Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 14-15 (3.4.1936)
- Date
- 1936-04-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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3. April 1936 D e*r Israelit Nr, 14/15 Seite 13 Auch traurige Ereignisse aus den Kreuzz ü g en spielten sioh um diese Zeit des Jahres ab. In der jüdischen Geschichte sind sie bekannt unter dem Namen „Geserat Tathu", d. h, Verhängnis des Jahres 856 (des vierten Jahrtausends). In der erwähnten Gemarastelle gibt es auch die Lesart: j,Die Schüler starben bis zur „halben Zeit", (.Peross ha-Azeret'.") (Damit ist der 18. Ijar gemeint. So ist der 18. Ijar, an dem das Sterben der Schüler R. Akibas aufhörte, zu einer Art Halbfeiertag geworden. ,, L a g b e - 0 m e r " heißt eigentlich der Dreiunddreißigste im Omer. „Chatam Sofer", Jore Dea bemerkt, daß am 18. Ijar auch das erste Manna gefallen sei. Die Kaibbalisten feiern in Palästina in M e - ron „Lag be-Omer" als ,, Jom Hillula de R ab b i Schimon iben Jochai ". An einem 18. Ijar starb er, und vorher hat er seinen Schülern noch tiefe Geheimnisse enthüllt. Dieser Tag heißt ,,Freudentag", weil sich der Rabbi auf seinen Todestag freute (Sohar zu „Haasinu"). Vor dem Sedertisch. Ueber den Sedertisch, festlich geschmückt, Blickt Heinz, der Jüngste, ganz beglückt. Er darf heut'^ Manischtannoh sagen, Doch vorher bat er noch andere Fragen. Sage mir einmal, Papa, Was bedeuten die Mazzaus da? Ungesäuertes Brot, mein Sohn, Erinnert an Leid und harte Fron. Als Juda einst aus Aegypten floh, Aßen die Väter es ebenso. Durch die Eile kam niemand dazu, Das Brot zu säuern in aller Ruh', Und die bitteren Kräuter da, Was' bedeuten sie, Papa? Wie bitteres Kraut, auch Moraur genannt War bitter das Leid in Aegyptens Land. Sage mir weiter, lieber Papa, Was bedeutet das Salzwasser da? Das .sollen die bitteren Tränen sein, Die Israel weinte ob seiner Pein. Ich sehe Aepfel und Mandeln im Wein, Das wird wohl das Charausses sein. Du hast ganz recht, mein lieber Sohn, Die Farbe des'Lehms zeigt eben die Fron. Und der Knochen neben dem Wein? Soll das Symbol des Pessachlamms sein. Das Ei stellt das Sinnbild der Trauer dar, Als der heilige Tempel zerstöret war. Nicht nur daran sollen wir denken, Hin zur Freude sollen uns lenken Auf dem Tisch die vier Becher voll Wein, Pessach soll ein Freudenfest sein. Was sollen gerade vier Becher da, Sprich mir auch davon, lieber Papa. Vierfache Wohltat bekämpft Judas Leid, Es war erwählt, erlöst, gerettet, befreit. Der schönste Becher weit und breit Ist dem Propheten Elia geweiht. Für ihn, den Künder messianischer Zeit Ist Jahr für Jahr ein Platz bereit. Und ein, Becher mit köstlichem Wein Harret ebenfalls treulich sein. So, jetzt kennst du die frommen Sitten, Laß' uns gemeinsam den Ewigen bitten, Daß er den Messias sende, Auf daß Israel Ruhe fände. Elly Ludwig, Berlin. Vermischtes. Berlin, 2. April. Im Verein zur Erhaltung des ü b e r Ii e f e r tie n ■ Jii d e n t u m s findet am Samstag, den 4. April, 20.45 Uhr> in den Räumen Pestalozzistraße 15 ein Vortrag des Herrn .Rabb. Dr., Singer ma n n statt über das Thema „Gestalten der Hagadah". Die gesangliche Umrahmung hat Herr Kantor Hart e n b e r g übernommen. Schlüchtern, 29. März. Diese Woche verläßt uns durch seinen Umzug nach Frankfurt a. M. zu allgemeinem Bedauern der : ganzen Gemeinde unser erster Vorsteher Herr, Meier Wolf. Er..war in , jeder Be- Ziehung die erste Stütze dex- Gemeinde und. hat jahrelang seine ganze Kraft dn den Dienst der" Ätigeinemheit gestellt; er hat sich besonders als Wohltäter so beliebt: gemacht, daß ihn die Gemeinde nie verges sen wird. Hierfür rufen wir ihm herzlichst Jejascher Kockacha zu. .. „G'tt vervollkommne deine Kraft" Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Freuden an seinen Kindern und Kihdeskindern zu erleben. tf"yiaj/ Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. nOÖ-PRÖGRAMM 1. Tag (Dienstag) abends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal : „Aus der Hagodoh", Herr Rabb.-Ass. Dr. M- Schlesinger. 2. Tag (Mittwoch) nachmittags 5-15 Uhr (im Anschluß an Mincho) im Hörsaal: „Von den Patriarchen zu den Propheten", Herr Direktor Elias. a-nin ratf morgens nach Schul im Hörsaal: „B'J'T", Herr Rabb.-Ass- Dr. E. Posen. — nachmittags 4.15 Uhr im Vereinslokal _ (anschließend Mincho „Die Haf tauro von ö*nin rav", Herr Julius Lewin. — nachmittags 5.30 Uhr (im Anschluß an Mincho) im Hörsaal: „*w D^Vtfn", Herr Rabbiner H. Mayer. 7. Tag (Montag) tbends 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal: „Das Lied am Meere", Herr Dozent Julius Ehrentreunoa bvt inns (Dienstag) nachmittags 5.15 Uhr im Anschluß an Mincho im Hörsaal: „Pesach-Ausklang", Herr Dr. S. Ehrmann. c Jahrzeitsstiftnngen. nosn 'R morgens nach Schu1: Hanna Moos-Stiftuung. »»nin tüv Auguste Bier-Stiftung. Sonntag, 12. April: Ida Weil-Stiftung. Mittwoch, 15. April: Gretchen Wallerstein-Stiftung. Mittwoch, 15. April: Rabb. Dr- J, Lorsch-Stiftung. Freitag, 17. April: Adelheid Schwab-Stiftung- Schabbos, 18. April: Josef Wallach-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 4% Uhr nach Mincho im Hörsaal, Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Dr. S. Ehrmann: „Aus Haggada zu Pessach". Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz- 'W t'3T K'aiD (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr,' Fichtestr: 5.;' — Sabbat vorm. 11-12 Uhr .(für Jugendliche) b»n ms, Fichtestr. 5- —Die Mussärlehre des Rambam (für Jugendliche), rav 4.30 Uhr, ebenda. — Messilas Jeschorim. 5.30 Übr. Herr Dozent J. Ehrentreu, wain mit o'BHBa, Sonntag 18 Uhr, Uhlandstr- 39- Herr M- Feuerwerker, i"9 'oa xnaa (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20-30 Uhr, Fichtestr. 5 m für Jugendliche, Schabbos x/24 Uhr .mv rvo^n, inm maa -\vi (für Baalebatim), Montag und Mittwoch 18-30— 19.30 Uhr ebenda. Herr R -A. Dr. E. Posen avn msa, Sonntag ll3/4 Uhr, Wittelsbacher Allee 11. Herr B. Rachelsohn, mvn niwa Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A- Dr. M- Schlesinger, na» 'aa für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr, Schwanenstr. 12. Herr J- Sofer, 'av rp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11^12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, D"n miK, Sonntag nach n-nnw, Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Der Schiur vor n'-inff unter Leitung des Herrn Feuerwerker (mraE> '»*) findet um 615 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der I- R. Gstatt- Gebetzeiten. ix '5 ^vnn nnw Freitag abend 6.30 Samstag naafffi 6.50 Samstag mprg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1-00 u- 4.30 Vortrag Samstag abend. 7.50 Wöchengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6.30 T-efillinlegen am Morgen 5.00 ";" nos 1. und 2. Tag Erew Pessach morg. 6.15 Chomezverbot morg. 9.20 Montag abend 6.50 Dienstag und Mittwoch naattn 6.50 Dienstag und Mittwoch morg. 8-00 Dienstag und Mittwoch nachm. 1.00 und 5.00 Dienstag und Mittwoch abend 7.55 ö"rnn Freitag abend 6.40 Samstag nasew 6.50 ,,. Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 5:00 , Samstag abend 8.00 Wochengottesdienst: Morgens 6/30 . Abends 7.00 Tefillinlegen am Morgen 4.40 7- und 8. Tag Sonntag abend 6.55 Montag narwn 6-35 Montag morg. 7.45 Montag nachm. 1.00 und 5.00 Montag abend 8.05 Dienstag naasrn 6.35 Dienstag morg. 7.45 Predigt Dienstag nachm. 1.00 und 5-00 Dienstag abend 8-15 »aw na» Freitag abend 6.50 Samstag nmvn 6.50 Samstag morg. 8 00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.15 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.00 Tefillinlegen am Morgen 4.25 Die Frankfurter Woche. Schlußverhör in der Thoralehranstalt JeSchiwa, Nach dreitägigem Verhör schloß am Sonntagabend der Rosch Jeschiwah, Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer, das Semester mit einer Ansprache, die nicht nur den Bachurim, sondern auch allen Versammelten tief zu Herzen ging. Herr Rabb. Dr. Breuer dankte der Gemeindeverwaltung, der Leitung der Realschule, dem Kuratorium, den Dozenten und Gemeindemitgliedern, welche die Bachurim förderten. Kraft und Stärke verleiht uns nur das Thorastudium and gibt uns die Rüstung für das Leben. Wer den Geist d?r Jeschiwa in sich trägt, wird es nicht nur durch regelmäßiges Lernen beweisen, sondern durch Bewährung im Leben. Ergreifende Worte der Ehrung findet Redner für den Rogatschower und für den Großwardeiner Raw. Letzterer hat in engster Beziehung zur Jeschiwa (gestanden und viele Bachurim hierher geschickt. Mit Worten der Psalmen, in tiefer Ausdeutung, entläßt .der Leiter die Bachurim, die ihnen ewige Mahnung sein möchten, sich als Jünger der Thora und der Frankfurter Jeschiwa im Leben zu bewähren. Die Jüdische Winterhilfe dankt! Die Jüdische Winterhilfe, Frankfurt a. M., unterzeichnet von Sanitätsrat Dr. Ettlinger und Philipp Posen, schreibt uns: Nach Abschluß eines Werkes, das für die jüdische Gesamtheit,,ein Prüfstein für Einsatzbereitschaft und- Opferwille war, ist es uns ein Bedürfnis, allen zu danken, die es uns ermöglicht haben, die uns gestellten schweren Aufgaben zu erfüllen. Wir dürfen mit Genugtuung bekennen., daß es dank der Opferbereitschaft aller Kreise, unserer Gemeinschaft gelungen ist," das Versprechen einzulösen, das wir am Anfang unserer Arbeit gegeben haben: kein Bedürftiger blieb in dieser Zeit, in der wir im Kampf gegen Winternot zum ersten Male auf uns gestellt waren, ohne unsere Hilfe. Vortrag für Schüler der S. R. Hirsch-Schule. Die Samson Raphael Hirsch-S,chule veranstaltet für ihre Schüler am Donnerstag, den 9. April, abends 8 Uhr, einen Vortragsabend, an dem über die von der „Tel Awiw" veranstalteten Palästinafahrten berichtet wird. Auch Gäste sind willkommen.. Vortrag des Herrn Dr. Ehrmann in der Orts- und Jugendgruppe. Herr Dr, Ehrmann wird am wan Virt Donnerstag Abend, 8.30 Uhr, im Hörsaal der I. R. G. über „Die religiöse Situation der Jude^ in den österreichisch-ungarischen Nachfolgestaaten" sprechen. (Es wird vorher a'isra gebetet.) Der Referent, von einer längeren Reise im Auftrag des Keren Hajischuw zurück, wird über die Eindrücke seiner Reise berichten. Gäste, Damen und Herren, herzlichst willkommen. Sitzung der Gemeindevertretung „israelitische Gemeinde". Die am Mittwoch Abend (1. April) stattgefundene Sitzung nahm einen interessanten und lebhaften Verlauf. Es handelte sich zunächst um die Subventionierung der hier demnächst zu eröffnenden Anlernwerkstätten, wozu sich bereits 180 schulentlassene junge Menschen gemeldet haben (weitere Anmeldungen sind zu. erwarten). Für die Einrichtung in den Häusern Fischerfeldstraße 13, und Schöne Aussicht 8, für die Maschinen usw., die dazu benötigt werden, um Metall- und Holzbearbeitungslehrstätten einzurichten, beantragt man für 1936/37 RM. 15.000.—. Diesen Betrag will jnan zu einem erheblichen Teil aus bestehenden Fonds und nicht gebrauchten Posten des Etat aufbringen. Vom Vorstand erörterte Herr Sali Kaufmann den Plan in seinen Details, wonach die Räume früher für 300 Arbeiter ausreichten. Den Gemeindevertretern ist das ganze Projekt in seinen Einzelheiten vermittels eines Exposees erläutert worden. Herr Stiefel erklärte namens der Liberalen, daß man mit der geplanten