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Der Israelit · 1936-03-26 · Heft 13 (26.3.1936) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 13 (26.3.1936)
Date
1936-03-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 13 Der Israelit 26. März 1936 diesem schwierigen Agunah-Problem befaßten, ein Ausktmftsamt einsetzten, das von Weichsel und Dnjepr bis zu den Niagarafällen in Amerika reicht, um Erleichterungen zu schaffen, -wo solche „nach dem Gesetze von Moses und Israel" möglich sind. Die Herren in Amerika, im Emveraeh-- men mit ihren europäischen Gesinnungsgenossen, machen es sich erheblich leichter. Was die Rabbonim, die diesen Namen verdienen, zugunsten der unglücklichen verlassenen Frauen tun und wollen, ist eine Befreiung, die in der Gebundenheit des Religionsgesetzes begründet ist. Jene aber maßen sich die Kraft an, zu binden und zu lösen. Die jüdische Welt wird ihnen hoffentlich zeigen, daß im Religiösen „keine gleichen Möglichkeiten für alle" anerkannt werden können. En Charod, In einer Festversammlung in En Charod äußerten sich Jungen und Mädchen über die Resultate ihrer zweijährigen Ausbildung in diesem Kibbuz. Nach dem „Dawar" (siehe auch „Jüdische Rundschau" vom 13. März) erzählte ein Junge, welch große innere Umwälzung für ihn die Jahre in En Charod bedeuteten. Sie brachten ihn in Kontakt mit dem palästinensischen Leben, mit dem Judentum und seiner Kultur, die ihm ganz fremd waren. Sie haben ihm die Lebensform des Kibbuz nahegebracht. Anfangs dachte er: „Dies und jenes muß in En Charod geändert werden," jetzt aber fühlt er: „Ich selbst muß mich ändern, ich selbst muß mich anpassen." Die Arbeit wurde in diesen zwei Jahren ein unentbehrlicher Faktor in seinem Leben. Ein Mädchen dankt Eil Charod die hebräische Sprache, die ihr hier nahe und lieb wurde, und die ihr zur großen Bereicherung wurde. Ein Junge dankt En Charod die Erziehung zur Verantwortung. Hier hat er gesehen, wie jeder Einzelne sich für die ganze Wirtschaft und für das ganze Werk verantwortlich fühle, und dies werde ihm immer ein Vorbild sein, — En Charod, der exponierteste Posten religiöser Negation in Palästina, übt gewaltigen Einfluß auf den jungen Menschen aus, formt ihn und — formt ihn um. Wer wußte es nicht bereits ohne das Zeugnis jenes „bereits umgeformten" Jungen aus Deutschland-und des Mädchens, das En Charod nur „die hebräische Sprache" dankt? Aber welche dringende Warnung ist in diesen Bekenntnissen junger jüdischer Seelen an die Väter und Mütter enthalten, die ihren Kindern die Religion nicht aus dem' Herzen reißen möchten und sie dennoch dem Moloch der Jugenderziehung in En Charod zuführen! Anfangs dachte auch mancher religiös erzogene Junge: „Dies und jenes muß in En Charod anders werden." Bis er darüber belehrt wurde — Kinder sind leicht zu belehren — daß er selbst sich ändern, sich anpassen müsse. Es gab und gibt Väter, die meinen, die bisherige Erziehung und Vorbildung ihrer. Kinder sei eine sichere Schutzmauer auch vor den Einflüssen von En Charod. Ein verhängnisvoller Irrtum, wie uns aus Kindesmunde in En Charod selbst bezeugt wird. in Jerusalem. Zur Besetzung des Oberrabbinates ist, gegen seinen eigenen Kandidaten, Rabbi Zwi Pessach Frank, zu kämpfen, der seinerseits wiederum durch sein Verhalten seine eigene wie die gegnerische Partei vor manches psychologische Rätsel stellt. Innerhalb einer ungemein aufschlußreichen Artikelserie in „Kol Israel*'"-wird eine Darstellung der Lage geboten, die wir hinsichtlich der Tatsache, daß diese Jerusalemer Frage letztlich, eine Frage der Weltjudenbeit ist, hier kurz wiedergeben. Der Artikel knüpft an die seinerzeitigen:Verhandlungen zwischen A g ü das Jisroel auf der einen und Waad 1 e u m i mit Misrachi auf der anderen Seite auf der Basis eines Religiösen Rates, den der Waad leumi zu bilden bereit war. Die Verhandlungen scheiter- Wie schon einmal berichtet, kommen die Verhandlungen über die Neubesetzung des Jerusalemer Oberrabbinates nicht vom Fleck. Die Dinge komplizieren sich immer mehr. Obwohl, nach dem einheitlichen Willen aller Faktoren, es zur Zeit nicht mehr um die volle Erbschaft Oberrabbiner Kuks y'XT geht, nicht um das 0 b e r - rabbinat für Erez Israel, sondern nur für Jerusalem, so ergeben sich - gerade auf diesem verengten Raum so viele Zusammenstöße und Zwischenfälle, daß man im Moment nicht weiß, wie man aus diesem Chaos herauskommen soll. Kompliziert ist die Sache in erster Reihe dadurch, daß der Waad leumi in der prekären Lage ten damals bekanntlich an den Zumutungen an die Agudas Jisroel-Gemeinde, ihre Selbständigkeit in der Hauptsache aufzugeben. Der Misrachi hielt damals im Hause von Oberrabbiner Kuk Vxt am 1. Elul, — also zwei Tage vor seinem Heimgange — eine Versammlung ab, in der der Beschluß 'gefaßt wurde, daß der von Waad leumi zu bildende Religiöse Rat vollkommen genüge und jede Absonderung und eigene Gemeindebildung durch die Agudas Jisroel überflüssig mache. Der Beschluß trägt auch die Unterschrift von Rabbi Zwi Pesach Frank und, merkwürdigerweise, auch die Unterschrift des Raw Kuk,' der an den Venhandlungen nicht mehr teilnehmen konnte. In jenem Beschluß wird aber von den einzelnen Kompetenzen und Machtbefugnissen des zu gründenden Religiösen Rates mit keinem Worte gesprochen. Er ist lediglich ein Verdikt gegen die Gründung eigener unabhängiger orthodoxen Gemeinden und zugleich eine Anerkennung des Waad leumi, seiner Gemeinden und Institutionen. Nur nebenbei wird der gute Wille des Waad leumi zur Kenntnis genommen, einen Religiösen Rat zu bilden. Wie erinnerlich, wurde dieser Entschluß nicht nur in den Zeitungen veröffentlicht, sondern auch den Regierungsbehörden in London wie in Jerusalem und auch dem Völkerbunde in Genf unterbreitet, ohne zu bedenken, daß man damit eine schwere Diskreditierung der in Europa und auch in Jerusalem bereits bestehenden orthodoxen Gemeinden und Einrichtungen vor aller Welt unternahm. Aus dieser vom Misrachi geschaffenen Atmosphäre heraus kann man sich die Dinge erklären, wie sie sich seit dem Ableben von Raw Kuk naturbedingt entwickelt haben. Der Religiöse Rat des Waad feumi war und blieb seitdem der Stützpunkt des Misrachi im Kampfe gegen Agudas Jisroel, obwohl der Begriff des Religiösen Rates inzwischen so verblaßt ist, daß keiner mehr weiß, was er sich unter diesem Namen vorstellen soll. Unmittelbar nach dem Ableben des Oberrabbiners setzte eine Verhandlung ein zwischen dem Waad leumi und Rabbi Frank und seinem Kreis. Rabbi Frank sollte die Verwaltung des Rabbinates nur für Jerusalem übertragen werden, und zwar unter folgenden Voraussetzungen: Rabbi Frank und sein Anhang, die bekanntlich seinerzeit aus dem Waad leumi ausgetreten sind, verpflichten sich, wieder in Kenesses Israel und Waad leumi einzutreten und sie damit in aller Öffentlichkeit als die berufenen religiösen Instanzen für Erez Jisroel anzuerkennen. Der Waad leumi verpflichtet sich demgegenüber, den oft genannten Die geteilte Haggada. Von Rabbiner Feuerwerker in Frankfurt a. M, „Durch das Künden der Haggada öffnen sich unerschlossene Welten und huldigen der Macht ihres Herrn." (Sohar). Die Ordner der Haggada haben sowohl die Haggada als auch das Hallel in zwei Teile zerlegt. Schon in vielen alten Schriften ist nach dem Grunde dieser Teilung geforscht worden. Denken wir aber über den Wesensunterschied der beiden Teile und über ihre Bedeutung für das Judentum ein wenig nach, so sieht man, daß ihre Ausemanderhaltung wohl gerechtfertigt ist. Bekanntlich ist der Sinn des „Erzählens vom Auszuge aus Mizrajim" doch nicht bloß, Anderen den Bericht zukommen zu lassen. Vielmehr sollen wir hierbei auch und vor allem uns selber die großen Wunder in Erinnerung bringen, die G'tt uns beim Auszuge vollführte. In uns soll durch dieses Erzählen das Vertrauen gekräftigt werden, daß G'tt Alles vermag. Auch Dank für alle die Wundertaten, die Er uns mit seinem „ausgestreckten Arme" erwies, sollen wir ihm damit aussprechen. In diesem Sinne sagen wir nach Schluß des ersten Teiles der Haggada: „Darum sind wir verpflichtet, zu danken" usw. Aus zwei verschiedenen Gründen ist jeder Mensch dazu verpflichtet, einen Dank, den er empfindet, auch mit Worten auszudrücken. Zunächst soll durch dieses Aussprechen des Dankes der, dem er gilt, die edle Gesinnung und den Seelenadel des Dankenden erkennen, der die von Anderen empfangenen Wohltaten wohl zu würdigen weiß; außerdem aber soll dadurch in dem Wohltäter frischer Wille und neuer Mut zum weiteren öfteren Wohltun geweckt werden. Aufgrund dieser seelenkundlichen Zusammenhänge ist es jüdischer Brauch, das Bekenntnis des Dankes in die Worte „Jejascheir Kochacha" zu fassen, um zu lehren: Durch diesen Dank soll der Mut des Wohltäters zu weiterem Wohltun gekräftigt werden: „G'tt vervollkommne Deine Kraft." Dies ist auch der innere Sinn dessen, was unsere Weisen sagen: „Immer lasse man dem Gebete den Dank für die Erlösung vorangehen," Bevor der Mensch seine Bitten G'tt vorbringt, soll er Ihm zuerst danken für alle Gnade, die Er ihm schon erwiesen hatte und Ihm dann erst seine Wünsche aussprechen. Zuerst sind wir verpflichtet, G'tt als unseren Hort und Erlöser anzuerkennen und dann zu Ihm im engeren Sinne zu beten, er möge uns am Tage der Not erhören. Nur dann darf der Mensch hoffen, daß auch fortan G'tt ihm seinen Segen spenden wird. Nach diesen Begriffserklärungen ahnen wir wohl den Sinn des Abstandes zwischen den beiden Teilen der Haggada. Denn bei genauer Betrachtung beider Teile ergibt sich: Der erste Teil enthält die Erzählung des Auszuges aus Mizrajim in verschiedenster Weise, und Dank und Preis dem Schöpfer für seine Wunder, die Er uns erleben ließ. Der zweite Teil enthält das sehnsüchtige. Gebet des Volkes Israel und sein großes Hoffen auf die dereinstige endgültige Erlösung. Das Gleiche macht_den Unterschieid zwischen den. ersten beiden Kapiteln de® Hallel auf der einen und den übrigen auf der anderen Seite 'aus. In den beiden ersten Kapiteln wird G'ttes Allmacht und Seine Wunderkraft besungen, .die anderen sind innige Gebete um unsere Erlösung und um die Befreiung unserer Seele. Auf der Basis dieses Gedankens hat man die Haggada in zwei Teile zerlegt, um diesen Unterschied hervortreten zu lassen. Der erste Teil gleicht einem Danke für Erlösung, der zweite einem Gebete um solche. Darum gehören die beiden ersten Kapitel des Hallel als Berichte über die Großtaten G'ttes in den ersten, und die anderen Kapitel, die die Form von Gebeten haben, in den zweiten Teil der Haggada, in welcher der jüdische Mensch seine Seele vor G'tt ausschüttet, er möge uns nochmals wie ehedem erlösen. Hierauf zielen die Worte des Sohar: „Durch das Erzählen vom Auszüge aus Mizrajim spenden die Erzählenden gleichsam den Mächten des Himmels neuen Mut und Lust, ihrerseits immer wieder Segen zu spenden." Und sobald wir dann unsere Bitten vor G'tt aussprechen, so öffnen sich für uns neue Tore der Tröstung und Hilfe. In-solchem Augenblicke erwacht das Wohlwollen des Himmel®, uns abermals aus dem Galuth zu sammeln und uwa mraa uns bald in unseren Tagen aufrecht in unser Land zu führen. Sidra-Anleittmg für die Esra-Pirche Agudas JisroeL Nachdem allgemein das Wesen des pij?. geklärt ist, können wir an Hand der Sidroth J^lfi und 1* auf verschiedene Arten des Opfers eingehen. Teile ein in die Gruppen .der Opfer, die ganz dargebracht werden, die teilweise von den Priestern gegessen werden und: diejenigen, von denen nur ein Teil.ge-

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