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Der Israelit · 1935-12-24 · Heft 52 (24.12.1935) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 52 (24.12.1935)
Date
1935-12-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 52 Der Israelit 24. Dezember 1935 worteten •die Referenten eine Reihe von Fragen, die die Abgeordneten an sie gerichtet hatten. Es gab sich ein ungemein lebhaftes Interesse für die Lage in Palästina kund. Zum Schluß der Sitzung wurde die Konstituierung des Komitees vorgenommen. Zum Vorsitzenden wurde der Abgeordnete Josiah Wedgewood gewählt, Lord Hartington und Sir Archibald Sinclair sind stellvertretende Vorsitzende des Pro-Palästina - Komitees. Als Schriftführer wurden Lord Hartington und der frühere Abgeordnete Barnett Janner eingesetzt. Es wurde ein Arbeitskomitee von 20 Mitgliederngebildet. Griechenland. Der historische Judenfriedhof von Saloniki in Gefahr. Saloniki, 18. Dez, Nachdem vor kurzem die nationalistische Studentenvereinigung „Fititiki Enossis", die i. J. 1931 vor dem Pogrom im Campbell-Viertel eine heftige antisemitische Propaganda führte, die Auflassung des alten Judenfriedhofs von Saloniki zwecks Errichtung eines Sportplatzes für die Universität verlangt hatte, haben nunmehr mehrere einflußreiche Persönlichkeiten in einem an die Regierung in Athen gerichteten Telegramm dieselbe Forderung erhoben. In jüdischen Kreisen hat es besonders peinlich berührt, daß sich unter den Unterzeichnern aiich ein Mitglied des soeben gegründeten Komitees „Griechenland-Palästina", Stavros Gregoriades, befindet. Anschläge gegen den Judenfriedhof von Saloniki, der bis auf den Beginn der übl. Ztr. zurückgeht und somit der älteste jüdische Friedhof Europas sein dürfte, sind in der Vergangenheit wiederholt erfolgreich abgewehrt worden. Auf dem Friedhof befinden sich auch die Gräber der ersten nach Saloniki eingewanderten spanischen Juden) darunter die hervorragender Persönlichkeiten jener ^Epoche. Seitens der Jüdischen Gemeinde ist beantragt worden, den Friedhof unter Denkmalsschutz zu stellen, um so seine Erhaltung für die Dauer zu sichern. Palästina. Sichron Jacob letzte Ruhestätte Edmond de Rothschilds. Jerusalem, 18, Dez. Die palästinensische Judenheit trifft Vorbereitungen zur endgültigen Beisetzung der sterblichen Ueberreste des Barons Edmond de Rothschilds und seiner Gattin. Auf der höchsten Erhebung der nach dem Vater Baron Edmonds benannten Kolonie Sichron Jacob wurden 100 Dunam für die Anlage der Begräbnisstätte, über der eine Synagoge errichtet werden soll, bereit gestellt. Von der Hauptstraße der Kolonie wird eine Seitenstraße zu dem Rothschild- Grab gebaut. In der neuen .Synagoge wird ein ständiges Minjan Tehillim sagen und Mischnajot. lernen. Das 15. Mandat im Tel Awiwer Stadtrat. Tel Awiw, 19. Dez.- Das 15, Mandat im Tel Awiwer Stadtrat ist dem Listenführer der Sephardim, Benvenisti, zuerkannt worden. Es ist noch unbestimmt, ob Benvenisti sich der Koalition der Arbeitergruppen oder dem Zentrum anschließen wird. Personalien. Hamburg, 16, Dez, Die mwp von Julius Rosemann fand am Montag vormittag auf dem Langenfelder Begräbnisplatz, in dessen p"n sich der Verstorbene mehr als 15 Jahre als eifriges Mitglied betätigte, statt, Bereits am Abend vorher hatten die n»J«up seines *iae>» im Trauerhause die mno vorgenommen, während im Nebenzimmer ein Kreis von Freunden sich zum Lernen vereint hatte. Der Vorsitzende der P"n> Herr Jacob G r o ß m a n n , hielt nach beendeter mno einen ergreifenden Hesped, in welchem das Bild dieses Frommen in seiner ganzen Größe noch einmal vor unserem geistigen Auge erstand und die Schwere des Verlustes einem jeden .bewußt ward. Di« fiiw? selbst gestaltete sich zu einer Trauerkudngebung des ganzen jüdischen Hamburg. Nachdem der zweite Sohn, der bereits an sichtbarer Stelle für das Neueste Wirtschaftsnachrichten aus Erez Jisroel. (Nach Palnew.j) Kairo. Wie bekannt wird, hat die ägyptische Regierung die Absicht, im Rahmen ihrer Pläne zur Industrieförderung auch mit der Herstellung von Schwefelsäure in Aegypten zu beginnen. Als Rohstoff soll Phosphat verwendet werden. Im Jahre 1934 wurden in Aegypten Phosphate im Umfang von 500.000 Tonnen gewonnen. Bekanntlich erstrecken sich die Pläne der Palestine Chemical Industries vor allem auf die Schwefelsäuregewiiurung. Jaffa. Wie wir hören, sind zwischen den Grapefruitverschiffern Besprechungein im Gange, die eine Proportioniierung der Grapefruitverschiffungen zum Ziele haben. Nach England sollen zwischen dem 5. bis 15. Dezember keine Verschiffungen vorgenommen werden, um in der Feiertagszeit Ankünfte zu vermeiden. Die Grapefruitpreise haben sich in der letzten Woche weiter rückläufig entwickelt. Die Preise sind nunmehr so ungünstig geworden, daß sich für die Pflanzer bereits Verluste ergeben. Zwecks Entlastung des englischen Marktes sollen im Laufe dieses Monats Grapefruitverscihiffungen nach Kanada erfolgen. Jaffa. Bis zu der am 24. November endigenden Woche wurden insgesamt 480.000 Kisten Citrusfrüchte versandt, unter denen sich 261,097 Kisten Grapefruit und 18.072 Kisten Zitronen befinden. Die restlichen Verschiffunigen stellen Orangen dar. Bis zur gleichen Zeit des Vorjahres wurden insgesamt nur 322,681 Kisten zum Versand gebracht. Da in 'diesem Jahre der Anteil der Grapefrüchte — wie wir bereits in der letzten Ausgabe von Palnews im einzelnen mitteilten — ein höherer als im Vorjahr ist, gestaltet sieh das Grapefruitangebot auf dem englischen Markt wesentlich größer als im letzten Jahre. — Orangen werden erst Anfang dieser Woche nach dem Inkrafttreten des ab 1, Dezember geltenden niederen Zolles entladen und zum Verkauf gebracht. Für Orangen wird mit einer günstigeren Marktlage als für Grapefruit gerechnet. Kairo. Der ägyptische Export nach Palästina ist in den ersten 8 Monaten ds. Js. »ach der ägyptischen Handelsstatistik von LE 265.747 im Vorjahr auf LE 325.203 erhöht, der Import palästinensischer Waren stieg von LE 79.887 auf LE 105.682. Der Handel zwischen beiden Ländern ist in den ersten 8 Monaten .1935 also zugunsten Aegyptens mit LE 219,521 aktiv. Tel Awiw. Die „Corona" Shoe Factory, die sich im Besitz des Herrn Isaac Hos befindet, wurde vor einigen Tagen geschlossen, da — wie der Inhaber des Unternehmens der Preses bekannt gab — die Anglo-Palestine-Bank dem Unternehmen in der Kre- 'ditgewähruing Schwierigkeiten machte. Die „Corona" Schuhfabrik, die die größte Schuhfabrik des Landes ist, produziert täglich 200 Paar Schuhe und beschäftigt außer den Angestellten und dem Verkaufspersonal 55 Arbeiter, In das Unternehmen sind LP 16,000 investiert, das Eigentum ist unbelastet und der finanzielle Status ist gut. Wie uns von der Leitung des Unternehmems nunmehr mitgeteilt wird, erfolgt am heutigen Tage die Wiedereröffnung, da die Barclays Bank den erforderlichen Kredit zur Verfügung gestellt hat, Tel Awiw, Der Maschinenbedarf Palästinas hat sich in der ersten Hälfte dieses Jahres um rund 40 Proz, erhöht, der Import ist von LP 0,47 Millionen .im Vorjahr auf LP 0,68 Million gestiegen. Die wichtigste Maschinen-Kategorie — Industriemaschinen — ist in der Importstatistik nicht im .einzelnen ausgegliedert und unter „andere Maschinen" zusammengefaßt. Sie repräsentiert mehr als die Hälfte des gesamten Maschinenimports. Saf-ed. Zur Zeit sind die Arbeiten an der Herstellung des Leitungsnetzes zur elektrischen Stromversorgung Safeds durch die Palestine Electric Corporation im Gange. Tel Awiw. Mit der Oktobereinwanderung in Höhe von 6106 Personen (darunter 301 nachträglich registrierte Touristen) erreicht die Einwanderung in den ersten 10 Monaten 'dieses Jahres" 'die Höhe von 54.830 Personen. In den ersten 10 Monaten des vorigen Jahres wanderten genau 20,000 Personen weniger gesetzestreue Judentum wirkt, in tränenerstickter Stimme der Klage um den Heimgang des von seinen Kindern, seiner Gattin und seiner greisen Mutter, die mit ihm ihr letztes Kind verliert, über alles geliebten Vaters Ausdruck gegeben, grüßte Julius Rosemann ein letztes, allerletztes Mal die Stätte seines Wirkens, die Gemeinidesynagoge Bornplatz, Das hell erleuchtete G'tteshaus hatte das Gewand des tsd uv angelegt und weit geöffnet waren seine Pforten, Auf dem n»a a"nn sprach Herr Rabbiner Le-win im./Auftrage des Deutsch-Israelitischen Synagogeriverbandes, der in dem Verstorbenen einen seiner treuesten Mitarbeiter und Berater, eine tragende Stütze' des Verbandes verliert. Herr Dr. Lewin ließ in allen sein gesamtes Wirken lebendig werden, wie er als "tw 'ft n»ä3 jnttt mehr als ein Vierteljahrhunidert in geradezu musterhafter Weise eine Lebensarbeit vollbrächte, wie er im Hause alle »eine Kinder zu echt frommen. Jehudim erzog, wie er für die Kranken und Armen sorgte, sich viele Jahre hindurch in hingebungsvoller Wejse innerhalb der Sozialen Kommission, der Agudas Jisroel betätigte, wie er die Talmide Chachomim verehrte und diese jüdische Anhänglichkeit in ganz besonderer Weise unserem V"ST an gegenüber zu. bekunden verstand, wie er jede freie Minute zum Taurohlernen benützte, so daß sein ganzes Leben ein einziger G'ttesdienst war, denn hur so faßte er all sein Wirken auf. Herr Rabbiner Dr. Lewin rief die große Zahl der mit der Familie, Trauernden angesichts dessen, was dieser tiiR uns zu sagen "hat, zur nanwi auf. Mit diesem Gedanken im Herzen trugen wir Julius Rosemann hinaus zur letzten, zur ewigen Ruhestätte, rraxjn Vermischtes, Berlin, 22, Dez. Der Keren Hajischiuw veranstaltet zu Chanuka ein Preisausschreiben', an dem sich jeder Jugendliche beteiligen kann. Als Aufgabe wird die bildliche Darstellung 'der Entwicklung des Keren Häjischuw -r~ die notwendigen Zahlen sind bereits zusammengestellt — und seiner Institutionen verlangt. Für die besten Arbeiten sind wertvolle Bücher als Preise ausgesetzt. Wer Lust hat, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen, verlange 'die notwendigen Unterlagen vom Berliner Büro der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Berlin-Charlottenburg, Mommsenstraße 55. Berlin, 18. Dez. Die Reichsivertretung der Juden in Deutschland wird Anfang Januar 1935 einen für die Dauer von fünf Monaten berechneten Lehrgang zur Ausbildung von Lehrern der Hebräischen Sprache veranstalten. Bs handelt sich nicht um die Ausbildung von Schullehrern, sondern von Lehrern, die außerhalb von Schulen in Bünden und Organisationen aller Art, insbesondere an Erwachsene, Unterricht erteilen sollen. In Frage kommen nur solche'Damen und Herren, die über erhebliche hebräische Sprachkenntnisse verfügen und pädagogische Eignung besitzen; nur eine beschränkte Teilnehmerzahl kann aufgenommen werden. Der Lehrgang wird 30 Wochenstunden umfassen, die an fünf Tagen gegeben werden; außerdem ist häusliche Arbeit in erheblichem Umfange notwendig. Die Leitung 'des Kurses liegt in den Händen von Herrn Dr. Kaleko. Meldungen sind zu richten an die Reichsvertretunig der Juden in Deutschland, Schulabteilung, Berlin-Charlottenburg 2, Kanister. 158. Der Meldung ist in zweifacher Ausfertigung, deutsch und hebräisch, ein Lebenslauf beizufügen, der insbesondere über den Bildungsgang des Bewerbers ausführliche Angaben enthalten soll, Auf 'die Meldung hin werden die Aufnahmebedingungen mitgeteilt werden. Honorar: RM .20.— monatlich. In besonderen Fällen kann Antrag auf Honorarerlaß gestellt werden. Darmstadt, 22. Dez. Im überfüllten Saale des Restaurant „Stadt Frankfurt" fand am 19. Dezember 'die Kundgebung ,,Wir vom Bachad" statt. Der Redner des Abends, Leon Arieh Händler, sprach über „Schicksal und Weg". Er schilderte in seinen ausgezeichneten Ausführungen die Stellung des Masrachi zu allen Parteien, und wies auf die Leistungen der misimebistischen Arbeiterschaft in Erez Israel hin. Sowohl der Vortrag von Arieh Händler, als auch der der Ansprache folgende Bildstreifen wurden mit (Starkem Beifall aufgenommen. Nadudvar, 15. Dez. Herr Rabbiner Israel Jungreiß in Nadiuidvar (Ungarn;)' gedenkt als Nachkomme und bereits früherer , Editor eines . nachgelassenen Werkes des Berühmten R. Mordechai B e <n e t b"ST, die noch in seinem Besitze befindlichen handschriftlichen Werke seines Ahns herauszugeben. Er vermutet aber, daß es noch viele andere handschriftlichen Werke des Gaons gibt, die bei der Herausgabe berücksichtigt werden sollen. Viele davon sollen sich in deutschen iBibliotiheken und in Privatbesitz | deutscher Familien (Benedikt), die Nachkommen des Verfassers sind, befinden. Alle, die im Besitze solcher Manuskripte sind, wenden gebeten, sich mit dem genannten Autor in Verbindung zu setzen.

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