Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1936)
- Date
- 1936-03-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2450909-2450922--82015-2539924- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 Nr. 13 Der I sx i a.1 i. t 26. März 1936 entgeltlich zur Besichtigung zugänglich am Sonntag, den 29. und Montag, den 30. März, vorm. 11—1 Uhr und nachm. 4—6 Uhr. Berlin, 10. März. Am 15. März veranstaltete das Patenschaftskomitee für die Schulen der Adaß Jisroel eine Schulabschluß-Feier, die unter dem Motto „Hedad, zur Alijah!" stand und sich einer überaus großen Besucherzahl erfreuen durfte. In seiner einleitenden Ansprache bezeichnete Herr Rektor S i n asohn es als das Ziel der Schulen, Menschen heranzubilden, die über ihrer Einsatzbereitschaft für den Aufbau Erez Jisroels nicht die primäre Pflicht zur Thoratreue in allen Lebenslagen vergessen. Illustriert wurde die Verwirklichung dieses Erziehungsideals deutlich an einer in vorbildlichem Hebräisch von den Schülern gespielten Iwrithstunde, die die Besprechung des für die palästinensische Wasserversorgung wichtigen Wasserturms zum Gegenstand hatte und ausklang in das Bekenntnis zum „Maschiw horuach u'maurid hagoschem". In anderen humorvollen Szenen, bei denen alle Klassen der Volksschule mitwirkten, wurde die Pflege von Iwrith und Palästinakunde vor Augen geführt. Daran schlössen sich die von den Zöglingen der höheren und der Handelsschule dargestellten Bilder aus dem Hachscharah- und Jeschiwa- Leben. Zum Schluß wurde die Abreise nach Erez Jisroel gezeigt, bei der eine eindringliche Ermahnung zum Festhalten an Tauroh und Mizwaus nicht fehlte. Hervorzuheben ist besonders die in Form einer Rechenstunde drastisch aufgezeigte Tatsache, daß die" mehr als 400 Freischüler zum weitaus größten Teile nicht den Mitgliederkreisen der Adaß Jisroel entstammen und deshalb für die gesamte Berliner Judenheit die Pflicht zur Aufrechterhaltung und Förderung dieses Schulwerks besteht, das seine Mustergültigkeit wiede reinmal in den aus den Darbietungen der Schüler erkennbaren Leistungen des Lehrerkollegiums bewiesen hat, Die im zweiten Teil des Abends von den Künstlern Max Rosenthal, Kurt Säbel, Erna Leonhard, Erhard Wechselmann und Willy Prager durch Musik, Gesang, Rezitation und Humor gebotene Unterhaltung fand ebenfalls ein dankbares Publikum, und die ganze Veranstaltung dürfte dem Patenschaftskomitee neue Gönner geworben haben. Berlin, 20. März. In die F. W. I. Gesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher Interessen von in Deutschland wohnhaften oder wohnhaft gewesenen Juden m. b. H. wurde Herr Siegfried Mielzynski, Berlin, als Leiter der neugegründeten Abteilung für die Beratung, Betreuung und Verwertung jüdischer Einzelhandelsbetriebe berufen. Herr Mielzynski, der seit Jahrzehnten hervorragende Stellungen in führenden Einzelhandelsbetrieben und zentralen Einkaufsgesellschaften für Waren- und Kaufhäusbetriebe eingenommen hat, wird innerhalb der F. W. I. alle den Einzelhandel betreffenden Fragen bearbeiten. Hamburg,. 10, März. Soeben ist im Auftrage des Zeiire Misrachi f.ür Deutschland ein Arbeitsplan (und Stoffsammlung) zu Pesach von B. S; Jacobson erschienen. Die Broschüre ist zum Preise von RM. —.50 ausschl. Porto bei der Bundesleitung des Brit Hanoar schel Zeiire Msirachi für Deutschland in Hamburg zu beziehen. ' •'• Einführung von Rabbiner Dr. Winter, Lübeck, in das Landesrabbinat Mecklenburg. Rostock, 23. März. Am Sonntag, den 8, März, fand die Einführung des neuen Rabbiners in das Landesrabbinat Mecklenburg in Rostock, dem Sitz des. Oberrats, in Anwesenheit der Mitglieder der Gemeindevertretung und der Gemeinde Rostock statt. Nach dem stimmungsvollen Vortrag des Maariwgebetes durch Herrn Kantor H e s richtete Herr Direktor Max Samuel im Namen des Oberrats, herzliche Worte der Begrüßung an den neuen geistigen Führer, der mit dem Rabbinat Lübeck nunmehr auch das Landesrabbinat Mecklenburg übernommen habe. Herr Rabbiner Dr. Winter betrat hierauf die Kanzel und legte in eingehenden Worten die Aufgaben des Rabbiners in der heutigen Zeit dar. Er appellierte an .die Mitarbeit der Gemeinde und wies auf die ewig gleichbleibende Verpflichtung hin, die das Judentum von all seinen Bekennern fordere. — Acht Tage später, am 15. März, fand im Anschluß an die Landesversammlung die Einführungsfeier vor den Gemeindevertretem des ganzen Landes Mecklenburg in der Synagoge zu Güstrow statt. In dem über hundert Jahre alten G'tteshaus, das in seinem Bau und seiner Inneneinrichtung eine Sehenswürdigkeit "der Stadt bildet, versammelten sich die Vertreter der einzelnen Gemeinden mit den Mitgliedern des Oberrats und des Vor-. Standes. Der Vorsitzende der Gemeinde,' Herr Rechtsanwalt Markus, wies im Anschluß an die prophetischen Worte Jecheskels auf die Größe der Aufgaben hin, die des Landesrates warteten.. Herr Rabf biner Dr. Winter sagte in seiner Antrittsrede u. a., jede Generation habe den ihr zugewiesenen Auftrag im Geiste des Judentums zu lösen und Aufbau des jüdischen Lebens sei die Forderung des Tages hier wie in Erez Israel. — Mit dem Vortrag des Hallalujah-Gesanges schloß die erhebende Feierstunde, die für die Judenheit Mecklenburgs einen neuen Abschnitt einleitete. Neustadt-Gödens (Ostfriesland), 18. März. Am 15. März fand hier eine Abschiedsfeier in der Synagoge statt. Die Gemeinde Neustadt-Gödens, die älteste in Ostfriesland, ist auf einige Mitglieder zurückgegangen. Das G'tteshaus^ einstmals kaum die Zahl der Betenden fassend, ist baufällig geworden und muß deswegen geschlosen worden. Zur letzten Feiertunde hatten sich viele Freunde und ehemalige Gemeindemitglieder eingefunden. Herr Landrabbiner Dr. Blum, Emden, sprach in ergreifender Weise über das Thema Psalm 43, 5; „Was bist du gebeugt, meine Seele, und was jammerst du in mir? Harre auf G'tt! Denn noch werde ich ihm danken, dem Heil meines Antlitzes und meinem G'tte." — Der Synagogenchor aus Jever unter Leitung des Lehrers H a r t o g , Wilhelmshaven und unter Mitwirkung des Solisten Herrn Rudolf G ut e n t a g , umrahmte mit seinen Gesängen die Feier. — Schofartöne schlössen die ernstte Feierstunde. Ha. Gemen, 20. März. Am Sonntag, den 15. März, hielt die jüdische Jugend ihren Heimabend ab. Herr Lehrer S a f f r a sprach über die im vergangenen Winter geleistete Arbeit, sowie über die Arbeitsgemeinschaften der kommenden Monate. Anschließend referierte Herr Bezirksrabbiner Dr. Auerbach, Recklinghausen, über die Entstehung der Haggada. Briefkasten. M. O. in N« Es ist üblich, daß in diesem Falle ein anderer Kaddisch und Borachu sagt, worauf der Vorbeter mit der lauten (v"nv beginnt. — Milch, die nicht unter Aufsicht eingemolken ist, darf man auch von einer Molkerei nicht beziehen. A. D. in B. fs 24.— eingegangen. Tluchi in die fieimat Ein Dokument der Zeil von S. SCHACHNOWITZ Preis broscli. Jt 2.-, geb. Jl 3— Das Buch, 265 Seiten ftark, ift ein Dokument der Zeit uon ergreifender Realität. Ein junger jüdifdier Menfch aus einer areligiöfen, am Judentum vöiliq desintereffierten Familie wird uom Sturm der 2eit erfaßt und auf jüdifdien Heimatboden gefegt. Tflit der Warnt der Jugend und der Überzeugung reifet er am Ende auch die Eltern und feine ganze Umgebung mit zur jüdifdien Höhe. Jn ungemein anfchaulichen Bildern entrollt fich uor dem Rüge das Heben der Hadifcharah, das neue Werden in Erez Israel, die Entwicklung der erften orthodoxen Kibbuzim. Jüdifches Ceben örtlicher und uieftlicher Obferoanz Kommen, uon aufjen geftorjen, fich näher und finden fich uollends auf dem heiligen üäterboden, der zur Heimat der Jungen geworden ift. '4 i '/ / § t 1 Die Frankfurter Woche. .. HeSped auf den Rogatschower Gaon. In der Synagoge Friedberger Anlage hielt am Sonntag im Anschluß an das Minchogebet Herr Gemeinderabbiner J. Horowitz einen! Hesped auf den Rogatschower Gaon, wobei er dem großen Auditorium die Persönlichkeit und 'die Thoragröße des heim£e£angenen Gaon vor Augen führte. Der Herr Rabbiner ging vom Nissanmonde aus, zu dem Israel besonders in schweren Zeiten hinaufschaut. Wie der Mond sein Licht von der Sonne empfängt, so habe der Gaon in seinen halachischen Werken und Responsen vorab die Meinungen der früheren Großen zur Geltung gebracht. Mit dem Thorasatz i^'K *\QV inpri j'B'ja mi beweinte er neben Rabbi Josef Rosin ^>"ST, auch den dieser Tage plötzlich heimgegnngenen Rabbi Benjamin Fuchs ^"Jtr, den Oberrabbiner von Oradea. In vielen geistvollen Agadadeutungen, die von der Gemeinde mit Andacht angehört wurden, strahlte die Persönlichkeit des großen Thoraführers wider. Wie wir hören, wird die A g u d a & Jisroel- Landesorgänisation nach Ablauf des Nissanmonats eine weitere Gedenkfeier veranstalten. Abschiedsfeier in der Samson Raphael Hirsch-Schule. Die obligatorische Abschiedsfeier in der Samson Raphael Hirsch-Schule am vergangenen Sonntag hatte dieses Jähr insofern eine eigene Note, als man über das der neuen Zeit angepaßte Lehrziel der Schule für das nächste Jahr einiges zu hören bekam. Die Feier begann mit einem Klavierspiel sowie deutschen und hebräischen Rezitationen, durchgeführt von Schülern und Schülerinnen, worauf Herr Dr. Löwenthal im Namen des Schulrates mit einigen kurzen kernigen Worten den abgehenden Schülern und Schülerinnen den Glückwunsch des Schulrates überbrachte. Nach weiteren Solo- und Chorgesängen, auch hebräischen Zwiegesprächen, dankte einer der Absolventen (Dieter Ahrend) im Namen der Abgehenden den Lehrern und vorab dem Herrn Direktor dafür, daß sie ihnen nicht allein Kenntnisse, sondern auch Erkenntnisse übermittelt hätten, vor allem das Bewußtsein von der Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft. Diese Zugehörigkeit wollten sie sich stets, was das Leben ihnen auch bringen möge, bewußt bleiben. Wie beim Auslernen eines Talmudtraktates ruft er der Schule -pJ>y pm zu. „Wir bleiben mit der Schule verbunden!" Herr Direktor Elias gab erst einige sachlich© Aufklärung über Wesen und Sinn der Entlassungsfeier. Die schweren Zeiten wirken sich in der Schule dahin aus, daß viele Schüler abwandern oder frühzeitig abgehen, um sich einem Erwerbe zuzuwenden. Unsere Schule hat es nicht so leicht wie andere, ihre Bänke mit der jüdischen Schülerschaft aus den nichtjüdischen Schulen aufzufüllen, da; sie an die, Aufnahme schon einige Voraussetzungen nach , jüdischer Richtung knüpfen muß. Zu dem bewährten, gleichgerichteten Kollegium kamen noch jüngere Lehrer hinzu, die gute Fiihluncf mit den jungen Seelen 'gefunden haben. Vorstand und Gemeinde haben, in schwerer Zeitein Wunder an Opferkraft vollbracht, durch welches die Schule nicht nur bestehen, sondern sogar ihren Plan erweitern konnte. So wurde Iwrith gelernt, mehr Geschichte und auch auf eine handwerkliche Ausbildung gesehen. Alle diese Fächer werden im nächsten Schuljahre noch mehr gepflegt werden und der Iwrith-Unterricht wird nunmehr obligatorisch sein. Der Herr Direktor wendet sich entschieden gegen die Meinung, daß man in der heutigen Zeit die geistige Ausbildung hintenan setzen dürfe. Das Gegenteil sei der Fall, da die Umstellung der Jugend heute noch ein größeres Maß von Sprachkenntnissen und Geistesbildung erfordere. Es folgte nun . eine herzliche Ansprache an die abgehenden Schüler und Schülerinnen, mit der Mahnung zur Mobilmachung aller inneren guten Kräfte, gegen andere Regungen, die aus niederen Schichten aufsteigen. Mit deutschen und hebräischen Chorliedern, letztere unter Mitwirkung von Sängern unseres S y n a - g ö <g e n c h o r e s , wurde die überaus wirksame Feier geschlossen. Verhör und DroScho in der Thora-LehranStalt- Jeschiwa, Das große Verhör auf der Jeschiwa beginnt am Donnerstag und schließt am Sonntag nachmittag mit der Entlasisungsredie des Rosoh-Jeschiwa. Zwischendurch hält der Rosch-Jeschiwa, Herr Dr. Josef Breuer, am Sabbat nachmittag nach Mincho (4,45 Uhr) in der Aula/der Thorälehranstalt die J a h r e s s u g i a. Zu all diesen Veransialtunigen sind alle Freunde der Jeschiwa bestens eingeladen. Der L i w j a t h Chen -Vortrag am Sabjbät nach Mincho fällt aus diesem Anlaß aus. ■Das Landkraderheim „Beth N'arim" der Agudas Jisroel. i 1 Zu dem Artikel: über das „Beth N'arim" in. Frank- Ifurt erhalten wir noch' folgende: Einzelheiten::.» ' Das Heim wurde von: der - A .g u d a s c J i s r o ,e 1 - Landesorgänisation gegründet und unterstellt ihr. Die Jleitung wurde vom Orisigruppenvprstand gebildet und besteht aus den Herren: Rabibnatsassessjor