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Der Israelit · 1936-01-30 · Heft 5 (30.1.1936) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 5 (30.1.1936)
Date
1936-01-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 5 Der Israelit 30. Januar 1936 kurzem zur Besprechung zugekommenes Buch Auskunft, auf das wir in diesem Zusammnhang besonders hinweisen möchten. Es entstammt der Feder eines deutschen Autors, Rupert D o n - kan, und führt den Titel: „Die Auferstehung Arabiens, Ibn Sauds Weg und Ziel'-' (Leipzig, W. Goldmann-Verlag). Das Buch- Donkans liest sich wie ein Roman. Romanhaft ist der Aufstieg des heimatlosen wahabitischen Flüchtlings zu einem der mächtigsten Herrscher eines in einem stanken Modernisierungsprozeß befindlichen arabischen Staates. Seit 30 Jahren Führer der Wahabiten, hat Ibn Saud 1924 die heiligen Städte Mekka und Medina erobert, 1934 den Widerstand seines letzten Feindes, des Imams von Jemen, gebrechen, Arabien fast völlig geeinigt und im Innern durch planvolle Bewässerurgsarbeiten aus Wüsten Gärten, aus Beduinen Bauern gemacht. Dcnkan hat Ibn Saud und sein Land auf zwei Reisen kennengelernt, die ihn vom Roten Meer und vom Persischen Golf aus nach Arabien führten, hat aber auch arabische Quellen und das Material des bekannten Engländers J. B, Philbys, der Ibn iSaud half, König zu werden, benutzt. Das Buch sollte in jüdischen Kreij sen, soweit sie an Erez Jisroel interessiert sind, j weitgehende Beachtung finden. Es kann der dort häufig anzutreffenden erstaunlichen Unkenntnis der unentrinnbaren Verflochtenheit Ercz Jisroels mit der arabischen Welt wirksam ent- Ecuador. Daß die jüdische Golustragödie auch ihre Komik hat, dafür sorgt zur Zeit das Wort Ecuador. Durch die jüdischen Zeitungen und Korrespondenzbüros geht eine lebhafte Diskussion über eine jüdische Ansiedlung in Ecuador. Ein internationales Immigrationskomitee will in Ecuador bereits alle Voraussetzungen für eine jüdische Einwanderung und Ansiedlung geschaffen haben. Demgegenüber warnt der unter dem Namen HICEM bekannte Vei-band der Auswanderungsverbände immer und immer wieder gegen das Ecuador-Abenteuer und gegen ijedes Experiment um dieses und in diesem Land. Jetzt hat wieder das internationale Immigratlonskomitee pro Ecuador das Wort in einer Entgegnung, die die sieben Einwände des HICEM zu widerlegen sucht. Ihrer fünf können zwar nicht bestritten werden, es kann aber von ihnen gesagt werden, daß sie nicht allein für Ecuador, sorhäern auch für alle übrigen südamerikanischen .Länder zutreffen, nämlich, die Armut des Landes, die niedrigen Löhne, die schlechten Aussichten für Handwerker in großer Zahl, die zweifelhafte Existenzmöglichkeit für Intellektuelle und die politische Unsicherheit. Dagegen treffe es nicht zu, daß das betreffende Gebiet weitab von den Straßen und Wasserwegen gelegen sei. Die ins Auge gefaßte Gegend befinde sich auf einer Höhe von 1000 bis 1800 Meter, die sich nach Klima und Wasserverhältnissen für Niederlassung von Europäern gut eigne. Also an Luft und Wasser würde es nicht fehlen. Im übrigen aber wird von beiden Seiten zugegeben, daß das Land arm, die Löhne denkbar gering, Handwerker und Intellektuelle keine Beschäftigung finden und die politische Lage unsicher sei. Man sollte meinen, daß schon ein einziger dieser fünf Gründe genügte, um die Sache problematisch zu machen, fünf solcher Schönheitsfehler in ihrer Zusammenwirkung müßten aber genügen, Ecuador vollends ad acta zu legen. Warum überhaupt noch die Diskussion über die Schaffung des Goluslandes in einer neuen Völkerwüste, die bestenfalls nichts Anderes zu bieten hat, als Wasser und Luft. Wir wollen hoffen, daß die in Genf zu erwartende Regelung trotz der Tatsache, daß der Wortführer in den Verhandlungen gerade der Vertreter von Ecuador ist, dieses schöne Hungerland auf 1O00 Meter Höhe einfach von der Tagesordnung streicht. Das Problem ist für uns und für die Welt zu ernst, als daß es mit Illusionen belastet werden dürfte. Der Roman der Keneffio Gedaulo in der Welt zu erfüllen haben werden? Träger welcher Kultur sollen sie sein, wenn sie Deutschland verlassen? Welche Sprache sollen sie sprechen, wenn sie sich wieder mit dem Boden verbinden?" Wir möchten unsere Meinung dahin zum Ausdruck bringen, daß an und für sich die Beantwortung der wesentlichen Punkte dann nicht schwer fallen dürfte, wenn die neue Auswanderungsschule unabhängig von aller parteigemäßen Einstellung die Erziehung der jüdischen jungen Menschen auf Grundlage des Judentums, welches dem jüdischen Volke seinen geschichtlichen Sinn gibt, sich zum Ziele setzt. Es wird sich dann herausstellen, ob auch für die orthodoxe Jugend Raum und Möglichkeit gewährt wird, sich an dieser Auswanderungsschule zu beteiligen, vorläufig fehlen unter den führenden Persönlichkeiten die Männer, welche die Garantie dafür geben, daß das jüdische Religionsgesetz in der Praxis wie auch die eindeutige objektive jüdische Wahrheit bei der Erziehung der Jugend gewährleistet ist. Eine öffentliche Erklärung hierüber wäre im Interesse eines wertvollen Teiles der jüdischen Jugend in Deutschland höchst erwünscht. Die Auferstehung Arabiens. Die englische Presse hat in der vorigen Woche gemeldet, daß der Außenminister Ibn Sauds, des wahabitischen Königs, der heute über den größten Teil des arabischen Territoriums gebietet, in B a g d a d angekommen ist, um dort Verhandlungen wegen eines Vertrages zwischen dem Irak und Saudi-Arabien zu eröffnen. In politisch unterrichteten Kreisen betrachtet man diesen Besuch als ein Ereignis von höchster Bedeutung und man erwartet, daß de'- zu schließende Vertrag zu einem Bündnis der beiden Länder und zu einer weitgehenden gegenseitigen Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichen Gebiete führen wird. Wenn diese Nachricht zutrifft, dann scheint Ibn Saud in seiner klug abwartenden, aber zähen Politik, die auf die Herstellung einer großarabischen Föderation hinausgeht, einen bedeutsamen Fortschritt erzielt zu haben. Es liegt auf der Hand, wie sehr wir Juden an der Entwicklung dieser Frage im Hinblick auf die ganze Stellung Erez Jisroels im vorderen Orient interessiert sind. Ueber die Rolle, die dabei Ibn Saud in der Vergangenheit gespielt hat und noch weite, zu spielen berufen ist, gibt ein uns vor Bemerkungen zum Wochenabscnnitt Von Rabbiner Dr. M. Lewin in Hamburg, 1. MWi '»J? nbv „Laß mein Volk frei, daß sie mir dienen." In der fünffachen Forderung, die Mosche dem Pharao als Botschaft G'ttes übermittelt, finden wir Wurzel und Blüte des wahren echten G'ttesdienstes kurz und eng umrissen. Die G'ttesverehrung, *die echt und wahr ist, wurzelt i n Freiheit und führt zur Freiheit. Nicht als Kriech tesd'ienst darf uns die Anbetung G'ttes erscheinen, sondern uns zuströmen aus. heiligem Innern Drang, der unser ganzes Sein ergreift und uns weiht und adelt, daß wir immer mehr und mehr uns von der Leidenschaften Fesseln frei machen und die in uns schlummernden edlen Triebe und Fähigkeiten zur Entwicklung bringen . . . Das haben die Söhne und Töchter unseres Volkes vielfach nicht begreifen wollen. Sie schüttelten ab immer mehr und mehr das „Joch der Gebote" und glaubten frei zu sein, um in Wahrheit dem Zwange neuer Herren und Götzen als da waren Anpassung und Mode oder dergl. zu unterliegen, mit dem Erfolge, daß sie entwurzelt wurden und' fremd blieben, wo sie bodenständig sein sollten. Was unsere Weisen sagen, ist tausendfältig erprobt und bewährt: •mina pDisw ■>» «V« rnn p „Frei und edel nur ist, wem die Lehre Inhalt seines Die Leitung der agudistischen Weltorganisation hat die Einberufung der Dritten K e - nessio Gedaulo beschlossen, in der Absicht, diese „große Versammlung", über ihren engeren organisatorischen Zweck hinaus, selberzu einem Jowel-Ruf, einem ,,H eimbringe r"- Sinnensi und Strebens ist." 2. u-ipcai «'/nasal U'jaa -\bi U'jpm u'iwa nvn -mwt ■Mb "i an 'D -\bz Mosche erwiderte: „Mit unsern Jungen und mit unsern Alten wollen wir gehen, mit unsern Söhnen und Töchtern, mit unseren Schafen und Rindern auch gehen, denn ein G'ttesfest haben wir." Wo sich Israel um G'tt zu scharen hat, da ist kein Alter und kein Geschlecht ausgeschlossen. Eifer und Begeisterung der Jugend sind die Hebel für die Schaffenskraft der Blüte der Nation und die Besinnung und Abgeklärtheit des Alters sollen und wollen niemals hemmen, sondern der schützende Wall sein gegen überschäumende Unruhe und falsche Zielsetzung. Im wahren Judentum kann es Gegensätze zwischen Jugend und Alter nicht geben, sie fördern und ergänzen einander, daß der rechte Weg gefunden und das erstrebte Ziel auch erreicht wird. Und Mann und Frau sind und bleiben Träger des Einheitswillens und sind gleichwertige Stützen und Säulen unserer Heiligtümer. Sind Famiilienhaus, Bet- und Lehrhaus unsere Heiligtümer, sie alle Bürgen und .Garanten für die Verwirklichung unserer jüdischen Ideale, so ist damit schon gesagt, daß wir gehen müssen mit unsern Söhnen und Töchtern. Zum rechten und echten G'ttesdienst gehört auch die Weihe unsere®1 Besitztums durch Opfer oder Gaben, die wir niederlegen auf den Altar der jüdischen Liebe.1 Das alles hatten Pharao und Israel selbst nicht begriffen, bis G'ttes Hand seine Macht und Weisheit, sie zur besseren Einsicht brachte. 3. onaEmi tik rr>n bxw> 'aa bdb-\- „Alle Israelskimder hatten Licht in ihren Wohnungen." Das war wie im ersten Golus so in allen Phasen und Wechselfällen unserer Vergangenheit. Je trüber und lichtlosier es um uns war, desto mehr leuch- R u f , in des hebräischen Wortes tiefster Bedeutung, an das ganze jüdische Volk, an alle seine Söhne umd Töchter, werden zu lassen! War dies ja von Anbeginn an die seligste Hoffnung, die man an das wehereiche Werden des agudistischen Gedankens knüpfte, daß das Thoratete und strahlte es in unsern Häusern. Hier entzündeten G'ttesfurcht, Thoraliebe und Thoraerfüllung die,Herzen und Seelen und erleuchteten die Geister, daß die Finsternis draußen überwunden wurde und Israel triebkräftig blieb . . . Leuchtet esi auch jetzt in unseren Familien? Sind Sabbat und Festtag uns immer wieder Lichtbringer? Sind Tisch und Lebenshaltung vom Geiste unserer heiligen Lehre getragen und dadurch uns eine Kraftquelle für Beseligung und Hoffnung? Es bedeutet gewiß schon viel, Wenn wir es gelernt haben, daß in Israel vn« flK v'K w*i jeder in dem andern seinen Bruder zu sehen und an dessen Leid wie an dem «einigen zu tragen und zu lindern hat. Daß wir aber endlich auch so uns einstellen: wtrmjj w>r mp. Unser Leid muß uns ein Quell der Erhebung und Bewahrung sein, daß wir uns selbst wiederfinden als G'ttes treue Diener, und die Pfadweiser seines Willens. Sidra-Anleitung für die Esra-Pirche Agudas Jisroel. <K. 12, 29—42. Siehe Hoffmann Jesch. 1918, S. 289. Dem Auszüge gehen zwei gesetzliche Abschnitte voraus, a) K. 12, 1—20. Er enthält die Vorschriften über das vom 14. auf 15. Nissan in Aegypten zu feiernde Pessach und die Gebote über das Mazzothfest. b) K. 12, 21—28. Nachtrag zum ersten Teil. Moses ergänzt vor den Aeltesten einige Bestimmungen und schärft ihnen den PessachrOpferdienst und 'die Belehrung der Kinder über dessen Bedeutung ein. Der erste Teil ist Befehl G'ttes an Moses und Aharon, der zweite ist die Mitteilung Moses an das Volk mit Ergänzung. Diesen zwei gesetz-

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