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Der Israelit · 1936-03-19 · Heft 12 (19.3.1936) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 12 (19.3.1936)
Date
1936-03-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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»y^y^yggg^8^jg-!6BBsM^^^ m Seite 12 Nr. 12 Der Israelit 19. März 1936 Personalien. Oberrabbiner Benjamin Fuchs ^"ST« Oradea (Großwardein), 17. März. Oberrabbiner Benjamin Fuchs ist plötzlich ab berufen worden. Mitten in einer Rede, die er in einer öffentlichen Versammlung hielt, mit dem Bekenntnis zur Aguda im Munde, wurde er von einem Herz schlag befallen und hauchte np'lM W»3 seine reine Seele aus. Der Schmerz in der Gemeinde und im ganzen früheren ungarischen Gebiet, wo Oberrabbiner Fuchs als Zierde des Rabbinerstandes galt, ist unbeschreiblich. Rabbiner Benjamin Fuchs ^"St, der ein Alter von nur 63 Jahren erreichte, kam 1882mit seinem unvergeßlichen Vater, Oberrabbiner M. Fuchs ^*SJ' nach Oradea. Dort besuchte er die von Isidor Ulimann und Jacob Gabel begründete und geleitete jüdische Bür gerschule und bildete sich darüber hinaus unter Leitung des großen Vaters und in anderen großen Je schiwoth als hervorragenden aan T>a^n aus. Kaum 25 Jahre alt, wurde er nach der orthodoxen Gemeinde in Kronstadt als Rabbiner berufen, später nach J o k a und B a s i 1 bei Preßburg. Nachdem er noch eine Zeitlang in Baia-Mare gewirkt hatte, wurde er 1918 auf den Sitz seines inzwischen heimgegangenen Vaters nach der großen blühenden Gemeinde Oradea berufen..Diese Berufung ging nicht ohne Kampf vor sich, der mehr im Gemeindepolitischen begründet war. Aber schon in den ersten Jahren seiner Wirksamkeit gelang es ihm, .«eine früheren Gegner in glühende Freunde umzuwandeln. Von seinen großen Leistungen in den 18 Jahren seiner hiesigen Amtswirksamkeit nennen wir nur die Gründung der Talmud Thora-Schule „Chinuch Neorim", die heute 250 Kindern eine gründliche jüdische Erziehung vermittelt. Ein S c h o m r e Schabbos-Handwerkverein mit einem großen Beshamidrasch legen Zeugnis von der Tatkraft des Rabbi ab. Andere kleine Lehrhäuser und die große Synagoge, sowie Wohlfahrtsvereine und nicht zuletzt das Agudas Jisroel-Heim, lauter Institutionen, die zum Teile auf seine Initiative und alle unter seiner tatkräftigen Mitwirkung gegründet wurden, sind leuchtende Denkmäler für den Mann, der nicht allein Lehrer und Führer, sondern auch Vater seiner großen Gemeinde war. In der Agudas Jisroel-Weltorganisation hatte er zunächst als Mitglied des großen Rabbinischen Rates seinen Ehrenplatz. Man sah ihn fast auf allen großen Konferenzen der Agudas Jisroel und auch am Präsidiumstisch der ersten und zweiten Kenessio Gedaulo in Wien, Sein Wort wurde überall, wo es ertönte, gehört und beachtet. Die Jugend hatte in ihm einen Wegweiser von ewig jugendlicher Initiative, Oberrabbiner Benjamin Fuchs b"W> gehörte zu den ersten, die 1920 die t r ans>s y 1 v anis c h e Orthodoxie ins selbständige Leben riefen und i aufbauten, und er blieb bis zuletzt in der Führung. der Orthodoxie -und im Vorstande des Waad harabanim. Ebenso wie er als Präsident der transsylvanischen Agudas Jisroel seine beste Kraft in den Dienst des Klall stellte. Wir haben in Transsylvanien leinen schweren Schlag durch die plötzliche Abberufung dieses Führers erlitten. Möge uns '"fn d;en Weg des Trostes zeigen. *' jr.n Hamburg, 16. März. Hierr verschied am 19. Adar, ms 's 'p rav ans?- Josua Aron B i.b e r f e ld V'st. Wer ihn gekannt, weiß, was das Judentum an ihm verlor. Er war ein würdiger' Sohn seines großen Vaters b"2i, von DmaK ir>ai Biberfeld b"Xh der Sproß einer großen Familie, ein' Typ, wie er heute leider so selten geworden ist^'ein Kaufmann, ein Jvan bvi, der lernen konnte, dem rninn nnh das Höchste im Leben war. Und er konnte lernen, das bezeugen seine Kinder — ein Sohn ist Dozent an der na'Pi in Frankfurt a. Mv — das wissen die vielen Schuler, die bis kurz vor seinem Hingang bei ihm nun' gelernt haben. Das wußte auch b~pm 'i^n prw 'n, " dessen treuer Freund und Schüler der Verstorbene . gewesen ist. Wie e r b'i 'l^n pnx* "i verehrt hat, so hat auch ihn dieser geschätzt und geachtet. Sein Leben war schwer, aber von seltener JUlBK getragen. Seinen Herzenswunsch, studieren zu dürfen, versagte ihm das Schicksal, und nie ist er darüber ganz hinweggekommen, aber sein großes, bewunderungswürdiges pntn half ihm immer wieder, es hat ihn niemals verlassen, bis zu seinen letzten schweren Tagen. Er war aber nicht nur imb< er war auch pow- Ueber 40 Jahre gehörte er der j?"n Langenfelde an, nach dem er schon als junger Mensch in Berlin sich in der i?"n der :r~iiy btr\w betätigt hatte. So lange seine Kräfte es ihm erlaubten, hat er n i e versagt, wenn es galt, ton m^'öJ zu üben. Waren im Synagogenverband schwere'Entscheidungen zu fällen, dann holte man sich bei ihm Rat, und er versagte sich nie, nicht, um irgendwelche "ms für sich persönlich in Anspruch zu nehmen, nur im Interesse der Sache und des. Judentums. Nun ist er von uns geschieden, am naw my. kurz vor Eintritt des p"z> haben wir ihn zu Grabe getragen. Der nahende naa? verbot Ehrungen, die ihm auch nie erwünscht waren. Möge sich durch seinen Hingang am ms 's 'p res? aiy das Wort unserer b"\ D^nan erfüllen: •rnsa» D'pns wrn p msan nantt ms» diw Wie einst die n»*ra ms sühnte, so möge auch der Hingang dieses für uns isa» sein. Möge er ibn» f V» für die Seinen und unsalle sein, rr'axjn Würzburg,- 13. März. Noch in den a">wbv um seinen vor drei Wochen heimgegangenen Bruder folgt ihm nun Oberlehrer a. D. -Freudenberger ganz unerwartet kurz nach Vollendung seines . 70 Lebensjahres im Tode nach. Die segensreiche Tätigkeit des 1033. als Lehrer und Betreuer verschiedener ünterfrankischef Landgemeinden wurde in dieser Zeitung anläßlich der Vollendung seines 70, Lebensjahres eingehend gewürdigt. Fast vergessen aber ist heute der Allgemeinheit sein Verdienst, Vater und Begründer des Siedlungsgedankens im deutschen Judentum zu sein. Als ibnn n« nmin osn sah er schon vor 30 Jahren fast in prophetischer Schau die verhängnisvolle Auswirkung der einseitigen Berufsschichtung innerhalb unsrer Glaubensgemeinschaft. In Wort und Schrift richtete er damals in flammender Begeisterung den Ruf an die jüdische Oeffentlichkeit: „Zurück zum Berufe der Väter im heiligen Lande, zurück zur Scholle!" Erst die harte Notwendigkeit unsrer Zeit lehrte die zahlreichen Gegner dieser Bestrebung von einst eines Besseren. Welcher Wertschätzung und Beliebtheit sich der Heimgegangene erfreuen konnte, zeigte die außeror deutlich große Beteiligung an der die am 2. März auf dem Würzburger D"n rva stattfand. In einem großangelegten Tsoa ließ Herr Rabbiher Dr, Hannover die überragende Persönlichkeit des Heimgegangenen, der aus eigener Kraft und mit seltener Willens- und Charakterstärke sich seine Position geschaffen habe, vor unserem geistigen Auge vor überziehen. In bewegten Worten verabschiedete er sich von einem Freund, der ihm im letzten Jahrzehnt persönlich nahegestanden habe. Als Studiengenosse und Freund sprachen Hauptlehrer Mannheimer., Dettelbach, für den Israelitischen Lehrerverein in Bayern, Hauptlehrer a. D. Blumenthal, Würzburg, für die Familie sodann Lehrer Heß, Miltenberg, herzliche Worte des Abschieds' und des Gedenkens. '* Ein Mann von tiefer Herzensfrömmigkeit, der Treue und Wahrhaftigkeit, ein untadeliger Charakter, ein vorbildlicher Gatte und Familienvater, dessen Herzensgüte und Hilfsbereitschaft gegen jedermann allbekannt war, ist allzufrüh den Seinen und der Allgemeinheit entrissen worden. Möge fl*äpn der tiefbetrübten Gattin und den trauernden Kindern in ihrem Schmerze reichen Trost spenden. ->; rrnsjn- . Paris, 16. März. Am Donnerstag, den 5. März, fand hier unter Beteiligung einer unabsehbaren Menschenmenge der ."jüdischen sowie christlichen Bevölkerung die Beerdigung des Professors dei^'/Medizin, Dr. Arnold'' Netter, statt. Der Verstorbenewar ein et*r der berühmtesten medizinischen Autoritäten ■ Frankreichs, dem man das Serum gegen die-spinale Kinderlähmung sowie bahnbrechende Arbeiten über die Poliomyelitis verdankt. Er war seit langen Jahren eines' der führenden Mitglieder der Akademie für Medizin. Die französische Regierung hatte ihn zum Großoffizier der Ehrenlegion, eine. der "Seltensten- Auszeichnungen Frankreichs, ernannt. Der Beisetzung wohnte der frühere Marineminister, Admiral Lacaze, sowie der Vizepräsident der französischen Abgeordnetenkammer bei. Die Professoren der medizinischen Fakultät waren unter Führung des Dekans vollzählig erschienen. Vor dem Trauerhause hatte eine Abteilung der Pariser Garnison mit der Regimentsfahne Aufstellung genommen. Am Grabe sprachen der Oberrabbiner von Paris, Monsieur Julien Weil, sowie mehrere Kollegen des Verstorbenen. Prof. Netter war seit einigen Wochen zum Präsidenten der Alliance Israeli te ernannt worden. Frankfurter Veremskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgens nach Schluß der Synagoge; awi, Herr R.-A. Dr. E. Posen. — nachmittags 4 Uhr im Vereinslokal, Mikro, Herr Rabb. Meyer — abend 9 Uhr im Vereinslokal, auch für Damen, „Dinim zu Pessach" R.-A. Dr. E. Posen. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, yais «joy»'. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, omax pa, Herr R. A. Dr, Schlesinger. — nach 6V2 Uhr im Vereinslokal, (auch für Damen), „Haftauro", Herr Rabb. Meyer. Montag (auch Donnerstag) morgens nach Schul: tuva- Mitgliederlernen. Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr im Vereinslokal, (tnna saa) mm, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, .Utra, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch) Donnerstag abends 7 Uhr im Vereinslokal, ioaji, Herr R.-Ä .Dr. E. Posen. Sonntag vorm- 9 Uhr im Vereinslokal, inaa, Herr J. Soffer. Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 21. März: Direktor Mendel Hirsch-Stiftung. Sonntag, 22. März: Sofie Bier geb. Heller-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 4% Uhr nach Mincho im Hörsaal, Friedberger Anlage. Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Die vier Baumeister". Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Thora und Mussar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz; "tti pat s>jid (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr, Fichtestr. 5. — Sabbat vorm. 11-12 Uhr (für Jugendliche') D"n mit, Fichtestr. 5. — Die Mussarlehre des Rambam (für Jugendliche),, naff .4.30 Uhr, ebenda. — Messilas Jeschorim. 5.30 Uhr. Herr Rabbiner Mannes, D'arn rniay, Sonntag nach. Mincho bezw. nach dem agadischen Vortrag des Rabbiners, Hans Handwerkstr.. 38.. .. . .; . Herr Dozent J. Ehrentreuwarn mit o'Bnaa, Sonntag 18 Uhr, Uhlandstr. 39. Herr M- Feuerwerker,?-» 'ob mna (für Jugendliche) Sonntag; und Dienstag 20 30 Uhr, Fichtestr. 5. 'dw für Jugendliche.. Schabbos. Vs^ Uhr naa r>*v>BK ,rnp jyisVn, ~\v* inrs K-ias (für .(Baalebatim), Montag und. Mittwoch 18.30-19.30 Uhr ebenda.! Herr R.-A. Dr. E. Posen a»n his»; Sonntag 11% Ühr, Wittelsbacher Allee 11. / - Herr B- Rachelsohn, n-rrta mvn Dienstag 20.30 Uhr. Sandweg 6 c. R.-A- Dr. M. Schlesinger, nas? 'na für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr, Schwanenstr. 12. Herr'J. Sofer. 'aY» sp, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18- Herr Zuntz," a»n h-n», Sonntag nach nnnWj Rabbinatszimmer Friedberger Anlage 4. Der Schiur vor rvnrifr unter Leitürig";des Herrn Feuerwerker (nira» 'Bj) findet um 6.15 Uhr, Montag bis Donnerstag im Hörsaal der L R. G. statt« Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Schabbos vörmitt. IOV2 Uhr im Heime, Schwanen.- straße 12, Tnach-Schiur des Herrn Julius Lewin. Das Buch „Nechemjä". Gäste willkommen. •'nayarn. i2 otj^3KW anss-y^nn n'M^nTiMm ivm«- •pbn onas mn *?v inSnana nyva nps bnp^ 'D p'^siaa :ü»pr\T) n«an naoan ♦pTia 20*45 •1«?: oia^^p» ian ♦fiapa D"nn Chug Iwri (Hebräischer Sprachklub). des Noar Agudati im Beth Chaluz. Ffm.. Schwanenstr 12 unter Leitung des Chawer Pinchas Wollmann. Die nächste Arbeitsgemeinschaft findet 1 Samstag, 21. März 1936, 20.45 Uhr pünktlich statt; Referent: Chawer Karl Adler. Thema: „Das Leben ina Kibbuz". Gebetzeiten. ,Yjp'3 ^p,-, na^'" Freitag abend 6.05 Samstag naatpn 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag , nachm, 1.00T u. 4.30 Samstag abend 7.25 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6.00 " Tefillinlegen am Morgen 5130 Im Anschluß an Mincho wird Herr-Gemeinderabb. Josef Horovitz am kommenden Sonntag einen Hesped auf den Rogatschower Gaon Vitt halten. -TS^f Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Heinrich Edinger und Frau Sophie geb. Rapp, Frankfurt a. M., Sandweg 6 b, 15. März 1936. ' Barmizwoth: Berthbid, Sohn des Herrn Ferd. Abraham und Frau Eramy geb. Frank, Brandoberndorf i. Ts-, mpa bnp^ 'n 7 nat7. — Bernhard, Sohn des Herrn M. Staschewsky, Wingertstrsse «VI '»b Vllj? ha^f Empfang bei A. Staschewsky, Fischerfeldstr. 17 II. — Siegfried, Söhn des Gustav Neustädter u. Frau Paula geb. Bachrach, Bad Kissingen, 'p rüv. — Alfred, Sohn des Elias Erreich und Frau Rosa geb; Grünstein, Frankfurt a. M., Allerheiligenstr. 49, .Synagoge Friedberger Anlage, Kip'i 'S 'p na».— Julius Sohn des Alfred Klugmann und Frau Fanni geb. Gugenheimer, Nürnberg. Hirteng.. 9,. snpn *a 'p tax. Verlobte: Libe Bloch, Gateshead, Bewick'Rd. 19 mit Chäim Schmüel Lappiari, London E , Bancroft Rd. 6 MJyr&i Briefkasten. „Unwissender 50". All diese Frage kann Ihnen nur das Rabbinat beantworten. , : J. A. in U. 65 jähriger Geburtstag ist kein Anlaß zum öffentlichen Feiern. Warten wir noch fünf Jahre und wir würdigen die Jubilarin zum siebzigsten Geburtstag. S. C, in Berlin. Unsere Antwort auf Ihr Schreiben vom 10. d. M. kam wegen der von Ihnen ungenau .angegebenen Adresse zurück. J. K. Die Daten bezw. Parschiaus der an den folgenden Tagen geborenen Jungen, die im folgenden Jahre Barmizwah werden, sind: 26. 1. 24. - 6. Februar OMsäffa 's. 3L i. 24.- 6. Febr. n'üEitS'a 'a. 28. 1. 24.- 6. Febr. D'B&pa 's. 4. 4. 24.-13. Marz *np'i 'S, 28. 8. 24.- 7. Aug. flNI 'S.

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