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Der Israelit · 1936-01-03 · Heft 1 (3.1.1936) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
77 (1936)
Issue
Heft 1 (3.1.1936)
Date
1936-01-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite. 6 Nr. .1 Der, Israelit 3. tLanuar 1936 sammeln zü widmen, statt sie ganz und gar in den ' unmittelbaren Dienst der Tauroh üfid der Tau roh-Erziehung zu stellen. ■ if * Für den mit tler en C h i n;n u'c h,; haben in einer Reihe von Ländern die ä'gudistischeh Lahdesorganisätiönen/zum Teil durch den1 Keren Häthora, in Ohörebschulen, Thora w'Derech Erez Schulen u. a.f für die (Mädchen in dem B'etlr Ja; kow-SchulsystÖfxi; gute Grundlagen' zu schaffen vermocht — und in tiefster Dankbarkeit wird'die Kenessio Gedaulo' dabei zweier1 Persönlichkeiten zu gedenken haben, die die Vorsehung deiri jü dischen Volke als Retter in geistiger Notr gesandt hat und die uns y'TlUh. allzufrüh genommen worden sind: Sara Schenirer und Dr Leo Deutschländer ^"ST* Die Kenessio Gedaulo wird -— nach ausreichender Vorbereitung in allen Ländern dijs würdige Gelegenheit bieten, auf den Namen dieser beiden Heroen religiöser und pädagogischer Aufbauarbeit Gedächtnisstiftungen zu errichten, die, getragen von der Sympathie-und Opferbereitschaft aller Länder, ihr unvollendetes Werk weiter ausbauen und dem Naehfolger Dr Deutschländers, Rabbiner Wolf Jacob sbn, unter g'ttlichem Beistand die Kraft verleihen weiden, durch Heranziehung der besten-organisatorischen und pädagogischen Kräfte die immer schwerer werdenden Zeitprobleme des Chinnuch in Ost und West ihrer ^bestmöglichen Lösung entgegerizuführen. y Vielleicht gelingt es, eine Zentralstelle für.Tauroh -Pädagogik zu schaffen, die einen Austausch der Erfahrungen und Methoden ermöglicht und so die Errungenschaften, die manchmal einzelnen begnadeten Persördiehkeiteh zu danken sind, der Gesamtheit zugute -kommen zu lassen. ' V. Agudas Jisroel hat es von vornherein verschmäht, sich etwa als, eine religiöse '■ Sonderorganisation für kulturelle und rituelle Spezial- ^wecke innerhalb einer religiös „parteilosen", d. h. areligiösen jüdischen Volksgemeinschaft zu etablieren. Das jüdische Volk ist s e 1 b e r eine religiöse Institution, und Politik und Wirtschaft dieses Volkes sind nicht minder religiöse Anliegen wie der G'ttesdienst in den Synagogen, der Unterricht in den Schulen und Lehrhäusern und die Pflege der Kaschruth- und Taharo-Gesetze in Küche und Familie. Daß es auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete von Fall zu Fall weite Möglichkeiten e'mtt praktischen Zusammenarbeit mit religiös neutralen oder sogar gegnerischen Körperschäften gibt, weil häufig Identität der äußeren Interessen ohne die Notwendigkeit religiöser Konflikte vorliegt, ändert nichts an der prinzipiellen Forderung der bewußten Herausarbeitung einer vom Geist der p " m r> diktierten selbständigen agudistischen Politik, ändert auch nichts an der Notwendigkeit wirtschaftlicher Betätigung, um diesem Tatiröh-Geist deii ihm uhentbe-nrlichen lebensfähigen, "gesunden Volkskörper zu erhalten, •■>•■■■■.. . . .-~ , So rücken — auch außerhalb Erez Ji(sroels die p o'li t i.s c h e n und ö-k'oao nii's c h e n Fragen, bei denen es um Sein oder Nichtsein . großer jüdischer 0iaspöragemeinschäfteh, insbesondere "des ' Ostens', geht', in den Gesichtskreis der Kenessio Gedaulo, und es wird Aufgabe dieser Landesgemeinschaften sein, schon jetzt in ernster Beratung diejenigen Fragenkomplexe auszusuchen', die ihrer Natur nach nicht von einem Lande allein und innerhalb dieses Landes beantwortet werden können, sondern der Mitwirkung der Gesamtheit bedürfen. An der furchtbaren .Wir t sc h a f t Ii c h'e n Not, an den Fragen der Auswanderung und A n s i e d l un g \ der ürfr e*r e h; K o 1 o ri ijsatipn, der ' B.e'ru f' s ü!m s c h ic h t un'gj,- . ziimar sie alle' aufs tiefste eingreifen' aiuen in dajs geistig und kulturelle Zü&nftsschiälcsal vo* Millionen thprätreuer Juden,1 dar!' die7 Kenessij Gedauiij' mcttT' vorige« en','. und' sie w'frd däb* sicher seih, können, als Sprachrohr" der" groß'ei! traditionstreüen ^Massen des jüdischen Volkes das Ohr der Völker,,und Staatslenker zu finden; darf ja in deren .Herzen, soweit es nicht durch, blindes 'Vorurteil^ auch dem schrillsten jüdischen Notschrei verschlossen ist, das alte V o 1 k der Bibel noph immer am e*hesten auf veine Saite sympathischen Verständnisses und geschichtlich begründeter Ehrfurcht rechnen. , , Besondere .iSadhverstäncligenkommissionen, die von der Aguido-Leitumg schon jetzt einzusetzen sind, werden zu prüfen .haben^ 01b und inwieweit die wirts.chaftlicl7.en. Positionen der Agudas Jisroel in den einzelnen Ländern, wie z. B. die Kooperativgenossensohaften und Darlehenskassen, Stellenvermittlungen und Berufsberatungen, der Kriegswadsenfonds, der Produktivierungsfonds der Poale Agudas Jisroel usw. des Ausjbaus , der R. e o. r g a ni s i e r u n g oder der Zusammenfassung bedürfen; inwieweit es möglich sein wird, neue, vor allem zentraler Natur, ins Leben zu rufen, ohne daß man Fehlschläge befürchten muß. Dort, wo das. Schicksal der jüdischen. t Gemeinschaft nicht von allgemeinen wirtschaftlichen Gesetzen, sondern durch festgegrundete politische Prinzipien bestimmt und zur .Tragödie gestaltet wird, wie durch den Religionshaß in Sowjetrußland oder.'das 'Rassenprinzip in Deutschland, kann die 'Kenessio Gedaulo nicht' auf irgendwelche Wirkungen ihres Wortes, mag eis aus noch so sehr glühendem^ Herzen kommen, rechnen. Hier kann es ~ nur gelten,. im "Verein mit allen anderen jüdischen Organisationen - zu helfen und zu lindern und i m R a t e d i eser Organisati o n e n dafür zu sorgen, daß der vor^-C'hauvinisriius und .rhäterialis^ schichtsbetxadhtüng schützende Einfluß'der r eilig i ö's. e n T r adi ti o n;'e-:n zur Geltung kommt,* daß ferner? übigf alle-i^ Sorgeum die äußere Not die Rettung des{ g e i s.t i gr e I i g i ö=s e n L e b e n s der bedrohten oder auswandernden prüder nicht:5 zu kürz -'kömmt. Wie sichjetzi, nach 4€«r Abflösuirg i der (JT:o r g s i,n" - Hau d.e 1 s g'-e eil s c-h-a f t' die ' Möglichkeiten der Lebensmifö in.J: Rußland gestalten werden, . Weiß im Augenblick ttyeröärid. Aber es wird zu deiti heiligsten " Pf lichten der*'Kenessio Gedaulo gehören,;der jüdischen' Gesamtheit >— es war in. den letzten^. Jähren mehrmals ^vonnöten — das SchicksalrDeklassierten; der Rabbiner und religiösen;:FünJk|iönäre } in Rußland, immer wieder ins GedäbntefS^ü ru-" fenj .auch dann, weiin neüe T^gesrict die alte in Vfirgessenheit ZU -bringen drcrht,- ü^d das "Werk de-r Rettung vom. Hüö£eytÖ>dr seie| dürcfrCSendungen V^l außen,.- sei es durch! EfmÖglic?hun(3 der Auswanderung fortzuführen und auszugestalten/ ■-..--^v";;; ,., ■' '.S " ■ Im R^meh vder.^großei^;Ge des jüdiscnen Volke|i', derieriAesonder«|: zeitlichen Charakter: die Kenessiö?||jed4uIo in.'^ieniGesichtswohnlich' mit'Chissuk Hädäß bezeichnet—"keine geringe Rolle. Fast möchte man sagen,: daß jede * Zeit .irgend einer der <Mizwos, mit denen G'tt das Leben seines Volkes geschmückt hat, ihre, h e - sonder e n Schwierigkeiten bereitet, als Prüfstein gleichsam für die opfervolle Treue Israels zu seiner Thora. S c h a b b o s Und Seh e c h i t a sind heute die beiden Institutionen, gegen die sich eine Welt verschworen hat und deren Bewährung die ganze; durch Jahrtausende bewä>hrte H at t - n ä ck i g k e i t desjüdischen Volkes in der Auffechterhaluffijj" seiner Träditiöiien^ voraussetzt. Die Kehessio Gedaülo wird die:-Stätte seiij, aai der dife besonderen Ihstituüoneni die siehdip Orthodoxie 2üm Sdhutze -|diese>rrnbeiden> kostbaren n'ätioriaieil Güter |;es6hafffen!rvfeatj -; der tGe!- sämlhe'it Rßöhenscnaft -a^zulege» halben - werden für Idas,; wd&-'^ie eff r'eddht ''und ^i^htf'"erreichtt-iiaoen, und gel kim -rntelli^felr pen, und ^"e in e r^ s k'M , im^r Z'usantmefaspi^l >iiigeinz:en^uaiä^ 'Eneifgiefi}' f>werrdeiiH;dife Ursachen für Erfolge und MißerM^TZitt^rüfen, werden Lehre ..und Ansporn für^dierZüK^ünft ,zu" gewinnen, n^ue Formen ^und "MetK.p!djfn ^es: Kamr>fis" wie derpositiven-'Hdlfsarlaieit zJU^s^affen sein. Auch das'erfordert gewisse^nhaftestet Voroereitun^ | allen Laiiides;-! unid Ortsgruppen der' Organisation, so daß alle Pläne, die von der Kenessio Gedaulo beschlossen werden sollen, bereits^ibei' der?iKe q$ s s:-ir^M:e c ^i n;q |^-'(Rohbau vorliegen und kritischer Vorprüfung, vor allem ,auch von Seiten der /RaMsinisor/en' Räte» unterzogen werden können. " ' Der in der letzten Zentralratssitzung von Rabbi Ber Friedmann dn Wien mit beredten Worten empfohlene Plan eines den Problemen der: nnswan mnoini weitesten Sinne gewidmeten, Ressorts der Agudas Jisroel kann seiner Natur nadh nur durch eine aus allen Ländern beschickte Kenessio derN Verwirklichung näher geführt werden. Er sollte aber,, um' die Kenessio selbst zu entlasten, bereits in der Kenessio Mecliino diskutiert- und spruchreife gemacht werden. So seltsam es klingen mag: gerade auf-dem. Gebiete des Chissuk hadäß im engeren Sinne wäre in E rez.' J i s r o e l vor allem nodh Großes durch ziemlich einfache organisatorische Mittel zu .'leisten. Nach dem Vorbilde der von "Rabb. S. R. Hirsch vor fünfzig. Jahren in Deutschland gegründeteri „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" sollte die. Kenessia>iGedaülo eine Sönderäbteilun.g ins Leben rufen, ' die sich im Einvernehmen mit den Rabbonim der Beaufsichtigung und. Verbesserung des Kaschruswesens in Restaurationen und Hotels, evtl. der . Neugrüudüng' solcher Gaststätten; der Errichtung sanitär., eiriw^ndfreier Mikwaoth, der Wahrung de.r:]>nxa ■•niM^flM mxaund vielen ähnlichen Zweigen des" praktischen-' ,nwan fTil^D widmet. '; VII. ... Einen lauten Weckruf bedeutet die Proklamation der dritten'Kenessio Gedaulo mit der zu ihr .fü'hr'endeh Kenessio Mechino auch für unsere Jug e n'd , Jür P i r c h > - und Zelire AgUd^a.s Jijs r p e i., für-B n o s A g u das Jisroel und — last not least;,^ oder a'3n pflX ]*inM für. P p a 1 e Agudas Jisroel. Sie alle werden sich willig und begeistert in den Dienst der Werte -Arjbe i t für den Kenessio Gedaulo- Fonds, in den Dienst der M ens chen - Wer - b ci g zur Kenessio Gedaulo stellen, darüber hinaus aber, die eigene Organisation durch V e r» t £ e f u n g in ihre Ideenwelt, durch häufigere tffiid gut yp'rbefeitete Zusammen'kün.fte zu stärken und iöHßflich zu festigen suchen. *t ' J : . ' '" . . r Gewiß wird sich die Möglichkeit bieten, vor ,: oder nach den Sitzungen der Kenessio Gedaulo- SonidertagUQgen der Jugend, der. Bnos, der Poalim zu veranstalten, wobei es jedoch technisch zweckmäßig sein dürfte, diese Sondertagungen mit der Kenessio Mechino zu verbinden, so daß bei: der .Kenessio .Gedaulo selbst möglichst die g e,ia.m.t e,.g. ei.s t i g,e .Kr af t. auch1 '.der '■, » * i"1 ■ ' 1 '' - j 7 I j-"1 '' ■-•■>•« | 1 ■ t f <- * ■ ..Jugend,, auch, der PQalim auf die Arbeiten 'der I .> - O ' - ' } / . V- "'H: f' ' ' ■■ r t . ■ K e.n e s s Lo G e daul 'o selbst kpnzentriert ■: 1. . -.- . ■'*■ : , . '.....' f. [j-, j p . werden kann.; 1 In ij;dieser; Konzentration von Jung, und Alt,; des Arbeiters wie des. .pelehrten und Kaufmanns , auf :das .uns alle einende, groß.e Werk der Aufrichtung des jüdischen Volksorganismus werden wir uns der Heiligkeit und darum der unzerstörbaren Dauer dieses Werkes der agudistischen Volkswerdung bewußt: ♦owp öVisrt> is.DVj? tfrixb ^n,"?. na.. Von Schmitto?u Schmittq möge Agudas Jis-- roel. so durch die Geschichte, sphreiten,, von Kenessio. Gedaulo zu Kenessio Gedaulo, immer vme'hir jüdische Seelen um den leuchtenden Kern ihres Volksideale,s sammeln, bis das Ziel erreicht, und den Millionen der jüdischen Volksgesamtheit .ahne< 1, AttsnaHm-ft... -G-'.t|esj .^wfgec WMle, m der ■: Thora: Wo^r nieder^ej egt,v;wji ederum: s einzii&äm. imssc^effädj^xJ^ite^ftip&xez Lebens geworden ist. v } J.. R> >

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