Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1936)
- Date
- 1936-01-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 1 Der Israelit 3. Januar 1936 sein, die treu an der Seite Englands ständen. Diejenigen, die einst blind genug waren, das Mandat an zugreifen, dürften jetzt anders denken. Jene Anti semiten, erklärte der Redner, dfieidäigegen protestiert haben, daß wir die Errichtung des Jüdischen Natio nalheimsr in Palästina ermöglichten, imtsisen.tjetzt, die Juden um Entschuldigung bitten, besonders hier in England; ich hoffe, daß dies nicht lang auf sich wird warten lassen. . ' Griechenland. Die Auflassung des alten Judenfriedhofes von Saloniki Saloniki, 27. Dez. Das griechische Arbeitsministerium hat durch eine Verordnung die Verfügung der Stadtgemeinde Saloniki,- den dortigenhistorischen judenfriedhof -aufzulassen, und das Terrain für den Bau von Straßen und die Anlage eines Universitätssportplatzes, zu verwen den, bestätigt. Die Maßnahme der Regierung wurde in einer Sitzung des Vorstandes der Jüdischen GeJ meinde, an der auch der religiöse Rat der Gemeinde teilnahm, in einer dreieinhalbstündigen Sitzung be sprocheri. Eine Abordnung unter Führung d*s Ober rabbiners Dr. Koretz wird beim Gouverneur von Mazedonien Pallis gegen diese das' Religiönsgesetz 'und die archäologischen Interessen Verletzende Entscheidung protestieren und darauf hinweisen, daß' auch im Weichbild anderer europäischer Städte, wie Prag und Nizza, alte Judenfriedhöfe von historischen! Interesse erhalten geblieben sind. Sie wird von dem- Gouverneur verlangen, daß er die Aufhebung des Enteignungseritwurfes erwirke. (ITA.) Palästina. Jerusalemer Brief. < Immer noch kein Wasser. — Sardinen und kein Bürgerrecht. — Arabische Einigung iund „Einigkeit". Jerusalem.-,. 24', Dez. Immer noch, trotz allem und alleriiy 'W ass e r - mangel. Die Röhren funktionieren^ nicht und die Wasserverteilung erfolgt nur noch einmal in>'sieben Tagen, so daß manche Viertel tagelang1 ohne Wasser sind, und somit auch ohne warme Speisen. U.eber das wenige Wasser, das aus Rosch Ajin kommt, wird geklagt, daß es oft sehr trübe-und unbrauchbar ist; Die Zeitungen veröffentlichen Proteste, auch in der Irijah und vor der Irijah wird protestiert. Im r„Haarez" veröffentlicht ein Ingenieur einen Artikel, in dem er nachweist, daß keinem Privatunternehmen das passieren könnte, was dieser hochoffiziellen Wasserleitung der Regierung passierte. In den entlegenen arabischen Dörfern wurde für Wasser in genügendem Maße gesorgt, nur Jerusalem blieb zurück, was der Stadtleitung und der Regierung nicht zur Ehre gereicht. Ueberraschend ufed erfreulich wirkt die Mitteilung, daß es einer jüdischen Gesellschaft gelungen ist, mit Genehmigung der Regierung in Amman, in Transjordänien, zwei Fabriken zu errichten, eine für Sardinenkonserven und eine für Eisgewinnung. Für beide Artikel ist in Palästina großer Bedarf. Zur gleichen Zeit bringen arabische Zeitungen Berichte aus Amman über ein Projekt, mit dem sich zur Zeit die dortige" Gesetzgebende* Körperschaft befaßt ürce das darauf hmaiusigeht,- daß1 tf ud eri nde m<al.s Bmrg e r'v ö n'i^'r'a n s j o r'dä'nti!e n w e r d e n k;ö na eh. Der "'A11 a r a h i sc h e Kon g r e ß scheiterte bis jetzt immer wieder an de:r Uneinigkeit der einzelnen arabischen Gruppen. Nunmehr greifen die arabischen Blätter Palästinas den "Gedanken auf und fordern die gesamte islamitische Welt zum Zusammenschluß auf, da „alle, arabischen Völker unter ihren Wirfcsvölkern leiden uild Allah die Befreiung wünscht." Eingeweihte;kennen aber die, schweren Gegensätze zwischen- «1411 Arabern''«! Irak,'Syrien und' Aegypten. In'' Palästina, selbst ^gibt" es •fünf'"offizielle5 arabische*'Parteien, deren ' H (*'•'** -rl jede sich",rioch , in' so undso ViöM^RichtüAgen zers^littert.y ünter .diesen.. \Jm&feqtä&:M&cHen wohl all *4ie Ein^eitÄbestrebümgeri fromme: Wünsche "bleiben. Eine Illustration zu dieser',,Einigkeit" bietet die 'Skan-'- dalchronik der arabischen Presse. k In einem Dorfe brach ein Streit zwasöhen'Fellachen aus, bei dem ein Araber getötet und sechs verwundet wurden. — In einem anderen Dorfe bei Ekron kam ein alter Fa- •milienstreit zwischen zwei Arabern zum Ueberkochen 'Resultat: .Zwei Tote, Mutier und Sohn, und sieben Schwerverletzte. — In einem Streite zwischen zwei ■Beduinen-aus dem.^leichen Stamme bei,Tiberias er dolchte der eine seinen „Freund". — In .Nablus stan den zwei arabische Jungen im Alter von 11 und 12 Jahren vor Gericht unter der Beschuldigung, ihren gleichaltrigen Freund ermordet zu haben. Der Körper des unglücklichen Kindes wies 36 Stiche auf. Die Jungen waren geständig 'und wurden ' einer Erzie hungsanstalt überwiesen, bis zu ihrem' 18. Lebens jähre. — Abdul Rachmann (der Name bedeutet Barmherzigkeit) ermordete seinen Freund wegen 20 Grusch und wurde vom Jaffaer Gericht zu zehn Jahren Kerker verurteilt. Diese Kollektion läßt sich nach Belieben vermehren; es ist nur eine ganz kleine Auslese von den täglichen Skandalberichten, die doch zeigen, daß die arabischen Führer zur Zeit etwas Besseres zu tun hätten, als das arabische Volk gegen Juden und Engländer zu hetzen. Es sollte mehr für die Erziehung zu Ruhe, Anstand und Gesetzesgehör sam geschehen. Mn. G.-P. Die Antwort des Kolonialamts auf das arabische Memorandum. Jerusalem", 29. Dez:; Wie die Tageszeitung „El Ldwaa'.', das Organ der .Mufti-Partei, mitteilt, hat da® Coloniäl Office in London auf das von den arabischen Führern dem High Commissiöner bei seiner Rückkehr aus London überreichte Memorandum geantwortet, daß 'die Frage der Einstellung der jüdischen Einwanderung nach Palästina im Hinblick darauf indiskutabel sei, daß England dem Völkerbund versprochen habe, die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina bei gleichzeitiger Wahrung der arabischen Interessen zu fördern. ' . In Beantwortung der arabischen Forderung nach einer demokratschen Regierung in Palästina habe das Colonial Office erklärt, der geplante Legislative Council sei ein Schritt in dieser Richtung. - Die Forderung nach Einstellung des Bodenverlcaüfs an Juden, wurde dem Bericht der „El Liwaa" zufolge, mit .dem Hinweis; darauf,.beantwortet, daß die Pa-t lästina-Regierung ein Gesetz vorbereitet, 'durch, wel-j ches es den Fellachen verboten wjrd, ihren Boden zu verkaufen, Salls sie nicht nachweisen können, daß sie genügend Land für den eigenen Lebensunterhalt behalten. 1 Eine skandalöse Sabbatentweihung. Jerusalem, 26. Dez, . Ueber die Sabbatentweihung in der Kolonie R ajnanah> die wir bereits kurz berichtteen, lesen wir im „Kol Israel" genaue Darstellung: Die Kwuzah Giwath Chen" in nächster Nähe von Rananah gab schon sehr oft Anlaß zu Aerger. An jenem Sabbat wurde dort den ganzen Tag hindurch auf den Feldern in voller Oeffentlichkeit wie an Wochentagen mit Schaufel- und Ackergeräten, mit Pferden und Ochsen, gearbeitet. .Auf den Protest älterer Kolonisten aus Rananah hatten die Jungen nur spöttische und beleidigende Antworten. Am Samstag abend beschloß ' eine Versammlung ifl, Rananah einen Protest an die eitenden Instanzen des N. F., auf dessen Boden sich die :Kwuzah'befindet, zu richten. Nachdem acht Tage verlaufeni waren, ohne daß. Antwort kam, wurde in der-Synagoge .von Rananah eine. Protestversammlutjg abgehalten, auf der mehrere .'Redner unter Tränen die Schuld all derer festnagelten, die zu den skandalösen Ausschreitungen gegen die Religion schweigen. Rabbiner. Ephrajün So.kolo w wandte sich am SeMusse seaner flammenden.Rede.,an die Z'eiir'am, - -j . .. ..* ,. . -inj. (J; : \ 'f*-1',' . : i * * die Arbeji^eflijder Aguidtas Jisroe^ ^sowohl, wie des Misrachii;;fwr-^ie: -Eftre. dern jüdischen RelAgion^'eihzustehenn ' N^9hdemfnoch ^rtre|er -der 'aj^cfe^ehen Zedirim undj 'Arbeiter ihre volle. Bereifs^haft'1 erklärt Hatten, bildete sich;.ein igemisdfjtes ^Koim^tee',^ dein ' zehn Mitglieder., angehorten; ,jund in derii^Ä'guda. wie: ° - .-J.vjrHl £|\# - W1'-'';ir:-± 1 Misrachi paritätisch,.] vertreten jsand. .Das ^Komitee wukdie betfaut; alle nätigeni(^|chrilte dinier__S«lc|^ zu tun. Bie Versammlung-iund die- Pro^estreso|utfön mach-' ten gewaltigen Eindruck. * " 1 "Meif Dizengoff zum'Bürgermeister voa Tel *Äwiw -■- ' — . .'•» f _> L % wiedergewählt. T^liA^i w , 31-vDez. . Der^am. .15.. ..Dezember neu^ewählte Stadtrat von. Tel Awiw hat in seiner 'am '30C Dezember''äbgehalfe*r nen konstituierenden Sitzung: den bisherigen Bürgermeister Meir Dizengoff neuerlich -zww Bürgermeister von Tel .Awiw gewählt. .j^e&gbff -fbekteidet^dieses' Amt [ s eit 'der Gründung der^J Sta dt. j fegi' jden. - letzten . Wählen ließ sicti" Dizengoff:; nicht;!iöehr indie"Liste des Zentrums, dem er bisher angehört hatte>- aufnehr men, sondern kandidierte selbständig. Der amerikanische Jude A. Kaplan und der bulgarische Konsul Chelouche, die mit ihm zusammen kandidierten, sind: bei der Wahl unterlegen. Ursprünglich hatte Dizengoff eine Kandidatur mit Rücksicht auf die stiefmütterliche Behandlung Tel Awiws, .durch die Regierung überhaupt abgelehnt, änderte jedoch seinen Entschluß, nachdem ihm der High Cömmissfioner einen Besuch , abgestattet hatte. (ITA.) -,. ■ Amerika. Ein großer Kaschruthprozeß in New York. , . New York, 24. Dez. Ein. großer Kaschruthprozeß beschäftigt hier dieöff entliche jüdische Meinung/seit einem Jahre und. soll nun zum vierten Male nach wiederholten Vertagungen -zum. gerichtlchen Aus^rag ..kommen. i Vor Einern Jahre wurdej'einwandfrei festgestellt, .daß verschiedene Geflügelhändler. trefes Geflügel als• koscher verkauften. Aehnliche Mißbräuche wurden auch in Wurstgeschäften festgestellt, und deren einige, die abgesehen vom Kaschruth, auch sonst noch gegen die Verordnungen des Gesundheitsamtes verstießen, wurden von der Polizei geschlossen. Die Rabbinen, die- Wandel schaffen wollen, L können sich auf zwei Gesetze berufen: 1. auf das Lebensmittelgesetz, das jede Fälschung und .Gesuhdheitssehädigung durch unfrdsche Ware mit schwerer. Strafe belegt, 2. auf das vor einigen Jahren - bewirkte Gesetz, wonach nur wirklich rituell lzuveflässige Ware als koscher deklariert werden-- darf.. Damit "konnte das Plomfoensystem ein- J und 'durchgeführt werden,-in .der Weise, daß Koscherplomben vom , Kasehruthkomitee nur an dier Metzger und" Händler abgegeben werden, die einen Sphochet und Masichgiach; zur ständigen Aufsicht in. ihrem Betrieb haben. Die kleinen Gebühren für -die Plombe zahlt der Konsument, so daß. dem Verkäufer keine Mehrkosten entstehen. In einer großen Kundgebung wurde seinerzeit. von den zuständigen Rabbinen alle: Fleischwaren, die . mit der .Koscherplombe nicht, versehen sind, als trefa erklärt und unter oini gestellt.-: ".:• . Leider haben sich einige Rabbinen von dieser Aktion ausgeschlossen und in den Zeitungen erklärt, daß die ihrer Aufsicht unterstehenden Fleischgeschäfte keine Plomben einzuführen brauchen. Es. kam zu: einem Streite zwischen den Rabbinern und. so ,weitr daß eine Reihe -von Metzgern und Geflügelhändlem die' ersten Rabbinen auf Schadenersatz verklagten,, da sie kein;Recht hätten, Ware, die ihrer, der Händler, Ansicht nach koscher sind,- onm zu verbieten.- Jetzt wird das: Gericht :na.ch Einholung vieler. .Gutachten über diese nintern-jüdische t Angelegenheit, das letzte Wort' zti; sprechen haben.; Man. siehjt! dem, Urteil -gespannt entgegen, ein erhebendes Bild des religiösen Lebens in Amerika;bietet die ,*ganz Aifäre ■nicht.; ' , ':>,. ■'—,<<i:.-<-., \ Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Gustav Seckbach und Frau Gustel geb. Brandeis, Lyon, 103 Rue des Charmettes. , . .«'• B arm i?t>y;o ^,:,Harry, SjOhn des.Herrn Sally Israel und Ffaq Berta ge^. GoWscbmidt, >nV*s rav, Synagoge Do'mi'nil^anerplaiz. lfJ'^änuat1 1936. ^'Siegfried,' Sohn des'riferrn -Adolf Sthmid* uöä^iau Bertargeb. Katzenstein;5 23. Tebet:5696; ,Bad Hersfeld. Kla,usstr,,. 18.. i*.- i;.^Brielkasteni'-ni,/ . G'. T»' HäiÄjb^f gl Der I t¥i u1 m ^wurde bereits in einePfrünereh NünVmter 'rithtig^esteMiEslhahdQlt sicb nicht um ti^tta, -sond^hi^uinA4ie;.^^qhn;a."in «ai»-^ 'a)» wo/die vTageszeiten für;."i.?»n ja?p..apgegeben sindj-, -J, Mendels-Sohn. Es wird 'darüber: 'v'erscHieae'n geurteilt." Jedenfalls h'a'ndeW das''' angeführte Talmudwort nur vom p i n g e n. Gruß.