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Der Israelit · 1936-03-05 · Heft 10 (5.3.1936) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 10 (5.3.1936)
Date
1936-03-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 10 Der Israelit 5. März 1936 ter ■. Oberaufsicht des Waad Hapoel in London Herrn'Rabbiner Wolf S. Jacobson in Kopenhagen als Direktor der iKeren JJatorah-Zentrale übertragen wird. Die Konferenz spricht Herrn Rabbiner Jacobson Dank und Anerkennung aus für die selbstlose Bereitschaft,, mit der er,.sich in den Dienst des Lebenswerkes. Dr. Leo Deutschländers, des unvergeßlichen Schöpfers der Keren Hatorah-Organisation, gestellt hat. Die Konferenz hält es für wünschenswert, daß die Vorbedingungen für eine hauptamtliche Uebernahme der Keren Hatorahleitung durch Herrn Rabbiner Jacobson sobald wie möglich-geschaffen werden. II. Aufgaben der K. H. - Zentrale : A 1. Die Vertretung der ewigen Aktualität des Limud Hatorah für die Existenz des jüdischen Volkes vor der Kuliurwelt, vor den großen Organisationen und .vor der öffentlichen Meinung des jüdischen Volkes selbst. 2. Die fortlaufende Beobachtung der Entwicklung des Limmud Hatorah und des' Chinnuch in allen Ländern der Diaspora; die Zusammenfassung der Jeschiwaus und Chinuchanstalteri zur gemeinsamen Vertretung ihrer- Interessen; ' Veranstaltung von Chinuchkonferenzen; pädagogische Beratung der Chinuchanstalten. 3. Die literarische Förderung des Thoralernens durch Herausgabe und Beschaffung von Seforim, Lehrbüchern und Lehrmitteln. 4. Die systematische Propaganda für den Jeschiwohbesuch und. den Besuch ausschließlich orthodoxer Ghinuchanstalten für die männliche und weibliche Jugend in allen Ländern; Anregung zur Neugründung von Jeschiwaus und orthodoxen Erziehungsanstalten. B 1. Die Aufbringung der materiellen Mittel zur Förderung der Thora auf breitester Basis und die zentrale Verwaltung dieser Gelder, insbesondere Subventionierung von Jeschiwaus, Subventionierung und Neugründung von Talmud Thora- Schulen, Erhaltung und Ausbau.des Beth Jacob Seminar- und Schulwesens, die materielle Förderung der Thorabeflissenen. 2. Die Aufrechterhaltung der Beziehungen zwischen den einzelnen Landesdirektorien des Keren Hatorah zum Austausch und zur gegenseitigen Verwertung der Erfahrungen bei der geistigen und finanziellen Propaganda. 3. Die Neugründung von Landesverwaltungen des K. H. in denjenigen Ländern, in denen bisher keine vorhanden sind und die fortlaufende Beaufsichtigung und Aktivierung der bestehenden Landesverwaltungen. III. Deutschi länder-Sche ni rer-Ged.ächtnisstiftung des Ke r e n Ha t o r a h. Die Konferenz beschließt, die K. H.-Zentrale mit der sofortigen Durchführung der Propaganda ■das Wahrzeichen Israels/ G'ttesdienst findet regelmäßig statt, jedoch ohne Minjan, nur an den höheren Festtagen erhält die Gemeinde von auswärts die fehlenden Männer. Auch bestehen bei der Synagoge sogenannte Rechte. Eine Nebenhalle, welche zur Aufbewahrung von Holz und dergleichen dient, wird auch von Andersgläubigen in Anspruch genommen, und kommt dies daher, daß früher jüdische Anwesen in andere Hände gelangten und dies sich somit forterbte. Es wurde immer ges'agt: „Altes Recht bleibt." Wollen wir das 'auch für uns immer hoffen. ,_J. St. Hermann Struck 60 Jahre alt. Am 6. März wind der bekannte Maler und Radierer Hermann Struck 60 Jahre alt; Hermann Struck, einer der ersten Künstler in Deutschland, der in seinen Porträts und Radierungen fast ausschließlich dem Jüdischen, künstlerische Formen gab, lebt seit 1922 in Haifa. Seine Radierungen ostjüdischer Typen, ..seine Porträts, Landschaftsbilder aus Holland, Dänemark, der Schweiz und Schweden und nicht zuletzt aus Palästina halben In der Kunstwelt große Anerkennung gefunden. Von seinen Radierungen sind viele gerade bei den Juden;>in Deutschland sehr populär geworden. Mit .^größtem, Erfolge stellte er seine Arbeiten im Berlin, New York, Baltimore u. a. aus. Als Theoretiker schrieb er'sein grundlegendes Buch über die Kunst'des Radierens. Unter sieineh anderen zahlreichen Büchern, und Zeichnungen ist das „Ositjüdische Antlitz", hundert Steinzeichnungen von Kriegsgefangenen, seine Arbeiten über Venedig, Amerika, Palästina und Italien ' hervorzuheben. i I für_ die, Deutschländer-Schenirer-Stiftung zu beauftragen und verpflichtet die IiihdesdirektoriehT sich in den Dienst der Propagandaarbeit zü : stellen. ' * Die Stiftung verfolgt den Zweck, das Keren Hatorah- und.Beth Jacobwerk dauernd, mit denj, Namen seiner Schöpfer zu verknüpfen," indem sie dieses Werk in seiner Gesamtheit finanziell stärkt und sichert. Zur Verwaltung der Stiftung soll 'die K. H.¬ Zentrale einen internationalen Verwaltungsrat und ein engeres Verwaltungskomitee berufen. Der Verwaltungsrat bestimmt im Einvernehmen mit der K. H.-Zentrale, inwieweit die Gelder der Stiftung fürdie laufenden Bedürfnisse verwendet, inwieweit sie als eiserner Fond zinstragend angelegt werden. ' \. ■!i ■'•' .? IV. A u s b a 14. d e s B e t h . J a c o b.w es e n s*. Die Konferenz nimmt mit lebhafter Sympathi e Kenntnis von den dankenswerten Anregungen zum Ausbau des polnischen Beth Jacob-Erziehungswesens nach der baüswirtschäftlichen und sozial-pädagogischen Seite und. beauftragt die Zentrale, die baldige Realisierung diöser Anregungen im Einvernehmen mit der pädalgogischeh Leitung des Krakauer Seminars und ohne Beeinträchtigung des Hauptzieles der Beth Jacob-Bewegung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten in die Hand zu nehmen. Die Landesdirektorien b et r e f f e n d; V. A u i g a b e n der Land esdirektorien. A 1. Die Vertretung der Interessen des Thorastudiums in ihrem Lande nach innen und nach außen, gegenüber jüdischen Gemeinden und Organisationen, der Regel nach gemeinsam mit der agudistischen Landesorganisation',: Veranstaltung von Vorträgen und Kundgebungen; Beeinflussung der Presse. 2. Die fortlaufende Beobachtung der Entwicklung des Erziehungswesens des Landes für die männliche und weibliche Jugend: Veranstaltung von Landeserziehungskonfe'remzen evtl. ^gemeinsam mit gesinnungsgenössischen Organisationen. 3. Regelmäßige Propaganda für den Eintritt der die Schule verlassenden Jugend des Landes in die Jeschiwaus; ideelle und materielle För- ' derung der Jeschiwaus und orthodoxen,Schulen des Landes. ' 4. Sammlung von Seforim; Herausgabe billiger Seforim mit Unterstützung der Zentrale. 5. Anregung. zur Bildung von Thora- und Mussarkreisen in den agudistischen Orts- und Jugendgruppen. 6. Betreuung der thorabeflissenen Jugend (Erholungsaufenthalte für. Bachurim und Talmud Thorakinder.) B Die Organisation der Finanzpropaganda Von anderer Seite wird uns noch geschrieben:- Hermann Struck, der große Maler und Radierer, ist heute mit seiner Kunst so ziemlich in jedem besseren jüdischen Hause vertreten. Die, Zeitungen zählen aus Anlaß seines. 60. Geburtstages seine großen Werke auf, mit denen er sich Weltruhni verschafft hat. Wir kennen diese" herrlichen : Judenköpfe aus dem Ghetto,'richtiger aus den Judengässen aller Länder'der1 Welt. Vornehmlich ist es aber der Ostj ud e , der Rabbi wie derNLäs'tträger, der Händler iund der Fuhrmanndie in Hermann Struck ihren fast i ■'einmaligen Meister und? -Zeichner gefunden haberi. f ffWeil Her^nann Struck'zu 'der Meisterschaft in seiner 1 (.Kunst, noch die Liebe' (swn Gegenstand; sagen wir. jjeinfach'die'-^P»~'nariK hinzutat. ':DieriLiebe zum Brüser,'das Mitempfinden seiner Not, das' intuitive Sicheinfühlen in seine Sorgen und Freuden führten diesem großen Künstler den Griffel, und daher diese unnachahmlichen Struck-Bilder, die stets,'ob sie afs Warschau oder aus New York oder Palästina stam- -men, uns eine jüdische Welt, eröffnen. Zu einem derartigen künstlerischen J Schaffen ge> 2 hört auch'" ein tief es r e Ii g i ö s e s Empfinden.;- He'i- mann Struck ist sowohl 'weltamtehaulich wie im Leben des Tages ein frommer Jude, der es mit ■all&iQ, was jüdisch und 'religiös1 ist, peinlich genau''nimmt. (Er hatte 'sich in 1 Jungen Jahren dem ' Zionismus ve|- , 'schrieben, — einzig aus Liebe "zu seinem'' Volke, th ■ ' der Hoffnung, daß'/sich - hier';ein,!Retttlngsweg ergibt, j für die Gestalten, deren-Schicksal erlih sich trug.! .Er stand' Jahrzehnte hindurch im Mittelpunkt d|s; i.M i s'r ä c h i, — wiederum in der Hoffnung, 'daß sich i hier ein Weg auch.für die Befestigung des, religiösen : Lebens in Palästina, ergeben könnte. Er erlebt^ . hierin mancherlei Enttäusclhih'g/*iiäd::e1:' residiert -jetzt . still, ganz seiner Kunst lebend, in seiner prächtigen des Keren Hatorah durch Errichtung von Keren 7 Hatorahkommissariaten inallen größeren : Gei nfeindendes Landes -uniditErnermung von ^Vertrauensleuten in den Meinerenj Anwendung °Mler 1 der^Eigenart des Landes,angepaßten Werbemittel, jt literarischer. und sonstiger Art; Veranstaltung i von Sonderaktionen zu bestimmten'Zeiten des t Jahres; Büchsenpropaganda; womöglicljiin je>dem größeren Lande Einrichtung eines hauptamtlich geleiteten Werbesekretariats, t C Die Landesdirektorien haben in dauernder, engster Fühluriig mit der Zentrale zu stehen,, spä- 1 testens am 15. des Monats ist der Zentrale vom Landesdirektorium eine Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Monats l einzureichen. \ Der nach der Verfassung des Keren Hatorah , jedem Lande für 'die eigenen Thorazwecke, zur : Verfügung stehende prozentuale Anteil an den 1 Einnahmen ist mit Wirkung vom 1. Januar 1936 r durch Vereinbarung mit der Zentrale neu fest- [ zusetzen. Er beträgt der Regel nach 25 Proz., darf aber nach der Verfassung in keinem Falle 50 Proz. überschreiten. , Der der Zentrale hiernach zustehende Betrag ist am 15. jedes ersten Quartaismonats an die von der Zentrale anzugebende Zahlstelle zu überweisen. Aus dem jedem Land zustehenden Anteil dürfen durch das Landesdirektorium gemäß der Verfassung des Keren Hatorah lediglich Institutionen des eigenen Landes unterstützt werden. Wünscht ein Lanidesdirektörium aus seinem An-- teil Zuwendungen an Institutionen anderer, Länder zu machen, so ist dazu in jedem Falle die vorherige schriftliche Genehmigung der K. H.¬ Zentrale erforderlich. Dagegen steht es den Landesdirektorien zu, der Zentrale besondere Wünsche hinsichtlich der Berücksichtigung jeinzelner Institutionen aus den zentralen Fonds zu unterbreiten. ... ' Diese Entschließungen', ein Niederschlag aits Referaten und Debatte, zeigen, daß die Äntwerpener Keren Hatorah-Konferenz g e ar b e i - : t e t hat:. Es war Arbeit zu>! Ehren der Thora: eingerahmt war die Konferenz' durch ■. Worte - zu ' Ehren der Thora: anr-Schabbos vor der Konferenz hielt Herr Rabbiner' R a b b i n-c-w in der großen Synagoge der Machasike ■ Hadas eine Droscho (Pilpul und Agada), am Montagabend der Leiter der K. H.-Zentrale in der■< Diamantbörse einen öffentlichen Vortrag über ,,Die Gegenwartsaufgaben der Agudas Jisroel". Alle Konferenzteilne^hmerhaben das Versprechen gegeben, die Arbeit in ihren Ländern mit aller Energie aufzunehmen; möge G'ttes. Segen ihre Arbeit krönen. f W. S. J. Villa auf. Hadar Hakarmel, wo er von dem Balkoiie aus auf die blaue Bucht hinschauen kann. Möge ihm noch ein langes Leben gesegneten und beglückenden Schaffens gegönnt sein, im dem er vielleicht noch manche - der von ihm gehegten glühenden .Hoffnungen für seine Brüder in Erez Israel-erfüllt sieht/' '' . ' Zahl und Verteilung der Juden , in der Welt, 1Im.-Mä.'Ez-iHeft.'der; vom;. Jiddischen Wissenschäftlichen Institut herausgegebenen „Iwo-Bl'ätter" veröffentlieht der .wissenschaftlicihe';Sekretär - der wirtschaftlich-statistischen Abteilung des Instituts, Jacob Lestschinsky, eine umfangreiche Arbeit über die Zahl der Juden in ..der .-Welt- .Lestschinsky^ errechnet auf Grund des von ihm erarbeiteten Materials .die Zahl der Juden Anfang 193,6,.mit 1.6,240.000.. In den letzten zehn Jaihren hat sich 'die Zahl der, Juden in der Welt um 1,3Ö0.0ÖÖ erhöht1. Der Zuwachs' betrug in der ersten 'Hälfre^'äes '3^ieimi&i;v6n7 iOSPUfä 1930^^700.000, d, h. durchschnittlibh l'40.000 Seelen jährlich. In der j zweiten,, Hälfte desT Jahrzehnts dagegen nur;,6Ö0.00p, somit . bloß 120.000 j ährlich.: Der natürliche ZuwacigCs | der''Juden geht wie "'bei-1 allen Vollkern kurvtek'. ©je VerfiEgerühg des Bevalke^ünigsizuwächses ist nicht 'örtif erhöhte Sterblichkeit, .sonidern auf i'dias Failen|der Qpf burtenzahl zurückzuführeil. 1 V" ' .W". Die Verteilunig der Jifden in der Welt 'blieb''im großen ganzen in dein abgelaufenen Jahrzehnt fest unverändert, lieber 60 Proz. 'aller''-Juden, annähernd 10 Millionen,- leben in Europa; über 30 Proz., rund 5 Millionen, leben in Amerika, über 5 Proz., mehr

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