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Der Israelit · 1936-01-30 · Heft 5 (30.1.1936) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 5 (30.1.1936)
Date
1936-01-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 5 Der Israelit 30. Januar 1936 leben. Kurz vor Schabbos versammelten sich die 70 Jugend-Agudisten im Festsaale der Jüdischen Gemeinde, wo die Herren die Chamikoh-Leuchter entzündeten und so dem Saal einen stimmungsvollen Anblick gaben. Nachdem man in dem modernen Prachtbau der Enscheder Synagoge das Maariw-Gebet verrichtet hatte, versammelten sich die Teilnehmer wieder im Vereinssaale zum Essen, v/o Herr Oberrabbiner Hirsch eine eindrucksvolle Begrüßungsrede hielt. Durch Semiraus-Gesang und Tischreden wurde die Stimmung gehoben und der Abend verlief gemütlich und heiter. Am Schabbosvormittag, nach schönem G'ttesdienst, hielt der Vorsitzende der dortigen Gemeinde eine herzliche Ansprache. Der Mittag wurde durch Besichtigung der Stadt ausgefüllt. Die Sudo-Schelischis war ein Höhepunkt von Hislahawus. Es wurde viel gesungen, gelernt und lehrreiche Reden gehalten. Hierbei waren auch die Hachschoroh- Teilnehmer anwesend, so daß ungefähr 110 Gäste bei Tisch versammelt waren. Erst lange nach Nacht wurde die Mahlzeit aufgehoben und gleich danach begann die gebräuchliche Mauzoe-Schabbos-Zusammenkunft, die bis spät in die Nacht ausgedehnt wurde. Der Sonntag-Vormittag wurde fast ausschließlich mit Lernen verbracht. Sonntag-Nachmittag war eine große Propaganda-Versammlung, wo Herr Oberrabbiner Hirsch eine hervorragende Rede hielt, die sich auf alle Gebiete der Aguda-Arbeit erstreckte. Er behandelte die historische Entwicklung und ideologische Grundlage der Aguda. Der Beifall am Ende dieser großzügigen Rede war gewaltig. Bald war die Stunde des Auseinandergehens erreicht und jeder kehrte heim, gestärkt durch neue geistige Anregungen und in der Absicht, für die Aguda mehr und kräftiger zu arbeiten. Ende Dezember wurde in Leeuwarden OberrabbineT A. S. Levisson als Provinzialrabbiner von Friesland installiert, mit großer Feierlichkeit und unter Beteiligung vieler jüdischer und nichtjüdiiseher Autoritäten. Der junge Rabbiner studierte in Amsterdam am Seminar. Er ist ausgesprochener Agudist und hat als Mitglied des Limmud-Amtes der holländischen Jugend-Aguda Viele® 'geleistet. Amsterdam, 17. Jan. Herr Ph. F r >a n k aus Hilversum, Student des Amsterdamer Rabbinerseminars, erhielt Ende Dezember die Hattoras Haurooh. Herr Frank ist Vorsitzender des holländischen Agudistischen Jugendverbandes. Jerusalem, 9. Jan. Von der Kanzlei der Hebräischen Universität in Jerusalem wird uns geschrieben: Die Zeit Verhältnisse bedingen die Auflösung zahlreicher Haushalte, insbesondere, aber nicht ausschließlich, solcher von Auswanderern. Bei dieser Gelegenheit wird erfahrungsgemäß nur ein relativ kleiner Teil der beweglichen Habe mitgenommen oder verwertet. Vieles scheinbar wertlose Material wind vernichtet. In Wahrheit befindet sich unter diesem der Vernichtung preisgegebenen Ballast häufig wichtiges jüdisches Kulturgut, insbesondere alte Handschriften,* Briefe und Bilder. Die „Abteilung für Autographen und Porträts der National- und Universitätsbibliothek" (Sammlung Schwadron) sammelt systematisch Handschriften und Bilder aller irgendwie hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten. Jeder Leser dieses Aufrufes, der glaubt, geeignetes Material zu besitzen, wi>d gebeten, es entweder direkt an Herrn Dr. Abraham Schwadron, Hebräische Universität Jerusalem, zu senden, oder es der Sammelstelle für die Hebräische National- und Universitäts-Bibliothek, Berlin, Meinekestr. 10, zuzustellen. Die Frankfurter Woche. Der Hirsch-Vortrag von Isaac Breuer. Am Montag, den 3. Februar (10. Schwat), findet abends 8.30 Uhr im Hörsaale, Friedberg^r Anlage 5, ein Vortrag von Herrn Dr. Isaac B r e u e r im Rahmen der Rabbiner Hirsch-Gesellschaft statt, wozu Mitglieder und Gäste herzlichst eingeladen sind. Der Doppelsijum im Mekor Chajim. Es war eigentlich mehr ein dreifacher Sijum: auf mm Raa ö» und ms "n> Herr Rabbinatsassessor Dr. Elieser Posen behandelte in einem mehr als einstündigen ]mn den in zehn Jahren ausgelernten Traktat. Herr Rabbiner Mayer hielt seinen pnn auf 'die in sieben Jahren von Mitgliedern und Dozenten absolvierte mw mit Raschi und verband damit allgemeinverständliche und geistreiche Deutungen. Als Vorsitzender der Vereinigung begrüßte darauf Herr Fritz Stern die Erschienenen, hieß besonders willkommen die Ehrengäste und die Vertreter der Gemeindeverwaltung und der Vereine. Zur Verlesung gelangte ein Begrüßungsschreiben des Herrn Redakteurs S. Schachnowitz, der wegen Unpäßlichkeit bedauerte, an dem Thorafest nicht teilnehmen zu können. Herr Stern sprach dem verdienten Dozenten, unter dessen Leitung kürzlich erst ms «n zu Ende gelernt und pniN tjov begonnen wurde, tiefgefühlten Dank und den Wunsch auf baldige Genesung aus. Die Festrede für die Leitung des Vereins hielt dessen Vorstandsmitglied Herr Julius L e w i n , der warme Worte des Dankes fand für die Ledstungen der dahingeschiedenen Großen. Der Redner warf einen Rückblick auf die Geschichte des Mekor Chajim und seine Entwicklung, um dann den jetzigen Dozenten heißen Dank zu isaigen für ihre umfassende Lehrtätigkeit, mit der sie ungezählten jüdischen Menschen ewige Werte vermitteln. Herr Joseph Rosienthal, Schriftführer des Vereins, verschönte die Federstunden durch von ihm verfaßte Verse, die auch die jetzt in Erez Jisroel wirkenden früheren Dozenten, Herz Halpern und Dr. Willy Hofmanin, dankend aufzählte und ließ außerdem in .gelungener Weise die Eigenheiten und mustergültigen Leistungen "seiner Vonstandsikollegen ins rechte Licht rücken. (Bei dieser Gelegenheit sei es nicht unterlassen, den rührigen zuverlässigen und mit Umsicht seines Amtes waltenden Herrn G 1 ü c k s m a n -n zu erwähnen, dessen Mitarbeit am Gelingen mancher Veranstaltung hoch einzuschätzen ist.) Für das Rabbinat der K e h a I Adaß J e - s c h u r u n beglückwünschte Herr R.-A. Dr. M. Schlesinger in Vertretung des durch Unpäßlichkeit am Erscheinen verhinderten Herrn Gemeinderabbiners in humorgewürzter Rede, zugleich in seiner Eigenschaft als Präses der Aguda-Ortsgruppe, die Leitung der Vereinigung und dankte den „Hadranisten". Mit Freude wurde die von Herrn R.-A. Dr. Schlesinger überbrachte Botschaft begrüßt, daß unser Raw dem verdienten Vorsitzenden, Herrn Fritz Stern, den Inn-Titel verliehen habe, in Würdigung sedner erworbenen Verdienste im Mekor Chajim wie durch seine emsige und unermüdliche Mitarbeit in den verschiedenen Gremien, u. a. neuerdings im npnya rr»a der Aguda-Ortsgruppe. — Nach verrichtetem Miaariw-Gebete erfrischte man sich an einem einfachen, aber guten Menu. Gesänge von Bachurim, vortreffliche Soli des Herrn L u e 1 und ein gefühlvoll vorgetragener Gesang des Herrn Haas unterbrachen zeitweilig die Reihe der Reden. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer dankte der Verwaltung für die nrmv ms» bv in einer Zeit, in der uns solche Stunden besonders wohltun. Die Schule, die Jesohiwoh und die Ghewraus unsrer Gemeinde geben ihr ihre Weltgeltung. Für die Israelitische ReMgionsigesellschaft sprach in humorvoller und packender Forin Herr Dr. S. Ehrmann, der an einen Sijum auf den gleichen Traktat vor 290 Jahren in dieser Stadt erinnerte und den erfreulicherweise gepflegten Thoragedst in unsrer Gemeinde feierte, der, trotz der Nöte der Zeit, uns entschädige für manche Entbehrung. Gegen 22 Uhr fand die. würdige Feier zu Ehren der Tauroh In. unserem Verlage erschien: aViy hk DAS LICHT DER EWIGKEIT Einführung in das Weltbild der jüdischen Überlieferung uon Rabbiner Dr. £Ue Münk in Rnsbadi mit Geleitworten der Herren Rabb. Dr. P. Kohn, Rnsbadi und Dr. R. Klein, tlürnberg 252 Seiten Preis brosch. Mk. 4.— Leinwandband Mk. 5.— In fünf Kapiteln: Die Welt / 6'tt / Der Mensch / Israel / Die Thora / wird in dieser ebenso tiefschürfenden wie ergreifenden Darstellung ein uollständiges Weltbild des Judentums entrollt. Dieses hunstuoll aufgebaute Weltbild wird aus dem unerschöpflichen ßedanhenschatj geformt, der in der klassischen Literatur der ältesten jüdischen Ueberlieferung, der Kabbala, uerborgen liegt. Zum ersten Mal erfährt diese Literatur im deutschen Sprachkreis eine ihrer würdige Bearbeitung, die zugleich ihre ewig zeitgemäßen Werte offenbart, ihre uon logischer Klarheit beherrschte Weltdeutung und ihre so unendtich trostreiche und unendlich gefühlsinnige^tebensauffassung. Rlle weltanschaulichen Prägen und Probleme, die Herz und üerstand des Menschen bewegen, werden unter, diesem „Lichte der Ewigkeit" einer ganz neuartigen Lösung zugeführt, und aus dieser grandiosen Perspehtiue wächst schließlich das Gebäude des Judentums in lichtuoller Erhabenheit heroor. Für all' diejenigen, die sich in unserer haltlos gewordenen Eeit nach einem neuen Zugang zum Judentum oder nach einer Üertiefung in seine Weltanschauung und seine religiöse Praxis sehnen, bedeutet dieses Buch geradezu eine Offenbarung. £s wird in einer trüben und sorgenvollen Periode der jüdischen 6esdtichte Dielen zum wahren Führer und Tröster werden. Xu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen wie auch direkt vom Verlage VERLAG DES ISRAELIT UND HERMON G.M.B.H., Frankfurt am Main, RechneigrabenstraOe 7 Postscheckkonto 19802.

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