Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1936)
- Date
- 1936-04-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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'■^^^^ss^^s^^fT Susp ^ClglRgMKfq-riPtj&t ZZg^&'-'-Ztll^'r 3t 17. lApwl 1936 JQLe.-tti- ■ Iz&Jt a .e, 1 irt-i^i Nr. 16 Seite '7 Fast 30.000 Kinder, werden in polnisch-jüdischen Schulen unterhalten. . ...} .W ars c.h aru,;^2,.,ApriL,,i Der Verband .'der Gesellschaften für Kinderschutz „Zentos" hat zum 1. April eine Umfrage veranstaltet, wieviel Kinder in Polen den Schutz des Verbandes genießen und von ihm betreut werden. Es wurde festgestellt, daß auf 282 Anstalten aller Art 27.693 Kinder; vom; Verband' unterhalten we'rden. Der Verband hat eine .Sammelaktion unternommen, um die Hilfstätigkeit für jüdische Kinder zu vergrößern. England. Eine Ehrung Bernhard Kahns in London. London, 12. April. Ein ansehnliches Auditorium folgte am Dienstag abend der Einladung des Londoner Verbandes d er j ü d i s c h en : H i 1 f s o r g a n i s ä t i o n e n zu einer Ehrung von Dr. Bernhard K a h h, dem Vorsitzenden der europäischen Exekutive des Joint, aus Anlaß seines 60, Geburtstages. Der Abend wuchs sich durch die trefflichen Reden auch zu einer Kundgebung -für die notleidenden Juden in der Welt aus. Dr. J o'c h e 1 marin als Vorsitzender " begrüßte in seiner Eröffnungsrede den Jubilar mit dem 'Hinweis auf die von Kahn geleistete Riesenarbeit und die Beteiligung von- Amerika und England an den Hilfeleistungen des Joint. Im Namen des Bo ardof Deputies schildert Mister Neville Laski den ^Gast als großen Staatsmann. Es sei unumstößlich notwendig, daß alle Hilfsorganisationen, die für 'die polnischen Juden arbeiten, sich vereinigen. Die Lage im Osten erheische gebieterisch eine Vereinigung aüf der gesamten Abwehrfront;. . -i.. - :.' ' ' ■ Nach ihm {begrüßte?. Nachtim-Sb k ö 1 o -w den großen Phdlantropen; und Organisator Bernhard Kahn. Man spreche, nicht bloß von Osteuropa, denn die jüdische Not umfasse.längst auch ■Zentraleuropa; Darum sei es nötig, daß die Arbeit über Polen hinaus, auch.die:.anderen Länder--derjiNot umfas&£~. Eine B evorzugung der, deuts chen Jude«: zu Ungunsten; der östlichen auf Grund alter Vorurteile dürfe nicht vorkommen. Mit einzelnen Interventionen sei es nicht getan, sondern man müsse eine umfassende Aufklärung der Völker durch Wort und Schrift betreiben.: Die "kleine Philantropie, die auch sehr wichtig sei, müsse durch g r ö ß e P r o p arga nda)/(. abgelöst werden. /; :;:;/;; ';;:;ik;in!(M1 , ■■■, Darauf begrüßte -Jacob R p s en h, e i m im Namen <■ .. .....I i;. -Ii' - :\, Uli» * ' der Agudäs Jisroel-Welt'organisatioiii Herrn Bernhard,; Kahn und dankie>. .ihm^insbesonujere für .das_warme Interesse und die Unterstützung, die er auch den r e rigi ö sei instituiionen und Schulen .angedeihen., Heß:/. Entgegen' 'den" Äusfüjvrungen Sokoipws,. .daß heute-'nur eihe^großängelegte Propai^an;datätigkeit gel- , ten*könhe, 'weist Herr Kosehheam., nach, daß ,.die; r+c . ./■ -. (jj *V"* **; Vi" r?J»-" ^""ji 7 f* r'-.'' ii.HH'*- ^i.;^»*» zwahiäg Jahre laiig ununterbrochen geführte Verteidie von anderen jüdischen Hilfsorganisationen unter-! nommen werden, reichen nicht? aus.. Täusende armer Juden^kämen -zu dem Gemeindehaus und baten um; Unterstützung.'; Es spielten' Sich dabei her2£erreißendei Szenen? ab.: •- ' - ' 1!" ■■<■ -■ •'• ■■ " ' Nachdem sich'die jüdis^e G^hieiindeÄin Posen für außerstande erklärt ha^> 'Infolge' des Sch^ehfoerbots; und augemeirier finanzieller' ScnwiengSeiten in" die-! sein Jahr-ohne auswärtige "Hilfe die'"Pessachspeisung; der 600 jüdischer/ Soldaten der Pc-sener 'Garnison diirchsftrfülireff> * Ihah'eh auch' die'' rlabbioer von Bromberg und Gräudenz entsprechende Aufrufe ergehen lassen."Trotz ihres bestenWillens^ so heißt es in dem Aufruf, haben die Gemeinden auch nicht die ent-« fernte Möglichkeit, angesichts ihrer schlechten finanziellen Lage Küchen für 'die Soldaten einzurichten und ihnen Mazzot zur Verfügung zu stellen. Es sei die PfÜcht der Eltern und Angehörigen der Soldaten, den Rabbinern Mazzot und Geldbeträge für die Speisung der Soldaten einzusenden. {Die Aufrufe brachten den gewünschten Erfolg. Red.|)i. Entsprechend der ppjtaischen Wirtschaftspolitik r sind von den Behörden Maßnahmen getroffen wor- . den, damit der .zu den Feiertagen* zu erwartende ' Mehrverbrauch an Lebensmitteln durch die jüdische Bevölkerung in Warschau nicht zu Preissteigerungen führt. : . ,.. ,• -HC igsaktion für die j ü d i s c h e S .e h e c h i t a > ob- ~V-■• . •.. : ' <t; ■ '~ ■ ~ "wonl sie von Gutachten großer wissencshaftlioher - ■ <f±' < V''.- L- 'T* 'f * J i 1'^. ' -V '■ v'-'V- ■■ * : ^utoritäten unterstützt warr in manchen Ländern ein '^'ciicftvefBot nicht'verhindern konnte, Herr Rosenheim kommt dann auch auf den Jüdischen iZWn g'r; e^'ß: zu ispr;ecfien. ' Die' großen ^jüdischen Orri}0atSa&bBiiM--*wie'-rcÄ^JJaiäit,' iBoatd of Deputies und 5--,. y.ohr^rn^.^locnÜ :r.*h ' ' ■ ' Die Wochel Hannover« Bei der Gartenbauschule. in Ali 1 em wurde eine Mädchenabteilung eröffnet. Nürnberg. Das Amtsgericht hat einen Strafbefehl auf sechs Wochen Haft gegen einen jüdischen Viehhändler aus Hüttenbach bestätigt, der in seiner Kleidung Teile der SA-Uniform aufwies. Zür rieh. Im Alter von 90 Jahren starb Prof. Dr. Alfred Stern, der 50 Jahre an der Technischen H o chs c hu 1 e. in Zürich gewirkt hat. Warschau. Der bekannte Historiker Prof.. Baj ab an wurde, zum Professor der Universität .Warschau ernannt. Im Mönat; März wurden 2225 Pälästinawanderer aus Polen" hier abgefertigt. Lodz. Das .Bezirks-gericht , rverurteilte 24 . Burschen wegen der Bombenanschläge gegen jüdische Häuser -zu ' Gefönghissträfen von einem bis : vier [Jahren. Kowno. Drei Juden wurden vom Staatspräsidenten -, wegen -ihrer Verdienste, im litauischen j.Unabhängigkeitsr kämpfe mit h <o" ii e n Orden .ausgezeichnet., Die drei Juden gehörten zu den Mitbegründern der ensten^Litauischen Miliz im Jahre1- 1918.. Belgrad; Zu einem dieser Tage stattgefundenen Kongreß des Verbandes jüdischer Gemeinden Jugoslav i e n s entsandten der K ö n i g und das Kultusministerium ihre Vertreter. Bukarest. Die V e r e i n g u n g d e rr u m ä n i s c h e,n Mi t lt e 1 s cit.ul 1 e"h r e r faßte einen .Beschluß, auf gute Beziehungen zu den'Minderheiten hinzuarbeiten. London. Kanadische Juden spendeten 4000 Pfund für den König Georg-Wald in Palästina. . Saloniki. Das .Verbot des Neuhe^ bräischunterrichts in Griechenland wurde auf Bemühung von - jüdischer Seite wieder aufgehoben. / Istambul. Die neue Radi ostation von Jerusalem wird in.der; Türkei deutlich 'gehört. Wie die türkische Presse berichtet, finden die Sendungen bei den türkischen Juden großes Interesse. Die Juden versammeln sich in Häusern, wo Empfangsgeräte vorhanden, sind.i um die Sendungen in hebräischer Sprache zu verfolgen. Riga. Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung wohnen - in Lettland 93.479 Juden. Der jüdische Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 4,7 Proz. Sofia. Nach der letzten Volkszählung gibt es in der Hauptstadt Sofia unter 285 000 Einwohnern 26 000 Juden. Stockholm. Der Professor an der Universität in Upsala, Robert B a r a n i, Träger des Nobelpreises für Medizin, ist am 8. April plötzlich im Alter von 60 Jahren gestorben. Jerusalem. Der High Commissioner empfing eine Delegation jüdischer Frontsoldaten, mit der er die AnsiedLung von Frontkämpfern in der Kolonie A w i c h a j i l und die Erweiterung dieser Kolonie eingehend besprach. Führer der Delegation war Mosche iSmilianski. -—. ' Da® Rechnungsjahr 1935/36 . schließt..'die ,,Pal§stinareg|e«ttng mit einem Ueberschuß von, zwei JV^ijlionen Pfund ab,, •. -^-'Beä1 Jericho' haften' Piahtagenarbeiter bei Grabungen alte Synagogenmosaike gefun-" den, die nach Aussage-von Sachverständigen auf 500 Jahre v. d. ..übl. Ztr. zurückweisen. — In R i S'ö^ö n e ' Z i o hyfand iflurch James de-R o.t/h s. c h i-1 d die Grundsteinlegung des Roths c.h i.l d m u s e u\m s statt... — „ 'Nach 'neuesten Aufnahmen waren zu Anfang April 335 000 Juden in Palästina ansässig. Tel Awiw, Die M u f t i - P a r t e i hat beschlossen, die Levante-Messe in Tel Awiw zu b qykpttie ren., — > Sieben jüdische' Aerzte., wurden .zu kleinen Geldsträfeh" verurte'ilt,iT^weil sie mit Anzeigen in der hebräischen Presse ihre -Praxis''angemeldet, hatten,, bevor sie Tnooh. die Zulas- , sungsberechtigung haften; New York. Aus -Anlaß" deä'''rat^gfährigen Bestehens des Synagogenvereins ,iBne Scitaloni'* m Bf-ook--- lyn richtete Präsident Roosev.elt an die Synagogenverwaltung ein, .Gjriatulationssohreifte'nl — Mit den Dampfern „Berengaria" r, und' „Washuigtori" sind mehrere hunderte "jüdische Auswanderer -äiöä' Detrtsohland in " » t^e>r.;York .eingetroffen,: r:-;. i c i^Ü^^^^^^MlHbHHtfHM^^iiBAMH^taHi 0Agudas Jisroel nehmen eine nega ti ve Stellung zum .Kongreßgedanken. ein, während die jüdischen' Massen den Kongreß wünschen. Darum glaubt Redner, daß es wicbUg wäre, eine gemeinsame Plättform für beide Seiten) zu sadiffen, um: rechtzeitig'den1 Bruch, der sich jia} den, Beziehungen .zum Jüdischen Weltkongreß vorbereite, zu verhindern. ':"v;r Nach weiteren Reden wird die Versammlung mit herzlichen,. Daakesworten des Herrn Bernhard' Kahn geschlossen. ..;•>.• -.iSr Die „Einladung der Araber" im Unterhause. London, 12. April. Die Einladung der arabischen Delegation nach London beschäftigte das Unterhaus. Auf mehrfache Anfragen legte der Kolonienminister, t H. T h 6 m a s> die Beweggründe für diesen Schritt dar. Die Einseitigkeit der Einladung wird vom Minister damit bestritten, daß er erst vor zwei Wochen Gelegenheit nahm, eine j ü d i s c h e Abordnung über die schwebenden Fragen anzuhören. Weitere Schritte zur definitiven Einsetzung des Legislative Council sieden inzwischen nicht unternommen worden. Eine Erweiterung der Rechte der Stadtverwaltung in den Städten, Jerusalem, Tel Twiw, Haifa und Jaffa hänge nicht von dem geplanten Parlamente, sondern von der finanziellen Lage jener^Stadtgenieinden. ab. ' , Der König von England empfängt eine Abordnung britischer Juden. . . London, 12. April. Der K ö n i g v o n England, Eduard VIII., empfing eine Abordnung britischer Juden - ün Bückingham Palast, die ihm im: Rahmen eines größeren Empfanges von Abordnungen großer englischer Organisationen vorgestellt wurde. Der Deputation, die vom Präsidenten des Board of Deputies of British Jews, Neville Laski, geführt wurde, gehörten der Präsident der Anglo Jewish Association, Leonard Montefiore, sowie Sir Osmond dAvigdor Goldsmid, Lady Spielman, Sir Isidore Salmon und Lionel de Rothschild an. Lionel de Rothschild verlas im Auftrage der Abordnung eine Huldigungsadresse an den König. In ihr wird namens des Board of Deputies of British Jews als der gewählten repräsentativen Körperschaft der Juden des britischen Empire und im Namen* der Anglo Jewish Association dem König und den Mitgliedern der königlichen Familie die tiefgefühlte Sympathie der jüdischen Untertanen des Königs zu-dem schmerzlichen Verlust anläßlich des Todes von König Georg zum Ausdruck gebracht. „Die Juden des Vereinigten Königreiches und des gesamten Empire, so heißt es in der Adresse, sind zusammen mit den anderen Untertanen Eurer Majestät, von dem großen Unglück überwältigt, welches das britische Commonwealth of Nations ihres Souveräns und Freundes beraubt und die ganze Welt in Trauer versetzt hat." In der Adresse werden weiterhin dem König anläßlich seiner Thronbesteigung die Glückwünsche der britischen Juden ausgesprochen und dem König ver-'' sichert, daß die Ergebenheit. und Treue UÖiner jüdischen Untertanen ,iinmer bestehen., werde, ■t König Eduard antwortete■' in' allgemeinen 'Ausführungen auf die Huldigtogsadressen1 der' jüdischen und der anderen Abordnungen. Er tibergab ■sodann jeder Deputation-eine schriftliche Antwort. In der an die jüdische Delegation gerichteten,;Erwiderung heißt es: - „Ich bin erfreut, Ihre loyale und ehrerbietige Adresse zu empfangen, die die Sympathie meiner ■jüdischen Untertanen in allen Teilen des Empire zu dem. schmerzlichen Verlust zum. Ausdruck bringt, den ich durch - den- Tod ^meinete;:> lieben> Vaters erlitten habe. Ich danke Ihnen; für: Ihrei-große Wertschätzung der hohen Eigenschaften König Georgsr und für Ihre Anerkennung der Einfachheit, die all sein: Wirken Während der sorgenvollen und bewegten Jähre seiner ikegierung erfüllte^. ..Ich danke Ihnen auch-'für Ihre- Glückwünsche zu meiner ^Thronbesteigung und für $ire Versicherung einer unveränderten^(Ergebenheit, Ichi hoflej daß,,/Segen und .Glück mir bei Bewahrung des, Frieden® und .der F^mheaL und Wohlfahrt, meines Volkes beistehen werden."