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Der Israelit · 1936-05-07 · Heft 19 (7.5.1936) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 19 (7.5.1936)
Date
1936-05-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr, 19__ ernstlich verwundet. Dr. Feldberg erlag am Donnerstag seinen Verletzungen und wurde am Freitag in Haifa unter gewaltiger Beteiligung zu Grabe getragen. Äuch am Samstag Morgen traten im Hafen zu Haifa die Arbeiter, mit wenigen Ausnahmen, ihre Arbeit an. Dem gegenüber weiß „Haarcz" zu berichten, daß alle Juden, die bei öffentlichen Arbeiten in Jaffa beschäftigt wären, plötzlich und ohne Grundangabe entlassen wurden. Es befinden sich unter ihnen auch Arbeiter und Beamte mit langen Dienstjahren. Diese Entlassungen zu dieser Stunde bilden, abgesehen von dem wirtschaftlichen Ruin jüdischer Menschen, eine gefährliche Konzession an die Araber. Tel Awiw, 2. Mai. In Chedera richtete eine Brandlegung am großen Lagerhaus der jüdischen C i - tTusexportgesellschaft einen Schaden von mindestens 10000 Pfund an. Daß die Feuerwehr nicht rechtzeitig eingriff, obwohl das Lagerhaus ganz in der Nähe der Eisenbahnstation liegt, und daß auch hinterher keine Verhaftungen vorgenommen wurden, wirkt ungeheuer deprimierend. Anläßlich dieses größten aller bisherigen Brände verlangte die jüdische Abordnung von den Distriktsbehörden, daß die arabischen Dörfer, die nachgewiesenermaßen an Ueberfällen und Brand* Stiftungen beteiligt waren, mit empfindlichen Kollektivstrafen belegt werden. Strenge Maßnahmen wurden auch von der Tel Awiwer Stadtverwaltung und dem Tel Awiwer Rabbinate verlangt. Damit verbunden wird auch kategorisch der Bau eines Hafens in Tel Awiw gefordert. Entschließungen der Regierung in dieser Sache wurden bis jetzt nicht bekannt. Der jüdische Chauffeur Elieser W i c k e n s t e i n, ein 26-jähriger verheirateter Mann, der aus Ungarn stammt, wurde am Donnerstag, als er sich mit einem Lastwagen auf dem Wege nach Jerusalem befand, getötet. Der Lastwagen selbst wurde in Brand gesteckt und vollkommen vernichtet. Der Begleiter Wickensteins, flron Levy, wurde schwer verwundet. Die Beerdigung Wick^nsteins am Freitag in Jerusalem verlief ohne Zwischenfälle. Levy berichtet, " daß ein mit Arabern besetztes Auto den Wagen Wickensteins planmäßig zur Seite warf, sodaß der Wagen sofort Feuer fing und Wickenstein bei lebendigem Leibe verbrannte. Dieser Fall Wickenstein, eine der letzten krassesten Gewalttaten, gibt der hebräischen Presse Anlaß zur Klage, daß es fast in keinem Falle von Mord und Brandschatzung der Polizei gelingt, den Tätern auf die Spur zu kommen. Jerusalem, 2. Mai. Die Histadruth Haowdim, die palästinensische Arbeitergewerkschaft, erläßt einen Aufruf, in dem gesagt wird, daß der Jischuw sich heute unter einer Herrschaft von Terror und Brandstiftung befinde. Die Arbeiterschaft wird aufgefordert, öffentlich gegen diesen Zustand zu protestieren und von den Behörden kategorisch zu verlangen, daß diesem Zustande ein Ende gemacht werde. Die Ägudas Jisroel in Jerusalem, wie auch Waad Leumi legten Protest ein gegen den Bürgermeister in Jerusalem, Dr. Khaliki, der als Führer des arabischen Streikkomitees in Jerusalem gilt. Die Verbände fordern, daß der genannte Bürgermeister entweder - von seinem Amte zurücktrete oder aus dem Streikkomitee ausscheide. Die arabischen Forderungen konzentrieren sich auf den einen Punkt: Totales Einwanderungsverbot. Eher wollen sie den Streik nicht abbrechen und wenn sie selber dabei zu Grunde gingen. In einem vom arabischen Nationalkomitee dem High Commissioner überreichten U1timatum wird erklärt, daß sich die Araber auf Verhandlungen nicht einlassen und auch den Streik nicht eher abzubrechen gedenken, als bis ihre Kardinalfbrderungen erfüllt werden. Neubau von 1000 Häusern im Südbezirk von Tel Awiw beschlossen« Tel Awiw, 28. April. In Tel Awiw fand eine Konferenz von Vertretern Der Israelit__ der aus Jaffa geflüchteten Juden, der Stadtverwaltung von Tel Awiw sowie jüdischer Organisationen statt. Von der Jewish Ägency und dem Waäd Leumi nahmen Miß Herietta S z o 1 d , Elieser Kaplan und Elijahu Berligne tei. Es wurde beschlossen, mit dem Bau von 1000 Häusern im Süddistrikt von Tel Awiw zu beginnen und zu diesem Zwecke ein2 Aktion zur Aufbringung eines Fonds von einer T&iÜion Dollar einzuleiten. Die Häuser sollen für die Juden bestimmt sein, die in den von Juden und Arabern bewohnten Vierteln von Jaffa leben, und die am meisten unter den Unruhen in den vergangenen Wochen gelitten haben. Der mit diesem Plan eingeleitete Umzug jüdischer Menschen aus Jaffa nach Tel Awiw wird durch Meldungen über eine zunehmende Konzentration jüdischer Geschäftshäuser in Tel Awiw ergänzt. So hat die jüdische Firma Dizengoff u. Co. beschlossen, ihre Geschäfts- und Lagerräume von Jaffa nach Tel Awiw zu verlegen, nachdem in der vergangenen Woche die Speicher der Firma von Arabern ausgeräumt worden sind. Der Stadtrat von Tel Awiw hat an die Einwohner von Tel Awiw den Appell gerichtet, von einer Erhöhung der Lebensmittelpreise abzusehen. Es sei kein Grund dafür vorhanden, daß befürchtet werde, die Lebensmittel würden in Tel Awiw knapp werden. Eine Erhöhung' der Preise sei deshalb nicht gerechtfertigt. Für gewisse Nahrungsmittel wurden von der Stadtverwaltung Richtpreise festgesetzt, um einer Spekulation vorzubeugen. Meir Dizengoff und die Araberfrage. Tel Äwiw, 28. April. Auf der Sitzung der Stadtverwaltung von Tel Awiw dementierte Bürgermeister Dizengoff die Behauptung, er habe die gesamte arabische Nation als „Wilde" bezeichnet. Es sei wahr, daß er diejenigen, die unschuldige und friedliche Juden getötet hätten, als Wilde bezeichnet habe. Aber wo, so fragte er, seien die edlen Araber gewesen?- Warum haben sie nicht die Massen beruhigt und warum haben sie nicht die Ehre der arabischen Nation gerettet? „Ich lebe hier", so erklärte Bürgermeister Dizengoff weiter, „vierzig Jahre lang, und ich habe immer versucht und versuche es noch, friedlich zu leben. Ich träume noch immer davon, daß es möglich ist, mit dem arabischen Volke zu einer Verständigung zu kommen. Wenn dies bisher noch nicht erreicht worden ist, so äst dies nicht meine Schuld." Bürgermeister Dizengoff erinnerte daran, was die Stadt Tel Awiw für Nablus während des Erdbebens getan habe' und was die Jüdische Bevöl- __ 7, Mai 1936 kerung für Hebron und Safed geleistet habe. (iUnser Ziel", so sagte er schließlich, „ist es immer gewesen, mit den Arabern in Frieden zu leben." In der Sitzung wurde beschlossen, die Forderung, daß die Regierung einen besonderen Hafen für Tel Äwiw bauen sollte, zu unterstützen. Äuch wurde eine Entschließung angenommen, in der verlangt wird, daß Tel Äwiw in Zukunft nicht mehr von den Regierungsbehörden in Jaffa abhängig sei. Eine Abordnung des Stadtrates von Tel Äwiw, bestehend aus den Stadträten Dov Hoz und Idelson, sprach bei High Commissioner Sir Arthur Wauchope vor und unterbreitete ihm die Beschlüsse der Stadtverwaltung. Sie forderte weiter Sicherheitsmaßnahmen für Transporte aus dem Hafen von Jaffa nach Tel Äwiw anläßlich der Levante- Messe. Rabbi Aba Jakob Borochow gestorben. Jerusalem, 1. Mai. Im Älter von 88 Jahren starb in Jerusalem Rabbi Äba Jakob Hakohen Borochow, eine hervorragende rabbinische Autorität und Schüler des berühmten Schklower Rabbi Joschua Leib Diskin. Rabbi Borochow war Leiter der Jeschiwa von Wolkowisk bei Grodno, die von 2300 Talmud- Schülern besucht war. Er verfaßte mehrere rabbinische Werke. . Amerika. Der Joint und die Sammlungen für Palästina, New York, 28. April. Das American Joint Distribution Commitee veröffentlicht eine von Felix M.Warburg, Paul Baerwald, Gouverneur Herbert H. Lehmann und James N. Rosenberg unterzeichnete Erklärung, in der es heißt, daß der Joint bereits 700 000 Dollar für Palästina ausgegeben habe und in diesem Jahre fast untragbare Lasten auf sich habe, sodaß er Gelder für Palästina nicht anweisen könne. Hauptsächlichste Aufgabe des Joint sei es, den Juden in Deutschland und Polen sowie den Juden anderer Länder zu helfen. Die Erklärung unterstreicht sodann das Interesse, das das Joint Distribution Commitee an Palästina habe, bringt aber zum Ausdruck, daß der United Palestine Appeal, die Hadassa und andere Organisationen bereits für Palästina Gelder sammeln. y//M///s///////////y/^^^^ I I In unserem Verlage erschien: Tlucbt in die fieimat Ein Dokumenl der Zeil von S. SCHACHNOWITZ Preis broscl*. Jl 2.__, geb. jK 3__ Das Buch, 265 Seiten ftark, ift ein Dokument der Zeit uon ergreifender Realität. Ein junger jüdifcher Menfch aus einer areligiöfen, am Judentum uöllig desintereffierten Familie loirduom Sturm der Zeit erfaßt und auf jüdifchen Heimatboden gefegt; Mit der Wacht der Jugend und der Überzeugung reift er am Ende auch die Eltern und feine ganze Umgebung mit zur jüdifchen1 Höhe. Jn ungemein anschaulichen Bildern entrollt fich uor dem Rüge das Ceberi der Hachfcharah, das!(heue Werden in Crez Jsrael, die entiüichlung der erften orthodoxen Kibbüzim. Jüdirches Cebeh örtlicher Und ioetlicher Obferuanz kommen, uon aufjen geftbfjen, fich näher und finden fich uollends auf dem'heiligen üäterboden, der zur Heimat der Jungen geworden ift.

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