Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 77 (1936)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1936)
- Date
- 1936-01-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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3- Januar 1936 Der Israelit Nr. 1 Seite 5 rungen geliefert, 'die jetzt nutzbar zu machen .sind. Wir wissen, daß 'die Kraft der orthodoxen Judenheit a Hein, nicht ausreicht, um im großen Maßstab selbständig zu k o 1 o n i s i e r e n , wissen, daß wir im hochgesteigerten Drange zur Erez Jisroel-Arbeit uns auf diesem Gebiete in vergangenen Jahren zu weit vorgewagt (haben, weil wir glaubten, es zu müsse n. Aber wir haben auch die Ueberzeugung gewonnen, daß Wir in der .'Form der landwirtschaftlichen Kibbuzim, die Lohnaußenarbeii und .Selbstbewirtschaftung zusammenfassen, das geeignete Instrument besitzen, um — bei genügender Kraftanstrenugnig — allmählich viele Tausende von echtjüdischen, zum agudistischen Pioniertum geeigneten jungen Menschen den Weg zu einem vorbildlichen Leben in Kraft und Heiligkeit;zu eröffnen und m i t ihrer Hilfe, wenn G'ttes Segen auf unsrem Werke ruht, einen großen Teil der palästinensischen Jugend überhaupt für G'tt und seine Thora zurückzuerobern. Wir wissen, daß ein mit ausreichenden Mitteln ausgerüsteter Keren Hajischuw imstande sein wird, aus den 20ÖQ Poale Agudas Jisroel im Laufe weniger Jahre 10000 zu machen und damit zwischen Marxismus und Chauvinismus eine vom Lichte der Thora durchglühte jüdische Arbeiterbewegung als lebensfähige Kraft hineinzustellen, deren historische Wirkungen von unabsehbarem Segen für das ganze jüdische Volk — innerhalb und außerhalb Erez Jisroels — sich erweisen können. Freilich — auch das erfordert Geldmittel: es muß Boden erworben und den Arbeitern die Möglichkeit des selbständigen Fortkommens eröffnet, es müssen Darlehenskassen, Krankenkassen, soziale Institutionen aller Art geschaffen, es müssen fähige Kräfte eingestellt werden, um die geistige Erziehungsarbeit sowohl in kleinen Gruppen als im Zuge der prinzipienklaren Führung im Großen zu gewäihrleisten — und es muß all das in voller geistiger und auch wirtschaftlicher Autonomie geschehen, weil — jahrzehntelange Arbeit hat es zur Genüge gezeigt — jeder Schimmer einer wirtschaftlichen Abhängigkeit von weltanschaulich fernstehenden Faktoren tief hineinwirkt in das seelische Wesen werdender Menschen und die ungebrochene Absokitheit ihrer jüdischen Treue, ihre Fähigkeit zur begeisterten, opfermutigen Hingabe an das Ideal mit tödlicher Sicherheit zerstört. Für die k u 1 tu r ellen Aufgaben des Keren Hajischuw, deren, Erfüllung ebenso hoffnungsreiche Anfänge zeigt, wie sein soziales und wirtschaftliches (Programm, müßten die vonbereijeder Jehudi zur Steigerung seiner Seelenkraft etwas tun muß. Was kann ich noch zur Steigerung' meiner Verdienste tun auf meinem schweren Krankenbette?" Der Besucher erwiderte: „Ihr habt, Rabbi, eine große Mizwoh zu erfüllen, und je intensiver Ihr sie erfüllt, um so größer, das Verdienst. Ihr erreicht diesmal den Seelenaufstieg im Elul dadurch, daß Ihr nach der Vorschrift der Thora DSWitfsaV DfilttMV doppelt auf Eure Gesundheit achtet." Ein Leuchten ging über das Gesicht .. des Rabbi bei 'dieser Belehrung, die er anerkennen mußte. Am 3. Elul hauchte er seine Seele aus . . . (Aus einem Aufsatz von Rabbi B. Schulmann, Jerusalem im „Hahed" von Marcheschwan.) Vom östlichen Humor. Optimist : Ein Mann, der versucht, ein kleines Darlehen zu erlangen. P & s s> i m i s t : Einer, der schon einmal 'diesen Versuch gemacht -hat. Eine Annonce: Suche die Bekanntschaft eines jungen Mannes. Voraussetzung: genug Kenntnis der hebräischen Sprache, um „Hare at" zu sagen . . . Ein Warschauer Gemeindebeamter sagt: „Als man mir im Sommer das Gehalt kürzte, ärgerte ich mich den ganzen Tag, jetzt ärgere ich mich schon viel weniger." tenden Monate, die zur Kenessio Mechino führen «und idiese letztere selbst nicht minder reiche Geldmittel beschaffen, denn es sind nicht nur die Lehrer und Lehrerinnen der 2000, Kinder, die wir heute betreuen, die Anspruch ,auf bessere und regelmäßigere Bezahlung haben, als sie heute genießen, sondern die Stamme tausender jüdischer Kinder in den Kolonien wie in den Städten mahnt die Orthodoxie der Welt, der Not ihrer Seelen nicht zu vergessen, ihnen im Rahmen einer altjüdischen T-alm-wd Thora- und Jeschiwo- Erziehung zugleich die Fähigkeit der Erkenntnis und der Beb. e r r s c h u n g des Lebens zu verleihen, ahne daß sie sich an das Leben verlieren. Hier ruhen gewaltige geistige und religiöse Probleme — aber sie können nur auf der Basis materieller Leistungen der Orthodoxie selber gelöst werden, weil hier erstrecht die Lösung ganz und gar 'unabhängig von allem Europäismus und von modernen pädagogischen Schlagworten,. aus dem originalen Thorageiste heraus erfolgen kann. So ruft denn der Keren Hajischuw zu einer Lst. 50.000 - Kampagne auf — sie soll in den Mionaten, die vor uns liegen, in allen Ländern durchgeführt und womöglich mit der Kenessio M e c h i n o abgeschlossen werden. Auf praktische Leistung solchen Umfanges gestützt, würde das Wort der agudistischen Führung auch bei dem Ringen um die jüdischpolitischen und organisatorischen Fragen in Erez Jisroel ein ganz anderes Gewicht gewinnen als ihm — man darf das dankbar anerkennen — heute schon innewohnt. Der große Gedanke der Thorasouveränität, der im heiligen Lande heute leider im Gegensatz zu der die Autorität dieser Thora nicht anerkennenden „Keneses Israel" vertreten und durchgesetzt werden muß, würde auch heute noch die große Mehrheit der Juden Erez Jisroels für sich zu gewinnen die Kraft halben, wenn die w i r t - s chaf tli che Kraft der ihn verkündenden Organisation ihrer ideellen Stärke auch nur. halbwegs entspräche. Wie aber auch immer — die Kenessio Gedaulo in Jerusalem wird die Aufgabe haben, diesem Grundgedanken der Agudo im Lande neues Verständnis und neue Liebe zu werben, 7W1 Q^in1? "W^l n'pmn TIN 3*1£>S Der arabischen Welt aber gilt es durch die Kenessio Gedaulo zu zeigen, daß der Wunsch der gläubigen jüdischen Massen, die ihr Herz und ihre Seele nach Erez Jisroel treibt, nicht auf Vorherrschaft und politische Macht gerichtet ist, sondern daß ein ihnen heiliges G'ttesgebot in der }H8 1W mx» zur Erfüllung kommt, und daß die Nachkommen Ischmoels und Izchoks zum „Wie so?" „Nun, die Tage sind ja auch viel kürzer." In der Nähe von En Gharod geht ein kleiner Junge mit seinem Vater spazieren. Ein Araber liegt auf dem Boden, schnarcht fest und sein Gesicht ist voll bedeckt mit Fliegen. „Siehe Vater," ruft der Kleine, „die Fliegen halten hier einen arabischen Kongreß ab." ■ Die jung Verheirateten leben wie zwei Tauben — sie heißt nämlich T ä u b c h e n und er Jona. (Aus dem Rigaer „Hanit".) Wochenkalender. Von. 4. — 11. Jan. 1935 / Vom 9. — 16. Tebet 5696 mv sp Samstag ^•v 4 9 '« «aa ayp» W'l Sonntag 5 10 jyp fiatsa nivv Montag 6 11 Typ Dienstag 7 12 nsrp Mittwoch Jan. 8 JO.B 13 wp Donnerstag 9 14 "rnao a• Freitag 10 15 a Samstag 11 16 . i •>m gegenseitigen Glücke in der Entwicklung der Wohlfahrt ihres Landes harmonisch zusammen wirken könnten. IV. Es wird für alle Zeiten die dem Range nach oberste Aufgabe der ,,Agudas Jisroel" bleiben, den Stand der Thorapf 1 e g e in allen jüdischen Landesgemeinschaften, die Beziehung des ganzen jüdischen Volkes zu seiner Thora als Wissen s c h aft des Lebens und endlich die Erziehungsinstitutionen, die das junge Geschlecht der Thora zuführen sollen, aufmerksam zu überwachen und überall tatkräftig einzugreifen, wo es die Lage erfordert. Ein Problem sollte dabei im Mittelpunkt der nächsten Kenessio Gedaulo stehen und in den Monaten der Vorbereitung von allen Berufenen erwogen und diskutiert werden, ein Problem, von dem geradezu das Leben der jüdischen Volksgemeinschaft abhängt: das Problem des Nachwuchses der bKUP' '^n> Furchtbare Musterung hat in den sieben Jahren, die hinter uns liegen, der Tod in den Reihen der vom ganzen jüdischen Volke anerkannten n*Tlflfl '^ITl gehalten. Wen bedrückt nrüht die Frage: wer gibt uns Ersatz? Wo sind die Talmide Gbachomim ersten Ranges, die in mindestens gleicher Zahl die zur Ruhe Eingegangenen ablösen und mit jugendlicher Kraft in die Bresche springen könnten? Es ist im Grunde das Problem der Erhaltung und des Ausbaus der Jeschiwos, die ja allein Pflanzstätten höchster Thorawissenschaft sein können, .das. damit in den Vordergrund der Diskussion gerückt wird. Daß die Jeschiwos die ewige Lebensquelle des jüdischen Volkes sind, daß von ihrer Blüte die Erneuerung des Thorageistes in jeder Generation und damit auch die Produktion führender, schöpferischer biOEP 'VVM als Führer der Gesamtheit abhängt — das sollte die Kenessio Gedaulo so laut und eindringlich wie möglich von dem Zentrum der Nation, von Zion aus, in die ganze Welt hinausrafen. Es kann noch unendlich viel geschehen, um das Bewußtsein der nationalen Bedeutung der Jeschiwos der öffentlichen Meinung der Welt einzuhämmern. Endlich einmal müßte es, nach dem idealen Plan, der bei der Gründung des ,,Keren Hathora" vorschwebte, gelingen, einen die ganze Judenheit erfassenden wirtschaftlichen Unterbau der großen Zentr'aljesohiwos zu schaffen, der dem furchtbaren Hungerelend Hunderter oder Tausender Lernbeflissener ein Ende macht und die Jeschiwoleiter der Notwendigkeit überhebt, ihren Geist und ihre Tatkraft dem Geld- Jn unterem Oerlage erfchien foeben: itppm Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser oon Rabbiner Dr. £. Breslauer Steif brofdiiert 10 3 Seiten, Preis RM. 2.50 Das Buch ift inzwifchen uon allen maßgebenden Jnftanzen als ein Arbeitsbuch für die reifere jüdifthe Jugend und für denkende Juden überhaupt beftens empfohlen worden. £s hilft den Suchenden die jüdifche Gefchichte mit jüdifchen Rügen zu lefen und fie als fittliche Rufgabe eu erfahren. £s bringt fruchtbare Befinnung über das 6olus. £s Zeigt den Weg zur echten jüdifchen 6emeinfchaft und Kulturarbeit Zu beziehen durch alle befferen Buchhandlungen fowie direkt durch den Uerlag Verlag des Israelit u. Hermon G.m.b.H. Prankfurt a* M. - Redmeigrabenftrafje I Poftfcheckhonto Frankfurtmain tlr. 1 9 8 0 2 Bei Rbnahme einer größeren Rnzahl uon Exemplaren durch Uereine wird ein größerer Rabatt gewährt.