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Der Israelit · 1936-02-27 · Heft 9 (27.2.1936) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 9 (27.2.1936)
Date
1936-02-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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27. Februar 1936 Der Israelit Nr. 9 Seite 3 Formung des jüdischen Lebens. (Fortsetzung von .Seite 1.) gensreiqh w^r&enU könnte, trieb daher viele jungen Menschten aus den agudistischem Jugendgruppen in; anideV^'Öu^äe: M sie selbst die Mechanclüm"-wict-fen*]^- Will sich, nun aber die «Jugend u.rjüdischen Geist aneignen, so hat s}e sich gähzlicihder Tauroh und ihren Trägern zu unterstell en. Es gilt auch hierbei das alte Wort, daiß ilKitiilihajesch'' Voraussetzung für Annäherung zuiG'tt ist! . Art des Lernens: Ueber die für Deutschland zweckmäßigste Leroamethode glaube ich mir kein Urteil erlauben zu dürfen. Das sei denen überlasseh, die Gelegenheit hatten, 'die verschiedenen; Wege^kehäneiizulernen. Litauische Gedaulim Sind der. Meinung, daß der, Pilpulismus momentan für. JDeutsdhian'd nicht besonders geeignet ist. (s. m. Artikel im Nachlas Xwi, dritter jahrgaiig, S. 150). Ich möchte nur etwas bemerken, zur Torrn, wie das Lernen vor sich gehen some. ijEin Raw aus dem Osten wies einmal auf den Widerspruch hin: Einerseits steht nasn Opft |78Ti „©Htesfurcht ist Vorbedingung für ijegHohes Wissen" und auf der anderen Seite sagt der Jalkut (Je*. 6): «natt Tllirn 13?» T11K 'KI^T „hätten sie lieber l mich verfassen und meine Lehre gehalten." Er erklärte den Widerspruch auf folgende Art: Es; gibt zwei; Arten!von;\j,Jiräs Sohomäjim": Die eine toestent in einfacher 'praktischer Erfüllung der Mizwohpf licht, frei von jeglicher Problematik des Lebens; denn „G'ttesfurcht ist Vorbedingung für jegliches Wissen". Das führt zum Limuid. Auf . Grund des angeeigneten Stoffes istr dann möglich zu wahrer, tiefer „Jiras Schomaijim" vorzustoßen; daher: „Daß sie mich doch verließen und nur meine Lehre hielten"! Und das ist es, was ich all denen, die zur Gemoroh greifen, warnend zurufen möchte: Las-, set das Lernen unmittelbar auf euch wirken, ohne zu grübeln, ohne sofort „Kaschjes" zu stellen und ohne jede schwer errungene Zeile der; Gemoroh sogleich eurem anderswoher bezogenem nicht-jüdischem Geistesgut gegenüberzustellen. Schaltet aus für die ganze Zeit des Lernens jegliche Problematik. Denn selbst der Rambam, der in einem Brief das weltliche Wissen als „Köchin und Anrichterin der Königin Tauroh" bezeichnet und auf den sich heute ein Teil der Orthodoxie Deutschlands so gerne beruft, hat sich erst als „iRambam" leisten können, sich allen Wissenszweigen zuzuwenden und ihnen den ihnen gebührenden untergeordneten. Ort anzuweisen. Unsere Zeit mußte leider erleben, daß von der „Herrin" eine „Dienerin" wurde, und daß die „Köchin und Anrichterin" die „Tauroh" in die Synagogen, Religionsstunden und — Küchen verwies. Darum vertiefe man sich in den Geist der h"1T\ und lasse sich rein-jüdisch formen. Spürt man sich erst gefestigt und geprägt vom Geiste der Alten, dann wage man sich ruhig an die so gefährlich scheinende Problematik heran, und suche ihrer Herr zu werden so man; überhaupt noch Fragen hat. — Die Tendenz sei gerichtet auf; Haiacha; denn die kurzen Jähre, die der Jesichiwah geschenkt werden können, dienen, sich den. fürs : Leben nötigen Stoff. anzueignen.; Noch ein Wort über die berufenen; Lehrer:. Die g'ttliche Tauroh weitervermitteln kann nur derjenige, bei dem sich 'diese Tamroh gänzlich mit seinem Wesen vermählt hat, der jeder Handlung, jeder Tat und ebenso jedem Gedanken Richtung zu geben imstande ist. Daneben* muß auch, der sittliche Charakter des Rebben derartig sein, daß der Schüler nicht vielleicht gar eine Kluft zwischen Lehre und Lesben\. fühlt, denn schwerwiegend sind die Worte>] :die; unsere . Weisen . dem Vorbild' beilegen. Es ^ilt dies für Djsutsorjtlandj in verstärktem Maße. Der Osten ih^jf eine , beliebte Redensart:;jiFiarji:Deitscrjänd;: kJefct es", d. h, für Deutschland,, ist es genug.;, Er./jwill damit sagen, daß das minimale..Wissen, das? sich der Betreff ende angeeignet, für.-Deiitsch-; AUFRUF für die Adar-Aktion des Keren Hajischuw 5696 Nach Erez Jisroel sind agudistische Arbeiter gekommen, erfüllt vom Geist der Thora und entschlossen, als Arbeiter der Thora ihr ganzes Leben der Idee einer auf heiligem Boden unter der Herrschaft der Thora zu errichtenden Volksgemeinschaft zu weihen. Ga n z ihaben sie si ch in das Vertrauen derer gestellt, denen die Thora auch heute noch die Lebensseele des jüdischen Volkes becLeutet.. Sie haben es aber auch erfaßt, daß jede Auffassung des Judentums, die mit der Thora unvereinbar ist, nicht allein mit Worten 'widerlegt werden kann, daß vielmehr nur T a t e n die ewige Aktualität der Thora und ihre unverminderte Kraft erweisen können, das jüdische Volksdasein zu gestalten, die jüdischen Menschen ZU produktivieren und die wirtschaftlichen Probleme gerecht zu lösen. Der ungeheuren Versuchung, im Anschluß an große und st a r k e Air b eiterorganisationenihr Dasein zu sichern, haben si e mit wahrem M ' s s ir ut h H a n e f e s c h widerstanden. In der Histadruth Poale Agudas Jisroel haben sie die Arbeiterorganisation der herrschenden Thora gebildet. Auf euch haben sie vertraut, denen das jüdische Nationalheim nicht vorstellbar ist, wenn es nicht zugleich das Nationalheim der Thora wird und bleibt. An euch ergeht daher der iRuf: Lasset Eure eigenen Söhne und Töchter nicht im Stich und verratet nicht ein Vertrauen von wahrhaft erschütternder Größe! Aus eigener Kraft kann keine Arbeiterorganisation in den ersten Jahren bestehen! Ohne eure Hilfe muß sie zum Erliegen kommen. Es gibt keinen Grund, der ein Versagen rechtfertigen könnte, glüht in eurem Herzen auch nur ein Funke der Liebe zur Thora, auch-nur ein Funke von Liebe zum Volk der Thora, so werdet ihr nicht nur spenden, sondern mit M'ssiruth Harne fesch opfern, denn wieviel ihr auch opfert, so opfert ihr doch nur Geld, indes unsere Söhne und Tö ohter den Einsatz ihres ganzen Lebens leisten! Nenne sich niemand eine^i.-verahtwortungsbewußten treuen Juden, der in diesen TTagea,-.dfy;0&*Et&z'ty$t'Öel eine Arbeitskrise, herrscht, sich dem Ruf zur Hilfe entzieht tihd damit seines'1'Xeils Verrat a.nr.'d e r Thora übt. '•»:••••»..„ .!..;< •»;;,•* Tut jeder von uns seine Pflicht, ist..die.JihViJiQjienst der Thora stehende Poale Agudath Israel gerettet, " " Erkennt euch selbst an eurer Leistung! Eure.Leistung enföiJreQhe„^er Größe der Stunde! x\ " """""«luv,., Palästina-Centrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M. SchwanenstraBe 12 - Postscheckkonto Firn. 53900. hu» 'Mit '« land vollauf genüge, daß er schon aus dem Vollen schöpfen könne, so er auch nur ein oder zwei Jahre Östliche Jesahiwah-Luft geatmet hat. Dem kann nicht energisch genug entgegengetreten werden. Und das muß heute um so mehr betont werden, als >es sich darum handelt, J e s c h i - w a u s ketanaus in Deutschland zu gründen, und der Vorbereitungszeit für Erez Jisroel noch ein oder mehrere Jahre hinzuzufügen und diese Jahre so nutzbringend als möglich zu gestalten. Es müssen feste, gehämmerte Jehudim und Lamdonim sein, denen das Recht zuerkannt wird, in Deutschland die Lehrer zu sein. Denn gerade in Deutschland, wo es gilt, der Tauroh die Wege zu ebnen, sind die Anforderungen an die Menschen doppelt und dreifach. Möge uns die Zeit nicht klein finden, die gekommen ist. nivvb mösr'Ttnn^ Wochenrundschau- Sir Neill Malcolm, der neue Oberkommissar für Auswandererfürsorge. ■ Generalmajor Sir Neill Malcolm, der dieser Tage vom Völkerbundssekretariat die Verständigung erhalten hat, daß er zum Oberkommissar, für die aus Deutschland Ausgewanderten ernannt worden ist, gewährte einiam Vertreter des Londoner, ITA-Büros eine Unterredung, in der er sich über .'die mit seinem^euen Amt verbundenen Aufgaben äußerte. Sir Neill bemerkte einleitend, er habe seine Arbeit bereits aufgenommen, und stellte sodann fest, daß seiner Auffassung nach das Oberkommissariat mit der wirtschafts- und berufsfürsorgerischen Seite des Auswandererproblems nichts zu tun haben soll. Dieser Teil der Arbeit solle vielmehr durchaus den Privatorganisationen für Auswandererhilfe überlassen bleiben. „Ich werde mich, erklärte der Oberkommissar, „ausschließlich mit den politischen und rechtlichen Fragen befassen, die Personen, sobald sie bereits ausgewandert sind, betreffen. Das heißt, daß ich mit den inneren politischen Verhältnissen Deutschlands nichts zu tun habe. Ebenso befaßt sich der Völkerbund nur mit dem politischen und rechtlichen Status der Menschen nach ihrer Auswanderung. Er befaßt sich dagegen nicht mit ihrer wirtschaftlichen Lage, um die sich Institutionen zu kümmern haben, die wir als philanthropische oder fürsorgerische bezeichnen

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