Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1936)
- Date
- 1936-01-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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9. Januar 1936 D 1 s r a e 1 i t Nr. 2 Seite-13 Der• kalvinistische Bischof der .Stadt JJebreczen, .j-JDr. Desider 'B altka,zveröffentlicht, im... ,,'Egy- . enlöseg':'- einen überaus warinen Artikel über die jüdische JBibel, idie er die „goldene Trompete des G'tteswortes" nennt. .... . Schweiz. Minderheiten- und AusVariderungsfragen im '.'K Jahresbericht des Völkerbundes. . G e.n f, 1. Jan.' Die , Informationsabteilung ' des Völkerbundes hat einen Bericht über die Tätigkeit «des Völkerbundes i. J. 1935 Veröffentlicht, in dem einzeln Abschnitte Gebieten, gewidmet sind, 'die mittelbar oder unmittelbar auch jüdische Belange betreffen. Was die Auswanderer aus DeutscHand betrifft, so hatte sich das Oberkommissariat in London mit über 80.000 Personen zu befassen. Fortdauernd werden- Geldsanunlungen für diese Ausgewanderten durchgeführt; es wurden bisher über zwei Millionen Pfund erhalten und verteilt, wobei der größere Teil' von den jüdischen Organisationen in England und Amerika aufgebracht wurden. Organisationen für Hilfeleistung an ausgewanderte Intellektuelle haben mit . Unterstützung der. Rockefeller-Stiftung über 300.000 Pfund gesammelt.- ' /; Das Oberkommissariat befaßte .sich mit der Sicherung eines regulären Rechtsstatus für Ausgewandertei aus. Deutschland; in verschiedenen Landern und mit der Erlangung von Aufenthalts-, und Arbeitserlaub-' nissen für 'die in Europa verbliebenen Auswanderer. Doch hat die Wirtschaftsdepression diese Bemühungen schwer beeinträchtigt. Demzufolge kam die Völkerbufljdsyersammli^g zu, der Ansicht, daß,.die Schaffung meiner.,,vonder vo^en. Autorität des Völkerbundes getragenen, Organisation .wesentlich ßei. für .eine zufriedentsellende. Behandlung des gesamten Auswandererprobiems., ....?.:..|, ' - .■ ■ ■ ' i; Die Bildung einer solchen Körperschaft wird gegenwärtig erwogen; sie. dürfte an ,da©,,Stelle des binnen kurzem aufzulassenden Nansienamtes treten. In dem Abschnitt über Minderheiten wird,festgestellt, daß eine , allgemeine. Erörterung des Minderheitenschutzes innerhalb;, der Völkerbundsversamm-1 hing in .diesem Jahre nicht stattfand. Einzelne.. Fragen standen jedoch bei verschiedenen Gelegenheiten^ im Völkerbundsrat oder in..seinen Kommissionen zur Debatte. Es wird sodann u.;a. .die Aktion zur Ansiedlung .von ,25.000 Assyriern, die .aus dem Irak auswandern wollen, in Syrien erwähnt, Die Kosten dieser Aktion werden von den Regierungen des .Irak," Englands und der unter französischem Mandat siebenden Levantestaaten, sowie vom .Völkerbund getragen. ■ Von verschiedenen . Teilen, der Bevölkerung, von D a n zi g hat der Völkerbundsrat Petitionen erhalten, in denen darüber Klage geführt wird, daß der Senatder Fredstadt 'die Verfassung in einigen Punkten verletzt habe. Eine von dem Rat befragte Juristenkommission, erkannte^zwar die Verletzung nicht in allen Teilen.an, äußerte aber Zweifel über den, Geist, in dem gewisse von dem,S,eniat erlassene yerordnungen gehandhabi w-erden. Der Völkerbundsrat jEiat gleichzeitig denfl Ständigen internationalen:i.Gerichtshof um ein., Gutachten darüber gebeten, pfe. 'die.. vom Senat, vorgenommenen..A^n'äkrunge des ^Strafgesetzes und der -Strafproz.eß^dnning ,jn,. U^eb^reinstammtmg stehen mit i .der -Verfassung. - t... r Belgien. Zum Ableben von Ob«irabbinerf pr,(.Rmer V"2tv -;An t w e r.p en;, 6.. Jan. Zu dem Ableben von Oberrabbaner Dr. Ritter b*ih ist in Ergänzung der Würdigung in; der jüngsten, Nummer desi „Israelit!' noch 'Aachzutragen,, daß Rabbi Löh.; Ritter einer bedeutenden-,tRa:bbmerfanu% in . .K e m p-e n > Provinz Posen, entstammte, und in jun- . *gen:. Jahren^ die. größten: litauischen JeschiyTO.th!be-.: suchten Seine akademischen Studien^ machte, er zum ■ Teü in B.r e>s 1 aiu^wo-er auchMdie -rabbini^ph.e.pdch- ' aschule';jbesuchte und kraft» seines .immensen. Tjhora-r wissens großen Einfluß auch auf'Solche , Kommi|ijtopen ausübte, die fypn Haus aus seihen religiöse^ Standpunkt nicht ganz" teilten. 1 Es ' ist bereits zum Ausdruck gekommen, wie Oberrabbiner Dr. Ritter von Jugend auf gegen jede "Neuerung im praktischen religiösen Leben, so gegen die Leichenyeibrenihung, 'die Urnenbestattung in'der Gräberreiilhe nuid das Fragen Wahlrecht mit der Waffe Die Woche/ Nürnberg. Das fränkische Städtchen Roth bei Nürnberg ist seit dem 1. Januar, nach Meldung der „Fränkischen Tageszei-. tung", völlig juden fr ei. Berlin. Im Berliner ""' Verwaitungsibezirk Zehlendorf wurde angeordnet, daß Juden .die Benutzung der Bezirksbücherei künftig nicht mehr gestattet wird. Am Eingang zur Bücherei und ihren Nebenstellen in den. Ortsteilen Dahlem und Wannsee werden Plakate angebracht, ■die auf diese Anordnung hinweisen. Bres- ' lau. Das jüdische R e f o r m - R e a 1 g y mnasiium in Breslau eröffnet im kommenden Schuljahr eine Unterprima. Budapest. Der Präsident' der Budapester Börse, Alexan- ■ der Fleißig, der vor kurzem vom Reichsverweser Horthy mit dem ungarischen Verdienstkreuz 1. Klasse und dem Titel „Exzellenz". ausgezeichnet wurde," ist in das Ungarische Oberhaus, gewählt worden. Außer ihm gehören noch weitere acht Juden dem Oberhaus an: u. i. Adolf Fr ankl als Vertreter des orthodoxen Judentums. Prag. Aus K a s c h a u wurde am Samstag abend ein Chanuk ah f ests p i e 1 'der Uzhoroder jüdischen Gewerbeschule mit jüdischen Volksliedern auf dem Rundfunk übertragen. Oslo. Es wird im 7 Zusammenhang mit der von der norwegischen Regierung beschlossenen offiziellen Teilnahme Norwegens an der Levante- Messe eine Reise des Kronprinzen von Norwegen nach Palästina geplant, der der feierlichen Eröffnung des norwegischen Pavillons auf der Levante-Messe beiwohnen wird. Kowno. Unbekannte Täter haben einige Fensterscheiben im Gebäude des englischen Konsulats in Kowno durch Steinwürfe zertrümmert^ Von der Polizei wird behauptet, daß es sich um eine poli- - tische Kundgebung von Juden als Protest gegen die -Verkündung des Legislative Council handele. ^Verhaftet wurde niemand. London. Anläßlich des neuen Jahres wurden einer Reihe englischer Juden Auszeichnungen für Verdienste verschiedener Art verliehen. Der Oberste Richter von Tanganjika, Skiney Solomon Ahrahams, wurde zum Knight-Bachelbr ernannt; ferner wurde der Direktor der Gassbon J. David u. Co. Ltd. in Bombay, Llwyn Ezra, in den Ritterstand erhoben. — In -New Delhi'in Indien fand ein Gedenkg'ttesdie nst für Lord Reading statt, an dem alle führenden Männer von Indien und der britischen Verwaltung teilnahmen. G h a n d i hat an die Hinterbliebenen Readings ein Beileidstelegramm gerichtet. Rom. Im Königlichen Opernhaus wurde „Der Dybuk" als Oper aufgeführt iind erntete starken Bei- Ä fall. 'Leitende MitgEeder > : der ■ > ■ Regierung , wghnten der -Auffülirung,(bei. Rhodos. Hier , iand die r feierliche Einweihung des neuen Gebäudes für . das R ä b' b i n e r s e m i aa r statt, an der atich;die'r GöiuveWieuir votf-Rho- : dos teilnahm. Die Festrede: hielt/der . Leiter des Rabbineirseminars Dr. P a c^i i,c i..,,Per Gouverneur, spendete , 1Ö.00Ö Lire für die " Bibliothek des Rabbrnerseminars1.' Jerusalem. Tn fder^Näh"e^, def' jüdischen Kölönie 'Bö't H Alfa gaben arabische Banditen auf den Schomer Jakob Glanz einige Schüsse ab, die aber nicht trafen. Zwei Beduinen wurden venbaftet. Auch in der Nähe der Kolonie Kfar Chassidim schössen Banditen auf jüdische Wächter. — Arabischen Presseme^dunigen" zuifotge wurde 'die Palästina-Polizei wesentlich verstärkt. Arabischei Polizisten, die sich hei der Enidekkung von. ,/Illegalen" aiuszeichneten, sollen Prämien erhalte*! haben. — Unter 20 Äbsolvehten der iWtzten Kurse der 'Pblizeischule1 in''Jerusialem befanden -sich 12"; Juden, von denen-einer sein Examens (mit? i hoher, Auszeichnung ablegte., , ■ . .. seines reicheh Wissens und seiner geübten Feder kämp'fte. Nachzutragen ist, mit welcher Sachkenntnis' es ihm gelang, eine Fälschung auf rabbinisch-wissenschaftlichem Gebiete aufzudecken. Im Jahre 5663 tauchte ein gewisser Friedländer mit seinem „Jeruschalmi Kedduschim" "auf",!von dem er angeblich irgendwo ein Manuskript gefunden hatte. -(Bekanntlic'h -.fehlen in Jeruschalmi .die zwei letzten Ordnungen w»np; und ftiiae» die nach allgemeiner Auffassung infolge der frühzeitigen Schließung der palästinensischen Schulen nie zustande kamen, nach mancher Ansicht aber verloren gegangen sind). Die Ausgabe erweckte von vornherein Verdacht, Oberrabbiner Dr. Ritter trat aber der Mache entgegen, und wie® mit einem wissenschaftlichen Apparat, der keinen Zweifel mehr zuließ, die Fälschung klar nach. Es handelt sich in der Hauptsache um eine Zusammenstellung von Stellen auf dem Gebiete von Wtpi wie sie sich im 'babylonischen Talmud als palästinensische Traditionen hie und da finden. Eine große Reihe der bedeutendsten Rabbinen im Osten schlössen sich nachher Oberrabbiner Dr. Ritter S»*SV voll und ganz an, u; i. Rabbi Meier Simchoh b"SU in Dwinsk und der „Rogotschower Gaon". * Die sterbliche Hülle des ehemaligen Rotterdamer Oberrabbiners Dr. Bernard Löbel Ritter ^"ST, wurde am Dienstag, den 31. Dez., von Amsterdam überführt und auf dem D'nn r~P3 der jüdischen Gemeinden Antwerpens in Putte (N. B.) bestattet. :— In Erfüllung des letzten Wunsches des heimgegangenen großen Toten mußte von n'taon Abstand genommen werden. Litauen. Prüfungen für Rabbiner und Synagogenvorsteher in Litauen. , Kowno, 6. Jan. Innenminister. General Czaplikas hat verfügt, daß in Zukunft R a b b i n e r ..und Vorsteher von Synagogen, Bet- und Lehrhäusern v<m* einer besonderen Regierungskommission Prüfungen in litauischer Sprache und Geographie und Geschichte Litauens abzulegen haben. Der Kommission gehören als Vorsitzender der Direktor des Kultusdepartments und als Beisitzer der Oberrabbiner von Kpwno, Rabbi Schapiro, sowie der. Generalsekretär des Rabbinerverbandes, M. 11 z k o w i t s c h , an. Eine orthodoxe Lehrerkonferenz in Litauen. Kowno, 1, Jan. Dieser Tage fand in Kowno eine große Konferenz der J a w n e - L e h r e r statt, in der wichtige Beschlüsse auf dem .Gebiete des jüdischen Chinnuch in Litauen gefaßt wurden. .Man weiß, auf welch schwierigem Posten der gesetzestreue Lehrer gerade in Litauen steht und wie wichtig es gerade für die Erzieher hierzulande ist, sich zusammenzutun, um mit vereinter Kraft ihre Erziehungsideale im Kampfe gegen schwere Widerstände geistiger und materieller Natur durchzusetzen. In Verbindung mit der Konfe? renz wurde. auch eine r Gedenkreier für Dr. Leo Deutschländer £st veranstaltet, über die an anderer Stelle berichtet wird. Rumänien* -,'i!;i- Brief , aus Rumänien. Bukarest, 1. Jan. Im neuen Gesetz, betreffend die Romanisierung der Familiennamen, wird eine Ausnahme für rumänische Staatsbürger jüdischen Glaubens dahin gemacht, daß diesen die Romanisierung ihrer Familiennamen nicht g e s t a.t t e t wird- Wenn auch die : Juden keimen. Wert auf .Namensänderung legen, so ruft doch die Verfügung in jüdischen Kreisen als .Präzedenzfall für Ausnahmegesetze Beunruhigung hervor.h ... r. Aus; der jüngsten ^arlamentsrede des Außenministers T'i t u les cu verdienen folgende Sätze hervorgehoben zu werden: ,/Im,,Namen, der königlich-ru- »mänischen Regierung erkläre ich aufs entschiedenste, daß wir Anhänger der vollkommenen Gleichberechti-