Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 46 (19.11.1936)
- Date
- 1936-11-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 46 Der Israelit 19. November 1936 Ktfgl : , .. . KEREN H ATORAH s t e.h t im Dienste unserer Jugend!; Talmud Torä-ScHulen - für unsere Jugend! Religionsunferricht in lehrerlosen Gemeinden - für unsere Jugend I Keren Hatorah-Heime -. für. unsere Jugend! \ Subventionierung des Jeschiwa-Besuches - für unsere Jugend! Landesdirektorium des Keren- Hatorah; Hamburg, -Postscheckkonto: Hamburg 24753 UCflW weniger üblich ist wie in den Arbeiterkollektiven. Gerade die Reichsten und Vornehmsten unter den Bürgern gehen darin mit bösem Beispiele voran. Es ist eine geistige Gemeinschaftsnot, von der aber nicht das Talmud wort gilt: tmm 'Sri ClI mX' die Situation wird dadurch noch trostloser. ot jüdischer Nerven- und Gemütskranker. Von Hermann Seckbach. Eines der trübsten Kapitel innerhalb der sozialen Fürsorge ist die Frage der Unterbringung jüdischer Nerven- und Gemütskranker. Bereits in den Kriegsjahren 1917/18 hatte sich ein Komitee gebildet, um im Hinblick auf den damals schon vorhanden gewesenen großen Notzustand auf diesem Gebiete helfend einzugreifen. Es wurden Sammlungen eingeleitet; jedoch die Inflation machte seinerzeit die Verwirklichung aller Hilfspläne unmöglich. Durch die überaus verdienstvolle Tätigkeit des damals unter Leitung des heimgegangenen Rabbiners Dr. Raphael Breuer b'^V Aschaffenburg stehenden Fürsorgevereins für Nerven- und Geisteskranke wurde die Einrichtung einer heute noch bestehenden rituellen Abteilung in der staatlichen Heil- und Pflegeanstalt Lohr ermöglicht, •die sich auch auf Fälle außerhalb Bayerns erstrecke. Auch der unter der rührigen Leitung des dahingeschiedenen Rabbiners Dr. Weinberg V'ST' und des Herrn Emil Lehmann geführte frühere „Emser Hilfsverein" hatte es durch eine Vereinbarung mit der Kuranstalt Sayn erreicht, daß eine Anzahl mittelloser Fälle daselbst Aufnahme finden konnte. Heute aber, wo auf allen Gebieten die Sorgen ins Ungeahnte gewachsen sind, wo von Haus zu Haus auf jedem einzelnen Zukunftsfragen lasten, wo mildtätige jüdische Institutionen einen Existenzkampf führen müssen — heute ist es fast unmöglich, wenig bemittelten oder gär armen Nervenkranken eine jüdische Unterbringung mit ritueller Verpflegung zu ermöglichen. Wer kann aber die seelische Pein ermessen, die — abgesehen von den Nervenkranken selbst — auf unzähligen jüdischen Familien heute lastet, die ohnmächtig diesem Notzustand gegenüberstehen, die verzweifelnd sich daran klammern, es könnte irgendwie, irgendwo ihnen doch geholfen werden! Da fällt mein Blick auf einen Artikel in der Zeitschrift für das gesamte Krankenhauswesen, Organ des Reichsverbandes der Freien Gemeinnützigen Kranken- und Pflegeanstalten Deutschlands, dort ist zu lesen: „The psychopathic patient and the general hospital. (Die Einrichtung einer besonderen Abteilung für psychisch Kranke im allgemeinen Krankenhaus.] Von E. Randall and L. R. Wilson. Hosp. Manag. 41, Nr. 2, 19 (1936). „Nach den günstigen Erfahrungen, die ein mittelgroßes allgemeines Krankenhaus mit der Einrichtung einer eigenen Abteilung für Geisteskranke gemacht hat, wird solches allgemein empfohlen. Das Publikum ist damit ebenso zufrieden wie die Fachärzte. Der immer noch gefürchtete Stempel des „Irrenhauses" wird dadurch für alle Beteiligten vermieden. Die Behandlungsweise ist, abgesehen von dem besonders sorgfältig auszulesenden Pflegepersonal, nicht kostspielig und dient dem Kranken mit Dauerbädern, Beschäftigungstherapie, Sportübungen, Theater, Gesellschaftsspielen u. a. weit erfolgreicher als die sonst übliche einfache Verwahrung. Eine Trennung der unruhigen von den ruhigeren Kranken in besonderen Räumen, die dementsprechend auch unterschiedlich eingerichtet und gesichert werden müssen, ist allerdings erforderlich. Dafür ist aber bei der allgemein geringeren Belegung jetzt überall wohl genügender Leerraum vorhanden." Wovon hier als „Novum" berichtet wird, das ist bereits seit einiger Zeit bei einem jüdischen Krankenhaus in Frankfurt a. M. in bescheidenem Maße vorhanden. Auf Anregung des bekannten Nervenarztes Dr. Arnold Merzbach wurde unter seiner Leitung im v. Rothschild'sehen Hospital eine kleine St ation als Nervenabteilung zweckmäßig eingerichtet. Nur wenige Betten leider — die stets belegt sind — stehen zur Verfügung, aber es hat sich gezeigt, daß diese Nervenklinik überall lebhaft begrüßt wurde. Selbst nichtjüdische Fürsorgestellen halten diese Lösung wohl für angebracht und gestatten die Einweisung jüdischer mittelloser Patienten in diese Abteilung. Wäre dies nicht ein Fingerzeig für unsere großen jüdischen Krankenhäuser? Nicht berlegte Stationen könnten hierdurch Verwendung finden und — das Wesentliche dabei — ein großer jüdischer Notzustand könnte gemindert und viel Seelenqual vermieden werden! Die jüdische Schule wie sie nicht ist, und wie sie ist. Von Dir. Dr. Elias in Frankfurt a. M. IL Eine Kritik an jüdischen Erziehungsplänen, die an der Schule vorbeigehen, erlegt uns die Verpflichtung auf, auch den Argumenten nachzugehen, die für sie ins Feld geführt werden können. Sie kommen wohl aus der Betrachtung der tatsächlichen Lage unserer heutigen Jugend, dann ajber auch aus der Vorstellung eines idealen Zieles, das mit dem Begriff der echten jüdischen Schule untrennbar verbunden erscheint. Zwischen Schule und Schule bestehen natürlich Unterschiede, ebenso wie zwischen Bund und Bund. Die Befürworter von aus dem Rahmen der üblichen Schulorganisation heraustretenden Schulheimen denken vielleicht an Gegenden, in denen jüdische Schulen entweder gar nicht vorhanden oder nicht eingerichtet werden können, oder die nach der Zusammensetzung des Kuratoriums und der Elternschaft den Anforderungen nicht mehr gerecht werden, die wir an eine jüdische Schule stellen müssen. In Orten, wo eine jüdische Schule nicht basteht und auch nicht eingerichtet werden kann. Schriftdeutungen zum Wochenabschnitt. Mitgeteilt von S. Speier. Kap. 29. V. 9. *ws ^ssn av nsa Vmi anv ian» lany sin njn »3 n'asi» „Noch spricht er mit ihnen, da war Rachel mit den Schafen ihres Vaters gekommen, denn sie war eine Hirtin." Im Gegensatz zu Jitro, der seine sieben Töchter auf die Weide schickte, berichtet uns hier die Tora sin wi *3 sie, Rachel, war Hirtin. Lawan erachtete es nicht für sittsam, Lea, deren Alter schon vorgeschritten war, auf die Weide zu schicken. Auch hätten ihre Augen die glühende Sonnenhitze nicht vertragen, denn ni3T nsJ> »rjn (29, 17). Kap. 29. V. 12. p '3i sin rras »ns '3 brrb apy rm ♦n»as5> tarn pni sin npai „Und Jaakow erzählte Rachel, daß er ihres Vaters Verwandter und Riwkas Sohn sei; da lief sie hin und erzählte es ihrem Vater." Weshalb heißt es nic\i wie bei Rdwka nas rpaV lam» sie erzählte es im Hause ihrer Mutter (24, 28)i? Riwka zeigte nach junger Mädchenart die von Elieser erhaltenen Schmuckstücke ihrer Mutter. Rachel, die keinerlei Geschenke aufzuweisen hat, teilt ihrem Vater die Ankunft sei* nes Neffen mit, damit Lawan diesem entgegengehe und ihn in seinem Besitztum empfange. * * * Kap. 29. V. 14 u. 15. nns nwai '»sy ys. pb "ibk'i »V nn»an san 'amasn nn« 'ris 'an ap»»^ jaV 'H'»' an'n iny aw*i •jms^n na* „Und Lawan sagte zu ihm: Du bist doch mein Bein und mein Fleisch.' Und er blieb bei ihm einen Monat lang. Da sagte Lawan zu Jaakow: Weil du mein Verwandter bist, solltest du mir deshalb ums sonst dienen? Sage mir, was ist dein Lohn?" Zunächst zeigt sich Lawan wohlwollend seinem Neffen gegenüber. Als er aber sieht, daß der Aufenthalt von längerer Dauer ist, legt er Jaakow nahe, daß es ihm als jungen Menschen nicht gut anstehe, sich von seinen Verwandten ernähren zu lassen. „Weil du mein Verwandter bist, solltest du mir deshalb umsonst •dienen?" Arbeit wirst du wohl leisten müssen, wenn du beabsichtigst, bei mir zu verweilen. Selbstverständlich wirst du für deinen Dienst Lohn erhalten. Kap. 30. V. 20. »aw naT viis Q">pb« 'anar nxV i»sm „Da sprach Lea: G'tt hat mich mit einem guten Teil Deschieden." Die Etymologie des Wortes nr ist dunkel. Deutung des Ramban: In zusammengezogenen Wörtern fällt zuweilen der Buchstabe ft aus. So ist sma warum aus svt n» entstanden, (Vgl. Ewen Esra zu Schemot 18, 14.) Aehnlich verhält && sich mit der Schreibweise von nt» was ist das (Schemot 3, 2) und cas^a was ist mit euch (Jeschajahu 3, 15). In 13T könnte man mithin ein. aus "ra nr gebildetes Wort erkennen. *~J3, Zweig dient auch zur Bezeichnung von Kind. (Ijow 18, 13,) am dürfte vielleicht analog dem Kin aw »3;'inis:t*riiii (Schemot 2, 2) im Sinne von wohl* beschaffen zu nehmen sein, aiö *-i5T würde mithin bedeuten: Dieser ist ein wohlbeschaffener Sproß. * * * Kap. 30. V. 41 u. 42. tssttyn'jKsnt)>tt»nai ,mi»pttnjKsn rvn»p»n ist von i»p fest knüpfen abgeleitet, *i»p» bedeutet daher fest, stark. Unter fti1»j?»J7?»sn sind die kräftigen Tiere zu verstehen, *\w dient in Echa 2, 19 ajna D'aitjyn zur Bezeichnung der physischen Schwäche, ]ssn tptwnai und wenn die Tiere schwächlich waren. Weitere Deutung: Die erstgeborenen Tiere werden rrrwpan genannt. Man pflegte den Erstgeborenen ein Schnürchen umzubinden, um sie von den Nachgeborenen zu kennzeichnen, Aehnlich heißt es in Bereschit 38, 28: „Da nahm ihn die Hebamme und knüpfte einen Purpurfaden um seine Hand, damit zu sagen: der ist zuerst herausgekommen." Die schwächlichen, spätgeborenen Tiere werden mit ä»stsj?n bezeichnet. * * * Kap. 31. V. 23. i'ins tp-i'i lay vm ns np'v „Da nahm' er seine Verwandten mit sich und.verfolgte ihn." Aus der Befürchtung, seine Krieger könnten sich gegen seinen Willen mit aller Wucht auf Jaakow stürzen, wählt Lawan vns Verwandte zu seiner Gefolg5 schaft, Sie werden seiner Autorität als Familienhaupt nicht zuwiderhandeln. . j * * * ' .• ,.' Kap. 31. V. 33. W^nsai ns* *>nsaiäj?s» ^nsa \ib sa'i >btn Vnsa sa»i nsV Vns» kjpi »a'i ss» sM mnasn „Da ging Lawan in Jaakow» Zelt und in "Leas Zelt und in das Zelt der beiden Mägde und fand nichts..