Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1936)
- Date
- 1936-05-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 21 Der Israelit 20. Mai 1936 die der High Commissioner ermächtigt wird, durch, einfache Order Zölle ■ aufzuheben, zu ändern oder neu zu bestimmen. Hierzu bedarf er aber der Zustimmung des Staatssekretärs für die Kolonien. Bisher erforderte der Erlaß von Zollvorschriften ein umständliches Verfahren. Es mußten Verordnungen erlassen werden, durch die das Zollgesetz bzw. der Zolltarif als sein Bestandteil geändert wurden. Zur flenderung des gesamten Zolltarifes bedarf es nach wie vor des seitherigen Verfahrens. Gesetzentwurf über Wasserversorgungsanlagen in Palästina. Jerusalem, 18. Mai. Die Palästinaregierung veröffentlicht in der „Official Gazette" den Entwurf einer Safeguarding of Public Water Supplies Ordinance 1936, die den Schutz öffentlicher Wasserversorgungsanlagen vor Störungen durch Privatpersonen bezweckt. Wasserversorgungsanlagen werden in Palästina im allgemeinen aus Quellen hergeleitet. Es bestand bisher kein Verbot für Privatpersonen, benachbarten Quellen durch Bohren eigener Brunnenanlagen Wasser zu entziehen. Das neue Gesetz ermächtigt den High Commissioner, Gelände, die Grundwasser enthalten, als Gebiete der öffentlichen Wasserversorgung zu erklären. Dies hat zur Folge, daß die Anlegung neuer oder Erweiterung vorhandener Brunnen nur mit Genehmigung des Distriktskommissars zulässig ist. Der Gesetzentwurf bezieht sich in erster Linie auf Wasserversorgungsanlagen, die bereits im Besitz der öffentlichen Hand sind. Der High Commissioner kann jedoch auch andere Änlagen zu Gebieten öffentlicher Wasserversorgung bestimmen. Die Levante-Messe in Tel Awiw. — Konferenz der Vertreter von 15 Ländern. Tel flwiw, 15. Mai. Im Konferenzsaal der Levantemesse in Tel Äwiw traten Vertreter von 15 Ländern, die an der Levantemesse in Tel Äwiw teilnehmen, mit Repräsentanten der palästinensischen Wirtschaft zu einer Beratung zusammen. Nach Schluß der Beratung gab der Schatzmeister der Palästinaregierung, Johnson, den Teilnehmern ein Frühstück. Bei der feierlichen Eröffnung des schweizerischen Pavillons auf der Levantemesse hielt Bürgermeister Dizengoff eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Schweiz das erste Land ist, mit welchem die Jewish Ägency ein Handelsabkommen geschlossen hat. Zwischen Palästina und der Schweiz bestehen von je starke Sympathien; die Schweiz war Schauplatz des Ersten Zionistenkongresses und vieler späterer Kongresse. Personalien. Berlin, 12. Mai. In der Nacht zum 7. Pesachtage starb hier im Alter von 60 Jahren der durch seine ausgezeichnete Frömmigkeit und durch seine hervorragenden Tugenden als Mensch wie als Jehudi in weiten Kreisen hochgeehrte Herr Dr. Nathan Moses. Selbst einer echt jüdischen Familie entstammend, war der Verewigte der Schwiegersohn des berühmten und vielgepriesenen Prager Oberrabbiner« Dr. N. Ehrenfeld £*xt« Seiner erhabenen Tradition sich stets bewußt, bewährte er sich als würdiger mm p, der sich Thoraliebe schon in jungen Jahren errang und sie durch sein ganzes Leben auch betätigte. Gekrönt mit den herrlichsten Eigenschaften der echten Demut und Menschenliebe war der Verblichene überall geschätzt und beliebt und so ein deutliches Beispiel ntynb nana noa^ nann „wer dem Jüdischen und Unvergänglichen nachstrebt, ist auch bei Menschen wohlgelitten." Von Beruf Chemiker kannte er die Zusammenhänge in den Gesetzen der Natur und deutete diese als wahrer und echter Jehudi als G'ttes ewige Weisheit, von-der die ganze Natur in allen ihren Beziehungen zeugt So lebte Dr. Moses als ein Vorbild echter, überzeugter G'ttesfurcht, viel geachtet und beachtet von den Nahen und Fernen. Von seiner großen Beliebtheit zeugte die große Trauer, die sein Hinscheiden in weiten Kreisen auslöste. MögeTrnpn seinen Trost spenden seiner würdigen, gleichgesinnten Gattin und allen, die seinen Heimgang beklagen. nrnaV -dt Lauenburg (Pomm.), 12. Mai. Am 31. Mai wird Herr Max Baruth 7 0 Jahre alt. Herr Baruth ist seit ca. 35 Jahren als Kultusbeamter tätig. Seit 1920 wirkt er in Lauenburg, während er früher in den Gemeinden Kruschwitz und Filehn^ dm Amte" gewesen ist. Wir wünschen dem rüstigen Jubilar noch viele ungetrübte Jahre und rufen ihm zu: na? ünpsfi n«a n» Burgpreppach, 8. Mai. Dieser Tage wurde Sigmund Blum nach kurzer Krankheit im 76. Lebensjahre abberufen. Neben den nächsten Angehörigen beweint ihn die ganze Gemeinde als einen ihrer edelsten und würdigsten Mitglieder. Sein unversiegbarer Humor vermochte den Tiefgebeugtesten wieder aufzurichten. Den schweren Verlust eines wackeren Sohnes, ein Opfer des Krieges, ertrug er gleich Aron mit Geduld und Ergebenheit. Herr Rabbiner Dr. Münk schilderte ihn in meisterhafter Rede als einen wahren Zaddik und Chosid. Möge die trauernde Witwe und Kinder wahren Trost in dem Bewußtsein finden, daß er mit aio av vor dannen gegangen ist. n"as3n Vermischtes- Berlin, 14. Mai. Die Berliner Gruppen der A g u - das Jisroel und der Z e ii r e Ag ud as Jisroel veranstalten am Sonntag, den 24. Mai, nachm. 5 Uhr, in den Festsälen Hackescher Hof, Rosenthaler Straße 40/41 (am Bahnhof Börse) eine öffentliche Versammlung, in welcher Herr Rabb. Dr. Herrn. Klein über das Thema „Die neuen Wege" sprechen wird. Eintritt frei. Gäste willkommen. Berlin, 15. Mai. Zwei am 2. Mai d. J. von der Jüdischen Buchvereinigung e. V. (JBV) Berlin W. 15, Pariserstr. 7, entlassene Werber namenis Adalbert Burg und Sally Liberowitsch, die zuletzt in Frankfurt a. M. für die JBV tätig waren, sind nicht nach Berlin zurückgekehrt. Ihr' Aufenthalt ist unbekannt. Da die Gefahr besteht, daß die Obengenannten auf Grund ihnen früher gegebener Ausweise jüdische Organisationen aufsuchen zwecks Erlangung von Adressen oder zu anderen Zwecken, machen wir auf diesem Wege darauf aufmerksam, daß den Genannten keinerlei Material zu übergeben ist, und bitten, wo sie sich melden, ihnen die Ausweispapiere der JBV abzunehmen und sich dann mit uns in Verbindung zu setzen. Solingen, 15. Mai. Das „Solinger Tageblatt" berichtet, daß das Solinger Schöffengericht einen 35jährigen Angeklagten und eine 23jährige Angeklagte wegen gemeinschaftlich versuchter Erpressung zu einer Gefängnisstrafe von drei bezw. zwei Monaten verurteilt hat. Beiden Angeklagten wurde die erlittene Untersuchungshaft angerechnet und der gegen sie erlassene Haftbefehl sofort aufgehoben. Der Angeklagte hatte im Dezember 1935 ari* den jüdischen Inhaber einer großen Firma in Söhlingen-Ohligs einen Brief gerichtet, in dem er den Kaufmann darum ersuchte, ihm 12.000 Mark zu leihen, und bemerkte, da er der Annahme sei, daß der jüdische Kaufmann ihm das Geld nicht ganz freiwillig geben werde, er ihn gleich auf verschiedene Straftaten aufmerksam machen möchte, die er und eine andere Person begangen haben. Die Angaben des Brief Schreibers würden den Kaufmann auf lange Zeit der Freiheit berauben. Der Brief enthielt dann weiter die Aufzählung der angeblichen Straftaten und die Aufforderung, das Geld unauffällig verpackt und versiegelt bis zu einem' bestimmten Termin in einem Tabakwarengeschäft abzugeben. Der Staatsanwalt hatte gegen die beiden Angeklagten sechs bezw. vier Monate Gefängnis beantragt. Landeshut, 6. Mai. Der Vorsitzende und Leiter unserer hiesigen Kulturarbeit, Herr Prediger F a 1 - k e n s t e i n , schloß die Vortragsfolge 35/36 mit einem Rückblick auf die Tätigkeit derselben ab. Aus diesem ging hervor, daß der Zyklus mit einem Vortrage des Herrn Heinrich G r ü n f e 1 d , Berlin/Landeshut, über: „Meine Reise nach Palästina" am 5. August 1935 eröffnet wurde. Dann folgten sechs Vorträge des Predigers Falkenstein und weitere 14 Vorträge von verschiedenen Rednern über alle denkbaren jüdischen Probleme. — Fast alle Vorträge waren gut besucht; und zeigten erneut, 'daß es auch in kleinen und kleinsten Gemeinden möglich und unbedingt notwendig ist, durch reges Gemeindeleben alle Mitglieder miteinander zu verbinden, zur Förderung der Kenntnis des Wesens unserer Glaubensgemeinschaft und zur leichteren Ertraigting der schwerlastenden Gegenwart. Als weitere Kulturarbeit war es Unserem rührigen Leiter; Herrn Falkenstein, möglich geworden, eine kleine Bibliothek einzurichten, welche die Mitglieder" der Gemeinde mit den neuesten Werken der jüdischen Schriftsteller bekannt werden läßt. E. P. Bocholt i. Westf., 17. Mai. Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein tagt am 24. Mai um 16 Uhr in Mülheim (Ruhr)._ Tagesordnung: Mischnahtraktat Sabbat, 1, Abschnitt. (Forts.). Budapest, 12. Mai. Man schreibt uns: Am 11. April ds. Ja. ist Gustav . (Sische). Wein er 8 Tage, nach seiner Hochzeit aus Räkospaiota (Ungarn) v e r - sc h wund en. Er ist 24 Jahre alt, 166 cm hoch, hat kastanienbraunes Haar, kurze Pajes, trägt biönden Ründbart und ist in Ungarn geboren. Sein hebräischer Name: m pntt p jaotT iiv\>a- — Wem eine Spur von ihm bekannt is,t möge den Oberrabbiner Michael D ü - schinsky in Rakospalöta (Ungarn)! davon verständigen. , ' Triest, 14. Mai. Ausi Tri est wird uns mitgeteilt: Am 9. ds. Mts. um 10.30 Uhr, lief der vollkommen umgebaute Eildampfer „Marco , Polo", des Lloyd Triestino zu seiner ersten Fahrt nach "Aegypten und Palästina unter lebhafter Teilnahme einer großen Zur schauermenge aus. Vor der Abfahrt besichtigten die Spitzen der Behörden und die geladenen Gäste den mit den modernsten Errungenschaften der Schiffsbaukunst ausgestatteten 14.000 Tonnendampfer. Die vornehme und behagliche Ausstattung der Gesellschaftsräume und Kabinen erregte allgemeine Bewunderung. Den Passagieren stehen durchwegs gut gelüftete Außenbordkabinen in allen Klassen zur Verfügung; Neben dem eleganten, gekachelten Schwimmbassin der ersten Klasse würde auch ein solches für die zweite Klasse eingerichtet. Der „Marco Polo", der derzeit größte Dampfer Italiens im Levanteverkehr, wird den ständigen Dienst der Luxus-Expreß-Linie Europa- Aegypten des Lloyd Triestino versehen, Oldeinburg, 10. Mai . Am 3. Mai fand hier die feierr liehe Grabsteinenthüllungfür den im vergangenen Jahre verstorbenen Landesrabbiner Dr. Philipp de Ha as Vxt statt. Eine große Trauergemeinde hatte sich aus allen Teilen des Oldenburger Landes zusammengefunden, um nochmals ihre große Verehrung für ihren verewigten Raw zu bekunden. — Herr Rechtsanwalt Löwenstein sprach in bewegten Worten von dem Werke des Entschlafenen, der noch durch seine letzte . Tat, Anschluß der Oldenburger Landesgemeinde an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, vorausschauend für die Zukunft seiner Gemeinden vorgesorgt hatte. Der Amtsnachfolger, Herr Landesrabbiifer Herbst, versprach in einer großangelegten Rede, das Werk des Verewigten in dessem Sinne hochzuhalten und weiter auszubauen im Gedanken der Thora. —. Als treuer Freund des Verewigten und der Familie versprach Herr Landrabbiner Dr, Blum, Emden in tiefinnigem, zu Herzen gehenden Worten ewiges Gedenken. — Ein Lernvortrag des Herrn Rabbiner Dr. A b e r, Bremen und anschließendes Kaddisch schloß die erhejbende Feier. Herr Lehrer H a r t o g , Wilhelmshaven-Jever, umrahmte -die Trauerfeier mit hebräischen Gesängen, die nach Verlesen der GrabsteininscJirift in /einem T'a« ausklangen. rraxan Ha, Familien-Nachrichten. B a r m i z w o h : Rolf, Sohn des Kantors Michael Eisemann, Breisaoh (Rhein), 30. Mai 1936. — Hermann, Sohn der Frau Dr. Hedwig Bloch. 30. Mai 1936. so: 'S' Halberstadt. .Verlobte: Lotte Kohn, Würzburg-München, Liebigstr. 12, mit Jakob Joelson, Hamburg-Berlin N. 58, Eberswalderstr. 35. Gestorben: Frau Sophie Strauß geb. Rothschild, Hünfeld-Burghaun, ' ■ Briefkasten. M. Schloß, Flehingen. Die angefragten irmo sind: 1. geboren 31. August 1925 =. ssn ■>> 2. geboren 28.- Januar 1925 — Na- Wochenkalender. Vom 23. — 30. Mai 1936 / Vom 2. - 9. Siwan 5696 . VSY> *p msriaar Samstag 23 2 a ■ 'i ps ^Taa Sonntag 24 3 a 1" Montag 25 4 *t' g Dienstag Mai 26 P'D 5 n ' *£ nis?iae? aiy Mittwoch 27 6 V 's di? nijmw; Donnerstag 128 7 T rvn 'a ov> rnsnatP Freitag :29 8 n in iiok " Samstag 30 9 t> 'a 's pis kuu '■]';