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Der Israelit · 1936-11-19 · Heft 46 (19.11.1936) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 46 (19.11.1936)
Date
1936-11-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Nr. 46 Der Israelit 19. November 1936 Kgl, Kommission nahmen an dem Gedenkg'ttesdienst teil. Nach dem G'ttesdienst fand ein Aufmarsch der jüdischen Kriegsteilnehmer zu dem Soldatenfriedhof auf dem Skopusberge statt. An den Gräbern der in den Kämpfen um-die Befreiung Palästinas gefallenen Juden wurden Gebete gesprochen. Vertreter der Jewish Agency und sämtlicher großen jüdischen Institutionen des Landes nahmen an der Feier teil. Die Araber hatten keine Vertreter entsandt. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung Palästinas zufriedenstellend. — Die Sterblichkeitsziffer sinkt, ' Jerusalem, 12. Nov. Das Gesundheitsdepartement der 'Palästinaregierung bezeichnet in einem soeben herausgegebenen Bericht für das Jahr 1935 den Gesundheitszustand der Bevölkerung Palästinas als höchst zufriedenstellend; Im vergangenen Jahre seien größere Epidemien nicht vorgekommen. Es habe nur die gewöhnlichen Saisonkrankheiten gegeben. Die Sterblichkeitsziffer ist ge-# sunken, dagegen ist die Zahl der Geburten gestiegen. Im Jahre 1934 betrug die Sterblichkeitsziffer 21.85 pro 1000 Seelen, 1935 dagegen nur noch 18,62. Die Gebürtenzahl hat sich von^l.59 je 1000 auf 45,16' erhöht. Die Kindersterblichkeit ast von 157 auf 131' gefallen. Die Bevölkerung Palästinas wird auf 1,194.529 Seelen am 30. Juni 1935 geschätzt. Sie setzt sich atis 103.371 Christen, 759.904 Arabern und 320.000 Juden zusammen. Der natürliche Bevölkerungszuwachs bei den Juden betrug 22.2 je 1000, bei den Nichtjuden 28.1 je 1000. Im Jahre 1935 wurden bei den Juden 38,79 Kinder pro 1000 geboren; gestorben sind 8,57, die Säuglingssterblichkeit betrug 64,15 pro 1000. Bei den Mohammedanern sind in der gleichen Zeit 52,53 geboren, worden; gestorben sind 23,45 je 1000, die Säuglingssterblichkeit betrug 148,1 je 1000. Bei der christlichen Bevölkerung sind 35,68 je 1000 geboren worden; gestorben sind 14,02; die Kindersterblichkeit erreichte 125,81. Anschluß, Hafenfragen. Tel Awiw, 12. Nov. Im Amtsgebäude der Jüdischen Gemeinde Jaffa- Tet Awiw fand eine Sitzung von Vertretern deri jüdischen Viertel der Stadt > Jaffa statt. Die Beratung war der Frage des Anschlusses dieser. Stadtviertel an die Stadtgemednde Tel Awiw gewidmet. Nach einem kurzen Bericht über den Fortgang der zu. diesem Zweck eingeleiteten Aktion. und allseitige Meinungsaustausch' erklärten die Vertreter der jüdischen Viertel in einer Resolution nochmals ihren entschlossenen Willen, die Vereinigung. dieser Viertel mit Tel Awiw zu fordern; Die Versammlung richtete an die nationahjüdischen Institutionen, und an die Stadtverwaltung von Tel Awiw den Appell, alle Mittel anzuwenden, um zur Verwirklichung dieser Forderung beizutragen. Die Kolonie Herzlia. hat ■ beschlossen,; den zu ihrem Gebiet gehörenden. Strand nach, dem Vorbild von Seekurorten auszugestalten. , Zur, Durchführung dieses Beschlusses. wurde eine: eigene . Gesellschaft gegründet. - „ : . f. .; ir4 . ö ■ =»- . -• ' .i - '■>? ' J <n 1 Die Tageszeitung.,,Dawar" ..stellt , an einem Bericht über die . Arbeit im Hafen von Haifa fest, daß,, die dortige. Lage völlig ■ normal ist. ' Iii den' zwölf Tragen, vom. 20. Oktober T^s zum £'November,. &in^.iin"^Hä-' fen, von Haifa .16.500 to, Guter ausgeladen worden. 180. Waggons Ware wurden in demselben Zeitraum im Hafen verladen. 12.000 , tp Ware lagern zurzeit dort. Zu bemängeln sei nur, daß das importierte Getreide unter freiem Himmel lagert, obwohl die Hälfte der Lagerhäuser leer steht. Was den Zitrusexport betrifft;-so "können An dieser Saison Srbis 6 Millionen Kisten über 'Hälfä- Verladen'werden. Ünter' 'djeW" 7M^.^rl^crnr''äde '-'biit'^besWderef ^rla^bhls'' der Häfeuyerwältüng';-ik'Haien vöh' Haifa; arbeiten, beiden'sich itisgeäahit''22 palästinensische Aräter' u^hd etwa 100', ÄegyptYr; :kR&itibrig&i>-'Surä Hauränier;" Dagegen gibt es: unter ' &heh keinen ©in» zigen Juden und es* werden;'1i?eine( 1 aufgenommen^ 'ohwdhl diel. Arbeit stark darunter; :le4jdejt; daß. 4^ Jfldcn unteiF'4ceiineh Umständen;<Jier Träger. - dem <Hauran ifi-Anspruchcnehmeri -w'oUen. j! Von Beginn der diesjährigen Äftrusexport-Saison bis. zum 31. Oktober sind au» Palästina 245;,03ß;jK^teil Zitrusfrüchte (Äpfelsinen| Zitronen ^und GrapöfF^üitsjy ausgeführt worden. 12.018 Kisten wurden üb^er Jaffa, 205.659 über Haifa ,26.57-7:füber PoStdSäid Und 774; über Tel Awiw ausgeführt., . ( ,; Einer arabischen Pressemeldung zufolge beabsich* tigf. die Regierung zwischen Jaffa und Tel Awiw einen neuen großen Hafen zu errichten und zwei Straßen zu bauen, die die beiden Städte mit dem Hafen verbinden. Eine Bestätigung dieser Nach-, rieht steht noch aus. ' Kuba. 12 000 Juden leben in Kuba. Havanna, 11. Nov. 1 Einer soeben, veröffentlichten Statistik1 ist zu 'entnehmen, daß die, jüdische Bevölkerung: 'Kubas zurzeit: etwa 12.000 Seelen umfaßt.: iBis 1922 lebten'in Kuba' nur ganz wenige sephardische Juden :und . einige; amerikanisch-jüdische Kaufieute). . r ri; Die jüdische - Einwanderung nach . -Kuba war i ursprünglich als eine nur vorübergehende ..gedacht. Diei meisten dorthin ausgewanderten Juden rechneten damit, nach einiger Zeit in die Vereinigten Staaten, weiterwandern zu können. Die Verschärfung der amerikanischen Emwanderungsvorschriften" nötigte sie, entgegen ihrem ursprünglichen Plan in Kuba zu bleiben. Es gelang' ihnen, sich allmählich in die WirU schaff des Landes einzugliedern und verschiedene kleinindustrielle Erwerbszweige zu schaffen. Die meisten haben später ihre Familienangehörigen nachkommen lassen. Der Brennpunkt des jüdisch-gesellschaftlichen Le bens ist das „Jüdische Zentrum" in Havanna, das durch die Gesellschaft HIAS gegründet wurde und jetzt von der HIAS-ICA-Vereinigung erhalten wird. In dem Zentrum werden Kurse zur Erlernung der spanischen und englischen : Sprache. < für Erwachsene abgehalten, auch befindet sich dort; eine jüdische Volksschule. Das „Jüdische Zentrum" vertritt auch die jüdischen Interessen gegenüber der Regierung und den ausländischen Konsulaten. (ITA.) Amerika. Präsident Roosevelt und führende Staatsmänner ehren Louis D. Braudels. New York, 13, Nov. Der Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, Louis Dembitz B rand eis, war anläßlich seines 80. Geburtstages am 13, November Gegenstand vielfacher Ehrungen durch die führenden Persönlichkeiten aller Gebiete des amerikani^. sehen öffentlichen Lebens. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, hat -in Richter Brändeis ein herzliches Glückwunschschreiben gerichtet. Vizepräsident John N. G arn er, die Mitglieder des amerikanischen Kabinetts fund die Gouverneure der amerikanischen" Bundesstaaten brachten Richter Brandeis ihre HulidigÜiig unddie Anerkennung für die hervorragenden Dienste' dar, die er in jährzehirtelanger Arbeit der- Nätion^geleistefi hat. Die J 'gesamte* Presse beschäftigt siidh' ^m'gehend^ mit dem lJubiläum';ühd' rühmt BräfldeiS'-als ^großen' Amerikaner und großen Jüderi'vjD "; i'-^ ' i3fi: , T hT; I -ilfKd * Personalien, o'-i /MH Wiesbaden, 8. ' Nov. Wenige Tage nach dem ' Heimgang1 unseres; allverehrten -^.T*?' W iwurde :unserie. Gemeinde: wi eder . .von -einem schmerzlichen Verlust betroffen,;' durch ^Hinscheiden, unseres, ältesten .Mitgliedes 'Adolf-'Ä^^g^m an;aHr^a^e*PJföii& W dp eijdär''4eir äItesteri»'Schuler Dr. KahW W.'den i Trav' ditäbäett ädef.c)Geio&iid4.' ••BeaaadensSl zu^erllts^igiv ijnd-; püfcktlich, imt. <mtizm ■ #W 3W>rfi?nß'-! iUnd? fl& seinem Platze, und in den Moniten' seiner Ttrank?^ heit bedrückte es ihn am meisteri>y^tht^Mt' rftfäSn erStfeteine* ausköttiett. Auchi füridißt GheliMra JjL$fäjth&t d&ßfc Vpf^itzenderJ;)ef viele 7Jahr^,«wax, ^tjte ^,erf, s«dne , gan^e f^raft e^.y9ukl. P&k imd. ■*;?K£?$ri er zur Stelie," den .Ju^ehdlicheW Ansp^arr/^d"V6Wil31 n$n^rtf luids-- mI{^4heL->-iÄ%edüeß'^fi'^i^vdie'»^» HeHfigahgr* m i i unseren Reihe» ^ti^tt^r, ^ajlmählijah.^ durch Nachwuchs; Jüngerer;^gusg^llt ^werden», j^^,.^.' ■^■Bei^äer unter überaus großer ,B^|eiligung < erfolgten ^•pnap^l entwarf Rabbiner 'Dir.A n sb a c h e r ein' ahschaliliche® Bild seines Lebens und Wirkens. Rabbiner^D o n a t h , Frankfurt, spräch ,wanne Wpirte des Trostes für den Sohn des Verblichenen, Leo Ä ckermahn, :der viele Jahre. in ■ Frankfurts sein ' Schwüler gewesen.. Herr. Holzmann, ehi■..•iT^ef{e/;^dankte; im Namen der ^GhewrafKadischa^ inat^'erzl^cheiL Worten.; Möge esdem Heimgegangenen" einv.:r^)ar-s.^n^;'Maß. füri' ihn ^qn zwei^ Söhnenf;;än :; gesprochenwird. j,.;;• ::* _n*asan" . Stettin, 12. Növ;. Dieser Tage , feierte Frati S c'h.a r l ax k:.in Löcknitz ihren 7 0. G.e b ü 11 s fea g. Wer Frau Scharlack ist und was sie für das Leben des lom nun bedeutet, wissen die jüdischen .Wohl? fahrtsinstitutionen, wissen --die 'vielen; Armen %hd Hilflosen, die die Jubilarin seit Jahren nach dem Prinzip von ]T\ri jni. immer und immer, ohne zu ermüden, betreut. Wie Saras Zelt, das von hellem Lichte von Sabbat zu Sabbat' beleuchtet war und offene Türen nach allen Seiten hatte, so leuchtet daa Licht der G'ttesfurcht und der jüdischen Liebe, "u* Hausö ' der Frau: ■ Schärlack) und-1 kein" Armer, kein Rat-1 und Hilfesuchender finidetihier eine verschlos* sene Türe. Frau Sch. ist im wahren Sinne des. Wortes eine Tom npix npiip- . Sie wartet .nicht, bis die Not der Menschen an ih^e.'Türe pocht, sie 'sucht sie/ ,sie s<tö- ■ bert sie in den>Zfeitüngein auf und hilft,:: wo zii helfen ist und wie. sieihelfen kann. Wenn nach den Wor* ten des weisen Königs NJton npis i*n3 na»». niSBn niosr „die Silberkrone des Greisenalter« nur^ auf; dem Wege der Wohltat gefunden wird," ßo dürfen wir wünschen' und J hoffen;v daß' es Frau Schärläck i gegönnt sei, noch weiter lange Jahre ingleichem Maße i und in ungetrübter Gesundheit für ihre Mitmenschen zu wirken'. \r\iv onz?yilika j , Papenburg, 11. Nov. Wieder wurde unsere. Gemeinde in tiefe Trauer versetzt/Kaum vier Wochen nach dem Heimgange seiner Frau hat auch Äron H © s S, A. seine reine Seele ausgehaucht. Mit ihm ist einer unserer letzten Alten von uns gegangen. Fast ein halbes Jahrhundert hat er in vorbildlicher Treue und Ergebenheit das Amt des Vorstehers verwaltet, hat sich für die Erhaltung und Instandsetzung der mpa eingesetzt und der Gemeinde, eine herrliche min ISO geschenkt. Ein Mann von aufrichtiger F^öm* migkeit und innigem G'ttvertrauen, die auch durch schwere Schicksalsschläge ■ nicht erschüttert' werden konnten, war er. stets auf Erhaltung, des Friedensbedacht. In dem gleichen jüdischen Geiste, erzog er auch seine Kinder, mit denen jetzt die ganze "Gemeinde trauert. Zur "iV waren auch Vertreter der Nachbargemeinden erschienen. Herr Landrabbiner Dr .B 1 u m aus-Emden und Herr Lehrer G r ü n f.e ld, Papenburg, entwarfen ein eingehendes Bild seines langen, gesegneten Lebens, und sein Nachfolger im Vorsteheramte, Herr Markus H es, gab inj warmen Worten dem Schmerze der Gemeinde Ausdruck. Er versicherte, daß die Verwaltung der Gemeinde , auch weiterhin im Sinne des teuren Entschlafenen, im Geiste der Treue zur Tradition, ihr Amt versehen, würde. ' . " . ..:n*a»an Schönlanke, 9. Nov. Am Schabbos'-"p fand in der Synagoge im Rahmen des G'ttesidienstas die- Abschiedsfeier unseres allseits sehr verehrten - Herrn Rabbiner Peritz statt. Er hat. nach; vierjähriger segensreicher Amtstätigkeit unsere Gemeinde \ verlassen, um dem ehrenvollen Rufe als Provinzialfabbiner nach Marburg zu folgen. Aus diesem Anlaß hatte sich die gesamte Gemeinde zu,Ehren des scheidenden Rabbiners im. G'tteshause versaminelt.- Nach dem Einheben.-bestieg der Vorsitzende der Gemfeinde, Herr Max ,K 1 e i ß n, e r > .< den, vAlmemor und: fand waritie Worte des Dankes und, der Anerkennung für den Rabbiner. Unter Hervorhebung seiner Leistungen auf r.eldgiöeem :.^uni isozialem Gebiet,, betgate <&t>. bespruders; s^ine; <Erfqlge in ijier^i Jugenderzi^hüngj sowie dessen Gpnnex mit der ganzen Gef meinde,'in der" er sicli' durch 'sie'ihe?' allsertige Beliebt* heitJ^üi HäuerhdeW B'eHKmal ^esie-föt''hat. Sodann überreichte7' dten; Vidrsitz^ende-iiiBtili^ameir (der ^Gemeinde ein siilberne® Jad alsriZeichejUv dankbarer; £Anerlcenntinrf •ßarauf dlihk'te .feabbmer Peritz Jih° :gVoßaiigei%er Rede, ' die ' ''sTdh äh^ den WdchehkBschhitt ahsfehlöß, tief bewegt der Gemeinde für die Liebe xliind.'vdas Vertrauen, das sie ihm . während seiner Amtstätigkeit entgegengebracht hat. Sein Streben sei stets darauf gerichtet^ 'gewesen,-5 im Geiste'der Träditiön die-'' Gem'ein.de zu ''fuhren;' Mit freudiger Genugtuung; könnte er^; feststftUe.nt.jjdaß^^die;, Gemeinde ,J^mH auf; dieis?em Wege •, {g^plgty/s$i,, .B^spjiid.e.rfS, herzhche^^Wprte der Anerkennung rach'teie ..er^aä^v'die^.t^tüiii der Gem^ihdfer Vor > allenx,,:'anli:tfen -^er'eHrteri " V-tjfSitzeftden He^>^Ma^fö^/l^ifiiiiertfifriidlä-' MMständhisij unds» die efegdtar lWrrjs4^r2^Ujfjlay:%;angedeiben lassen. ^rL>'f• r.- ur, 4t cjsj-hn eines Kesaw Saufer, deren Sjdra^effddrt^srirfeten, i»uch westerhäntsuin. dtas4P/!tol$ltf>&2 Q^me^ad^ ^e ,,Sfättefmden^.%., •* ..?!■'.■ ■

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