Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1936)
- Date
- 1936-03-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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^P^§8H^j^^^S^B^iSi^wi^^S^^^^SS^ra^ :; 12. März 1936 JLe. r ii uir Nr. 11 Seite 7;" t>; - .v : Schweiz«; Die Arbeit des ObVrkonmissars f^ •■;:"' fürsorge. "• j ' ' s -- " ■-■ ( ■■■■ " , .Genf, 9... März, i '. Der V^kerbunds-XDberkomrnisSar'; für!iÄuswände-j inerfürsorge- 'Generalmajor NeilU - M ä 1 c ö°l m hält; sich in Genf auf,- lini die z^ischeristaatli'ehe' Konferenz von Regierurtgsvertretern vorzubereiten, auf. der der Rechtsstatus der Ausgewanderten aas Deutschland geregelt werden soll. General Mal-' colm hat zu diesem Zweck bereits Besprechungenmit dem Generalsekretär Ä v en o1 und anderen Mitgliedern des Vö'kerbundssekretäriais abgehalten! Wie der ITÄ.-Vertreter erfährt, ist es unwahrscheinlich, daß die Konferenz vor Mai oder Juni d.Js. zusammentreten wird. Es verlautet, daß General Malcolm demnächst eine Reise nach dem Nahen Osten unternehmen und voraussichtlich Palästina besuchen wird. Holland. Die Judenheit Hollands und das geplante . Schächtverbot in Polen. - ...;, ji- Amsterdam , 8. März. Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird, ist - der. Präsident, < der, Ägudas Jisroel in Holland und; Vertreter des; holländischen Rabbinerverbandes, Oberrabbiner S. J. S. Hirsch aus Zwolle, von dem polnischen Gesandten im Haag, Dr. Babinski, zwecks Besprechung des in Polen geplanten Schächtverbotes empfangen worden. Die Unterredung dauerte-etwa eine Stunde. Gesandter Babinski zeigte tiefes Interesse für die Befürchtungen der holländischen Judenheit angesichts der Gefährdung der Schechita In Polen und erklärte, er werde seiner Regierung einen ausführlichen Bericht über diese Angelegenheiterstatten. Polen. Die Warschauer Studenten regen sich wieder. ' ' Warschau, 8. März. Bei der Jahresversammlung der Studenten der elektrotechnischen, Maschinenbau-, Schiffbau- und chemischen'Abteilungen der Warschauer Technischen Hochschule "würde auf Grund eines Antrages der nationaLdemokratischen Studenten beschlossen, von den Behörden die Einführung eines Numerus c 1 a u s u s und a bg e so'-n de.r t e r Si fcz p I ä t z e für jüdische Studenten an den polnischen Hochschulen zu fordern. Ferner wurde ein g eselisch aftiicher Boykott der jüdischen Stud enten beschlossen. Im Anschluß an eine Kundgebung für die Herabsetzung der Studiengebühreri ist es an der Warschauer Landwirtschaftlichen Hochschule zu j u d e n f e i n d Iie he n Ausschreitungen gekommen. Der Vorsitzende des akademischen Vereins hielt eine Ansprache, in der. er behauptetet daß die jüdischen Studenten sich geweige^,'hätfen!, mit den übrigen; Studenten solidarisch vörzugeHen und die Kollegiengelder eingezahlt hätten. Daraufhin wurden die Wenigen jüdischen Hörer der Hochschule überfallen und mißhandelt. Der 'Rektor hat die Einstellung der Vorlesungen des ersten jährganges angeordnet". '"' V *■]'['., Bei den letzten Unruhen, die aus ähnlichen Ursachen an der Warschauer Universität sich ereigneten, sind einige jüdische Studenten aus dem Fenster gestürzt worden. Einer von ihnen, ein gewisser Finkelstein, befindet sich, Wie von den behandelnden Äerzten bekannt gegeben wird, in lebensgefährlichem Zustand. . Tschechoslovakei. Res'pektierung der religiösen und nationalen , -■ Rechte der Juden. Prag, 6. März. Der Jüdischen Telegraphen-Agentur wird mitgeteilt: Neueste Wirtschaftsnachrichten .. . "' aus Erejz JisroeL! >, -• "~ V (Nach Palnews.) Jerusalem. Nachdem soeben die Ziffern über jden Einreisenden- und Ausredsendenverkehr für Dezember 1935 veröffentlicht werden, läßt sich ein Uebearblick über das iganäze; Jahr 1935 gewinnfen. Der Einreisenden- und Ausreisendenvörkeihr hat im Jahre 1935 eine sehr starke Erhöhung erfahren. Die Gesamtzahl der Einreisenden und Ausreisenden stieg von 305.555 Personen im Vorjahr auf 395.419 Personen. Diese Personenverkehr&staigerung ist auf die verstärkte Einwanderung und die steigenden Auslandsreisen palästinensischer Einwohner zurückzuführen. Auch der Touristen- und Durchreisendehverkehr hat sich etwas erhöht. Die registrierte Einwanderung erhöht sich um. 4428 Personen, die als Touristen ins Land kamen und im Laufe des. Jahres. nachträglich'als Einwanderer registriert wurden. Insgesamt beläuft sich die registrierte Einwanderung also auf 64.247 Personen. Der effektive Wanderungsoiberschuß des Jahres 1935 "beträgt 65.867 Personen. Jerusalem. Wie der' Director of Agriculture and Förests in •sieinem Januarbericht:'mitteilt, hat die ausgezeichnete Entwicklungi der Saaten bis Ende Dezember im größten Teil des> Landes angehalten. In einigen Teilen des Landes haben sich Jedoch die günstigen Aussichten infolge' Regenmangels verschlechtert. In den Küsteneflbenen, Gebirgsanfängen, den westlichen. Abhängen im judäischen Gebirge und im'Norden sind die Aussichten der Getreids¬ und Hülsenfruchternte allgemein sehr gut. Iini Süden des ■ Gazadistrdkteä wächst die Getreideernte infolge hoher Bodenfeuchtigkeit sehr gut. . Hingegen. ist im Umkreis von 20 km um die Stadt Beersheba -ein vollkommener Fehlschlag eingetreten: es" ist kein Regen gefallen und die Saat hat nicht gekeimt, ebenso ist beicMashariqini Nablusdistrikt sehr wenig Regen niedergegangen. Im Süden und Osten "des Hebrondistriktes wie auch im Osten der Subdistrikte Jerusalem und Ramallah ist die Lage außerordentlich bedrohlich. T e 1 Aw i-w. Die Bausparr kasse „Zel Kprati, The First Palestine Building and Saving Corporation, Ltd.", Tel Awiwji.ihat imvsoeben abgelaufenen - ersten Geschäftsjahr 520 Bausparverträge abgeschlossen, die Zahl der Verträgevhat sich inzwischen auf ca. 600 erhöht. Die durchschnittliche Vertragssumme beträgt rund LP 400.—. In den vier ersten Quartalen wurden LP 12.250 BausparhyDotheken zugeteilt, im letzten Quartal allein LP 5960. Die steigernde Tendenz der Zuteilungen wird sich im neuen Jahre,,fortsetzen. Der größere Tejl ,de«< Bau-, sparverträge ist für den Bau von Eigenheimen in den Städten und deren Umgebung abgeschlossen. Jerusalem.' Laut Veröffentlichung in der Palestine Gazette vom 26; ■ Dezember, 2, 9., 16.. 23., 30. Januar und 6. Februar 1936 wurden 35 neue Aktiengesellschaften, 22 Genossenschaften, 104 Teil-;habe'rgesellschaften und eine ausländische Aktiengesellschaft registriert. Tel Awiw. Nach einer Mitteilung der „Haavarah" wurden im Januar 1936 durch die „Haavarah" 1.313.221 RM. nach Palästina ^transferiert. Vom Beginn ihrer Tätigkeit bis zum 1. Februar 1936 transferierte die /.Haavarah" insgesamt 28.566.369 RM. Die Transfertätigkeit der. „Haavarah" hat sich im Jahre 1935 dem Vorjahr gegenüber also um ,92 Proz.. erhöht. J e r u s a sl e m.. Wie bereits im Zusammenhang. ' mit den Ziffern des gesamten Einreisenden-!und Äüsreis'endenverkehrs im Jahre 1935 berichtet wurde, beläuft sich die registrierte Einwanderung des Jahres 1935 auf insgesamt 64.247 Personen, unter denen sich 4428 nachträglich registrierte Touristen befinden. Unter den 64.247 Einwanderern befinden sich 38.884 Angehörige der verschiedenen Einwandererkategorien ,wie palästinensischer. j Einwoiuner, J3ie Angehörigen machen also etwa® über 60 Proz. 4er gesamten Einwanderung 'aus.' Wenn auch ein gewisser Teil der Angehörigen im Lande erwerbstätig sein wird, so.handelt'es sich doch bei den Angehörigen (meist Frauen, Kinder und Eltern) zum größten Teil um nicht berufstätige Elemente. Weitere 2960 Einwanderer entfallen auf Geistliche,. Beamte (von den Bestimmungen der Immigration Ordinance befreit), Studenten ,und .-Waisen, Am 5. März 1936 empfing der Präsident; der Republik ,.Dr,.. Eduard B e n e sch das Präsidüm des Obersten Rat^s der jüdischen Kultusgemeindeh- Verbände der nistorischen. Länder. ., Dr. Poppe r , .. als: Vorsitzender des Obersten Rates, begrüßte und beglückwünschte den Herrn Präsidenten und versicherte ihn der Er- .gebenheit der gesamten jüdischen Bevölkerung ohne Unterschied der nationalen und parteipolitischen Zugehörigkeit. Er verwies auf die Denkschrift, die er dem Herrn Präsidenten sodann übergab, und bezeichnete die darin enthaltenen Postulate als solche, die der Oberste Rat nicht nur im Interesse der Judenheit stelle; durch deren Erfüllung soll der Oberste Rat in den Stand gesetzt werden, jene Pflichten gegenüber der Republik erfüllen zu können, die,zu erfüllen er verpflichtet und bereit ist. In seiner Antwort wies der Herr Präsident darauf hin, daß. er schon als Minister des Äeußem immer dafür Sorge trug, daß die religiösen und nationalen Rechte der Juden, von deren Ergebenheit zur Republik er überzeugt ist, respektiert werden. Disse Grundsätze werden auch weiterhin aufrecht bleiben. . Zu den Postulaten des Obersten, Rates übergehend, d. i. der Schaffung von höheren Organisaticnsformen der jüdischen Religionsgesellschaft in den historischen Ländern erklärte der Herr Präsident, daß ihm diese Postulate bekannt sind und daß er sie als richtig und notwendig billige. . Er sagte seine Unterstützung diesen Postulaten zu und wünschte dem Obersten Rat ihre baldige Verwirklichung. England. Rechtsgrundlagen der Palästina-Verfassung. — Interpellation im Oberhaus, London, 6. März. Auf Grund einer Anfrage von Lord Rankeillour hatte sich das Oberhaus abermals mit der Frage der Einsetzung, eines Legislative Council in Palästina zu befassen. Der Interpellant brachte eine Reihe juristischer Argumente gegen die Art vor,, wie; dieses Problem behandelt wurde und warnte vor übereilten Schritten. Der Vertreter des Ministeriums für die Kolonien, Uhterstaatssekretär Lord! P l g' m o u t h , vermochte nicht, auf die* tief fundierte Argumentation! von Lord Rankeiiiour einzugehen. .Er beschränkte sich darauf, zu wiederholen, was er bereits anläßlich der letzten' Oberhausdebal.te über diesen Gegenstand gesagt hatte, dafTnänrich alles vermieden werden solle, was geeignet wäre, die Lage zu kompilieren. Lord Rankeiiiour habe sich mit komplizierten Rechtsfragen befaßt, auf die im einzelnen einzugehen, er (Lord Plgmouth) nicht berufen sei. Er sei dahin unterrichtet, daß die Einsetzung eines Legislative Council in Palästina, durch königliche Verordnung auf Grund des Foreign Juristiefion Act von 1890 erfolgen werde. Abschnitt II dieses Gesetzes sehe die Möglichkeit der geplanten ^rordnung vor. Dem Gesetze gemäß werde die Verordnung beiden Häusern des' Parlaments vorgelegt werden; es vvüide dem feststehenden Brauch widersprechen, diese Verordnung als Entwurf vorzulegen. Zum Schluß beschwerte sich noch Lord Jessel darüber, "daß, obwohl es ein Dokument zu dieser Frage gibt — es befinde sich in der Bibliothek des Unterhauses — dieses Dokument den Mitgliedern des Oberhauses nicht zugänglich sei. Daraufhin versprach Lord Piymouth, einen Weg zu finden, um dieses Dokument auch den Mitgliedern des Oberhauses zugänglich zu machen. „Legislative Council, eine Notwendigkeit". London, 5. März. Von maßgebender Seite wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt, daß der Minister für die Kolonien J.H.Thomas, bereits die „erwogene Antwort" erteilt hat, die er am 31. Januar 1936 der von dem Abgeordneten Sir Isidore S a 1 m o n geführten Abordnung der englischen Judenheit in Aussicht stellte, als diese ihm den Standpunkt der englischen Juden zum Plan der Einsetzung eines