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Der Israelit · 1936-04-23 · Heft 17 (23.4.1936) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 17 (23.4.1936)
Date
1936-04-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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dt 23:r&pril j936 , .. . ., rsichtbaifcen, aber doch autoritären! Leitung des Haus- ,jherrnr;.&Ls eine Familie. Die gemeinsamen Sederäbende,-.-wenden unvergeßlich bleiben. -Alle acht Festtage * standen sozusagen unter, dem Erädracke [dieser Se derveranst altungen. Es war «in „Weiterbauen" des sich an den Festabenden „Erbauten". Der im Hause herrschende;Geist -zwingt taliLe in seinen Bann, ' Der HaschkamähgHtesdieinist, . der . an den? Festtagen dem Frühstück voranging, das gemeinsam« Minjanberisöhen> das dlas Festmahl abschloß, der geistige Austauisch in der Halle und auf den Spaziergängen -4all dieses zeugte von der sicheren ■ Hand-des Mannes, der sein Hau® -tm. einer Heilstätte füre]i5n fiKlöh Vfäxit' zu machen weiß. Schicksalsschläge blieben diesem. Arzt und Menschenfreund nicht erspart. Ein Sohn in blühendem Alter/der sich im Aerztestand schon einen Namen erworben hatte und Großes versprach, mußte, ein Opfer seines Berufes, durch eine Infektion sein junges Leben lassen. Vor wenigen Jahren wurde ihm »die Gattin, die treue Mitgängerin seines Lebens, von der Seite igerissen. Herr Dr. Romenthal trug es mit dem G'ttvertrauen eines Jehudi, der aus jüdischen Urquellen schöpft, mit der Kraft eines Menschen, der im Dienste jder Menschheit Trost und Genugtuung sucht und findet. Zusammen mit dem jüngsten ( Sohne führt er da® Haus weiter, das vielen Heil- und Heilungssuchendem: jahrein; -jahraus Segensquelle wird. Wir wünschen dem Jubilar, daß ihm gegönnt sei,, 'ein neues. Aufblühen seines. Hauses zu erleben und sich noch lange Jahre der rüstigen Arbeitskraft zu erfreuen.- "Wim. jn ns» 19 „Nachlath Zwi". Die Nummer' der Zeitschrift für Januar, Februar, März zeichnet sich durch gewohnt reiche Fülle und hohes Niveau aus. An leitender Stelle weist Dr. Isaac Breuer mit der ihm eigenen Schärfe der Logik und glänzenden Dialektik nach, wie heute, nach hundert Jahren, die „Neunzehn Briefe" noch so aktuell sind,, wie am ersten Tage. Aus . dem Nachlaß von Rabb, Dr. Raphael Breuer V"st. kommt, gerade recht zu ihrem 50. Jubiläum, ein Aufsatz über die geschichtliche Aufgabe der Freien V e r-i einigung zum Abdruck. Ein Eingeweihter und Berufener, referiert Direktor Dr. M. Elias über die jüdische Schule in der heutigen Zeit. Weitere Artikel, unter ihnen eine würdige Ju-b iläumseri n n e r u n g von P. K. zu Ehren der Freien Vereinigung, schließen sich an. Rabb. .Dr. Elie Münk, Ansbach, schreibt noch Einiges zur Klärung .seines Standpunktes in seinem Buche „Das Licht der Ewigkeit" (Hermon-Verlag, Frankfurt a. M.) Einen erschöpfenden Aufsatz über die rechtliche Stellung der jüdischen Frau liefert Oberrabbiner T. Lewenstein, Zürich. Dem Andenken von Rabb. Dr. Ritter ist ein Artikel von Rabb. B. Cohen gewidmet. Rabb. Dr. B r e s 1 a u e r setzt seine Artikelserie über die Geschichte des G ' 11 e ss t aat es und Dr. Simon Gut seine Betrachtung über Religionsverbrechen nach jüdischem Recht fort. Die Frage der sephardischen Sprechweise beim Gebete wird wieder in Erklärung und Gegenerklärung erörtert. Das Heft schließt mit einer Besprechung und Würdigung des Schachnowitz'schen Buches „Flucht in die Heimat". Die Lektüre des Heftes bietet eine Fülle von Anregungen und bereichert unser Wissen um die ewigen wie laufenden jüdischen Dinge ganz beträchtlich. Kmderecke. Das Mä nischtano des Prinzen. Der nachmalige englische König Georg V. wurde als junger Prinz bei einem Besuch Palästinas im Jahre 1882 auch mit dem sephardischen Rabbiner Mayer Paniezer bekannt. Sein Besuch fand gerade am Vorabend des Pessach statt, und so. lud ihn der Rabbiner zürn Sederabend ein. Der Prinz nahm die Einladung an und erschien mit seiner Begleitung am Sederabend beim Rabbiner. Rabbiner Paniezer saß in prachtvollem, weißen Kittel beim herrlich hergerichteten Festtisch. Zu seinen beiden Seiten saßen der Prinz und seine Begleitung. Die Zeremonie des Sederabends machte einen tiefen Eindruck auf den Prinzen, der sich nach der Bedeutung1:des Abends und der vorgetragenenGebete erkundigte. Der Rabbiner 'übersetzte ahm die Haggada auf Englisch. Der Pirnz hörte gespannt die Geschichte des , Auszuges der Kinder Israel aus Aegypten!,aii, steifte mariöhe Fragen und. fragte, so recht eigentlich die" „Manischtano". Dem Prinzen behagte das patriarchalische Milieu so gut, daß er Pe r: I s -ra e U t ■-• gern auch die Einladung zum Festmahl annahm und,- sich Mazzo und'Moraiur gut schmecken Heß. ,>Nie wird die Erinnerung an diesen prachtvollen Abend aus meinem Gedenken entschwinden," sagtet der Prinz beim . Abschied. . / { ~ OTWn^K .. ^TOttjusn 'fü'»'^;?'»^ Vsnasa jisa nsbw jüpn'apsr»?nm3 n'n nos W>a non sin nnyi 'Vni^src ns nas? ip'n vas - "nanwa na" *risw ^b las vas ^y* sV *?as ♦ •'inoaa aaw . loiaa ninw^ na 'S"»aan ln'Vs sia* ntn nV^a ♦ ♦ oian ,tb» at? 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Ein stiller, unverdrossener, auch durch mancherlei sachliche und unsachliche Widerstände nicht abgeschreckter Arbeiter, der, abhold jeder geräuschvollen Selbstinszenierung, ungemein viel des Positiven, sowohl für das äußere Ansehen wie für. die innere Festigung der Gemeinde geleistet hat, ein Mann, dessen stiller Haltung man die planvolle Tatkraft nicht ansieht, mit der er sein :Werk Zug tun Zug vollbringt, hat Jonas Wolf seine Aufgaben in einer Weise gelöst, die den Kenner rasch und gründlich überzeugt. Ein seltenes, besonders inniges Verhältnis des Vertrauens besteht zwischen ihm und jeder Familie in der Gemeinde. Mit diesem Vertrauen, das sich' in guten und bösen Tagen gleichbleibend erweist, ist sicherlich nur ein geringer Teil der Bedeutung. Jonas Wolfs für die Gemeinde gestreift, aber es mag zu den Feststellungen gehören, die den Mann nicht weniger zieren als andere allgemein gültigere. Einzelne seiner Leistungen für die Gemeinde -in diesen Zeilen besonders hervorzuheben, würde seinem Wesen so wenig, entsprechen, da er jede Aufgabe für. die Gemeinde mit gleicher Intensität behandelt,' daß wir es uns hier versagen müssen. Das Rabbiniat. hat ihn durch die vor kurzem erfolgte Verleihung der Morenu. geehrt. In seiner Schabbos Hagodaul-Predigt hat Herr - Rabbiner Dr. Carlebach die Verdienste des Jubilars gewürdigt. Die Verwaltung der Gemeinde 'hat in der Wohnung von Herrn Jonas Wolf am zweiten Tag Pessach in feierlicher Sitzung den Gefühlen de® Dankes'• Ausdruck gegeben, welche die ganze Gemeinde erfüllen. In- «einer Bescheidenheit hat Herr Jonas Wolf diese. Anerkennung, von sich ab'gewandt und auf die Beamten der Gemeinde und seihe Mitarbeiter übertragen.: Wir würischen Herrn Jonas " Wolf, daß -es 'mm< <noch" lange Jähre vergönnt sein, möge,! im Kreise-.seiner Angehörigen :für die. Gemeinde zum Segen des Klal zu wirken. \ - - -••----..r.- Nr. 17 'Seite 13 Köln, 15. April. Zum Nachfolger des nach Leipzig berufenen Königsberger Gemeinderabbiner« Dr. Ochs Svurde Rabbiner Jösef Dünner aus Köln gewählt; 'Der neue Rabbiner hat 1932 an der Jawne die Reifeprüfung bestanden und zuletzt am Berliner Rabbinerseminar studiert,-.wo er das Rabbiner-Diplom erhalten, hat. Er zäihlt erst 23 Jahre und dürfte somit der jüngste Rabbiner aller Gemeinden im Reiche sein. Aus der Kölner Familie Dünner sind verschiedene Rabbiner hervorgegangen, von denen der verewigte Amsterdamer Oberrabbiner der bekanntesten gewesen ist. Ein Onkel von Rabbiner Dünner ist Rabbiner in Köln. Emden (Ostfriesl.), 21. April. In seltener körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische feiert am 28. April Herr Samuel Hartogsohn, über den hei-, matlichen Bezirk hinaus bekannt und in allen Schichten der Bevölkerung sich großer Wertschätzung erfreuend, seinen 80. Geburtstag. Herr Hartogsohn hat in seinem wechselreichen Leben, das nicht immer von Sonnenschein umgeben war, das traditionelle Judentum gefördert und versah und versieht das Amt eines Vizeparneß in der alten ruhmreichen Kehilloh Emden. Mögen dem Jubilar noch viele Jahre in Gesundheit und Zufriedenheit beschieden sein.' Emden (Ostflies!.}, 15. April. Am zweiten Tage Pessach beging Herr Hermann Hartogsohn seinen 60. Geburtstag. Gelegentlich seiner Predigt am ersten Festtage feierte Herr Rabbiner Dr. S. Blum den Jubilar, der seit 25 Jahren u. a. Mitglied des Repräsentantenkollegiums und seit längerem ihr Vorsitzender ist. Herr Dr. Blum hob besonders das starke G'ttvertrauen hervor, das, gepaart mit Friedensliebe, Sachlichkeit »und klaren Sinn für die Notwendigkeiten des Tages, Herrn Hartogsohn zu eigen ist. Trotz starker beruflicher Inanspruchnahme und familiärer Verpflichtungen hat Hermann Hartogsohn sich stets mit Liebe und ganzem Interesse den Aufgaben der jüdischen Gesamtheit zur Verfügung gestellt, wie er auch mit seinen fünf andern Brüdern im Kriege bis zum letzten Augenblick mit aller Selbstverständlichkeit seine Pflicht erfüllte. Mögen Herrn Hartogsohn noch Jahrzehnte kraftvoller Mitarbeit an der Lösung der Gesamtheitsaufgaben gegeben sein! j"5naj? Vermischtes- Eine Kündigungswiderrufsklage vor dem Berliner *" Arbeitsgericht. Berlin, 9. April. Wie der Zeitschrift ,/Das Grundeigentum" S. 348 zu -entnehmen ist, hat das Berliner Arbeitsgericht in einem Rechtsstreit über den Widerruf einer Kündigung den Grundsatz ausgesprochen, daß Behördenangestellte nicht bei Juden in Untermiete wohnen sollen. Der Klägerin, die bei einer Bezirksverwaltung angestellt war, war fristgerecht gekündigt worden. Sie verlangte Rücknahme der Kündigung wegen unbilliger Härte. Das Gericht wies die Klage auf Widerruf der Kündigung ab und erklärte, die Klägerin habe durch ihr eigenes Verschulden ihre Stellung eingebüßt. Sie habe dienstlich mit Volksgenossen außerhalb der Behörde zu tun gehabt. Bei dieser Sachlage hätte sie die Pflicht gehabt, die Grundsätze des nationalsozialistischen Staates zu achten und ihr Verhalten danach einzurichten. Zu den sich daraus ergebenden Pflichten gehöre es auch, daß sie nähere Bindungen zu jüdischen Personen löste. Die Volksgenossen, die sie auf Grund ihres Amtes zu betreuen hatte, würden kein Verständnis dafür aufbringen, daß eine im Auftrage der Behörde tätige Prüferin bei Juden in Untermiete wohnt. Wenn auch eine ausdrückliche Bestimmung gegen das Wohnen bei Juden für Behördenangestellte '«nicht bestehe, so habe die Klägerin doch durch ihr Verhalten gezeigt, daß sie sich mit nationalsozialistischen Grundsätzen nicht vertraut gemacht habe. Der beklagten Behörde könne nicht zugemutet werden, die Kündigung zu widerrufen. Mannheim, 14. April. Die Israelitische Kultusgemeinde in Ludwigs ha fen am Rhein zählte i. J. 1925 noch rund 1400 Mitglieder. Bei der Volkszählung am 16. Juni 1933 wies sie nur noch 1120 Mitglieder auf. Der stetige Rückgang der Gemeinde als einer jüdischen Großgemeinde in der Pfalz kommt weiterhin darin zum Ausdruck, daß am 31. März 1936 nur noch 839 Mitglieder der Gemeinde vorhanden waren. Die Jüdische Winterhilfe betreute 233 Gemeindemitglieder, oder 27 v. H. der gesamten in Ludwigshafen wohnenden Juden. Bonn, 17. April. Auf Veranlassung des Preußischen Landesverbandes fand eine Lehrertagung in Bonn vom 30. März bis 1. April statt, an der ca. 90 Damen und Herren teilnahmen. Sehr interessant waren vor allem die Berichte der Herren Groß - mann und Hammers-tein, über die vor ca. zwei Jahren gegründete Volksschule, die sich von einer Versuchsschule zu einer Musterschule zu entwickeln scheint. Das von den Schülern am Montag Abend aufgeführte Theaterstück „Antiochus Epiphänes" scheint diese Annahme zu bestätigen. Weitere Referate hielten u. a. die Herren Dr. H. Stern über Geschichtsunterricht und Dr. Kurt Herz über „Der

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