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Der Israelit · 1936-01-30 · Heft 5 (30.1.1936) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 5 (30.1.1936)
Date
1936-01-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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30. Januar 1936 Der Israelit Nr. 5 Seite 7 .der Rassenhebung dienen solle, auf alle Fälle die Möglichkeit einer Rassenverscblechterung nach Kräften..ausgeschaltet werden.; müsse; .^als Mittel der .tatsächlichem Sicherung dieses Gedankens führt es das Eh.etauglichkeitszetigiiis. <&mr., das die Voraussetzung des Ehesehluases -bildet." ... Die Tätigkeit des Bremer HilfsVereinsi; in den letzten Jahrzehnten. B e r 1 i n , 24. Jan. Die Ortsgruppe Bremen des Hilfsvereins der Juden in Deutschland bestand in diesen Tagen 35 Jahre. Die Bremer Abteilung des Hilfsvereins entfaltete vor dem Kriege eine sehr bedeutsame Tätigkeit. Allein i. J. 1906 wurden durch sie .26.575 auswandernde Juden betreut; davon wurden 1210 völlig eingekleidet; es wurden über 20.000 Mahlzeiten unentgeltlich verteilt und fast 100.000 Mark für die Auswanderer verausgabt. Im Jahre 1913 erreichte die jüdische' Auswanderung über Bremen mit rund 35.000 Personen neuen Höhepunkt. Ebenso gingen 1920 bis 1921 die Transporte der von der HIAS in Warschau über Danzig nach Uebersee geführten ukrainischen Waisenkinder. Rabb. Dr. Rosenak, der während dieser Jahre sich unermüdlich dem .Auswanderun'gshilfswerk widmete, starb 1923 auf der Rückreise von Amerika, wo er im Interesse der jüdischen Auswanderer gewirkt hatte. Nachdem die Leitung der Bremer Abteilung einige Jahre lang in den Händen von Bernhard . Galatzer gelegen hatte,' übernahm nach dessen Hinscheiden Rechtsanwalt Dr. Rosenak, der Sohn des verstorbenen Rabbiners, die Führung der Abteilung. Nach dem Kriege hielt dar Aus wände rungsstrom über Bremen an. In den Jahren;1920/35 .gingen über Bremen rund 30.000,, jüdische Auswanderer. In Tausenden .von Fällen hat der Hilfsverein auch in dieser Zeit durch Auskunftserteilung, Mitgäbe von Empfehlungsschreiben und materielle Hilfe die Auswanderer betreut und ihnen geholfen. . Um die Konzession für jüdische Lokale. Köln, 22. Jan.; Der „Westdeutsche Beobachter" berichtet, daß 'in einer Sitzung des> Stadtverwaltungsge.richte6 die Frage der Konzession für.ein jüdisches Lokal zur Entscheidung, gestandein hat. Für einen jüdischen Mittagstisch hatte eine jüdische Frau .die 'Konzession., zum .-Ausschank alkoholfreier Getränke beantragt. Sie. sollten bei diesem (jüdischen Mittagstisch verabreicht werden. Die Polizei beantragte A b 1 e h n u n g , da kein Bedürfnis vorliege. Grundsätzlich war jedoch das Stadtverwaltungsgericht anderer Auffassung. Es hob hervor, daß nach Erlaß der Nürnberger Gesetze die Juden in Deutschland .den..,Schutz un^die Rechte einer Minderheit genießen und ..also auch besondere. Lokale haben dürfen, sofern diese nach; außen schon als solche gekennzeichnet'werden. In Köln gibt es etwa noch rund 16.000 Juden> trotzdem ist außer einem jüdischen Lokal keine Gasitstätte rein..jüdischen! : Ghärakte'rs mehrin;>Köln t zu: finden,- die; sich .. jxaeh außen durch hebräische'''Bezeichnungusw. als- o il'li! ij.' i-.;:|j;i->. -;t' ~.' '< }• ,t.(; , ~ ff. .- solche g ekannt, gibt.:' An sich" sf ehe\:' also nichts :iin? ■Wege, daß rein jüdisöhe^Ho^t^,4;W^1^9^^^/ ^3' Cafes .'dieser ' Art ^aufgezogen werdet. ImvSrorliegen-. 'für die" gegebenen IPatsacihen keine '• Ausnah^ebestim-„V mungen vorgesehen sind. - Auch der- Bezirksrat -in Man;a heim hat, wie die ITA. meldet, einen Antrag um Wirtschaftseriaubnis .einer '|uä!isicneri'*G^äsWätte abgelehnt. Dort . wurde naen den 'vorliegenden Umständen '«vom Bezirksrat '-d^~vgriiDcföa^l^^' "''Ansicht-^ausgesprochen, daß Juden ni<$t.für die Führung einer Wirtschaft in Frage kommen Würden. 2,:^.-. ,>; lieber die Aogab^.. daß d&e Rätiine, ^/fu^Öiie .die. . Konzession beantragt fworden;war, für die TSiltürfell«i: Betätigung der Juden-benutzt: werden sSfltMi;* wurde - dahin entschieden', daß, <&&'-M^gK'ctelc^^rv«täfeiii^>.', len Betätigung in den, Räumen der;Il6|[e,f'6Tln^ hhft ^erö|?beigeben' sei,.! die .ausreichen würden^ wettn? m< TT-miW<!il«.4-a.'rk -xrsxrtm al^ifViÄ*"!*-' * ■ die' entsprechenden JJmbauten vornehme*- Neueste Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. (Nach Palnews.) Tel,Awiw.„ Was die wirtschaftMcnen Aussichten zu Beginn des Jahres 1936 anbetrifft, so kann angenommen werden, daß nach Absorbierung des gegenwärtig vorhandenen Wohnungsangebqtes der Wohnungsbedarf der neuen Einwanderer die Baubewegung im Laufe der nächsten Monate von neuem anregen wird. Da es an und für sich am Hypothekenkapital nicht mangelt, kann die Wirtschaft des Landes dadurch neue Impulse bekommen — wenn das Entwickelungstempo sich auch gegenüber dem letzten Jahre, in dem die Bautätigkeit einen besonders starken Umfang angenommen hatte, abschwächen dürfte. Nach dem neuen Arbeiterscbedüle wird' die Einwanderung 1936 erheblich geringer ausfallen, da auch der Kapitalisteneinwanderung devisenpolitische Schwierigkeiten im Wege stehen. Es ist zu hoffen, daß die diesjährige Orängensaitsion infolge der knappen spanischen Ernte und des Ausfalles des italienischen Angebotes in preislicher Beziehung bessere Resultate als die vergangene zeitigen wird. Die beiden entscheidenden Konjunkturfaktoren — Bautätigkeit und Orangenexport — bieten also günstige Aussichten für die Ueherwimdungder; Stockungsersoheinungen, die durch den italienisch-abessinischen Konflikt ausgelöst wurden. Die große Aufgabe des nächsten Jahres besteht vor allem in der weiteren Stärkung des landwirtschaftlichen Sektors und der Steigerung sieiner Produktion wie auch in dem — möglichst planvoll geleiteten — weiterem Ausbau der industriellen Produktion des Landes im Schutt-ausreichender Zölle. Die noch nicht genügend entwickelte Produktionskraft des Landes bildet den schwächsten Punkt seiner Wirtschaft. Tel A w i w. Die Firma Goldschmidt u. Schwabe Ltd. hat einen größeren Auftrag für Herstellung und Lie- |. 'ferrangder Beleuchtungskörper des., neuen Königlichen Schlosses in Bagdad erhalten. Die Beleuchtungskörper werden nach den . Entwürfen der Firma' Goldschmidt und ^Schwabe Ltd. angefertigt, die bereits eine Reihe ^größerer Beleu^htungsausstattungen hergestellt hat. Unter diesen befinden sich vor allem das P^rlamentsgebäüde' und' der Rdxy-Palast in Beirut wie das 'neta •: eröffnete Orah-Theater und das Armen-Kino in Haifa. Ferner wurden eine große Anzahl repräsentativ ausgestatteter Gebäude (Banken, ''Hotels)• von der Firma Goldschmidt u. Schwabe beliefert. Tel A w i w. Nach-! dem im. Oktober letzten Jahres Herr I. H. Mulder, Mitglied der Utrechter Messe, in Palästina zwecks Klärung der organisatorir sehen "und technischen Fragen der Messebeteiligung anwesend war, heft sich der holländische Industrielle van Leer dm Auftrage des Committees for the Promotion of Tradebetweem the Netherlandsi and Palestine in den' letzten Wochen zur kauf* •"mannischen Vorbereitung der Messe in Palästina aufgehalten. Holland ist auch bereit, ' 'aus Palästina Waren zu beziehen und hat bereits 1934 für LP-75.000 Waren (im we- |! sentlichen Citrusfrüchte) aus Palästina. bezögen; id. h.; freiwillig 30 Proz.' «eines Exportes;fhach J Palästina uas Palästina importrert. '"■ -3Ms - Orangenkönsument nimmt Hqlf landJ nach 'Englattd einen der ersten Plätze iein. ^Der Bezug " anderer Waren scheitert, daran, daß Palästina außen Citrusfrüchten keifte änderen- Waren in erheblichemi'Vxafähg "zli exportieren r hat (ein Umstand, auf den' von ausländischer Seite siehr,;ihäufig '''ihingewiesen -wird!). - Die Beteiligung; Hollands an der Levante-Messe wird unter Mithilfe der Regierung und Utrechter Messe vor sich gehen. T e l A w.i w. Wie mitgeteilt wird, sind in den ersten 8 Monaten dieses Jahres aus Polen 16.322 Personen naefh Palästina ausgewandert, das sind ca. 40 Proz. der polnischen Gesamtauswanderer,, dieser Zeijt. Umgekehrt kamen , aus Palävßna M2P' Personell^'«läete ^ölefi. Tel A.wiw. Im Herbst 1936 findet-iin VvAmsterdam eine große Palästina-Ausstellung stätt, für ^dfe1 der größte- Saal; Amsterdams ^emietet' wöräe^isti Hsa if ii. Sfoß. ConKWerctal ]| J^Büilefdn ^veröffeirtlaoht . soeben sdie; Außenj| ['•■ha^delszifffern für August. Der iJmpoxt. . stellt I | sic4i! iiisiie®a;nit' äuf h? i 1-55öi890 .gegßiiüber " LP!'-1.247.090im. " vorigen^ J^hr,; deri:iExpprt 'f^BzugiK;• Gd1d);;^üf LP*; 63.554 gegenüber „LP :J58.9$8PvStÄi Export: kommt ■aomutä»r Re-;'| . . r^xp6rf^ri>«öhe :^onoIiP <17.340' |23;12l) hinzu. ]| ■>h ixTi; )-irii>]üsvr,-A\ov n. ::, ,>> n:,bnlhrtrr* nh. \ il In einem zweiten Falle handelte es sich in Mannvheim <üm die Verlegung des jüdischen Krankenhauses näch der Collini-Straße. Der Synagogenrat beabsichtigt, einen Teil des jüdischen Altersheims in dieser 'Straße umzubauen. Gegen diesen Plan wandten sich die Anwohner der dortigen Gegend. Der Beairksrat tsellte sich .auf den Standpunkt, daß ein Umbau des Altersheims besser sei als ein Neubau an anderer Stelle, womit dann zwei jüdische Betriebe bestehen würden. Auf die Beschwerde der Anwohner konnte der Bezirksrat nicht besonders eingehen, da die Beschwerden' hauptsächlich nach baurechtlichen Gesichtspunkten aufgestellt waren und der Bezirksrat hierüber keine Zuständigkeit hatte. Die Rechtsanwälte der Einspruch erhebenden Einwohner wiesen idarauf hin, daß durch die Veränderung die Collini-Straße zur Judengasse degradiert werde. Lübeck schließt sich dem Preußenverband an. Lübeck, 24. Jan. Nachdem soeben erst zwischen der Israeltischen Landesgemeinde Mecklenburg und dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden ein Anschlußvertrag abgeschlossen worden ist, hat nunmehr von den Hansestädten auch die Israelitische Gemeinde Lübeck den Anschluß an. den Preußenverband beschlossen. Damit haben sich bisher also Thüringen, Oldenburg, das . Saargebiet, Braunschweig, Lippe, Mecklenburg und. Lübeck dem. Preußischen Landesverband angeschlossen. Die Durchführung des Berufsbeamtengesetzes und Reichsbürgergesetzes in der badischen Stadtverwaltung. -'■>•■- •-- Karlsruhe, 23. Jan. : ,;Der Führer" in Karlsruhe macht Angaben über die Zähl der. aufi Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums im Jahre 1933 und :der auf Grund des Reichsbürgergesetzes zum 31. Dezember 1935 in den. Ruhestand versetzten Beamten in der badischen Schulverwaltung. Auf Grund des Berufsbeamtengesetzes wurden als Juden zur Ruhe gesetzt: im Unterrichtsministerium 1 bis dahin noch beschäftigter Referent, in der Hochschulverwaltung auf Grund des Gesetzes 63, durch besondere Maßnahmen vor dem Gesetz 7 und nachher 32 (im ganzen 102), in den höheren Schulen auf Grund des Gesetzes 24, nachher 8 (insgesamt 32), in den Fachschulen auf Grund des Gesetzes 6, nachher 3 (zusammen 9), in den Volks- und Fortbildungsschulen durch das Gesetz 11, vorher 15 und nachher 13 (im ganzen 39), im Bereich des Theaters, der Künste und Wissenschaften durch das> Gesetz 5, nachher 1 (insgesamt 6), Zur Zeit der Verkündung der Nürnberger Gesetze waren an den Hochschulen noch 27 jüdische Lehrer verblieben, in den höheren Lehranstalten 21, an den Fachschulen 2, an den Volks- und Fortbildungsschulen 6 Lehrer, die übrigensi seit langem nur noch in jüdischen' Klassen verwendet wurden. '■•Es wird sodann festgestellt, daß im Zug der Nürnberger Gesetze und ihrer Durchführung kein jüdischer Lehrer mehr 'arische Schüler unterrichte. Das völkische Prinzip sei rfolgerichtig auch bei den Schülern ■ ■ . ■■ ■- *■ i i durchgesetzt worden. Iiu April 1934. wurde in. Mannheim eine jüdische Volksschule . und Fortbildungsschule errichtet. Es folgten jüdische Volksschulen in Heidelberg, Emmendittger-. und Bruchsal. Diese sind Bezirksschulen, d. h. sie werden auch von den vereinzelt in benachbarten Ortschaften wohnenden Schülern besucht. Den Unterricht erteilen jüdische Lehrer, die durch Versetzung in den Ruhestand aus dem badiseben Schuldienst ausgeschieden waren. Es sei beabsichtigt, so! fuhrt, das :'Blatt weiter aus,;, zu Ostern dieses Jahres eine [einheitliche Regelung des'durch die Nürnberger Gesetzgebung aufgeworfenen Fragenkomplexes im ganzen- Reich herbeizuführen. Zur ' Zeit würden limfängreiche Erhebuiigen über die Zahl der jüdischen Schüler' und die Möglichkeiten ihrer, Unterrichtung in Sohderkjassengemacht. '; :-1 '';- '• iui«.--.

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