Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1936)
- Date
- 1936-01-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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16. Januar 1936 Der Israelit Nr. 3 Seite 7 bringung der Mittel für ,diese - Schulen lag den ört- (.lachen KommissariatenTob,.aber von Seiten der ZenF 'trale ' mußten doch auch noch Zuschüsse zvL diesen •'Schulen geleistet werden. Die Erfolge der Talmud- 'Thorä-Schuleh isind offenbar, denn wenn heute aus :dem - Westfalengebiet oder aus einer,'^Gemeinde wie ^Hannover regelmäßig; Knaben ', die _ FranKfurter Je- "sdhiwa-bezieihen, etwas, was vor 20 Jähren'noch un- •1 denkbar war, so darf dieses' ausschließlich' 'alsErfolg unserer Talinud' Thora-Schulen gebucht werden, die an vielen.Plätzen .-die I^mzellean für Tauroh und : Jiroh bilden. . ,r ... -y ' Die Subventioriierung von jungen Leuten, die; die 'Jeschiwa besuchen, nahm imvergangenen Jahne von - Monat5 -zu Monat größeren:: Umfang an. Zwar leistet das Limud-Amt des Esra auf diesem. Gebiete außerordentlich wichtige Arbeit, d. h. die Jugend sorgt zum Teil für sich selbst; trotzdem blieb für den Keren Hatorah noch. unendlich viel zu tun und es war nicht immer möglich, alle Gesuche, die an uns herankamen, so zu Erledigen, wie die Antragsteller es wünschten. Es wunde jedoch kein Gesuchsteller, der gut empfohlen war und von dessen Lernen man'sich einen Erfolg versprechen konnte, abgewiesen. " Es wird uns im Bericht die Entstehungsgeschichte des K. H.-Ju g e n dh eim es in Fran'kfnirt ä. M. ' geschildert, für das Keren Hatoraih und Noar Agudati gemeinsam die Sorge übernahmen. Das Defizit des Heimes beträgt monatlich Mk. 500-^-700.— und ist es bisher gelungen, dieses Defizit regelmäßig zu decken, so daß das Heim beute schuldenfrei dasteht. In diesem Heim, da® den Titel „Beth Chinuch schel Noär Agudati Keren Hatorah- Jugendheim'' trägt, sind 'zur Zeit 50 Knaben untergebracht. Zur Beschaffung der Mittel für'dieses 'Heini,hat der Keren Hatorah . V e r p f 1 e g u n g s'k.a r t e n herausgegeben, 'die sich . als eine 'wirksame Propaganda und Geldsammelmittel . bereits bewährt haben. Referent regt an, diese Verpflegungskarten' auch zur Ablösung von' Glückwünschen jeder Art eifrigst zu benutzen. In ganz bescheidenem Umfange wurde auch die Frankfurter Thora-Lehranstalt und die Scbneider'siche Jeschiwa regelmäßig subventioniert. Auch für den Religionsunterricht in lehrerlosenr-gemeinden liai/^der Keren Hatorah getreu seiner Tradition und am; Rahmen; seinem ■ Mittel gesorgt. . . ... Auch; für Beschaffung von: Sfoüm für Schiurim, HachscharaUiS usw._ konnten einige Mittel bereitgestellt werden. Durch Aufrufe in,den Zeitungen war es möglich, aus Haushaltungen, 'die leider sich jetzt; auflösen mußten, Lern-Sforim für diese Zwecke zu bekommen und »Referent bittet die Kommissariate und unsere Freunde, ihr Augenmerk darauf zu richten, daß,. wenn Haushaltungen zur Auflösung kommen, in denen Le'msforim vorhanden sind, dafür zu sorgen, daß uns' diesei zur Verfügung gestellt werden. Was das Verhältnis! des Keren Hatorah zur Presse betrifft, so hat der „Israelit" in dankenswerter Weise jederzeit dem . Keren Hatorah seine Spalten zur Verfügung gestellt. (Auch; .die „Deutsch-Israelitische Zeitung Laubhütte", die in Hamburg erscheint, hat sich dankenswerter Weise t immer bereit erklärt, unsere Aktionen zu: unterstützen.' Außerdem gelang es, die Gemeindeblätter verschiedener Gemeinden für unsere Pressemitteilumg zu interessieren, während das „Hamburger Familienblatt" und die „Jüdische Rundschau' sich bisher ziemlich ablehnend verhielten und nur ganz kleine, kurze Notizen ab und zu brachten. f- Ueber-"<das Verhältnis des Keren Hatorah zur Agudas Jisroel und zur Aguda-Jugend sei zu sagen, daß der Keren Hatorah immer daran festhielt, daß er in seinen Leistungen neutral'bleibe, d. h. daß er seine Leistungen Jedem zukommen läßt, der guten Willens ist, Tauroh zu lernen. ~So sind auch junge Leute in diesem Jahr auf die Jeschiwa geschickt worden, die der Misrachijugend angehören, wenn sie fromme, glaubensstarke Jehudim waren. In den Bekanntmachungen des Keren Hatorah wurde aber immer darauf Wert gelegt, zu betonen, daß es sich um den Keren Hatorah dei Agudas Jisroel handelt. Der K. H. ist undbleibt eine Gründung der Agudas .Jisroel und ist und bleibt ein Fonds der Agudas Jisroel, genau so wie der Keren Hajisehuw ein Fonds der Agudas Jisroel ist. Es müsse ermöglicht werden» daß das Gegeneinanderarbeiten z weier; a<gu>distiseher Fonds unterbleibt. In diesem Zusammenhange geht Referent auf die" Abmachung des Keren Hatorah mit der Palästina-Zentrale ein. Redner schließt mit einem warmen Appell an den Delegiertentag und an alle Agudisten und Thoraf r eunde, ■ eifrig an. den, Aufgaben des deutschen Keren Hatorah der Agudas Jisroelmitzuarbeiten. ';; Korrespondenzen. Deutsches Reich. Die Z. V. f. D. fordert die Führung im deutschen Judentum.; B. e r.l i n , 14. Jan. Zum bevorstehenden Delegiertentag' der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland" (vom 2. bis 4. Februar) veröffentlcht der G. A. der Z. V. f. D. eine p r o g r a m m a t i s c h e Erklärung, in der die Aufgaben des Zionismus angesichts der Veränderung de® jüdischen. Lebens in Deutschland erläutert uöd die Methoden und Mittel der nationalen Erziehung genannt werden. Im weiteren wird für die Zionisten Deutschlands die Führung in allen jüdischen Körperschaften gefördert;.Darüber;.wird inader Erklärung wörtlich .folgendes i:gesVgt: ' i;v >i \ \ . '-;;Ih diesem-Prozeß-der Umformung war . der Zionismus von Anfang1 an die stärkste Kraft;'Es ijst notwendig/, daß, alle; wesentlichen Instä^z^;:1:Vorzüglich die Reichs Vertretung und Gemeinden «Von zfionistiis-chem7 Geist dwrch&pM&m .mfm£n>i.Me Zionistische Vereinigung für Deutschland * ist von der Ueberzeugung erfüllt, daß sie die ■ gesamtjüditschen Notwendigkeiten unserer Tage am klarsten erkennt und die Kraft besitzt, die sich aus ihnen ergebenden ' Aufgaben zu-bewältigen.. 'Weniger, als je k^nnl'^e.^sichVheute^uf die Betreuungeinzelner Sachgebiete der jüdischen Arbeit in Deutschland ■beschränken; '•'-es ist -'unerläßlich, daß sie in allen .zentralen und örtlichen Körperschaften,' die den Gesamtplan dieser Arbeit bestimmen, die Führung -';hat:'"-;::" •' . V . . '■UuU ' - . i-i:.Wir.:werden noch vör^ip^^x^^j^; Delegier- , tentäges Gelegenheit nehmen, ..die .UeberheblipiikentvlüiV der'!di!e''Z:' V.' f. D. behauptet, :die-;gesan*tjüfij: sehen Notwendigkeiten unserer Tage :äih kläfsten zu erkennen und allein "die' Kraft zu besitzen, die sifch-, ausihnen ergebenden Aufgaben zu bewältigen, ins ■richtige licht zu rücken Voraussichtlich werden sich auch andere Körperschaften gegen dieses Bestreben der deutschen Zionisten, als Alleinherrscher ihren Willen auch denen aufzuzwingen, die an der zionistischen Ideologie keinen Teil haben, kräftig zur Wehr setzen. Was - aber die , p. n a b h ä a ig i g e O r t.h o - doxie in Deutschland betrafft/ so. kann sie das. Monopol der Z. V. f. D. ,/die Juden Deutschlands zu einem geschlossenen und bewußten Teil de's jüdischen Volkes zu formen, sie zu freudiger Bejahung des jüdischen nationalen Gedankeins zu erziehen und in ihr das Gefühl der Verantwortung für das Schicksal, des jüdischen Volkes zu wecken," am allerwenigsten anerkennen. Die jüdische Geschlossenheit im Sinne von rp-ilKl }>m!P n"3pn und das A r e w u t h - G e f ü h 1 gehörten von jeher, und lange bevor es einen Zionismus gab, mit zu den Gründlagen der jüdischen Welt« anschauung und zu den unveräußerlichen Gütern, für die die Orthodoxie seit bald hundert Jahren ihren' heroischen Kampf führt. Ausscheidende jüdische Lehrkräfte. : \.'- -: -/ ■' '- ' Fr ä;"nkiiu-rt a. M ./ \Z. .. Auf Grund der. Ersten Verordnung zum Reichs-; bürgergesetz .vom 14. Noyember i935,; wonach jü- :'disbhe' Beamte 'mit Ablauf des 31. Dezember 1935, in4.en, j Ruhestand treten, scheidein auch die jüdischen Lehrer 'ji|'nMeli're'r'i n-n,e n _ atf; ö f -- f e n 11 i c h e n höheren Schulen, die naen den' Ausnahmebestimmungen des Berufsbeamtengesetzes im Amt verblieben waren, nunmehr aus. Im folgenden werden die jüdischen Lehrkräfte an Öffentlichen höheren' jüdischen Schulen nicht mitberücksichtigt, da 'das' Dienstverhältnis der Lehrer an öffentlichen' jüdischen- Schulen bis zur Neu'fegelüng des jüdischen Schulwesens' unberührt bleibt; die statistischen Angaben beziehen^ sich' < vielmehr ■ lediglichauf jüdische Lehrer und Lehrerfonen im' 'n i cjh't j ü d i s c>h e n Schuldienst." ' "*'[' / : . Nachj.fien jletzten Berechnungen^ die sich auf' das- Schuljaihr 1934/35 bezogen^ gab es.,an nichtjüdischen höheren Söbufen 3.4: jcü d i s c h,e!|| n t e r- ^9 414; L e h r e r, i^gesam^ also t),IT Pröz. Der entsp^erc$en4e.; An^ .L e h r£ r i$t 'n-e :n [; Uju- - tete 0,12 Prozent (7 unter 5896). Der gesamte jüdische Anteil an der Lehrerschaft im staatlichen und städtischen höheren Schuldienst betrüg 1934/35 0,16 Proz. (41 unter 26 310)-. Die Beschäftigungsziffer jüdischer Lehrkräfte im öffentlichen höheren Schuldienst bewegt sich von rund 1 Proz.,. (bis Anfang 1933) über rund 0,4 Proz. (Auswirkungen des. Berufsbeamtengesetzes im Schuljahr 1933/34) auf rund 0,17 Proz. (Schuljahr 1934/35). Gemäß § 4 Abs. 2 der Ersten, Ausführungsbestimmunigen zu(Jden Nürnberger. Gesetzen ist dieser letzte Bruchteil jüdischer Lehrer und Lehrerinnen mit Ausnahme der in Oberschlesien tätigen in den Ruhestand versetzt worden; die Frontkämpfer wurden mit vollem Dienstgehart pensioniert. Im einzelnen ergibt sich nach den Dienstalterslisten des erwähnten Jahrbuches für das Jahr 1935/36 folgendes Bild: Noch im Schuldienst waren im Ganzen 33 (0,19 Proz.) Oberstudienräte, Studienräte, Studienassessoren und ähnliche Lehrkräfte tätig. Berücksichtigt man, daß. jüdische Studienreferendare nicht zugelassen waren, so ergibt sich nach Hinzunahme von 2155 Studienreferendaren eine Zahl von 33 Juden unter 19 885 Lehrern, das sind 0,17 Proz. Von diesen 33 Philologen sind drei' in Oberschlesien tätig und verbleiben im Amt. Die übrigens 30 nunmehr ausscheidenden Philologen verteilen sich auf alle preußischen Provinzen. 20 von ihnen sind Neusprachler und Germanisten, 10 Mathematiker und Naturwissenschaftler. Ueber 60 Jahre alt ist ein Lehrer, zur Altersgruppe der 50—60jährigen gehören 12, der 40— 50jährigen 15 und der 30—40jährigen 2. Für die weiblichen Lehrkräfte ergibt sich folgendes Zahlenbild: Noch im Schuldienst waren auf Grund der Ausnahmebestimmungen' des'; Berufsbeamtengesetzes (als Altbeamtiniien bezw. als Kriegerwitwen) 5 Lehrkräfte unter 4648 (0,11 Proz.) tätig. Von »diesen 5 Lehrerinnen scheiden jetzt 3 aus, die beiden übrigen sind in Oberschlesien tätig. Zählt man zur Gesamtzahl der Lehrerinnen noch die 945 Studienreferendarinnen hinzu (darunter' 0 Jüdinnen), so stehen 5 jüdische Lehrerinnen an höherem Schulen 5593'' Lehrerinnen insgesamt gegenüber und machen1 demgemäß 0,09 v. H. aus! "' Zusammengefaßt scheiden jetzt somit amtlich 30 männliche und 3 weibliche Lehrkräfte aus; Es verbleiben "nur noch 5. jüdische Lehrkräfte (in Obersichlesie'n) unter 25 478 Lehrkräften überhaupt im Amt. (Nach einer Zusammenstlelung von Dr. Hermann Weil, Frankfurt a. M.) Die Zahl der auf Grund des Reichsbürgergesetzes in den Ruhestand getretenen Beamten der Reichsjustizverwaltung. B e rlin, 10. Jan. In der „Deutschen Justiz", dem amtlichen Blatt der deutschen Rechtspflege, 'werden die Namen der Beamten veröffentlicht, die -auf Grund des Reichsbürgergesetzes und der dazu ergangenen Ausführungsverordnungen als jüdische Beamte im Sinne dieser Bestimmungen in den Rühestand' vefsfetzt wori.sind. - Bei den Oberlandesgerichten sind 1 Senatspräsident, 11 Kammergerichtsräte und f6 Oberlandesgerichtsräte, also 28 Beamte in den Ruhestand getreten. Bei den Landgerichten sind in den Ruhestand versetzt worden: 8 , Landgerichts.direktoren, 51 Landgerichtsräte, sowie 1 Senatspräsident, 6 Kammergerichtsräte, 4 Oberlandesgerichtsräte, 1 Erster Staatsanwalt und 1 Arbeitsgerichtsdirektor, die bei Landgerichten beschäftigt gewesen sind,. insgesamt also 72 Beamte. Bei den Amtsgerichten sind von der Neuregelung 74' Amtsgerichtsräte, sowie 2 Senatspräsidenten, 1 Landgerichtspräsident, 2 Kammergerichtsräte,. 1 OberlandesgerichtsTat und 12 •Lanidgerichtsdirektoren betroffen wonden, die bisher bei Amtsgerichten beschäftigt worden sindv Bei der Staatsanwaltschaft sind 1 Erster Staatsanwalt, i Staatsanwaltscharternd und 1 Oberamtsanwalt., in den Ruh^estand getreten^ jirunerhalb: der Strafanstaltsye.rw'alttnijg ,1 Sträfans^ und deir Sträfanstartsrabbiner bei : jdem!, Strafgefängnts