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Der Israelit · 1936-02-13 · Heft 7 (13.2.1936) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 7 (13.2.1936)
Date
1936-02-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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13. Februar 1936 D er Israelit Nr. 7 Seite 3 Wir wollen (Fortsetzung von Seite 1.) Unser1 Trost und unsere einzige Hoffnung ist hierbei, _ $aß'' unsere:... ^dorthin, strömende Jugend;schon -durch inrjej:iw%tsdhaftlacfa:eh:!Note1'von den Anderen gesellschaftlich.' genügend \ \ geschieden ist, die jihre Geisteskraft mehr .auf5 das Wirtschaf tliöhie konzentriert haben. Dodhjiibefassen wir uns zunächst mit unseren hiesigen Anliegen; idenn auch die, welche hier bleiben müssen und können, sollen durch, die Note der Ziert nicht von unserem ^eastigea-H«imwege sich abdrängen lassen. Nicht zeitfremde Büßerliüne hat einigen ijungen Lehrern Deutschlands Liebe zur Kabbalia,;iundWiderwille gegen Akademikeraufzucht eingegeben. Nein, auch diese verantwortungsbewußten Meister des Wortes sind den Weg der Westkultur hinaus und wieder' heinifwärts^ mitgewianidertl Und aus der Ferne qLje;, g'tijiche .Geistesheimat schauend, achten sie nii©^ mehr des Abstandes, der die Meisten noch von diesem Ziele trennt, und wollen, daß au dhr wir Alle dieses Abstandes nicht mehr ächten urad in'die Vater arme des Allgütigen zurückfinden. An den neuesten Wunschbildern rabbinaschen Führertums gemessen, müßten solche Wegweiser der Heimkehr vielleicht Aauf VollbeWertung verzichten. Sie tun es in diesem Sinne gern, und däsk*nn vim^m&PCketL, wenn wir auf diesem Wege sind, nicht verlangt werden, wegen derjenigen. Zeitgenossen, die, nur unter Beiseatestellung der eigentlichsten rabbim-1 sehen Aufgaben aus der G'ttferne heimgeholt werden tonnen, Rücikumd Umwege zu gehen. Es gibt söhpni-:läiigst ■wieder in' Deutschland ij^e-; meiinden, die, so (erh sie ihr«jn Rabbiner oder Thoralehrer an der*; Spitze lall &t: geistigen Bewegungen der Außeniieiteir idies Gemeinde!eben? sehen, doch auch sich djen Rabbiner aU Vorbild der Treu« iiim. ti^iijöhen G'ttesdiienste vorstellen möc0!^^M&i^.^^,lmcbi. ein ^örrecht der Unbesc^ilgt^•;'«JiL Der längst ver-' scnwun^4^|-;^yiii #^$^i#\4*i;t. 'n^ead'-'n^-, ihn, fragt, welches;.sein' <VWein, oder/sein „Ismus'ksei, freiwegantworte!: ,,■ B.e t hau s : u n d ' L,e h r - hau s \" ist überall wi«de<r aufgetaucht.. Ihn zu mem-enljund ^•'<tarlcenl''iluii: durch Verbundenheit de^^gem«insämen Betstitie ein weiser Fretmd üäd Berater zu werden, das shieße Arbeit an der, unentbehrlichsten Kerntruppe der Ger meindei Diese Arbeit wäre nicht nur aussichtsreichere ale 4ie an dinksradikal verhetzten Hachsc^iareftten, -r-sondern sie würdet auch 'eine Hachsohara der gesamten Gemeinde für <das Ziel der geistigen;Neub«iheimatung sein, die uns ja unvergleichlich heiliger als die irdische ist. Der Eifer und die Hingabe, mit der dem Weltbunde der gesetzestr«tu«n Judenheit zu dienen nötig ist, gedeiht Äi c h t, in dea Gemütern der Vereins-? großen, sondern in den Getreuen der täglichen und zeitlich wohJeing«teilten Dienstesi ^der HTQSn Jim ältesten,. iun<d Rechtesten Sinne: . iln diesem 'Sirine ist bei heutiger Divergenz des G^meindelebens, auch, eine Ueberparteilich^ keit iH|res rabbinisöne?ri F"ührers ein U n d i;h gl, wenn er sich nich|t-;.äls; Aushängeschild thorafeindliöber oder der Tihora-Söuverämität feindlicher Zeitströmunigen mißbrauchen lassen will. Air der Seite der für die unverfälschte Orthodoxie kämpfenden Vereine und Parteien, ja Person'engfuppen ist sein Platz, mögen diese hoch oder rjiedrig im GeseEsdjhhaftsleiben dastehen. — Die hohe Aufgabe, Außenstehende für den täglichen Gemeindeg'ttes'dienst 'heranzuziehen, sollte doch zunächst 'den Lehrern (jüdischer Schulen obliegen. Dies ist ihnen selbst in streng gesetzestreuen Kreisen nicht überall zur Genüge gelungen.5 Durchaus nicht immer ist daran der allerdings oft fühlbare Mangel an Würde des täglichen Synagogeii'<üenst<es schuld; ebensooft vielmehr der „lamdonisohe Standpunkt" von Lehr-; kräften, die sich zu schade für den baalebatischen G'ttesdienst der Gemeindesynagoge vorkommen und dafür lieber — ganz ohne Minjan beten. ~ Persönfi'tfHäB Schwärmereien für östliche oder westliche La^dsmannschaftsoharaktere sind allerdings wirklich keiner Parteinahme eines Rabbiners wert; 'Eigenartig ist es, daß neuestens die alleinseligmachende Synagogenmusik nur im Osten* erkannt wird und den minder erschütternden, aber ebenso ihren Trägern heiligen deutschen Meäodienr sogar „rfigiöse Bederifcen" entgegengehalten werden; eine 'der 'deutschen Umgebung echt napbgeaihmte Selbstunterschätzung f Es gibt keinen Anliaß, nicht stolz auf das zu sein, was im gemeinidjtic'hen und synagogalen Leben der letzten Jahrzehnte in der Richtung auf unsere geistige Heimat hin geleistet worden istauch die heutige Generation wird sich, wie es frühere Jahr hunderte 'taten, ohne Zweifel das äußere gesangliche Gewand ihres G'ttesdienstes schaffen. Sünde ist auf diesem Gebiete nur der Zwang und die Schablone snp H"iVsH VVt) Vx« Der Allgütige hat uns den Segen einer 'heimwärts treibenden Zeit beschert. Mögen wir in die rechte geistige Heimat unserer Väter den rechten Weg finden, Unserer Vorfahren Zeitalter ist nicht „versunken", wenn es in,uns weiterlebt. Wir werden .nicht über Nacht unsere Kinder zu Thoragrößen (heranbilden (können, und wir werden auch nicht kulturblind genug sein, umThora in Alleia&errsoh'äft zu unserem . Eriseliungsjätogramm zu machen. Große in der Th oratreue wollen wir wieder werden. Das allein ist unser Heimweg aus dieserZeit. Wik \£ W^ochenmndschsm. Der Zionismus als post-assimilatorische Erscheinung. Der große Defegiertentag der zionistischen Vereinigung in Deutschland hat eine Reihe von bemerkenswerten'; Erklärungen und Reden gebracht, die von einem aus der ganzen Konjunktur des deutschen Zionismus leicht verständlichem SelbstgfeMnli geträgen waren und dabei wenig Verständnis für die Empfindungen Arir dersdenkender.^v^ieten.;|f^abei hat Kurt Blü1^; menfeld im Verlaüfe einer auch' sonst recht wertvollen 'Rede *,aiif die .innere Verwandtschaft hingewiese;n zwischen det [möderneri Assimilätipn und dem Ziönisn^jl Er Jhat (dabei natffrlichj! an; den entschei^ndeh' Einfkiß1 der eltiropäisöhe^l :' Umw/elticültur\\ati^'^das 'iitxdii;' Werdi^i.-und' se'ß : der li'erzI^Nordau'sohen Bewegung gedachtj' die gerade: iri|o!|^e: jdieseaf: ihres Ursprunges!.' bis.! zuina heutigen Tage: naturgemäß auch,; von ihrer negativen Haituri^j'zu dem eigentlichen Wesensinhalt des judisch'en Volkstums, dem pR e 1 i g i Ösen, nicht.hat''»frei machen können! ■ **" :-\ : Aber uns will scheinen, als ob das Blumen-; feld'sohe Wort unbewußt durch den Delegiertentag selbst eine höchst; peinliche neue Bestätigung erhalten hat. Der Delegiertentag war bei all«r scheinbaren Vielgestaltigkeit seines Inhaltes do ch im Gr unde . die Abwandlung eines einzigen Grundthemas: des mit (höchster Entschiedenheit ^immer wieder hervorgepolterten Anspruchs der deutschen-rZionieten auf ausschließliche Führung, i'd., h.: auf Beberrschung der gesamten deutschen' JüdenKeft. Es ist; schwer zu begreifen, d^ß Män^l;hejr;lyÖ'n^:BSldüb*gi]j(o'iä, guteiii Geschmack gar kein;; Empfinden dafür.izÜHhäbeu. staheinen, wie dieser' Herrschaftsanspr^eff die; Form ^iner Geltendmachung ai« aÜe nichtzionistisenen i j^den^^1 ]Öeu]tSGhl'ariits, soWeit |iie isich ein Gefühl fürj;ihre geistige Unabhängigkeit bewahrt haben, wirken! muß. Wollte der Zionismus seinen Anspruch auf Führung .darauf stützen, daß er heute die Mehrheit aller Stimmen in Gemeinden und Organisationen besitze, dann brauchte er diesen Anspruch erst nicht in so schroffer Form geltend zu machen, brauchte insbesondere keine Ultimata zu stellen, sondern könnte ihn automatisch verwirklichen. Hier wird, aber einfach dekretiert, die deutsche Judenheit müsse sich auch einer zionistischen Minderheit;nur deshalb unterwerfen, weil die zionistisöh-völkiscihe Geschichtsauffassung sich vor jeder anderen als zeitgemäß erwiesen haibe. Das ist in der Tat nichts anderes als ein Stück Assimilation an die Zeit:; Vom Standpunkte des g e s c h i c h 11 i c h e n Judentums, wie es allein die Orthodoxie in seiner Reinheit vertritt, bestreiten wir gerade auf Grund des echten jüdischen Nationalbewußtseins den Anspruch sowohl wie seine Begründung aufs entschiedenste.; Wir können uns dabei, auch nicht mit:einer, so allgemeinen akademischen Betrachtung ..ab-', f inden, wie es anscheinend die liberalen Nichtzionisten in Deutschland tun. '"' Wenn d.er-Zionismus irgeadwo wirklich, die Mehrheit errungen hat oder erringt, dann wird die Minderheit, der die jüdische Religion für das jüdische Volk 'und das jüdische Land keine Privatsache, sondern Wesenskern der nationalen' Eigenart ist, sich genau so zu verhalten haben, wie sie es in ihrem hundertjährigen Ringen mit; Ass^milations-, Reformuhd Mischiehen-Judentum getan hat. Ünd wenn es irgendwo einmal äußere Gewalten sein sollten, auf die sich zionististihe Machtgeiüste: stutzen, dann:, gibt es "freilich keineiri 'WidferstandVj;-äber 'die jüdische'; Geschichte weist ailbh; für solche■.)•Konstellätiö- ■ Aenri^äü^ende Vorbjääeri^uf, die geeignet sind, jjdäs; iJöimc|r kleine;Häüflerh! der ihrem Gewissen . treu'sbleil\enden!zu stärken«und zu trösten. ■ >'.. ,r^^^Gewissensdruck! i,ischl5mmster Art ist heute unter zionistischer'Führung noch mehr als unjer j.liberäler, insbesondere auf dem Gebiete der ^schjfen E i n h e i t s s ch u 1 e zu befürchten lind i eshat leider bisher nicht den lAusohein, als ob auch1 nur auf diesem umgrenzten Gebiete ider deutsche Misrachi gewillt oder in der Lage wäre, : irgendwelchen Einfluß im, Sinne der GewisserisV freiheit orthodoxer jüdisöher Eltern auszuüben. Die jüdische Geschichte kennt keine Ueberraschiungen. Vor ein paar Jahren hat Nathan Birnbaum eine wirkungsvolle jiddische Broschüre geschrieben, die den Titel führt: „Im Golus bei IJiden". Sie scheint Wieder aktuell werden zu .wollen. < Die Samuel-Mission, 1 . Herbert Samuel unidj Lord ßearsted sind diese Woche von New York nach London, zurückgekehrt, in dem frohen Bewußtsein, eine bedeutungsvolle und dabei ziemlich .delikate Mission zunächst einmal erfolgreich durchgeführt zu haben. Der Dritte im Bunde, der bekannte zionistische Warenbausbesitzer Simon M ar k s , der noch in Amerika bleibt, hat sich mit einer Rekordzeichnung von Lst. 100.000 an die Spitze der Sammlungsliste gestellt, die im Laufe einiger Jahre in Amerika auf zwei Millionen Pfund (zehn Millionen Dollar), in England auf eine Million Pfund gebracht werden soll. Damit hofft man in vier Jahren 100 000 deutschen Juden im Alter von 18 bis 35 Jahren die Auswanderung und die Ansiedlung in fremden Ländern, etwa zur" Hälfte in Erez Jisroel, ermöglichen zu können. Die Kosten für die Vorbildung der Auswandernden auf landwirtschaftlichem oder handwerklichem Gebiete sollen von den deut-

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