwelt bestürzten Menschen zunächst'' Verloren. Und so hat seit dem Beginne der Nejizeit und dem Hereinströmen fremder Gedanken ins jüdische Geistesleben auch die früher jedem Tihorahefolger angeborene Weltverständigung nachgelassen. Bücher, die, wie R. S. Ganzfrieds Schulchan Aruch, vormals so zu Herzen sprachen, wie sie von Herzen kamen, wurden den Ungelehrten fremd, zu denen sie. sprechen sollten. Uebersetzungen und Neuausgaben haben seit Jahren das Ihrige dazu getan, uns dieses Volksbuch zu erhalten; die Verdienste von Kahn, Bamberger und Feldmann werden bleibende genannt werden dürfen. Die neueste Zeit hat aber Manchem das grammatische Gewissen geschärft. Und so konnte der gute alte Ganzfried'sche Kizzur mit seinem vom . Jiddischen sichtlich beeinflußten Hebräis'ch Manchem nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Diesem Bedürfnis kommt die neueste Kizzur-Edition des Rabbiners E. Breslauer aufs Sorgsamste entgegen. In dieser Edition sind alle sprachlichen Unebenheiten gemildert und ein Weg angebahnt, wenn auch nicht überall zuende beschritten, der dazu führt, daß auch Neuhebraisten und Angehörige fernster Stämme der Judenheit sich im Kizzur zurechtfinden /lernen, Volksbüch kann der Kizzur nun auch da werl&, ..wo;das. HeWaische nur in:: seinem"niodernsten Klange.1 bekannt Ist. Und mancher 'Kibbuz im Erez Jisräel wird"" Herrn ' Rabbiner Breslauer' dafür dankbar seih. Aber äüch für ganz andere Sprachgebiete sorgt' Herr Rabbiner' Breslauer durch ein' sechssprachiges Vokabular .zu, jedem 'Abschnitte. Es ist für den Lehrbfetri&b von '£r%töötif Vorteil, daß dieses Verzeichnis 'Zunächst nicht nur afpliaib^etisch^ sondern den Abschnitten folgend geordnet ist' -Aüch die ..Einteilung der Paragraphen in Unteräbschnitt'^üsPyön^ großem Nützen für den Lernenden.'- - ••-:"'r"5' 1 Die sprachlich notwendigen ■ Aenderüngen 'sind überall in solchem Maße gehalten, daß zur Not;'äüchj Schüler mitfolgen können, welöhe ältere Ausigäben; benutzen. Auch die Teilung des ganzen Kizzur, von dem bis jetzt nur der ,>Altagsiteil" erschienen' ist, Hat einen heutzutage sehr wichtigen Vorteil, nämlich den,' der -billigeren Anschaffung. Dem" gleichen Grundsatz; folgend, sind wohl auch die Illustrationen1' aUf'-'das; dringliche Maß eingeschränkt.' Man-erwartet mit froher Spannung die weiteren Teile dieses wirklich willkommenen Ünterrichtswerkes. Es sind ja von berufener Seite, so von Wohlgemuth im Jeschurun und von Unterrichtsfachleuten genügend wegweisende- Rezensionen über'iande^e neuere 1 Kizzurausgaben gegebeni .-worden; Es1 scheint, als' sei Herr Rabbiner Breslauer! allen diesen Ratschlägen ge- treulich aus eigenem Antriebe g-efolgt: Diesem* sBuehe sollte man nicht nur weiteste' Verbreitung Jütischen,: sondern vor Allem auf dem Wege über' die zuständigen Organisationen ihm Eingang ins gesamte Unter-; richtswesen der orthodoxen .Judenheit verschaffen. - Endlich sei noch auf-die Quellenangaben zu jedem Kapitel hingewiesen, durch welche sich das Buch j auch für den- Fortgeschrittenen -als unentbehrlich erj weist: Und da der Verfasser'ein a^iin m nsmn wn ist, so - bedarf wohl keines näheren. Hinweises auf die ■ große Mizv/a, dieses Unternehmen mit allen Kräften , zu fördern. - ~ ,:aui Aus Jacob Bernays' j und Salomon Frensdorffs Schriftwechsel.^ Von Michael Fraenkel. Jacob.,,ß e.rfta y,s ist uns wesentUch als der, große -klassische Philploge .< bekannt,, wenn auch einzelne seiner; Forschungen . jüdische- Wissenschaft bereicher- ■ ten., j[n. der hier. -veröffentlichten Korrespondenz tritt er zum ersten Mal als »Förderer jüdischer- Wissenschaft auf,, als welcher e^ wohl kaum bekannt, ist. Salomon - Fr.ensd o r ff,: geb. am' 24. Februar 1803 ) in:; Hamburg,' Professor, Direktor der" Bildungsanstalt für jüdische Lehrer in' Hannover, war ein Schüler; des .;Chachani; Isaac Bernays in Hamburg, der ihn > nachhaltig b eeinflußte; als Zeichen des Dankes hätte er ihm sein erstes Werk „Fragmente aus der Punktation©- und. Accentlehre der Hebräischen Sprache" mit dem hebräischen Text (Darke ha-nikkud weha-neginoth)1, zugeschrieben dem R. Moses Punctator. (Hannover 1847}, gewidmet. Die enge Verbundenheit' mit-'dfekn Vater :ib6igründete die Freundschaft mit Jacob Bernays. Letzterer 'kam tfft' 'besuchsweisenach jHannover zu dem Bruder ßefaejc.; Mutter/ Drmed, Nicolas Berend, der ebenfalls, in^ fre-undsphaft- Ijohen Beziehungen , zu Frensdorff stand. Dort vertiefte, sich die Freundschaft mit Frensdorff.. -rn. Anläßlichdes .70. -Geburtstages Frensdorffs. regt. B;ernays b.ei Dr. Berend die Bildung einesi -Komitees-;-zur Beschaffung der Mittel für die Prucklegurig deS rFrens- 3) In dem von Bernays letztwillig der Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau - vermachten Nachlaß, der hier erstmalig ausgewertet wird. Die Briefe von Bernays sind flüchtig skizzierte Bleistiftentwürfe. /

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