Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1936)
- Date
- 1936-02-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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13. Februar 1936 Der Israelit Nr. 7 Seit« 7 zur Bestrafung, z. B. wegen Paßvergehens, führen. Ein derartiger Fall wurde iz. B. früher aus Wuppertal gemeldet. Der Hauptgesdohtspunkt dieser Bestimmung 4s t der, daß einer Abwanderung von Fachkräften ins; Ausland vorgebeugt werden soll. . Es;läßt sich dabei aber nicht; V;erkennen> daß diese Vorschriften, obwohl sie allgemein gelten, doch ihrem eigentlichen Sinne nach .nicht ohne weiteres auf erwerbslose jüdische Arbeitskräfte' angewendet werden können, zumal dann nicht, wenn diese jüdischen Arbeitnehmer (im Unterschied zu deutschen Fachkräften) nicht nur nicht gebraucht, sondern auf absehbare Zeit gar nicht in Arbeit vermittelt werden können. Da überdies von maßgebenden Steilen verschiedentlich zum Ausdruck gebracht worden ist, daß im Regelfalle die Auswanderung von Juden als im Interesse Deutschlands liegend angesehen werde, und da weiterhin solche Auswanderungen auch einer Entlastung von deutschen Fürsorge- und Unterstützungsieinrichtungen diieuen mag, so wäre es wohl gut, Unklarheiten und Zweifelsfraigen, die sich in der Praxis ergeben mögen; zu beseitigen.-. Neueste Wirtschaftsnachrichten aus Erez JisroeJ. Der Delegiefientag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. '-. B erlin, 7. Febr. In der Abendsitzung: am Montag kam die Generaldebatte zum: Abschluß und .man. schritt .zur, ,$Cfäbl der Kommissionen.: Der Vorsitzende der. Fraktion, des Jüdischen Volksbundes in der Berliner Jüdischen- Gemeinde, Dr. K o z o w e r, wandte sich scharf gegen die Religi o ns v er 1 et-zun g en in der Haehscharah, was er mit Schreiben und Dokumenten belegte. Er machte der Leitung der : Z. V. f. .D. den Vorwurf, ■ tjdaß sie lieber..- mit. ♦ Assimila'dteftr.^ reinster» Wassers-zusammengehe, als mit •andersdenkenden Zionisten. Er verlangte ferner t, äfrs, - fif^yt-fifty-P^kiziff auch in der-Reichsvertretung. }Dr.:) Joachim Prinz .findet die Behandlung ' solcher Fragen kleinlich int V^r-j gleiche zur jüdischen;Ge.samtlageiiinft.der.; iW^lt.. >t>ln seinem Schlußwort«laßt Kurt-^Blumenfeld jclie Ergebnisse der. Generaldebatte züs3>mmfcn; und: konstatiertj daß sie -k/eineswegi .auf-dem,--.-Niveau-,stajnci> um . da$ Ge&amtb&Iid den? )ödii^e^.:^g-9^i^d^r2^eheai.^ r f Der: nMöntagvormittag?war;i jn^Hn mit ^omm^sions^ Sitzungen: :a^sgefüllt\ Im; Sltawjun-i hielt;,T«chertok ein Referat 'über. Kulturfrageh.1 Er; stellte est[, daß diä Grundlaigen ''■> für edde < t weitgehende jüdische .j&ilturr arbeit zerstört seien und''-es .gäbe-rm^D«^schland; keU nerlei Anzeichen eines;klaren jüdis&beai; Kulturwillens. Er un'terziieht auch . die. Arbeit;det ■ jüdischen Kulturbünde deiner ■ schaffen"? Kritik;' auch,;die -.^es^Sch.uI1- "wesens. Die Erlernung - der., hebräischen Sprache würde immer noch mit großer Nachlässigkeit betriejben.- Auch die-Zionisten betreiben das Hebräisch noch nicht genügend. Nur die hebräische Kulturbewegung .könne den. Juden in Deutschland Kulturwerte vermitteln. Der hebräische Lehrer müsse ein radikaler; Zionist sein. Die Erwachsenenbildung könne nur vom , Zionismus durchgeführt werden. Nach Beendigung der Kulturdebatte wandte sich .Rabbiner Dr." H o f f m a n h , Frankfurt-a. «M,- in einejjr persönlichen Bemerkung gegen die ^AusföhruA^e^^uRt Blumenfelds in der Generaldebatte. Ah Vertretejr des Misrächß, müsse"; er, den' St^ndp^k|4Blumenfeld:s bezüglich der religiösen Fragen mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Kurt Blumenfeld und Dr. Siegfried Mose«..gaben dann versöhnliche Erklärungen ab!, » ■■•* « i. <; - " - *r * .»-1. («•-{*•" ■ worauf die"'Vertreter'des Misrächi, dle^deK^Säal verlassen hatten, auf ihre Sitze zurückkehrten. Resolutionen. Die Entschließung über die jüdische Schule ^besagt in der Hauptsache-, daß die Grundlagen d^s ijüdischen-.Unterrichtes .«ein.,, müssen: Hebräisch, jüdische Geschichte und Palästinakunde. Die Schule .*habe sichdem Aufbau Erez .Jisroels anzupassen.. Beveoredferes , Augenmerk sei- -auf die, .Lehrerausbildung zu richten- und;iauf das Verhältnis zwischen. Schule und jJugendbewegung. Die bestehenden Lehrerverbände /bedürfen zu diesem Zwecke einer 'neuen Zusammensetzung.. . , Als die-zentralen Ha chsc h a r. ah- 0; r g a ni.s a- Jfäonen werden>i,,Hechaiuz" und „Brith, Chaluzim Öatihiim" -proklamiert; Es ward in, einer eigenen Ent- M ..... T e 1 A w i w. Die Palestine Screw Works „Haboreg", "Ltd., die Ende des Jahres 1934 die Produktion aufgenommen haben, stellen Schrauben, Muttern, Nieten und Isolatoren- . stützen her. Der Importbedarf an diesen Er- __. zeugni&sen, die in der Außenhandelsstatistik S unter „Nägel (nicht über 25 mm Länge), I Muttern, Bolzen, Schrauben, Nieten u. ä." I zusammengefaßt sind, hat sich in den letz- I ten Jahren wie folgt entwickelt: 1933: 719 I To. im Werte von LP 17.611; 1934: 948 To. I im Werte von LP 23.713. Im Jahre 1935 ist I der Import weiter sehr stark angewachsen. I Die Außenhandelsstatistik faßt seit 1935 [ 'Sämtliche Nägel und Schrauben usw. in eine I Position zusammen. Wenn, wie erwartet, un- I. ter ausreichendem Zollschutz der Absatz auf I dem Inlandsmarkt dem Bedarf entsprechend I erweitert werden könnte, so wunde sich ein I Exportin . die Nachbarländer ermöglichen I lassen. .Die. Haboreg, Ltd. beschäftigt ca. I 30 Arbeiter. Leiter des Unternehmens sind I die Herren' Lurje und Ingenieur Weißen- [ berg. Tel Awiw; Eine Persönlichkeit I aus dem Versicherungswesen, die mit einer der größten palästinensischen Versiche- [ rungsgesellschaften verbunden ist, äußerte sieh einem Redaktionsvertreter von Pall -new,s -in j folgenden Darlegungen über die . [ Rückwirkungen, die die Veränderung der wirtschaftlichen Verthältnisse auf das Versicherungsgeschäft' ausgeübt hat: Vor allem ist bemerkenswert, daß in den letzten Mo- [ naten eine beträchtliche Abnahme des Ab-! Schlusses großer Versicherungspolicen zu [ verzeichnen ist, die während der Prosperität eingegangen waren/ Vor einem halben Jahr; t? betrug die Durchschnittshöhe jeder Police; ungefähr LP ,\ 600—7.Q0. Dieser I Durchschnitt ist einrseKr' hoher,^"in Deutsch- [ Iand z. B.'Betrug die Dürchschttittshöhe pro * 'Pöliee: in : den letzten' Jahren nur etwa LP m 250-.^-. :;Aridererseits/ ist. eine Zunahme des,.] ...Abschlusses von ^yolk&versjicherungen . in .1 Höhe, yo.n LP 60—20Q zu verzeichnen. Po- '\ liceri' in 'H^he von LP 250—300 stellen ge- 1 'gehwUi'fig r'deh Durchschnitt'ida£iM er uls a-.o| sfife mr.'aWieJdas Department:{pf A-griculture^. :ariijd. ^F>ore.'S;tsy jtnxtieilj^; liegenv^ip Pezemb er- I regerifäWe der offiziellen BeäDachtung^ita^ I tibhen sehr "jstark ''ünter derri' Duirfchsehnltf-'j - -de)r vorhergehenden' Jahre, ian dreni'meisten;>[ : Beobaseditxih^spunkften raachen-sie. kaum^die;tl Hälf;te-ides Durchschnittes. >[oAe$> noch, er- I hieblich V{W§mger) der. früheren , Jahre aus.' In Beershebä sind im 'Öezem!bei°! gegenüber ' 3^,4 mm rfn ■ Durchschnitt;ider . - letzten : 15^ Jähre: "überhaupt keirfe Niederschläge ge- , fallen, in. Gaza nur. 7,1 mm^ gegenüber 9.3.4 I mm im Durchschnitt der letzten 25 Jahre."1 Infolge der starken Niederschläge der vorhergehenden Monate wird dieses" Defizit aber für den Zeitraum Juni-Dezember 1.935 weitgehend.ausgeglichen. Tel Awiw. Wie wir hörenf bereitet die Anglo-Palestine-Bänk die Eröffnung einer besonderen Genossensphäftsabteilung vor. Die neue Abteilung soll ihre Arbeit in etwa zwei Monaten auf- I nehmen. Haifa. Die Halvaa Vehisachon, j Haifa, beendete am 31. Dezember 1935 das i zwölfte Jahr, ihres Bestehens. Die Zahl der Mitg^eder-i-ist im Läufe'dieser 12 Jahre.von;j| '•' 39't-ati-ft3Ö87i gestaegen'/.'-dieiifiöhe der Darlehen, von LP 1908,;auf:>LP 1-57.0Ö0, 'das .Kapital der Gesellschaft "von, tP 52Ö auf LP J!2b'.50C' 'äie'"Beßbsäferi stiegeri von LP 1370 I : aÜf %P;' I ÖS'.OfOO, tag T >A w $w. Die:. EinSiah- \ i'tiöeri >der .,^Hamashbjr ijijarnerkazi" belaufen, sieh Hm' Jahre 1935,. auf., LP 270.000 gegenüt>er LP \. 198,000; im Jahre,: 1934. Die Einnahmen sind gegenüber' dem Vorjthr also um 37 Proz. gestiegen. Die Gesellschaft hat sich im Jahre 1935 stetig weiter entwickelt, vor allem auf dem Gebiet des Lebensmittelhandels, Maschinenhandels und anderen Gebieten. Die ..Nahrungsmittel- und Ma- ''schi^env'ersdirguiig für die':' Getreidewirt- •schäJt, Geflügel, Rindvieh und Bienenzucht ■^urde dm . Jjahre[ '1935 vollkommen . zentrali- sieijt^ Das. ..Geschäft entwickelte sich selbst in den Monaten* ununterbrochen weiter, in denen0 däsTU43rößhärid0kgesöhäft im ganzen. Lande-sicfc;slark--äibschwächtte. J a f f a. Der .:in.:. diesem' :-Jahre;; auf genommene direkte Schiffsverkehr Jaffa—Ödessa erweist .sich gleichzeitig als ein1 Förderer des Orärigenexportes nach USöwjetrüßland. Wie:sin Paine ws bereits mehrfach berichtet wurde, nimmt, die -,rG;ruzjta'' bei ihrfjn Fahrten he- I achtliehe Cteange^ladungen mit. : Schließung besonders die Bedeutung der Jugenda 1 i j a h hervorgehoben. Andere Entschließungen betreffen Finanzfragen und Sammelaktionen für die zionistischen Fonds. Zuletzt werden noch die Namenslisten für die Mitglieder des gewählten Landesvorstandes und des Gemeindeausschusses der Z. V. f. D. bekannt gegeben. Landesverbandssitzung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Berlin, 10. Febr. Am Sonntag, den 9. Februar, wären die Vorsitzenden der Landesverbände des RjF. mit den Kameraden der Bundesleitung in Berlin zusammengetreten. Es wurde am Anfang eine Vertrauenskundgebung für die Bundesleitung ausgesprochen. Dr. Leo Löwenstein, der Bundesvorsitzende, sprach über die Stellung des RjF. im jüdischen Leben und erhob den Führungsanspruch des RjF. innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. In der zuletzt angenommenen Resolution heißt e« u. a.,-'daß die Versammelten der Bundesleitung Dank und Anerkennung aussprechen. Der RjF. diene nach wie vor in Disziplin, Einsatz und Opferbereitschaft der jüdischen Gemeinschaft. Reichskonierenz' der polnischen Juden in Deutschland. B e r lin; 11. Febr. Wie vor einiger Zeit in London fand jetzt auch in Berlin eine Konferenz der in Deutschland wohnenden polnischen Juden statt, zu der 50 Delegierte als Vertreter von 35 Einzelorganisationen gekommen waren. Die polnische Botschaft, das polnische Konsulat in Berlin waren vertreten, ebenso alle jüdischen Spitzenverbäflde. Ein Vertreter der Botschift begrüßte u. a. die Konferenz. Es würde dann ein Huldigungstelegramm. . an den Präsidenten der Republik Polen .abge/Sandt. ^Der polnische Konsul betonte, daß durch die Organisation ein einigendes Band jUnd. die,. Möglichkeit gegenseitiger Hilfe und Annäherung zwischen j den polnischen , Staatsbürgern wie , zwischen ^denjen ,>und.. jdea, ^Dohüscheii Behörden entstehe.;; Unter den.ran)deren Ansprächen .ragte 'eine — ■> Li .-i.-.riic>*. •■ ü-fp1';*'! \;\ .i ^ichei!;Von.-Raibb. ^Dr, Leo Ba elc hervor, der über den - Heroismus, der Frömmigkeit spra,ch' wie er sich ''11 * '- - 1 - - M.'-r. '. " 'lii^f-, - p\;iS': '-;; •' i' t*. gerader, bei; unseren I^rüdern im Osten zeigte. Die ..Konferenz,,stand/unter Leitung.des Vorsitzenden des Verbandes, polnischer Juden in Deutschland, vIsaak K o r nJ.e Id. , , - Es i folgten dann .Vorträge über die polnisphrjüdische Eiftwanderung in Deutschland und über die Wirtschaftslage der Juden in Polen, gehalten von 'Dr. Jacob Meit Iis und Dr. Michael T raub. Letzterer schilderte auf Grund reichen Zahlenmaterials die verzweifelte wirtschaftliche Lage der Juden in Polen, wie wir säe aus anderen Quellen bereits zur Genüge kennen. Aus der Rede von Dr. M e i 11 i s erfuhr man, daß sich in Deutschland bisher 35 Vereine mit etwa 5000 Mitgliedern dem Verbände polnischer Juden in Deutschland, angeschlossen haben. Herr Rosenwasser, Frankfurt a. M. behandelte die kulturellen Belange der polnischen Juden und betonte insbesondere die Notwendigkeit der Pflege der polnischen wie der hebräischen Sprache und Kultur. Isaak Kornfeld stellte fest, daß die Mehrheit der polnischen Juden außerhalb Polens wohne:' Die Generaldebatte, die Montag abend begann, wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Ludwig Holländer gestorben. .: ., Berlin, 9. Febr. Am 9. Februar verstarb nach schwerem Leiden Dr. Ludwig Hol lin d e ry der allbekannte frühere Direktordes Central?-Vereins; Eine ..markante.; Persönlichkeit tritt mit! Holländer aus dem ' jüdischen Leben' aus. Er wär auch'Begründer und langjähriger Leiter des: P h i h) - V e r 1 a g e s.i.Seit 1908 Syndikus des Zeiilräl-Vereins und später dessen Direktor zwang ihn 1933 ein schweres Leiden, in;den Ruhestand zu treten:' Seine Verdienste für die Ehre und das Recht der deutschen Juden werden unverwischlich bleiben. /.