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Der Israelit · 1936-05-20 · Heft 21 (20.5.1936) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 21 (20.5.1936)
Date
1936-05-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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20. Mai 1936 Der Israelit Nr. 21 Seite 9 Die Räumung der Jerusalemer Altstadt, — Eine mutige Tat des Führers der Agudas Jisro^I. Jerusalem, 18. Mai. Die Lage am Wochenende erforderte es, daß die jüdischen Arbeiter, die an der Peripherie von Jerusalem beschäftigt sind, ihre Arbeit niederlegten und. daß alle jüdischen Geschäfte zwischen dem Hauptpostamt und dem Jaffatore schlössen. Die Räumung der Ältstadt durch die Juden ging zwar nicht unter Zwang, aber auf Qindringlichen Rat der Regierung vor sich und machte einen erschütternden Eindruck, Greise, Kinder und Frauen wurden unter Bewachung in die Churwah-Synagoge verbracht. Sofort als die Juden der Hitstadt durch die Äbriegelung in LebensmitteLnot gerieten, leitete die Ägudas J i s r o e 1 als erste eine Äktion ein, um die von der Innenstadt abgeschlossenen jüdischen Menschen in der Ältstadt mit Lebensmitteln zu versorgen. Nach kurzer Zeit waren drei mit Lebensmitteln beladen e Wagen da. Die Stellung einer Eskorde zur Hinschaffung der Nahrungsmittel lehnte die Polizei als „überflüssig" ab. . Da stellte sich Rabbi lösche Blau an die Spitze einiger beherzter Leute und geleitete selbst demonstrativ die Wagen durch die Stadt bis zu den Quartieren der Notleidenden. Der geplante Hafen für T^l Awiw. Tel Hwiw, 18. Mai.. Wie verlautet, wurde die Errichtung eines Wellenbrechers in Tel Äwiw als Grundstock für den Hafen genehmigt. Äraber in Jaffa und Jerusalem haben der Regierung den schriftlichen Wunsch übermittelt, die Läden und Geschäfte zwangsweise wieder öffnen zu las&ery da der weitere Streik die Stadt ruiniere. Man sieht in dieser Bitte eine Reaktion auf den Hafenplan für Tel Äwiw. Die ersten Prozesse. Jerusalem , 18. Mai. Die palästinensischen Gerichte bereiten nicht weniger als 250'Pro zesse gegen Äraber vor, die der Teilnahme an verbotenen Straßenkündgebungen, an verbrecherischer Agitation, an Morden und Brandstiftungen bezichtigt werden. Scheich Muhamed S h a n i n , der den Ueberfall auf die große Tabakfabrik ,,Maspero" in Jaffa am 19. April geleitet hat, wurde zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt Die neuesten Mordtaten. Jerusalem, 18. Mai. Die zwei am Freitag in Jerusalem ermordeten Juden heißen* Reuben K 1 a p p h o I z ,. 45 Jahre alt, und Alter Cohen, 67 Jahre alt. Die neue Abordnung, die zum High Commissioner hinging, um Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und ungestörte weitere Einwanderung von Juden zu verlangen, war vom Waad leumi, der Ägudas Jisroel und dem Verband der jüdischen Landwirte geschickt. Wie bekanntgegeben wird, wurde das Äktions- Komitee der Zionistischen Weltorganisation für den 23. Juni einberufen. Was die Welt dazu sagt. London, 18. Mai. „Daily Herald" hält immer noch an der These Test, daß trotz 'des offiziellen Dementis sichere Beweise dafür vorhanden seien, daß italienischer Einfluß und italienisches Geld hinter dem. Araber-Aufruhr stehen. In Palästina glaubt natürlich kein Mensch an diese Gerüchte. Das „Observatore Romano", das offizielle Organ des Vatikans, dessen Äeußerungen als die Meinung des Papstes gelten, bringt ausführliche Berichte über die Vorgänge in Palästina, ohne selber zu dem Streite Stellung zu nehmen. Es wird nur die Hoffnung ausgesprochen, daß es bei diesem „Anrennen der Äraber gegen das Balfourmandat" nicht zu dem Blutvergießen von 1929 komme. ' 1 Der „Great Britain and the East" sucht in einer Reihe von Artikeln auf die Hintergründe der Palästinaunruhen zu kommen und gelangt zu dem Schluß, daß eine Lösung mit Gewalt nicht möglich und weder für die Äraber noch für die Juden noch für die Engländer ratsam sei. „Manchester Guardian" warnt vor Konzessionen an die Äraber, mit denen sie nie befriedigt, sondern zu neuen Ansprüchen und Gewalttaten angereizt würden. In einer Zuschrift an die „Times" lobt Mrs. D u g d a 1 e , die Nichte Lord Balfours, über alle Maßen die von den Juden in Palästina während der ganzen Zeit bewahrten Ruhe und Selbstbeherrschung. Neue Städtebauordnung in Palästina. Jerusalem, 18. Mai. Unter Aufhebung der bisherigen aus den Jahren 1921 bis 1929 stammenden Vorschriften über die Städtebauordnung hat die Palästinaregierung eine neue Town Plarming Ordinance 1936 erlassen, die die Grundsätze des Städtebauwesens für ganz Palästina regelt. Die Verordnung tritt nach einer weiteren Bekanntmachung durch den High Commissioner alsbald in Kraft. Der High Commissioner hat auf Grund der palästinensischen Hafenordnung eine Bekanntmachung erlassen, wonach die Gebühren für die Benutzung elektrischer Kräne im Hafen von Jaffa rückwirkend ab 1. Januar 1936 auf 350 Müs für die erste angefangene und auf 175 Müs für jede weitere angefangene Stunde festgesetzt werden. Die Paiästinaregierung veröffentlicht den Entwurf einer Customs Duties Ordinance 1936, durch In unserem Verlage erschien: D^inis DAS LIGHT DER EWIGKEIT Einführung in das WeUbild der jüdischen Überlieferung uon Rabbiner Dr. 6lie Münk in Rnsbach mit Geleitworten der Herren Rabb. Dr. P, Kohn, Rnsbadi und Dr. R. Klein, Tlürnberg 252 Seiten brosch. Mk. 4.- Leinwandband Mk. 5.— In fünf Kapiteln: Die Welt / 6'tt/Der Mensch /Israel /Die Thora / wird in dieser ebenso tiefschürfenden wie ergreifenden Darstetlung ein üollständiges Weltbild des Judentums entrollt. Dieses kunstvoll aufgebaute WeUbild wird aus dem unerschöpflichen 6edanhenschat} geformt, der in der klassischen Citeratur der ältesten jüdischen Ueberlieferung, der Kabbala, oerborgen 'liegt Zum ersten Wal erfahrt diese Literatur im deutschen Sprachkreis eine ihrer würdige Bearbeitung, die zugleich ihre ewig zeitgemäßen Werte offenbart, ihre uon logischer Klarheit beherrschte Weltdeutung und ihre so unendlich trostreiche und unendlich gefühlsinnige £ebensauffassung. Rlle weltanschaulichen Tragen und Probleme, die Herz und Verstand des Menschen bewegen, werden unter diesem „Eichte der Ewigkeit" einer ganz neuartigen Cösuug zugeführt, und aus dieser grandiosen Perspektive wächst schließlich das ßebäude des Judentums in lichtuoller Erhabenheit heruor. Für all' diejenigen, die sich in unserer haltlos gewordenen Zeit nach einem neuen Zugang zum Judentum oder nach einer üertiefung in seine Weltanschauung und seine religiöse Praxis sehnen, bedeutet dieses Buch geradezu eine Offenbarung. Es wird in einer trüben und sorgenvollen Periode der jüdischen Geschichte Dielen zum wahren Führer und Tröster werden. Zu beziehen durch Alle besseren Buchhandlungen wie auch direkl vom Verlage VERLAG DES ISRAELIT UND HERMON G.M.B.H., Frankfurt am Main, ScniilzenstraOe 12 Poslscheckkonlo 19802,

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