Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1936)
- Date
- 1936-03-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5. März 1936 Der Israelit Nr. 10 Seite 5 für Transjordanien geltenden Verfassungsbestimmungen werden auf den gesamten arabischen Kanten ausgedehnt, für den jüdischen wird eine .analoge Verfassung geschaffen. Der Präsident des jüdischen Kantons erhält das gleiche Maß von Unabhängigkeit wie der Emir von Transjördanien. Auf diese Weise, meint der Verfasser, konnte bei voller Wahrung der englischen Interessen die bisherige direkte Verwaltung, durch .die nationalistische Exzesse gefördert werden, durch ein System der Inspektion und Ueberwachung ersetzt und der Landesbevölkerung die von ihr mit Recht angestrebte verantwortliche Amtsführung gewährt werden. Ueber die Durchführung und Auswirkungen dieses Planes schreibt Lionel Gust: „Eine solche Entwicklung würde die zwangsweise Ueberführung von Menschen oder Besitz bedeuten. Nichts würde verhindern, daß Araber in dem jüdischen „Kanton" leben und Eigentum besitzen oder umgekehrt, aber die Sprache wäre für alle in dem jüdischen „Kanton" jüdisch (wohl hebräisc h?), in dem arabischen arabisch. Der Plan wäre eigentlich eine Erweiterung dessen, was auf städtischem Gebiete bezüglich der Schwesterstädte Jaffa und Tel Awiw entstanden ist. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß Palästina bereits durch natürliche Prozesse „kantonisiert" ist. Diesem Plan zufolge würden den Juden fast alle diejenigen Distrikte als ihr Nationalheim zuerkannt werden, in denen nach dem Urteil ihrer eigenen Fachleute es allein möglich wäre, die für ihre Existenz notwendigen Formen intensiver Wirtschaft einzuführen, während den Arabern in den mit Transjordanien vereinigten Gebirgsgegenden ein für ihre Existenz So sachlich wie die Arbeiten dieser Konferenz sei der Bericht über diese. Anwesend waren die Vertreter Belgiens, Dänemarks, Deutsahlands, Frankreichs, Großbritanniens, Hollands und der Schweiz. Das Präsidium der Konferenz setzte sich zusammen aus den Herren Oberrabbiner Rottenberg, Antwerpen, Jacob Rosen heim, London und Rabbiner Rabbinow, Hamburg; die Sitzungen leitete Herr Rosenheim und in dessen Vertretung Herr Jos. Vromen, Rotterdam. Die Konferenz fand im Gemeindesaal der Machafig jedoch kam den. Juden Elijahu Hanawi in. der Gestalt des jüdischen Freundes und Verteidigers zu Hilfe. Wenn dann die jüdischen Eigenschaften auf ihren wahren Wert näher untersucht wurden, zeigte es sich, daß sie dem Lande isehr nützlich wen und gar häufig zum Siege verfoalfen. Wir erleben die gleiche Geschichte .auch in der Esther -Rolle. Der Talmud kleidete diese Geschichte in die Form eines Wunders, idas dem Nachtun isch gamsu geschah. Können wir doch in der Tat dieses Wunder in der jüdischen Geschichte immer wieder «rieben. Kleines Feuilleton, Eine neue Kinderzeitung in Jerusalem. Zu Ghamischoh Oser Biscbwat erschien die erste Nunuriter des. Wochenblattes B*asan (Jerusalem, Herausgeber Zwi. Harkawi), das mit seinem Texte und mit seinen Bildern diesen Namen völlig verdient. Es weht frischer Feldhauch, aber auch ein jüdischer Geist durch die. Blätter, ob wir ein hübsches Thorawort, die Beschreibung eines jüdischen Brauohes, ©in schönes Lied, eine Erzählung, eine Anekdote oder die populäre Beschreibung eines wissenschaftlichen Themas le-»&n. Die Woch-easclirift ist in einem leichten, schönen Hebräisch 'gjehalten und spricht cUe Jugend auch mit ihrem lichten Drucke an. und für ihre Entwicklung, auf die sie nicht minder Anspruch haben, geeignetes Heimatland geboten wäre. Die Einwanderungsfrage, die so sehr Gegenstand des Streites zwischen der Mandatarmacht und den zionistischen Behörden ist, würde sich in weitem Maße von selbst lösen; denn die Verwaltung des jüdischen „Kantons" wäre ermächtigt zur Zulassung und verantwortlich für die Erhaltung so vieler Einwanderer als der Kanton absorbieren könnte. Wenn einmal die politischen Grundprobleme gelöst und aller Haß, Verdacht und Enttäuschung, die jetzt das Heilige Land beflecken, beseitigt sein werden, dann kann erwartet werden, daß eine jüdische Minderheit als Siedler in den reichen unentwickelten Gebieten Transjordaniens willkommen geheißen werden würde, aus denen sie jetzt infolge politischer Leidenschaften und Befürchtungen ausgeschlossen ist. Ein solcher Plan, schließt der Verfasser, wäre eine gerechte und vernünftige Interpretation der Verpflichtungen Englands auf Grund des Mandats und stünde zu keiner 'dieser Verpflichtungen im Widerspruch. Durch ihn würde in Palästina ein jüdisches Nationalheim errichtet werden, das auf dem Wege zu einem nationalen Gemeinwesen weit größere Fortschritte machen würde, als es auf Grund der gegenwärtigen Vorschläge irgend möglich wäre; er würde die Rechte der Araber, für die die Mandatarmacht in gleicher Weise die Verantwortung trägt, wahren; er würde die in dem Mandat vorgesehenen SeLbstverwaltungseinrichtungen einführen; und er würde die Interessen des britischen Reiches in 'diesem lebenswichtigen Winkel der Welt sichern. sike Hadas statt und erledigte ihre Arbeit in vier Sitzungen. Die erste Sitzung am .Sonntagvormittag wurde nach Begrüßungsworten durch den Antwerpener Raw und nach kurzen einleitenden Ausführungen Herrn Rosenheims ausgefüllt durch ein umfangreiches Referat des derzeitigen Leiters der Keren Hatorah-Zentrale, Rabbiner Wolf S. Jacobson, Kopenhagen über ,,Keren Hatorah und Beth Jacob als Bekenntnis und Aufgabe". Das Referat legte der Konferenz den genauen geistigen und finanziellen Stand der Arbeit vor; es Neue Kataloge. Im Kaulfmann-Verl aig, F ramkfurt a. M. ist der Katalo'g Nr. 92 erschienen. Es ist ein vollständiges Venlagisverzeiohnis, das an 50 iSeiten umfaßt und nicht nur den Käufern dient, sondern auch dein Wissenschaftler und Bücherfreund ein willkommener Wegweiser ist. Zur gleichen Zeit erschien das Verzeichnis antiker hebräischer Schriften der rasch zu Ansehen gelangten Buchhandlung B a m b e r g e r u. Wahrmann, Jerusalem (King Gregor Avenue). Wir finden ein Verzeichnis seltener Werke sowohl aus1 der halachischen, wissenschaftlichen wie aus der Haskalahliteratur des vorigen Jahrhunderts. Angezeigt sind im Kataloge ein im Verlag erschienenes Rambam- Werk, sowie ttnaown "ttlK. die bekannte Konkordanz zur gesamten Tosefta von Chajim Joschua Kassowski. Ein neuer Kizzur-Schulchan-Aruch*) Zur rechten Zeit ist diese neue, durchweg revidierte Ausgabe erschienen. Vor siebzig Jahren Heß Rabbi Schlomoh Ganzfried seinen Kizzur drucken und schenkte damit der traditionstreuen jüdischen Oeffentiichkeit ein Volksbuch. Kein zweites Buch der jüdischen Literatur dürfte in den letzten siebzig Jahren die gleiche Höhe der Auflage und Verbreitung gefunden haben. ismVosna am» »t» bs\ "pjni *noa ,y\y?n irbvn iisp (* Zu beiziehen durch Dr. Breislauer, Tel Awiw, Jona Hanävist'r. 44 oder durch -M. v. Golderen, Amsterdam, Hienzestr. 35. stand im Zeichen der Erinnerung an Leo Deutschländer und forderte, daß der Dank an ihn durch Konzentrierung aller Kräfte auf die Erhaltung seines umfangreichen Lebenswerkes abgetragen werde. (Während des Referates hatten sich alle Schüler und Schülerinnen der Antwerpener Jesode Tauroh auf dem Schulhof versammelt, um der Konferenz den Gruß der Taurohjugend Antwerpens zu entbieten; diese kurze ,aber tief ergreifende Kundgebung, bildete die einzige Unterbrechung der völlig auf Arbeit eingestellten Tagung.) Die Nachmittagssitzung wurde eingeleitet durch ein anderthalbstündiges Referat, in welchem kein Wort überflüssig war, über das Thema: „Wie organisiert man die Keren Hatoraharbeit in den einzelnen Ländern" — das Referat erstattete Herr Henry P e 1 s , Hamburg, der Reorganisator des deutschen Keren Hatorah. Im Anschluß hieran fand die General diskussion statt, welche durch Herrn Rabbiner T e i c h t a 1 , Piestiany, welcher sich zufällig in Antwerpen aufhielt und an der ganzen Konferenz teilnahm, eingeleitet wurde. Im Anschluß an diese Generaldebatte wurde dann bis in den späten Abend und während der ganzen dritten Sitzung am Montagvormittag die Situation in jedem einzelnen Land mit dessen Vertretern durchgesprochen und die zukünftige Arbeit für jedes einzelne Land genau festgelegt. Die vierte Sitzung am Montagnachmittag wurde eingeleitet durch ein Referat des Direktor- Eisenstein vom belgischen Phönix über den Aufbau einer Versicherungsorganisation (im Anschluß an den Aguda-Phönixvertrag). Nachdem Einzelheiten über die zukünftige Versicherungsarbeit in Belgien und Holland mit Direktor Eisenstein vereinbart waren, war das Pensum der Arbeitstagung absolviert. Mit Dank es Worten des Direktors der K. H.¬ Zentrale an die Erschienenen, insbesondere aber an den Antwerpen er Raw, dessen Initiative die Abhaltung der Tagung ausschließlich zu danken war, mit einem Wort der Ermunterung, das Jacob Rosenheim an die Vertreter der verschiedenen Länder richtete, mit einem innigen und schönen Dwar Tauro des Antwerpener Raw wurde die Arbeitstagung nachmittags 6 Uhr geschlossen. Die Entschließungen: Die Keren Hatorah-Zentrale betreffend: I. Die zentrale Organisation: Im Einklang mit den Beschlüssen des Waad Hapoel der Agudas Jisroel-Weltorganisation in London erklärt sich die Konferenz damit einverstanden, daß die zentrale Leitung des Keren Hatorah uniDie von Rabbiner Mehachem Mendel Breslauer, dem Bruder des Fürther Raws, besorgte neue Ausgabe zeichnet sich nicht nur durch guten Druck und gute Ausstattung aus, sie ist noch übersichtlicher, noch leichter im Stil wie bisher und durch die Hin- ZUfÜgUng von Illustrationen und eines secnssprachigen Wörterhucheisi auch für solche Benutzer zu gebrauchen, die den Text nicht fließend beherrschen. Als Vorzüge seien noch verzeichnet: Vokalisierung leicht zu verwechselnder Worte, Ausfüllung wesentlicher Lücken und ihre Kenntlichmachung durch Klammern, Sperrung zu betonender Worte, Hinzufügung von Erläuterungen, Vermeidung von Abkürzungen, Angabe der Quellen der Dinim, Hinweise auf Tenach, Mischnah und Gemara und auf Stellen im Kizzur selbst. Für Iwrith-Schulen erscheint das Buch ohne das Wörterbuch. In einem Teilwerk, das vor der Veröffentlichung steht, werden die Hilchoth Jischuw Erez Israel behandelt. Geis. Eine Kleingemeinde. Dittlofsroda, ein kleines Dorf in Unterfranken, am Fuße der Vorderrhön gelegen, gehört zu dem Rabbinatsfoezirk Bad Kissingen und wird den meisten Lesern fremd erscheinen. Die Gemeinde zählt heute noch vier jüdische Familien mit insgesamt 11 Seelen und ist durch Ab- und Auswanderung im Abnehmen begriffen und wird wohl letzten Endes einmal verwaisen. Eine Synagoge, welche ungefähr im 17. Jahrhundert erbaut wurde, gleicht von außen her durch Bretterverschlag einer Halle, im Innenraum verbirgt dieselbe jedoch mancherlei Oeg-etnis.tänjd& im alten Barockstil. Von besonderem Symbal erscheinen hoch oben vom Oren Hakodausch herafy die zwei Löwen> Die westeuropäische Keren Hatorali Konferenz in Antwerpen am 7. u. 8. fldar 5696 (1 u. 2. März 1936)