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Der Israelit · 1936-05-26 · Heft 22 (26.5.1936) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 22 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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f s r a e Iii Nr. 22- Seite 5' und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbikhing vom September 1935 ausgeschult werden. Wir'd diese Umschulung an Orten mit größerer jüdischer Siedlung schon Schwierigkeiten bereiten, so' ist die Beschulung der schulpflichtigen Kinder klebtet und kleinster Orte ein Problem von äußerster Schwere, das jetzt die berufenen Instanzen beschäftigt und dessen Lösung doppelt schwierig ist, weil die Gestaltung im Einzelnen noch unklar ist und größte Zurückhaltung gebietet. Fünf neue Schulen wurden durch die Schulabteilung der R. V. im Jahre 1936 gegründet, bestehende dagegen allerorts konsolidiert und ausgebaut. An laufenden und einmaligen Subventionen wurden gewährt Mk. 362 867,50 für 'die Volks¬ und höheren Schulen, für Jeschiwaus und T. T. s. Mk. 840O.—, für Lehrerfort- und Ausbildung, für die Lehrerausbildungsanstalten und dergL Mk. 19 787,20, für die Rabbinerseminare in Berlin und Breslau sowie für die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums Mk. 76 500.—. D. Wirtschaftshilfe. Diese wird durch die Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe ausgeübt, die als Abteilung in die R. V. eingegliedert wurde. Sie umfaßt nunmehr in engster Verbindung mit der Bearbeitung der wirtschaftspolitisohen Fragen die Kredithilfe, die jüdischen Arbeitsnachweise, die Hilfe für die einzelnen Berufsgruppen und die Künstlerhilfe. Die besondere Sorge der Zentrale galt der systematischen Betreuung von Kleingemeinden vermittels der Bezirksfürsorgerinnen und sogenannter „fliegender Wirtschaftsberater!" Es ist unmöglich, in wenigen Zeilen über die Vielfalt dessen, was auf diesem Gebiet geleistet wurde, zu referieren. Auch der Laie liest die 40 Seiten dieses Berichtes in Spannung und Ergriffenheit, er fühlt, daß hier von sachkundigster Seite das größte Maß 'des Möglichen geleistet wurde <— unter schwierigsten Verhältnissen, mit begrenzten Mitteln. E. Berufsumschichtung. Dieses Kapitel schildert die Lage des Ausbildungswerkes, den zahlenmäßigen Verlauf der Berufsumsohichtung, gibt eine Uebersicht über den Stand der Auslandshachschara, verweilt dann bei dem Problem der Hausgehilfinnenfrage, um schließlich die Frage der Erstausfoildung zu behandeln. Dieser ganz kurze und stichwortmäßige Bericht ist sich seiner Lückenhaftigkeit bewußt; er vermittelt nicht einmal oberflächlich eine Uebersicht über das tatsächlich Geleistete. Es mögen darum abschließend Zahlen ihre nüchterne, aber eindringliche Sprache sprechen. Für die Bedürfnisse des Z. A. wurden im Jahre 1935 Mk, 1228 089,16 im Inland, durch das Ausland (Joint, Central British Fund oind ICA) Mark 1 635 290,61 aufgebracht. Aus der AusgabßSseite seien folgende Posten festgehalten:. Berufsumschichtung und Erstausbildung Mk. .575:000.—, Wanderung Mk. 425.000.—, Wöhifahrtspflege Mk. 288.000.—, Schulwesen (s. öj Mk. 453,000.—, Reichszentrale für Schächtangelegenheiten Mk. 4500.—, Diese Zahlen bezeugen zweierlei: einerseits daß alle Seiten des durch die Gestaltung der Verhältnisse geschaffenen Problems der deutschen Judenheit bearbeitet wurden, andererseits, daß die deutschen Juden in ihren Sorgen nicht allein standen, daß sich ihnen Bruderhände über Landesgrenzen und- Meer« hinweg hilfreich entgegenstreckten.-- Daß wir orthodoxen Juden im Rahmen unserer Möglichkeiten an den Aufgalben des Zentralausschusses mitarbeiten,: dort,, wo unser Gewissen — besser gesagt: die Thora — uns dies nicht verbietet, ist schon bei früliserer Gelegenheit ausgesprochen und wiederholt unterstrichen worden. Und gerade angesichts der' Bewunderung, •die wir dem Geleisteten1, zollen,, kann die Frage nicht unterdrückt werden: Warum der Zentralausschuß nicht wirklich, seinem Namen getreu, kraft dem Einfluß, dener hat; zu einem wahren Instrument der j ü d i s c h e n Hilfe und des jüdischen Aufbaus wird. Würde er Schabbos und Kasohrus — um das Selbstverständlichste zu nennen — in all den Institutionen verlangen, die er wirtschaftlich: und sonst unterstützt, würde er — denn charity begins at home — den Schabbos in den Räumen der Kantstraße, aus denen soviel wirtschaftlicher Segen und materielle Kräftigung in den Körper der deutschen Judenheit strömt, als unantastbares Heiligtum hüten lassen, würde er mithelfen, das Judentum in Deutschland, das über ein Jahrhundert „abgebaut" wurde — und darum traf die deutschen Juden ihre Katastrophe so (unvorbereitet — wieder aufzubauen, das alte, historische Judentum — das einzige Judentum von Vergangenheit und Zukunft — wir würden noch viel freudiger seine Leistungen registrieren, ihm den Tribut des Dankes zollen können. Dann würden auch die Leistungen für die orthodoxen Anstalten und Stätten nicht aus Gründen der Parität und Gerechtigkeit — daß die berufenen Organe von solchem Gerechtigkeitssinn erfüllt sind, durften wir hier wiederholt konstatieren — gemacht werden, sondern aus innerstem Müssen heraus, ans dem Wissen, daß die unabhängige Orthodoxie nicht „bedeutungslose Splitter", , 26. Mai 1936 .Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege vertreten bleiben. Der Bericht schildert in einem besonderen Abschnitt die Organisation und Arbeit tier jüdischen Wohlfahrtspflege in den Klein gerne in den, jenen Stätten, wo sich die wirtschaftliche und soziale Lage der Juden außerordentlich verschlechtert hat. Aus der Fülle des Materials sei eine Ziffer als Beispiel herausgegriffen: Der Provinzialverband Hessen-Nassau hat in sechs Monaten 3482 Fälle bearbeitet (1647 Fälle allgem. Wohlfahrt, 144 der Jugendwohlfahrt, 216 der Gesundheitsfürsorge, 328 der Wirtschaftshilfe, 1092 der Berufsausbildung und Berufsumschichtung, sonstige Fälle 56). Man bedenke, jeder „Fall" bedeutet Menschenschicksal, in vielen Fällen Familienschicksal! Des weiteren schildert der Bericht die Arbeit der „Blauen Beitragskarte", deren Aufkommen im ersten. Jahr im Reich mindestens 300—320.000 Mark betragen haben dürfte. Der Bericht schließt zu diesem Punkt mit'den bemerkenswerten Worten: „Gerade die Arbeit für die „Blaue Beitragskarte" zeigt ebenso wie die im nächsten Kapitel dargestellte Jüdische Winterhilfe, in wie starkem Maße die jüdische Sozialarbeit von dem Willen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland getragen ist, zunächst selbst alle Anstrengungen zur Bewältigung der den Juden in Deutschland gestellten Probleme zu machen. Die Zahl der von der Jüdischen Winterhilfe betreuten Personen betrug etwa 75 000. Ihre Leistungen entsprachen denen des Allgemeinen Winterhilfswerkes. Dieses bedachte seine Hilfsbedürftigen mit Sonderzuwendungen zu Weihnachten und dem „Tag der nationalen Erhebung"; dementsprechend könnte die Jüdische Winterhilfe die von ihr Betreuten zu Ghanukka durch Extrazuwendungen erfreuen. Kriegsopferfürsorge, Baerwald-Küchen, Fürsorge für die aus Rußland stammenden Juden waren weitere Gebiete segensreicher Betäti* gung. C. Schulwerk, Die sowohl' freiwillig als zwangsläufig erfolgte Umgliederung jüdischer Schulkinder stellte die betreffenden Organe vor besonders große und schwierige Aufgaben. Von den etwa 44 000 schulpflichtigen jüdischen Kindern Deutschlands besuchen 16O00 jüdische Volksschulen, 40O0 mittlere und höhere jüdische Schulen; die restlichen etwa 24 000 Kinder besuchen die allgemeinen Schulen, davon etwa 14000 die Volksschule, der Rest höhere und mittlere Schulen. Aus diesen müssen sie auf Grund des bekannten Erlasses des Reichs- V. 23. Mosche erwiderte G'tt: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai hinaufsteigen, denn Du hast uns gewarnt: umgrenze den Berg und heilige ihn. V. 24. Da sprach G'tt zu ihm: Geh, steige hänab und komme dann wieder herauf/ du und mit dir Aron; die Priester aber und das Volk sollen nicht vordringen, um zu G'tt hinaufzusteigen, Er könnte sonst Verderben unter sie senden. Nach Raschis Auslegung schildert V. 23 'die Verwunderung Mosches' über die Notwen- <digkeit einer nochmaligen Warnung, da dem Volke "bereits seit drei Tagen da® Besteigen des Berges verboten war. Die Antwort G'ttes (V. 24) enthält 'die Lehre, daß man den Menschen vor der Ausführung einer Handlung warne, ihn aber bei der Ausführung nochmals auf die große Bedeutung, die ihr beizumessen ist, hinweise. Es ist jedoch nicht anzunehmen, 'daß Mosche ursprünglich diesen Lehrsatz nicht gekannt haben sollte. Folgende Erklärung des Raschbam scheint eher dem Wortlaut der Verse zu entsprechen. Während die erste Warnung mV n»»n *i?n mby (V. 12), hütet euch, den Berg zu besteigen, laut et j das Seh^n von der Ferne ohne Besteigen des Berges also erlaubt ist, heißt es in V. . 21. ltnrv> "jB 'n V«. Hier . steht nicht nV*^.: i0"1^ 1a* Man könnte daher aus diesem Satze entnehmen, das Volk dürfe auch von der Ferne, ohne dien Berg zu besteigen, nicht sehen, Mosche richtet daher an G'tt die Frage: '3-o in b* rbyb mr\ bpv «V (V. 23) d. h. Ursprünglich hattest Du nur das Besteigen des Berges-untersagt/ soll die jetzige Warnung eine Erschwerunggegenüber der ersten Vorschrift bedeuten, indem jegliches Sehen verboten wird? Hierauf erwiderte G'tt (V. 24)". n V.y i> .wm». $x Dym nnnanv Das Volk darf nicht auf dien Berg h i n a uf s t e i g e ii , das Sehen von der Ferne bleibt ihm weiterhin gestattet. S.' Speier. Anleitungen für die Esra-Pirche Agudas Jisroel Gruppen« Zu Schowuaus. Vor allem ist am ni?u». der Hinweis auf das Lernen naheliegend, besonders für die Chawerim. Bei Zusammenkünften am fflJW nimmt man auf den Inhalt des1 Nachtlemen® Bezug, das meist durch das Tikkun ausgefüllt wird. Es ist angebracht, bei einer Gelegenheit die Dinim über das Lernen vortragen zu lassen. (Joreh deah 246, und vorher) Bedeutung desi Lernens. Im Chumasich, ausdrücklich in Dewarim, z. B. Kap. 4, Verse 5 und 14. Tehillim Kap. 19 und 119 (s. hierzu Hirsch). Nicht ausdrücklich ergibt sich die Bedeutung des Lernens daraus, daß die Thora uns soviel „vorlernt", indem sie sehr viele Einzelgesetze bringt. (S. auch Esra Kap. 8, 1—8.) Das Lernen ist vor allem Vorbereitung zur Erfüllung (s. in Dew.j, und auch SeEbstsrweck (Teih. 119). Vergl. Dew. 6, 6. Raschi zitiert dort «in Sifro. Die täglich ausgesprochene Forderung: 'Ui nansi ist nur durch das Lernen von 'n mw zu erfüllen, da wir Ihn ja selbst nicht erfassen können. Also: Lernen als Weg zur 'nrun* (Vgl. auch das. 11, 22.) Wir sollen und wollen die Mttzwah G'ttes kennen und erkennen. Eine Aggadah beliebtet über den Tag de® Königs David (EEer. 3b)l: Eine Harfe hing über seinem Bett. Als es 'Mitternacht wurde, wehte der Nordwind über ihfe? Maaten,.'so daß sie;zu spielen begann.' Da stand" der König auf, um' bis zum Morgen' eifrig zu lernen. ' Morgens kamen die Chachme Jisroel': zu ihm: Unser Herr und König! Dein Volk Jisroel braucht Lebensunterhalt. Antwortet Er: Sollen sie voneinander leben usw. Eruwin 21 und 24. (S. auch den Anfang der Einleitung zum Mischnahkommentar des Rambam) und vi-Ue andere Stellen. Lernen ist eins der meist behandelten Themen der Aggadah! Ursprünglich hat der Vater mit den Kindern gelernt. Um aber Waisenkindern Gelegenheit zu geben, hat man in Jeruscholajim Lehrer bestellt, dann auch in allen Gegenden. Allerdings erst für 16jährige, bis der Kauhen godaul Jehoschua ben Gamala einen geregelten Schulbetrieb im ganzen Lande für Sechsjährige einführte. (Baba bathra 21; zur Zeit des zweiten Heiligtums). Dort wird uns auch über Lernmethoden berichtet. Gedanken über Lernen. Weil unsere Großen aller Zeiten die Größe des Lernens zu schätzen wußten (Hillels Ankunft, R. Akibas Tod bis zur Lebensart des Wilnaer Gaon), blieb 'die Ueberlieferung rein und unversehrt. Diejenigen, die 'dies bestreiten, weil andere Völker das nicht besitzen, vergessen die einzigartige Lernhingabe unserer Großen. Wer nicht vom Lernen erzogen ist, kann nicht selbständig jüdisch denken . Die Führer der thorafernen Gruppen heute können sich kein echtes Bild von der Thora. machen, weil sie fast alle nicht wirklich lernen können. Wir wollen uns bemühen, möglichst viel Zeit, auch die Zeitsplitter, mit Lernen zu verbringen. Wir verstehen auch die Mizwotth besser und lebhafter, wenn wir ihre Dinim kennen. Lernen sagt uns nicht nur, was wir zu tun haben, sondern wir verstehen dann auch tiefer, warum. wir es tun. Lernen kann heute auch, wer noch nicht viel weiß, da viel in. deutscher Sprache geschrieben ist. T'nach ist natürlich auch Lernen, ebenso Mischnah,

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