Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1936)
- Date
- 1936-02-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 8 Oer Israelit 20. Februar 1936 leiden, Agudas Jisroel fürchtet, in der Forderung näch Einwanderungsibesahränkungen nur einen Neid ob der Entwicklung des jüdischen Jischuw erblicken zu müssen. 6. Agudas Jisroel erblickt in der Erfassung von Einwanderungs- und Bodenverkaufsbeschränkungen einen neuen Beweis für die Richtigkeit de® Widerstandes, den alle jüdischen Kreise -der beabsichtigten Einführung der Selbstverwaltung durch Einrichtung des Legislative Council im jetzigen Augenblick entgegensetzen. 7. Agudas Jisroel erklärt, daß die Rechte des jüdischen Volkes auf das jüdische Land sich auf die Zusagen des Königs aller Könige und Weltenschöpfers stützen und daß diese Rechte ihm nicht durch Beschränkungen und Erschwerunigen genommen werden können. Agudas Jisroel ruft das G'ttesvolk im heiligen Lande und in der Gola auf, nicht zu verzagen, sondern stark zu bleiben in dem Glauben ah den Alimächtigen, daß der Aufbau des jüdischen Landes durch jüdische Hände, der dank Seiner Gnade in der letzten Geschichtsperiode begonnen hat, keine Unterbrechung und kein Aufhören, G'tt behüte, erfahren wird. :r 8. Jedoch! Agudas Jisroel ist getragen von der Ueberzeugung, daß die allgütige Vorsehung das jüdische Volk schwere Versuchungen durchmachen läßt, zu denen auch dieses jüngste Wetterleuchten im Lande der Väter zu zählen ist; Versuchungen, die wohl ihre schmerzlichen Vollstrecker nicht rechtfertigen, die aber zweifellos kommen, um das jüdische Volk an die Pflicht der Selhstprüfbng auch hinsichtlich der Wege und Methoden des Aufbaues; de® Heiligen Landes zu erinnern. Sind diese Wege und Methoden der Heiligkeit des Landes, des Volkes und seiner historischen Aufgabe angepaßt? Agudas Jisroel wendet sich daher auch an das jüdische Volk selber, an alle seine Gruppen, mit dem Ruf, Cheschbon hanefesch zu machen und aufsneue die Pflicht zu überprüfen, die wir unserer Vergangenheit, unserer Ueberlieferung und der Heiligkeit des Landes schulden, durch den Aufbau des Landes immer mehr und mehr dem jüdischen Urquell, zuzustreben, um immer mehr und mehr der allgütigen Vorsehung, die es gut mit uns meint, verdient zu werden und immer mehr und mehr unsere Forderungen auf das Heilige Land, die sich aus unserer Verbundenheit mit der Thora ergeben, gerechtfertigter erscheinen zu lassen. 9. Agudas Jisroel hofft, daß auch die Führer der Araber sich nicht weiter verschließen werden vor der Erkenntnis des großen Nutzens, den der Aufbau des jüdischen Jischuw dem ganzen Lände bringt. Durch Ausmerzung aller unbegründeten Verdächtigungen und Befürchtungen könnte der Weg zu einer gemeinsamen Arbeit mit der jüdischen Bevölkerung zum Wohle des ganzen Landes und zum Segen aller Einwohner in voller Harmonie gefunden werden. 10. Agudas Jisroel ersucht schließlich S. M. Regierung und den High Commissioner, Rechnung zu tragen der furchtbaren Lage des leidenden und verfolgten Volkes, nicht hinwegzusehen über die Bedeutung der großen Aufgabe, die ihnen von der allgütigen Vorsehung und von den Ländern der Erde übertragen wurde, dem jüdischen Volke zur Rückkehr in sein Land und Ansiedlung auf dem Boden seiner Väter zu verhelfen. Die Bestimmungen der neuen Bankenverordnung für Palästina, Jerusalem, 12. Febr. Die neue Bankenverordnung für Palästina, durch die ein Bankenkontrolleur eingesetzt wird, ist in der Absicht erlassen worden, nicht so sehr die Zahl der schon bestehenden- Banken einzuschränken, als vielrmehr;eine abnorme Zunahme der Bänken in Palästinazu verbäten. Ein weiterer Zweck dier^Verordnung ist i : ■ > '. ,' .:, es, der Paläs.tdna-Regierung die Möglichkeit direkter und indirekter-Kontrolle und Leitung des Bankwesens in Palästina zu geben;; Die Verordnung 'bestimmt, daß jede ßanlc und jede Kreditgenoss'enschatft eine Genehmigung des High- Commissioner für; ihre Transaktionen besitzen muß. Diese Genehmigung kann vom High Commissioner entzogen werden. Er kann auch. die Gründung neuer Banken ohne Angabe von Gründen verbieten. Da® Gesetz sieht auch idie Ernennung eines Bänkkontrolleurs durch den High Commissoiöner vor. Dieser Kontrolleur erhält das Recht, ünangekündigt Revisionen der -Buchführung der Banken vorzunehmen. Die Banken sind verpflichtet, dem Bankprüf er der Regierung seine Arbeit in jeder Weise zu erleichtern, widrigenfalls Geldstrafen bis ZU 50 Pfund über sie verhängt werden. Die von der Regierung vor einiger Zeit ausgearbeitete Verordnung soll die Sicherheit des palästinensischen Bankwesens erhöhen. Wie bereits gemeldet, hat die Regierung Herrn F. G. Horwill von der Westminster Bank zum :Bankpriifer ernannt. Mr. Horwill hat seine Arbeit bereits aufgenommen. Der High Commissioner bereitet die Ernennungen von Mitgliedern, des Legislative Council vor. Jerusalem, 13. Febr. Nach einer Meldung der arabischen Zeitung „EI Liwaa" werden von der Palästina-Regierung bereits Maßnahmen zur Ernennung der Regierungsvertreter in dem geplanten Legislative Council getroffen. Es wurden schon Stellvertreter für eine Reihe von Beamten bestimmt, die voraussichtlich durch ihre Teilnahme an den Arbeiten des Legislative Council ihren Dienst zeitweise nicht werden versehen können. Als Kandidaten für den Legislative Council werden genannt: der .ChefSekretär der Palästina-Regierung John Hathorn Hall, der Leiter des Finanzdepartments Johnson und Generalstaatsanwalt Trusted, Außerdem wenden für eine Ernennung dar Leiter des Bodendeparfcments Salmon und Herr Davy vom Landwirtschaftsdepartment in Betracht gezogen. 3. Die Pflicht, englischen Beamten inti Emirat kostenlös Wohnungen zur Verfügung zu stellen, wird abgeschafft. 4. Die tramsjordanische Regierung erhält Autonomie auf dem Gebiet dre Zollpolitik. : •* : . Diese Zugeständnisise sind da® -.Ergebnis länrg'jähriger Verhandlungen, die auch während des vorjährigen Besuches Emir Abdullahs in Lönidön^foftigesieizt worden 'sind. Die ^arabische Pressie weist :d)a|&i3-:Jm», daß die Abänderung des" engUsch-transijördanische.n Vertrages nach der Bekanntgabe . des^ Projektes^ , in Palästina einen Legislative Council einzusetzen, vorgenommen wurde und ein Glied in der »Kette der englischen Bemühungen bilde, mit Rücksicht auf die allgemeinen politischen Verhältnisse im Nethen Osten die Sympathien der Araber zu gewinnen. Politische Zugeständnisse Englands an Transjordanien. Jerusalem, 13. Febr. Die transjordanische Regierung hat im Amtsblatt folgende Aenderungen des Vertrages zwischen England und Transjordanien veröffentlicht, die jetzt in Kraft treten: . ..; •* 1. England anerkennt das Recht der transjordanischen Regierung, in den Nachbarländern Konsuln zu bestellen.- 2. Die Ausgaben des ■ britischen Residenten in Amman werden künftighin nicht mehr von Transjordanien, sondern von England .gedeckt. Raubmord in Palästina. , H a i f a ,17. Febr. Die aus Deutschland eingewanderte Julie K.o 11 e r wurde während eines Spazierganges,!, den,sie in Begleitung ihres 13jährigen Sohnes von Haifa aus in der Richtung nach Atlit unternahm, in. der Nähe von Bat Galim von Arabern überfallen, die sie niederschlugen und sie ihrer Habe beraubten. Die Ueberfallene ist ihren Verletzungen erlegen. Der 13jährige Knabe ist schwer verletzt, sein Zustand ist ernst. Die Polizei verhaftete einen gewissen Mahmud Abbadive, der eingestand, Frau Julie Koller bei Bat Galim getötet zu haben. Der zweite Angreifer, Ibrahim Assafari, ist entkommen. Afrika. Lebenslängliches Zuchthaus für Judenmörder in Algier. Algier, 12. Febr. Das Gericht von Orleansville hat Abid Mohammed und Benihoub Dschekki, die bei dem Pogrom in Cönstantine am 5. August 1934 fünf Angehörige der Familien Attali und Attal ermordet hatten, zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Ein dritter Angeklagter wurde freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte für alle drei Todesstrafe gefordert'. Ferner Wurden vier Angeklagte, die während des Pögroms an der Ermordung von'neun Mitgliedern der Familien Halimi. und Zerdoün beteiligt waren, zu lebenslänglichem, bezw. lSjährigem, 5jährgem und 2jährigem Zuchthaus verurteilt. In un s e r e m Ve r 1 a g e erschien: Tlucbt in die Reimat Ein Dokument der ZeM von S. SCHACHNOWITZ Preis brosch. Jl 2.—, Das Buch, 265 SeitenHark, ift ein Dokument der 2eit von ergreifender Realität. Ein junger jüdifcher Wenfch aus einer areligiöfen, am Judentum wollig desintereffterten Familie toird uom Sturm der Eeit erfafjt und auf jüdifmen Heimatboden gefegt. Mit der Wacht der Jugend und der Überzeugung rei|f er am Ende auch die; Eltern und feine ganze Umgebung mit zur jüdifiüen- Höhe.' in .ung"em'e!m iänföwü^' liehen Bildern entrollt fim uor dem Rüge das Ceben der Hachfcharah, das neue ' Werden in £rez Jsrael, die entimcklung der erften orthodoxen Kibbuzim. Jüdifches Ceben örtlicher und weltlicher Obferuanz kommen, uon aufjen geflogen, (ich näher und finden fim uoüends auf dem heijigen üäterboden, der zur Heimat der Jungen geworden.^ ,1^.. c r- ■ j "!,'. :^ 'l ' •" '' "r; 'lu beziehen durch alle1 befferen Buchhiaindlungeh, M :'u/föüiiediM;düfih' d^'ljerl#itoter Rachttahme^ Verlag des l^a«Iit it. Hefinon GmMlU Fran^rl^iML] ^^teensti^^e 1^ Posts<^^^:Sitönto^r.;% p >;JU .;!;:■.!!!•><;.