Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1936)
- Date
- 1936-02-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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- Elijah 1× ep/1004307
- hazzan 1× ep/1004827
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Seite 4 Nr. 7 D e. Israelit 13. Februar 1936; sehen Juden selbst aufgebracht werden; Im übrigen will man .die den Auswandernden zur Verfügung gestellten Beträge "als rückzahlbare, langfristige Darleihen angesehen wissen, die später einem allgemeinen Flüchtlingsfonds zufließen sollen. Nicht aufgeklärt . erscheint, inwieweit ein Transfer deutsch-jüdischer Vermögenswerte nach Art des Haavara-Transfers ins Auge gefaßt ist. Die in Amerika allmächtige Boykott-Politik gegen den deutsahen Export zwang die britischen Delegierten, immer wieder zu beteuern, sie dächten nicht daran, deutsche Export-Förderung zu betreiben. Aber es könnte sein, daß die Realitäten sich schließlich doch mächtiger erweisen als der Druck der Volksstimmung, und es gibt in den vielen Erklärungen, die man veröffentlichte, mancherlei Klauseln, hinter denen der kundige Leser doch den Ausweg in eine Politik der wirtschaftlichen Vernunft erblicken kann. Wichtig wird die Frage der Verwaltung des Fonds sein. Es spielen dabei gewisse Reibungen zwischen Jewish Agency und nichtzionistischen Organisationen mit, und sogar Simon M; a r k s hat in Amerika erklärt, er halte die Jewish Agency nicht für geeignet, die oberste Spitze der Sammlung (die je nur zur Hälfte Palästina zugute kommen soll) zu bilden. Beabsichtigt ist die Bildung eines kleinen leitenden Komitees aus Notabilitäten, die den verschiedenen Gruppen persönlich nahestehen, Nichts mit dem heiligen Ernste jener gescheiterten Versuche zur generellen Lösung des Problems hat ein in England neuerdings unternommener dilettantischer und daher unverantwortlicher literarischer Einbruch in die Bezirke des jüdischen Eherechtes zu tun, den ein Rabbiner namens Z. Hades in Birmingham unternommen hat. In einer Broschüre bnpn TWlb' A Stranded Woman (Verlag J. Narodiezky) hat er geradezu abenteuerliche Theorieen über den Sinn der Klausel 1 riVO JH3 veröffentlicht, die darauf ihinausgehen, jede Ehe ipso facto als ungültig zu betrachten, an der der Ehemann sich nicht gemäß dem „Gesetz Moses und Israels" verhält. Es lohnt sich nicht, auf diesen sträflichen Unsinn einzugehen, der — von jeder moralischen und religiösen Wertung abgesehen — ja aller juristischen Logik Hohn spricht und die legalen Formen einer E h e s chl i e ß u n g mit dem Leben während der Dauer der Ehe verwechselt. ' Der „Vorschlag" hat sofort, als er "bekannt wurde, schärfste Proteste von allen Seiten hervorgerufen und dazu geführt, daß dem Urheber in den rabbindschen Kreisen seines Landes jedwedes Vertrauen entzogen worden ist. Diesem Votum dürften sich zweifellos auch die rabbinischen Kreise Mittel- und Osteuropas anschließen. Die Antwerpener Thorakonferenz. Zum Agunah-Problem. Der Ernst, ja die Tragik der Verwicklungen, die im Leben der jüdischen Frau durah die technische oder rechtliche Unmöglichkeit einer Ehetrennung unter Umständen hervorgerufen werden können, ist von den großen Rabbinen der Vergangenheit und Gegenwart nie verkannt worden, und es ist wahrlich ein Ruhmestitel der rabbinischen Jurisprudenz, mit welch tiefer Gewissenhaftigkeit und Menschenliebe — beide zu harmonisieren ist oft unendlich schwer — die größten der talmudischen Koryphäen sich allen Seiten der^mS" 11133 r>1Jj?JV der „Interessenvertretung der Töchter Israels" von je zugewandt haben. - •'• ' Aus dieser Fürsorge heraus sind auch die ernst zu nehmenden Vorschläge zu verstehen gewesen, die neuerer Zeit von Rabbi Elija Hazzan!?"XT (ih DWbVT) T)"W) und Rabbi Ghajim Bidjerano in Konstantinopel ('Hin bv flPnj?) gemacht worden sind, obgleich sie der Nachprüfung durch. die *rnn •»Vvtt nicht standhielten und von deren einstimmigem Votum aus der Welt geschafft wurden. (7. und 8. Adar 5696) Zum 7. und 8. Adar (1. und 2. März) ist nach Antwerpen die westeuropäische Konferenz der am Werk des Keren Hatoirah und Beth Jacob Interessierten einberufen worden. Die Initiatoren erhoffen von dieser Zusammenkunft Ersprießliches für .die Zukunft und Sicherung der orthodoxen Erziehungs- und Aufbauarbeit, die durch den Keren Hatorah und Beth Jacob dargestellt wird. Daß es gerade in heutiger Zeit doppelt und dreifach notwendig ist, im Namen der Thora zu rufen, hat auf der jüngsten Londoner Konferenz der Antwerpener Obernabbiner Rottenberg mit flammenden Worten ausgesprochen; es mag darum für ihn ein Gefühl der Genugtuung sein, daß gerade seine Gemeinde zum Ort der Konferenz bestimmt wurde, wie es für uns ein „Zeichen zum. Guten" ist, daß dieser Mann, der im Westen die Thorakultur in der ungebrochenen Kraft und Glut des Ostens darstellt, die Konferenz leiten wird. Aber nicht nur Ort und Präsidium, auch das Datum der Tagung mag uns "von guter Vorbedeutung sein: der 7. Adar, Moses Geburts- und rTodestag! - Im allgemieinen führi; .uns die Schau über das Leben eines Menschen von seinem Geburtstag zu seinem Todestag; bei Moses ist; es umgekehrt: wir wissen von seinem Todestag und erschließen daraus erst is&inen 'Geburtstag. (Kiduschin 38a.) Wenn wir uns .diesen Gedanken zum Symbol erweitern, so sägt er uns: Moses Sterben bringt uns zum Bewußtsein Moses Leben, sein Sterben verpflichtet uns auf sein Leben und den Inhalt seines Lebens. Und wie bei Moses ist es bei allen großen Menschen unseres Volkes (siehe die gleiche Talmudstelle). Unsere Antwerpener Zusammenkunft wird im Zeichen eines Mannes stehen, der uns am meisten fehlen wird: Dr. Leo Deutschländer. Gewiß werden wir dort von ihm, uns er m großen Toten, sprechen, denn täten wir es nicht, dann wären wir undankbar und untreu; aber viel wichtiger und würdiger wird es sein, wenn wir dort von seinem Leben und seiner Leistung sprechen, wenn die Erinnerung an ihn uns neu verpflichtet auf sein Leben und den Inhalt seines Lebens. Es wird die erste Zusammenkunft nach seinem Tod sein, die sich mit seinem Werk beschäftigt, die zu erweisen hat und erweisen wird, daß sein. Werk lebt. Die für die Weiterfüihrung der Arbeit Lea Deutschländers Verantwortlichen — im engeren Sinn Verantwortlichen, denn im Grunde liegt die Verantwortung auf uns allen gleichmäßig — hoffen und erwarten, daß aus all den Ländern, die zu. dieser Zusammenkunft geladen sind, Delegierte und Freunde in reicher Zahl kommen werden, sie hoffen und erwarten, daß hinter den Entschließungen, die diese- Konferenz fassein wird, Menschen stehen werden, .die ihre, ganze Kraft einsetzen werden, daß das, was man will, auch wird, sie hoffen und erwarten, daß man nicht nur i n Antwerpen, sondern in noch stärkerem Maße n a c h Antwerpen die Fahne hochhalten wird. - . Nach drei Seiten hin wird die Zusammenkunft Beschlüsse zu fassen und die geeignetsten Maßnahmen zur Durchführung zu überlegen haben: Sidra-Anleitung für die Esra-Pirche Agudas Jisroel. ■nrv Zu den 10 Geboten. Rein äußerlich ist die Zweiteilung schon ausgedrückt durch die zwei Tafeln: Auf der ersten Tafel die neuen, den Geist und das Denken neuformenden Gesetze, auf der zweiten Tafel die Naturgebote, d. h. die Gesetze, die jede Gemeinschaft sich zuni Zwecke der Selbsterhaltiung aufzuerlegen gezwungen ist. Jedoch macht der erste Teil der Gebote den zweiten zu mehr als Paragraphen irgendeines Gesetzbuches. wird gewölwdicli mit „ich sei" übersetzt, um auch das erste Gebot in den Rahmen des Dekalogs einzufügen. (Ist übrigens der Ausdruck „10 Gebote" so zwingend, daß man deswegen den ganzen Sinn verdreht?) Die erste Diwroh ist vielmehr die Feststellungüber das Wesen der jüdischen Metageschichte, aus der die ganze .Verpachtung, Jisroels zur Thora erwächst Der durch nichts bedingte Gnadenakt — -n .Ton — der ' Votkwe«Jtmg' 'pws ,r>*«,n ' D'-isn verpflichtet zu ''tp *b. Du darfst keine andere Gewalt als Deinen richtenden Herrn erkennen. (Achte auf die Erklärung. Raschis zu grammatikalischer Schwierigkeit in diesem Vers^ Du darfst ferner we-; der das, was Du als richtende Gewalt über Dir erkennst und in Dir fühlst, konkret wiedergeben; noch ein Dir als höhere Gewalt erscheinendes Konkretum anerkennen. nnn D'M ist .derselbe .Gedanke, der beispielsweise in "to" min ausgedrückt ist: mo' bv 8in -»a- Bei d-m by na« n»-ws ist (sowohl) der Gedanke der Vererbung, die Theodizee, 'V nnw vreva und ähnliche Gedanken zu behandeln. Inwieweit trägt das WBnp'"> zur Klärung; des Begriffes der nwrrp bei? Zu sagt die;mm: •pn« dVim-' Wir setzen diesen Gedanken am besten mit dem in vnv o« und in den Verheißungen von tV ausgedrückten gleich. Die weiteren Gebote sind die "Einschränkung':; des menschlichen Trieblebens, das zur Zeit der Gesetzgebung bereits Religion, Kultur und Gesellschaft beherrschte. n*tjs»n •* ' - .•::,-::,rv. Schon der Anfang der Sidrah tpos-a weist darauf hin, daß es sich um „Aussprüche der Gerechtigkeit gegen gleichgeordnete Wesen aus dem Grundsätze dieser Gleichheit, also der Gerechtigkeit gegen Menschen" (rikisch ,19 Br.) handelt.,.Es .wird sich emp- : fehlen, hierzu den dritten Aufsatz aus.' Si Breuers ' „Wegzeichen" zu lesen. Betone den sozialen, für die , . Anschauung der damaligenf Zeit unerhörten Charakter; der on»nj, wie es sich beispielsweise im rer-v _ ausdrückt. Denn dadurch werden sowohl der Herrenmoral der trän* wie der Sklavenmoral der o*-n» Grenzen gesetzt. Bedeutet vrV ru* wpbw einen Ein- . griff in dien-ivra? Zu-..: r?'*«W r* «leite;; die Meinung»-, j verschaedenheit in der mos, öl» es: wörtlich gemeint i ist.. .Behandle. ..an dieser . Stelle kktr2 deri Gedanken ' derEntwicklung' der Haläcbah. Führe womöglich zu 21,; 28^-22, 6 der vier Typen des Schadens, zu 2-2, 6-422) 15, die vier Typen des Schomer aus. Behandle ferner die besondere Stellung von nan^st ow >"»i. Beachte die Stellung von V. 30, 22. Wie ist der Zusammenhang zu den übrigen Sätzen? Zu K. 23 vgl. o^nj? und o*vsv K. 23, 7 ssn p-"rs* xb ist eine kennzeichnende Eigenart der jüdischen Rechtsprechung gegenüber des alles anderen Volkes. Die ansprechendste Pschaterklärung des ww flvv? ist die des Raschbam; daß das "nwi sich auf die eben vorgelegten Gesetze, bezieht, das ** W aber auf die in der/ Zukunft gegebenen. Weise auf die einfache Form des Berichtes über das größte Wunder hin, der g'ttlichen Offenbarung Angesicht zu Angesicht. Möglichkeit der ^Behandlung des Stiles; der. Thora. Tun und Hören. r Von Rabbiner Dr. M. Lewin in Hamburg. npyj "i nat iw« „Alles, was G'tt geredet hatr wollen wir tun!" Das ist das jugendirische entscheidungsvolle Gelöbnis, das Israel seiner Berufung zum Sendboten des Herrn würdig machte. Natürlich müssen G'ttes Worte und Gebote erst .verkündet werden, um zur Erfüllung zu gelange», pas der G'tjtesseradung sich weihende Volk bindet sich aber, in . lauterster Hingebung und Opferbereitschaft an den Willen, des Höchsten, ohne. zuvor nach dein Inhalt raer Offenbarung zu fragen. Es tritt Israel-" in den KrtM9 der "t nwa». der Heerscharen des Herrn, die ..auf; ^seinen Wink warten, um ihn zu preisen^ und zii , herrlichen. Engel stiegen herniedier naen' eänein Worte aK)üdisqh.er Weiisheit. und krönten jedes Häüpjt^: ifi Israel mit dem Diadem der' Weahev.^; Dies^ i&pne strahlt ,auch heute, noch in Jbrem ymlen, Gliatoz^V; sich ^raek Kindel dem W^J^S G'Ües unte^or^e«,