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Der Israelit · 1936-11-19 · Heft 46 (19.11.1936) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 46 (19.11.1936)
Date
1936-11-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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19. November 1936 Der Israelit Nr. 46 Seite 5 ist selbstverständlich alles zu begrüßen, was an ihre Stelle tritt. Wo aber jüdische Schulen sind, ist-sehr zu überlegen, ob nicht alle Anstrengungen, die gemacht werden, um im Einklang mit ihr den reli-. giösen Einfluß durchzusetzen, lohnender sind, ils alle Bestrebungen neben ihr oder gar im Gegensatz zu ihr. Die Errichtung einer zweiten Schule wird an den wenigsten Orten möglich sein. Die öffentliche oder mit Oeffentlichkeitsrecht ausgestattete Schule ist eine Macht, auf die wir nicht verzichten können. Ihr Besuch ist freilich nicht dem freien Willen der Eltern und Schüler anheimgestellt, ist sogar mit Zwang verbunden, aber auch dieser hat sein Gutes. Bei aller Würdigung des Wertes der Freiwilligkeit auf dem Gebiete der Erziehung ist nicht zu verkennen, daß die Bildungsmöglichkeiten einer autoritären Schule, deren Besuch nicht vom freien Willen der Eltern und Kinder abhängt, auch viel weiter gespannt und fester verankert werden können. Die Persönlichkeiten, die an solchen Schulen wirken, sind naturgemäß pädagogisch besser ausgebildet, die größere Gemeinschaft, die sich auf ihnen entfaltet, bietet in sozialer und weltanschaulicher Hinsicht nicht zu unterschätzende Vorteile. Die Gegnerschaft zu ihnen bringt die Kinder in starke Konflikte und drängt sie leicht in eine Sackgasse. Kurz: die Schule in der hierzulande üblichen Form bietet noch am ehesten die Gewähr für eine systematische, der psychologischen Entwicklung und gesundheitlichen Rücksichten gerechtwerdende Ausbildung unserer Jugend. An uns liegt es, dafür zu sorgen, daß der Name „Jüdische Schule" nicht nur ein Wort bleibt, daß er vielmehr das Wesen kennzeichne, das ihr Sinn gibt und Aufgaben stellt. Man rede nicht überheblich über die Anstrengungen, die die jüdischen Schulen machen, um die sich häufenden und häufig überschneidenden Anforderungen, die das Leben an die der Schule Entwachsenen stellt, vorzuarbeiten, ohne die Wesenszüge der jüdischen Schule zu gefährden. Für die innere Arbeit wird uns heute mehr Freiheit gegeben, als früher. Diese Freiheit kann dazu benutzt werden, um das Jüdische in der Person des Leiters und der Lehrer, in dem Geiste, in dem es dargestellt, und in dem Ernst, mit dem es betätigt wird, zum bewegenden und bestimmenden Gesetz der Schule zu machen. Die allgemeine Erziehungsaufgabe gestattet und fordert eiaie klare Scheidung der jüdischen Schule von der nichtjüdischen und ihre Zurückziehung auf sich selbst. Unbeschadet der gc- Er ging aus Leas Zelt hinaus und kam in Rachels Zelt." Raschi identifiziert npy ^ns mit 4m hm> welches, weil Jaakow sich häufig dn ihm aufhielt, Rachels Zelt genannt wird. Der Nachsatz brn J>nsa t«'i besagt, daß Lawan nach dem Verlassen von Leas Zelt, ehe er sich in das Zelt der Mägde begab, nochmals Rachels Zelt aufsuchte. Jedoch ist nicht anzunehmen, daß in einem Vers ein- und dasselbe Zelt mit zwei verschiedenen Namen bezeichnet wird. Es ist vielmehr unter apy 'ins, Jaakow® Zelt zu begreifen. Entsprechend der im Vers angegebenen Reihenfolge ging Lawan in Jaakows Zelt,' in Leas Zelt und dann in das Zelt der beiden Mägde. Aus r-mb Vnx» KS'i ist zu ersehen, daß Lawan sich zum zweiten Male in Leas Zelt begab, um von dort ausi schließlich Rachels Zelt aufzusuchen. Weitere Deutung: Regel der Schrift: Die Schilderung einer späteren Begebenheit .wird einer zeitlich vorherliegenden vorangestellt, sofern letztere einen ausführlichen Bericht verlangt. Da das Suchen in den Zelten Jaakows, Leas und den der beiden Mägde ohne weitere Zwischenfälle vonstatten ging, wird uns der Aufenthalt Lawans in Rachels Zelt nebst den damit in Zusammenhang stehenden Umständen erst zum Schlüsse mitgeteilt. Demnach ergibt sich für uns: Nachdem Lawan in den Zelten Jaakows und Leas gesucht hatte, begab er sich sogleich in Rachels Zelt. Als er aber .hier .die Götzen nicht fand, ging er in das Zelt der beiden Mägde. Rab Huna bar Nathan. Von Rabbiner Dr. Kääiz in Hindehburg O.-S. Pesachim 86b wird erzählt: „Rab Huna, der Sohn ■des R. Nathan, kehrte einst im Hause des Rab Nachbotenen Rücksicht auf die Umwelt, dürfen wir zum Aufbau einer im geschichtlichen Judentum wurzelnden Erziehung vorschreiten, die nicht allein, aber in erster Linie vom jüdischen Unterricht ausgeht. Mit der Bezeichnung Religionsunterricht war die Funktion dieser für die Erziehung zum Judentum entscheidenden Arbeit viel zu eng gefaßt. Die jüdische Stunde muß heute auf ein das jüdische Leben als Ganzes erfassendes Erziehungs- und Bildungsziel gerichtet sein. Sie hat mit den biblischen und nachbiblischen Quellen unserer Religion, mit der biblischen und nachbiblischen Geschichte unseres Volkes, mit der Liturgie und der Pflichtenlehre unseres Lebens, mit der sogenannten neuhebräischen Sprache und mit Palästina als Idee und Wirklichkeit vertraut zu machen. Unsere Jugend muß aber auch zum sozialen Leben in der Welt und für einen Beruf ertüchtigt werden. Es muß ausgesprochen werden, daß die Volksschule nicht hinreicht, um für die schweren Bedingungen des Lebens im Auslande vorzubereiten. Sie entläßt die Schüler im gefährlichsten Alter. Ueberali mußten neben den bestehenden jüdischen Volksschulen unter den verschiedensten Namen Fortbildungsmöglichkeiten geboten werden, und überall, wo diese nur praktischer Art waren, hat sich gezeigt, daß die Vernachlässigung des geistigen Momentes auf Kosten der beruflichen und charakterlichen Entwicklung ging. Wo eine höhere Schule vorhanden ist, kann sie auch heute noch, w>enn man die Lehrpläne und Lehrziele in den einzelnen Fächern nach praktischen Gesichtspunkten redigiert, den besten Rahmen für eine alle Forderungen des Judentums und der jüdischen Situation gerechtwerdende Fortbildung abgeben. Die Kenntnis der Weltsprachen und sicheres Realien wissen wird in seiner Bedeutung von niemanden geleugnet werden. Aber auch die Naturwissenschaften, vor allem Chemie und Physik, und auch Mathematik, soweit sie mehr als formale Bedeutung hat, gehören in diesen Rahmen, in den, der Begabung der Schüler und ihren Zukunftsplänen entsprechend, von der Schule weise verteilt und .kontrolliert, noch andere, wahlfreie Fächer hineingestellt werden können. Daß eine jüdische Schule in heutiger Zeit in ihren jüdischen Stunden sowohl, als auch für die anderen Fächer auf manche neue Wege sinnen muß, und vor allem im Deutsch- und Geschichtsunterricht ihr Ziel und ihre Methode ändern wird, versteht sich von selbst. Hier soll nur von der Schulorganisation die Rede sein. man bar Jizchak ein. Da fragte man ihn: Wie ist dein Name? Er antwortete: Rab Huna ... Da sagten sie zu ihm: Warum nennst du dich Rab Huna? Er antwortete ihnen: ''38 uvn byz „Ich bin Träger des Namens". Diese Stelle wird von den Talmuderklärern verschieden gedeutet. Die Kommentatoren fassen sie dahin auf, -daß die. Frage, warum er sich so nenne, auf die Hinzufügung des Titels sich beziehe, und sie erklären die Stelle dementsprechend. Raschi sagt, der Sinn der Antwort 'JK am bvz sei: „Von meiner Jugend an nennt man mich Rab Huna." Der der Wilnaer Talmudausgabe beigedruckte Kommentar des Rabbenu Chananel sagt, der Sinn sei: „Ich bin im Lehrhaus autorisiert worden, den Titel Rab zu füh* ren . . ." Meharseha wendet gegen die Erklärung Raschis ein, es sei nicht üblich, einem Kinde den Titel Rab zu geben; er schließt sich der Ansicht Rabbenu Chananels an, indem er hinzufügt, die Fragenden hätten nicht gewußt, daß er autorisiert sei, und er habe ihnen diese Tatsache durch seine Antwort zur Kenntnis gegeben. Eine ganz eigenartige Erklärung gibt Jakob Levy, Wörterbuch über die Talmudim I Stichwort h>y3. Er sagt, die Frage beziehe sich auf den Namen »»•»•in» welcher (vgl. daselbst Stichwort Ntsiin) eigentlich ein Titel sei und Weiser bedeute, ovn bn heiße d e nselben Namen führend, denn im Syrischen bedeute i<nv b?i homonym, gleichnamig. Die Frage habe gelautet, weshalb er sich xnn (Weiser) nenne, worauf er antwortete »J« am bys, ich führ« diesen Namen Huna, d. h. mein Eigenname lautet so. GegÄn diese Erklärung Levys spricht aber, daß der Name Huna ein sehr bekannter Name war. Führen doch fast 20 Talmud weisen den Namen Huna. Wie verbreitet muß also dieser Name im Volke gewesen sein; Es ist demnach nicht anzunehmen, daß man im Hause Es wäre zu überlegen, ob nicht eine jüdische Aufbauschule unserer heutigen Lage allerorten mehr entgegenkäme. Halten wir uns aber auch an heute vorhandene Typen, dann wäre wenigstens zu wünschen, daß wir uns für die Zukunft alle auf den des Realgymnasiums einigten. In ihm sind drei Fremdsprachen vorgesehen, ohne daß die Pflege des naturwissenschaftlich mathematischen Elementes ganz vernachlässigt wird. Anstelle des Lateinunterrichts könnte Hebräisch als erste Fremdsprache treten und ihr in der Quarta Englisch und in der Obertertia oder Untersekunda Französisch folgen. Der Realgymnasialtyp hätte auch noch den Vorteil, daß unsere Schüler an den Orten, wo es keine höheren jüdischen Schulen gibt, mindestens bis zur vorletzten Klasse eine gehobene Volksschule besuchen könnten. Iwrith wird auch in der Volksschule betrieben werden müssen, so daß die Lehrpläne der einen und der anderen Schule bis zur Quarta fast gleich wären. Nicht nur ökonomische Gesichtspunkte sprechen dafür, sondern auch das ideale Ziel, das dahingehen muß, die Scheidung zwischen sozial gehobenen, „gebildeteren" Schichten und „niedereren" nicht mehr aufkommen zu lässen und für alle den Weg zu ausgedehntem und vertieftem jüdischem Wissen frei zu machen. Solche Entwicklungsmöglichkeiten verbieten uns, die jüdische Schule links liegen zu lassen, müssen uns vielmehr zu den größten Anstrengungen für sie veranlassen, um den bei allem Gestaltwandel unwandelbaren Grundgedanken zu verwirklichen: Unsere Jugend zu bewußten, gläubigen Juden, charaktervollen Persönlichkeiten und beruftüchtigen Menschen zu erziehen. Wochenkalender. Vom 21.—28. November 1936 / Vom 7.-14. Kislew 5697 w ip D'nar Samstag 21 7 na Sonntag 22 8 B» Montag Nov. 23 lS>03 9 i Dienstag 24 10 R3 Mittwoch 25 11 33 Donnerstag 26 12 23 Freitag 27 13 na Samstag 28 14 na des R. Nachman bar Jizchak nicht gewußt habe, daß Huna ein Eigenname sei. Ich möchte nun einen andern Lösungsversuch bieten: der Name Rab Huna ohne Angabe des Vaternamens oder eine sonstige Bezeichnung gehörte mit zu den berühmtesten Babylons. R. Huna ano war das geistige Oberhaupt seines Zeitalters. Allen anderen Weisen, die den Namen Huna führten, wurde der Name des Vaters oder eine sonstige Bezeichnung hinzugefügt, in unserem Falle also R. Huna Sohn des R. Nathan. Es erregte daher Befremden, daß der Ankömmling auf die Frage nach seinem Namen sich „Rab Huna" ohne jeden weiteren Zusatz nannte. Es war also m. E. nicht so wohl die Hinzufügung des Titels an» die den Fragenden auffällig war, denn dies war im vorliegenden Falle, worauf Meharseha hinweist, etwas gegebenes, wie etwa heute der Titel Doktor, Professor, Rabbiner usw. mit dem Namen verbunden wird. Vielmehr kam es den Fragenden wie eine Ueberhebllchkeit vor( daß der Fremde sich ohne weitere Bezeichnung einfach Rab Huna nannte, so wie der Name des großen Amora lautete, welcher als Rab Huna katexoehen in die Geschichte einging. Die Antwort '38 avn bm ist die Abweisung dieser An* nähme. Der Sinn 'ist, er nenne sich so wie er heiße. Zugleich aber deutet er damit an, daß er lediglich den Namen mit dem großen Amora gemeinsam habe, sich aber mit ihm nicht vergleichen wolle. Es dürfte bemerkenswert sein, daß R. Aschi den R. Huna bar Nathan ohne die Hinzufügung des Titels an zitiert. So heißt es z. B. ]tü na «3ffi nnR 'ffR an n»K Gittin 19b, B. Batra 74b, Sebachim 19a. Ueber die Ti* tulaturen Rabbi Rab usw. gibt das Sendschreiben des R. Scherira Gaon, auch zitiert im Aruch Stichwort ">3R reichen Aufschluß.

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