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Der Israelit · 1936-04-17 · Heft 16 (17.4.1936) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 16 (17.4.1936)
Date
1936-04-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 16 Der Israelit T' ' ■-* ■■■•>■ t7. April ,193fr des-;-&e&rates .des bisherigen *I>ie»^(^e'ft-"-D^>^if«inT^' bandes unter dem neuen Namen „Die deutsche Dro gitstenschaft" statt, Nach der neuen Satzung der Deutschen Drogistenschaft, idie auf der." Tagung fest gelegt wurde, können ,der Berufsorganisation nur noch Fachdrogisten angehören, die d a s Re<i c h s b ü'r r ger recht im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen besitzen. , - '»>'■' Sitzung ,4er Repräsentanten^ers^nimlung1 der Berliner Gemeinde, r/: Berlin, 5, April, Die ITA. 3 erhält, einen Bericht über "'die Sitzung der Repräsentantenversammlun'g vom 26, März, dem wir folgendes entnehmen: Auf der Tagesordnung steht zuerst die wichtige Vorlage des Gemeindevorstandes, durch welche die Zahl der Gemeindevorsteher von. 12 auf - 7 herabgesetzt werden soll. Zur Begründung nimmt das Wort Gemeindevorsitzender Heinrich S t;a h 1. Die Durchführung der vom Herrn Staatskommissar gemachten Auflage habe erforderlich gemacht, daß mehrere Herren aus dem Gemeindevorstand aus scheiden. Ausgeschieden sind Herr Dr. Hirsch durch seine Auswanderung nach Palästina;: . Dr. Walter Alexander, der genötigt war, sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niederzule? n, ferner die Herren Kammergerichtsrat Wolff, Wilhelm Graetz und Bruno Woyda. Bei der Neuzusammensetzung des Gemeinde Vorstandes wurde Wert darauf gelegt, den Wünschen, die in letzter Zeil sowohl im Gemeindevorstande als auch in der Repräsentantenversammlung sowie auch in anderen Gremien eine Rolle gespielt haben, zu entsprechen, und so setze sich der Genieindevorstand zusammen aus drei Zionisten, drei Religiös-Liberalen und einem Konservativen. : - Nach weiteren Danksagungen an die'' ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder wird bei Anwesenheit von 36 Mitgliedern die beantragte Statu tenän de rung sowohl in erster als auch in zweiter Lesung widerspruchslos angenommen. Auf die Anfrage des Herrn Kreindler wegen des zu errichtenden Wohnheims erklärt Herr Rosenthal, daß mehrere Projekte .geprüft würden; eine Vorlage werde der Versammlung demnächstzugehen. Bei der Vorlage 'betreffend-der Zuwähl von Mitgliedern in den Schul- und Talmud-Thoravörstand widerspricht: Herr Landgerichtsrat' Rau (Zionist) grundsätzlich einer Zuwahl k o' n s e r v a t i v e r Mitglieder, in diese Kommission, da die Konservativeft auch in der Reichsvertretung nicht durch ein einziges Mitglied vertreten seien. Herr Dr. Gut mann (Liberaler) beantragt, die Niedersetzung einer gemischten Deputation, welche die Mitgliederzähl der zu sehr angewachsenen und dadurch arbeitsunfähig gewordenen Kommission prüfen und evtl. herabsetzen solle. Herr Marcus (Liberaler) anerkennt Herrn Rau gegenüber das Recht der Religiös-Konservativen, im Schulvorstand vertreten zu sein, hält aber eine Verkleinerung der Ausschüsse ebenftüls für erforderlich. Der Antrag Dr. Guttmann wird einstimmig angenommen, die Wahl selbst bis nach Arbeit der gemischten Deputation, vertagt, in welche aus der Reichsvertretung die Herren Wi''Marcus, Jaulus, Dr. Gutmann (Liberale), Stiebel, ' KcCufmairü', A." Marcus (Zionisten) gewählt werden. Es werden sodann noch eine Reihe Finanz- und Personalyorlagen erledigt, Unterhaltungszuschüsse für frühere jüdische Beamte und Notare. Berlin, 2. April Der Reichsfinanzminister hat vor einiger Zeit Richtlinien erlassen für die Bewilligung von Unterhaltszuschüssen aii-jüdische Beamte 'und Notare; die' im Weltkrieg an der Front für!-da\s Deutsche: Reich oder für seine Verbündete! gekämpft--und ein-Ruhegehalt nach den gesetzlichen Vorschriften nicht erdient haben> und die auf-'Grund des Reichsbürgergesetzes undr der dazu ergangenen-AusführuAigsbe^- Stimmungen aus ihren Aemtern ausgeschieden ' sind.' In diesen Richtlinien heißt es: < •'•• -'■ Jüdischen Beamten, 'die1' Frontkämpfer gewesen sind und ein Ruhegehalt nach den allgemeinen: versofgungsgeäsetzliehen Vorschriften (einschl. Uiffkllfür- ' sörgegesetzeni) "nicht erdlernt"ihaBen, Trinen b?T"Wüf digkeit1 'Und 'Bedürftigkeit vom 1,"Januar 1936 ^an monatlich widerrufliche ÜnterhäitüngSÄUSc|i^se. auf! Zeit in Grenzen folgende.r "' Höc^tsätze '* b,ewili&tj werden; x ' ": ' * \~, ' : : 1 rjS ihy.ti. •-»-'••.r5>?-ntiroaaj;:jib|vrC Verheirateten Beamten ^^'nx^Re'gierjmgsrat;. (Amts gerichtsrat). an aufwärts und^ -d*^.,. entep^jC^nden Besoldungsgruppen in den Besoldungsordnungen der Lände^-.-Geixiieäaden u®wr/«2^*M?^(ledigen'^?sS^anTt^n 200 RM.), verheirateten Beamten, der übrigen Besoldungsgruppen 450 :RM> (lldigeälBeamten 100 RM?) Eine besondere Regelung--tritt dann - ein, wenn der Beamte noch andere Einkünftei (bezieht. Die .Untejfhaltungszuschüsse dürfen : nicht höher, sein als dje Beträge, die dem Beamten als Ruhegehalt auf Grund von Kannvorschriften der allgemeinen Versorgungsgesetze, gewährt werden könnten. Neben den Unter haltungszuschüssen können für jedes Kind bis zum Ablauf des Monats,, in dem es das 16. Lebensjahr vollendet, 10 RM. monatlich bewilligt werden. Stirbt ein ehemaligerjüdischer Beamter während, des Bezugs eines Unterhaltszuschusses, so kann seiner Witwe oder seinen ehelichen Abkömmlingen für die auf den Sterbemonat folgenden drei Monate.,noch' der- Unter halts'zuschuß' des Verstorbenen gewährt werden, j Für die jüda&cheri Notare, die. )keine; Besoldung aus der Reichsjkasse erhalten; haben; gelten ebenfalls die Sätze von 250 und 200 RM,; 'Neben den'Bestim* mungeh über die Berechnung t der rühegehaltsfähigen Dienstzeit is'tjnoch festgesetzt, daß. der Unterhalts zusohuß .den Pürchschjiittsbetrag.. der Notariatseinr« nahmen während der 'Kalenderjahre'" 1^33 bis 1935 nicht überschreiten darf. Der Unterhaltszuschuß wird auf Antrag von der obersten Reichs- oder Landesbehörde bewilligt. Deij Antrag-hat "der Beamte an'seine1 letzte Dienstbehördö (der Notar an den zuständigen Oberlandesgerichts-' Präsidenten!) zu, richten. r Die Volksschulen in Nürnberg judenfrei. Nürnberg, 9, April. Die „Allgemeine Rundschau" in Nürnberg meldet „In der gestrigen Beratung mit den Ratsherrn teilte: Stadtrat Fink folgendes mit: Er habe .festgestellt, daß sich in den Nürnberger Volksschulen noch immer eind erhebliche Anzahl von jüdischen-Schülern und Schülerinnen befänden. Mit'Beginn des neuen Schuljahres aber würden die Volksschulen frei von \; Judenkindern sein. Er habe ursprünglich geplant; sämtliche jüdische Volksschüler in einer Schulbaracke der Melanchthonsehule zu sammeln und ihnen als Lehrer einen pensionierten jüdischen Studienprofessor aus Fürth zu geben. Dieses sein Vorhaben sei von dem zuständigen bayerischen Ministerium nicht nur restlos 'gebilligt worden, sondern die bayerische Regierung beabsichtige sogar, dieses Verfahren bei allen bayerischen Schulen durchzuführen. In Nürnberg aber habe sich inzwischen eine derartige Sondermaßnahme erübrigt, da auf seine Vorstellung hin sämtliche jüdische Eltern ihre Kinder aus der Volksschule abgemeldet und bei einer jüdischen Schule angemeldet hätten. Dadurch seien Nürnbergs Volksschulen vollkommen judenrein geworden. Stadtrat Fink-beabsichtigt, auch bei. den städtischen Mittelschulen das ^leithe Verfahren' durchzuführen"^ "V ' ■■, -;. Jeschiwjä.in Mannheim.; r ■ ••<• M'a-n n h ei m , 15,' April. An die Lehrund1 Lerneinrichtungen der Klausstiftung ist seit Jahresfrist etwas Neues angereiht worden, dessen Entstehen privater Initiative und Finanzierung zu verdanken ist: eine Jeschiwa, an der Herr Rabb. Dr. Alexander 'Roth wirkt. Ueber die Arbeit des1 abgelaufenen,' Semesters erhalten. ,wi^ folgende .Darstellung: .fr-.-,•» ..y'ui1 '3 In diesem Semester besuchten'1 lb Bachuram'die Jeschiwa. Sie wurden in zweä. Gruppen geteilt, in Anfänger und Fortgeschrittene.. Da® . Hauptgewicht wuide.aüf Talmud 'gelegt, daneben wurde auch Ghumisch, Räschi, -'Misöhnajot und Kizzur Schulchan Aruch gelernt. Dei} Ünterrachi in Ketuvim, untf.'Jür 4ischer LaWaturgesöhiohle dha^.-.j freundlicherweise rfteiir Rabbiner Dr. Chaim L^er'übernommen. '©After *fty?£'£y^ abgehalten. Solche haben gezeigt, daß auch junge Menschen, idie bisher /sehr, wenig jüdisches;Wissen hatten, durch Fleiß, t undl _Energie schöne -Fortschritte machten.. Wir wollen nichi.,,unterlassen, Herrn Rabibiner Dr. Lauer dafür zu danken, daß er ctrotz seiner großen. Inanspru^hn^ahme!.,;a^9 oStadtrabbimefo immer Zeit für die. Jesp(biwa. fajpd. Seaa: Haus war.-j fast ein zweites Heim für die §achurim.. t Füyp 'das Sommerse'mester werden in ijlerhic^gen ^«s>cb|vwa zw»i Gruppen eingerichteti und zwar.;für' Anfänger, unfi' Fortgeschrittene. , Für^^dae Anfämgergruppe werden auch junge Menschen aufgenommen, die ganz geringe Vorkenntnisse ^besitzen. Ferner, wirdgeplant;. Kurse einzurichten. für berufstätige Menschen (Kaufleute und Handwerker), die nur einige Stunden in der W^che sich dem Lernen. widmen, können. Anmeldungen für die Jeschiwa, auch für die Kurse, nimmt entgegen: Rabbiner Dr. Roth, Mannheim, D 7, 10. — Alle Lernmöglichkeiten der Jeschiwa, sowie Kurse stehen kostenlos zur Verfügung. .. Frankreich. c Französischer Staatsrat. annulliert lokales Schächtverbot. - ... ■ Paris, 1.0. April, Der französische Staatsrat hat ein von dem Bürgermeister der Industriestadt V a.l e^ c i e n - h e s;*erlaissen^ ' l'ö k^ä l' e s 'S c h ä, c h' t verbot für ungültig erklärt.""Die tön dem Staatsrat aufgehobene-Verordnung des Bürgermeisters war. im. November 1930 erlassen worden. Polen. Die ersten Folgen des Schächtgesetzes. *! Warschau, 2. ApriL . Im Zusammenhang mit dem Erlaß 'des Seh'ächtgesetzes und der damit verbundenen Agitation sind Bestrebungen aufgetaucht;' Genossenschaften der nichtjüdischen Fleischer Polens zu bilden, die den Einkauf von Schlachtvieh vornehmen sollen. Es haben sich. Initiativkomitees; polnischer Fleischer gebildet, die .die Vorbereitungen, zur Schaffung, solcher Genossenschaften treffen.. Eine Abordnung der Fleischer ist von einem Konunissar der, Wojwodschaft Warschau empfangen: worden. Im Verlaufe der Unterredungen .wurde zum Ausdruck gelbracht, daß! schon jetzt vor Inkrafttreten des Gesetzes viele polnische Fleischer und Inhaber von Wurs$fabriken das Vieh mechanisch schlachten werden. Den .Fleischern ist die Unterstützung ihrer Bestrebungen; zugesagt worden, , ,. .;r . ■ Der erste Transport von Schlachtvieh, der für den niohtjüdischen Gebrauch geschlachtet werden: soll'r ist auf dem Viehmarkt in Warschau eingetroffen. Er ist von den polnischen Fleischern direkt von den Bauern gekauft worden- Die antijüdische Presse veröffentlicht aus diesem t Anlaß Artikel, in denen die vorgenommenen Mäßnahmen .zur Ausschaltung der Juden, aus dem Vieh'handel gebilligt werden. Im polnischen Agrarministerium ist man augenblicklich, mit. der Ausarbeitung der;Durchführungsverordnung,; zum Schächfcgesetz beschäftigt..' Die Verordnung soll bis'.zum : 1. August erscheinen und zusammen mit, dem, Gesetz .am 1. Januar 1937 in Kraft 'treten. , .. •; ,r- ■'. '"■ . ,'■ ' .Im Z'usatamenhang *'mitdein eHas'sefieh Schächtgesötzr : bat. "eine Versämmlühg jüdascher Schächter stattgefunden, auf der verschiedene Fragen behandelt worden sind, die sich aus der neuen Lage ergeben- Die Pessach-Unterstützungsaktion der ^meinde, Warschau, 3. April. Die "Vorbereitungen 'zum Pessaöh-Fest sind innerhalb der polnischen Judenheit, und insbesondereF -in Wäfschaü,\^Uurcn 'die1 iNä^wirk^unigen der letzten Ereighiisse1, di'e jdaS polnis'clie Jjidentum betroffen haben, und : dürch; .die Not, in seinenj Reihen" herrs-c^t, gekennzelcnnet. Die Warschauer Gemeinde hat ein,en Betrag von 30.000 Zloty^ifür' .-eirie; iPe^Wcli-^yction. 'zur-. Verfügung gsetellt. Angesichts der heixschenden N,ot U'tr v|ie

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