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Der Israelit · 1936-03-26 · Heft 13 (26.3.1936) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 13 (26.3.1936)
Date
1936-03-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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\ 26. März 1936 D e Israelit Nr, 13 Seite 7 Nach der dritten Lesung des Anti-Schechita- > gesetzes, W a r s c h a u , 22. März. Bei der dritten Lesung des Schächtprojektes im Se jm "haben die Vorschläge der Regierung nur eine kl« ine Mehrheit von 97 zu 75 v bzw. von 84 zu 77 gefunden. Mit dem erstgenannten Stimmenverhältnis wurde der Zusatzantrag der Verwaltungskommission, eine besondere Steuer voij zehn Groschen pro Kilogramm Lebendgewicht für rituell geschächtetes Vieh zu erheben, sowie ein zweiter Antrag, daß der Einkauf von Schlachtvieh für rituelle Schachtung nur direkt beim Produzenten und gegen Ausstellung einer besonderen Bescheinigung zuzulassen sei, abgelehnt. Bezüglich der Zulassung lokaler Schäqhtverbote wurde ein Kompromiß geschlossen. Wehrend die Verwaltungskommission verlangt hatte, lokale Schächtverbote für alle jene Ortschaften zuzulassen, in denen die jüdische Bevölkerung weniger als 15,Prozent ausmacht, schlug der Landwirtschaftsminister vor, daß dies«" Möglichkeit nur solchen Ortschaften gegeben werde, die weniger als 3 Prozent Juden haben. Dieser Kompromißantrag wurde mit 8'4 zu 77 Stimmen angenomme n. Lettland. Nach dem Tode des Rogatschower Gaon ^XT ' Riga , 20. März. In einer gemeinsamen Sitzung von Mitgliedern der Rigaer und Dwinsker Gemeinde wurde beschlossen, schon in aller Bälde die Manuskripte des Gaon herauszugeben. Än der Spitze des Komitees;steheh der bekannte jüdische Politiker Herr M. D u bin , Rechtsanwalt Witt e n b e r g , T. B aran und H. L. Samunow. Unter den Manuskripten befindet sich ein kompletter Kommentar auf die Thora und der dritte Teil des grundlegenden' Werkes naya wss- Besonders hervorzuheben sind die Leistungen aes Herrn Baran nach dieser Richtung. Während der ganzen Krankheit, des». Gaon und seines Aufenthaltes in Rigawar ^Herr _B^caji--buchstäblich keine Minute von seiner Seite gewichen. Schon einen Tag vor der Beisetzung eilte Baran nach Dwinsk, um ailes zu ordnen, die Hinterbliebenen des Gaon zu versorgen und das genannte Komitee zur Herausgabe der Schriften des Gaon ins Leben zu rufen; - 1 Rumänien. Keine Regierungssubvention im neuen Finanzjahr in Rumänien.! Bukarest, 16. März. Zum ersten Male nach einer Reihe von Jahren ist in dem Budget des rumänischen Kultusministeriums die staatliche B e i hl 1 f e für den jüdischen Kultus ri i cht m e h r enthalten. Im Jahre 1935 betrug diese Subvention; die seinerzeit auf Betreiben das damaligen Abgeordneten Dr. Wilhelm' Füdermarini des Präsidenten der Union rumänischer Juden, der jetzt auch geschäftsführender Vorsitzenderdes neu gebildeten Zenträlrates der Juden- Rumäniens ist,' als Ausdruck der Gleichberechtigung des; jüdischen ' Kultus in;den Staatshaushalt eingestellt worderi' war, noch 6 Millionen Lei. Ursprünglich war dieser Betrag mehr als doppelt so hoch, entsprach aber auch damals nicht der Summe, auf die die jüdische Bevölkerung nach ihrem zahlenmäßigen Verhältnis zur Gesamtbevölkerung Anspruch, hätte. Um die . Auszahlung i-der bewilligten Subventionen, die unter fomalistischen Vorwänden stets hinausgeschoben wurde, mußte seit jeher;1.hart gekämpft werden.; In .'der Streichung der Beihilfe erblickt die rumänische Judenheit eine' Verletzung der verfassungsmäßig v gewährleisteten vGliafchstellung des jüdischen Kultug-%i i Rumänien. Der Zentralrat der Juden Rumäniens ''.hat) -sich -gegen - diese -Zurücksetzung; mit einer Beschwerde; an-den König, den :Ministefpräsiril. denten und den Kultusminister: gewaridLiJ^ -; 'Neueste - i;.N Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. (Nach Palnews.) Tel Awiw, Die Abschlüßziffern der Ashrai Bank per 31. 12. 1935, die uns von der Leitung der Bank mitgeteilt werden, ergeben ein Bild der Entwicklung der Bank dm Laufe der 15 Monate seit dem letzten Abschluß per 30. 9. 1934. Die längere Bilanzperiode ist beim Vergleich der beiden Abschlüsse in Beträcht zu ziehen. Tel Awiw. Die Manufactory Lewis Goldsmith, Tel Awiw, hat die Herstellung von Schnellverbänden aufgenommen, sie ist das erste Fabrikationsunternehmen dieser Art in Palästina. Die Fabrik liegt in Nachlath-Ganim. Schnellverbände wurden bisher vor allem aus Deutschland importiert. Der Bedarf im Lande ist «ehr groß, die Absatzmöglichkeiten sind daher günstige. Die Aufnahme der , Erzeugung weiterer Produkte verwandter ' Art ist vorgesehen. Die Produkte sinSä-'fjualitativ und preislich nicht nur in Palästina, sondern auch in den benach-* harten Ländern konkurrenzfähig, so daß die Produkte'3 auch exportiert werden sollen. T i b e r i a s. Die Studienarbeiten im Hulehgebiet zur Vorbereitung der Drainagearbeiten gehen langsam vonstatten. Sie werden von hiesigen Arbeitern und Experten unter Leitung der englischen „Palmen-Gesellschaft ausgeführt. Es ist im Augenblick noch nicht möglich, zu sagen, bis zu welchem Zeitpunkt die Pläne fertig gestellt sind und ob die Schlußfolgerungen der Sachverständigen über die Drainagemöglichkeiten und -kosten günstige oder ungünstige sein werden. Inzwischen ist die „Palestine Drainage and Improvement Company Ltd." mit einem Kapital.von LP 100.000 gegründet worden. Diese Gesellschaft wird die Drainage- und Meliorierungsarbeiten im Hulehgebiet durchführen. Der Keren Hajessod, Keren Kajemeth und die Palestine Land Development Company sind an der Drainage and Improvement Company in gleichen Anteil«"«* De" teiligt. Jerusalem. -Jsfeben der Agricultüral Mortg*£=-' Company of Palestine Ltd.- {üb*** tleren Gründung und Struktur wir vor einiger Zeit nach „Palnews" berichteten) und der Farmers Bank Ltd. bereitet die Jewish Agency die Gründung einer neuen landwirtschaftlichen Bank vor, die solchen Landwirten, die ausschließlich jüdische Arbeiter ^beschäftigen, Kredite geben soll. Die Anleihen sollen eine Laufzeit von 12 Jahren haben und mit 7. Proiz. verzinslich sein. Das> Kapital der Bank wird sich auf LP 30.000 belaufen, von denen die-A. P. B. LP 25.000-| und der Keren iHajessodv LP-. 5000' übernimmt. Die Bank beabsichtigt auch Debentures herauszugeben. Tel Awiw. Die Zigarettenfabrik Dr. W. Moses u. N. Waskewitch, die sich seit einer Reihe vons Jähren in Betrieb befindet, ging zu Beginn, des Jahres 1936 auf die neu gegründete ,/Qubek, Ltd." über. Außer den bisherigen drei Inhabern (Dr. Mosiesi, Mr. Policansky und N. Waskewitch) sind die Herren Avigdor aus Istanbul und Geal aus Saloniki in die Direktion der „Dubek, Ltd." eingetreten.. Die beiden neuen) Mitglieder der Direktion verfügen über eine große Branchenerfahrung j aus ihren Ländern. H a i f a. Wie aus Helsinigfors berichtet wird, beabsichtigt die Finnische Dampfschiffahrts -; Aktiengesellschaft [Fi A- A>): eine, neue Schiffahrtslinie nach der Levante einzurichten. Der finnische Handelsverkehr mit dem Nahen Osten wurde bisher über Gelingen geleitet, wo die Waren auf 'die* Schiffe der Svenska Orient Line umgeladen wurden. Die neue Linie wird den Namen „Finnland Levante Linie" führen, sie soll bereits im Frühjahr den Dienst aufnehmen. Das finnische Schul- und - Au§s:tellungsschiff „Suomen Joutsen" hat sehr zur Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen Finnland und der Levante beigetragen. Die .griechische Regierung hat die 'Eröffnung eines direkten Schiffahrtsdienstes zwischen Griechenland und Palästina beschlossen. Jaffa. Die Citrus- "iriicM wiwdimmer kiiapj*er> so;"daß sich'die Saison dem Ende zuneigt. Die Qualität der Frucht ist .zur Zeit sehr gut. Nach Frawk^ reich' werden wieder. Verschiffungen' vorge- > onomlnen, f.jebensp nachj-^umänden,,, obwohl .die, Lage...dort .noch nicht ganz geklärt, ist.. England. Die Zusammensetzung des Council of German Jßwry. London, 20. März. Die endgültige Zusammensetzung des Council for German Jewry steht noch nicht fest. Der englischen Abteilung des Council gehören der Vorsitzende Sir Herbert Samuel, Viscount Bearsted, der Präsident der ICA, Sir Osmond Elim d'Ävigdor Goldsmid, der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann und Simon Marks an. Die englische Sektion hat ihren Millionendrive eröffnet, Verhandlungen mit interessierten Gruppen aufgenommen und eine Reihe von Projekten erwogen. Die endgültige Entscheidung über diese Pläne bleibt dem Gesamtcouncil vorbehalten. Londoner Richter warnt vor Belästigung der Juden. London, 18. März. Der Londoner Stadtrichter Herbert M e t c a I f e verurteilte den Angehörigen der Union of British Fascists, Ernest Williams, wegen beschimpflicher Aeußerungen gegen Juden zu einer Geldstrafe von 2 Pfund oder einmonatigem Gefängnis. Bei der Urteilsverkündung erklärte der Richter, er habe sich davon überzeugt, daß im Londoner East End jüdische Einwohner belästigt werden. Er richte an die Fascisten die Warnung, daß jedermann, der sich einer solchen Belästigung schuldig machen sollte, ins Gefängnis gebracht werden würde. Ich werde nicht zögern, erklärte der Richter, den Ersten, der wegen Belästigung von Juden mir vorgeführt wird, geradenwegs ins Gefängnis zu bringen. Der Belästigung ehrenwertp-- Leute, seien sie Juden-oder Nichtjuden. ",1"lü Einhalt geboten-werden.________ - Die Hilfsaktion für aus Deutschland ausgewanderte Gelehrte. ( London, 18. März. Der Akademische Hilfsrat hat einen von seinem Vorsitzenden Lord Rut herford unterzeichneten Aufruf für die ..Gesellschaft zum Schutz der Wissenschaft und des Studiums" erlassen, die die bisherige Arbeit des akademischen Hilfsrats fortführen soll. In dem Aufruf wird ein Ueberbück über die bisher - zugunsten der aus Deutschland ausgewanderten Gelehrten geleistete Hilfsarbeit gegeben. Außer -mit den Gelehrten aus Deutschland befaßte -sich der Rat auch mit ausgewanderten Gelehrten aus Rußland,--Portugal.omd-, .. anderen Ländern. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat der Rat bei der endgültigen Niederlassung von 363 Wissenschaftlern aus Deutschland mitgewirkt. Weitere 324 bekleiden provisorische Stellungen in Universitäten und wissenschaftlichen Instituten. Für ihre endgültige Unterbringung soll" noch gesorgt werden. Die neue r Gesellschaft für den Schutz der Wissenschaft und des Studiums werde die" Hilfe für die Gelehrten aller Länder fortsetzen, die aus Gründen der Religion, der Rasse oder der Ueberzeugung die wissenschaftliche Arbeit, für die sie qualifiziert sind, nicht fortsetzen können. Eine der Aufgaben der Gesellschaft wird es sein, einen akademischen Hilfsfonds zu schaffen, aus dem Forschungsstipendien für die bedeutendsten ausgewanderten Gelehrten an den Universitäten Englands und anderer Länder bestritten werden sollen. Der Verwaltung des Fonds werden der Erzbischof von Canterbury, der Präsident der Royal Society, der Präsident der Britischen Akademie Lord Horder, R. H. Brand und Lord Rutherford angehören. Keine Anstellung judischer Aerzte im Irak. t . London, 18. M.ärz.; Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, besteht zwischen England und der Regierung des I|r a k, ein Vertrag aus dem Jähre 1930, in dem sich' 'die1 'Regierung; verpflichtet hat, ausschließlich-

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