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Der Israelit · 1935-12-24 · Heft 52 (24.12.1935) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 52 (24.12.1935)
Date
1935-12-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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24v Dezember 1935 Der Israelit Nr. 52 Seite 5 Das Erziehungswerk der gesetzestreuen Judenheit. (Zum Frankfurier Delegiertentag der Agudas Jisroel.) < Von Woli S. Jacobson. In diesen Tagen tritt die deutsche Agudas Jisroel zu ihrer Tagung in Frankfurt a. M. zusammen, Manche Führerpersönlichkeit, die sonst auf keiner deutschem Tagung fehlte, wird man vermissen. Aber das Bewußtsein, daß sie in anderen Ländern für Agudas Jisroel nun wirbt und wirkt, vielleicht sogar unter günstigeren Verhältnissen oder auf heiligem Boden, ist beruhigend, beruhigend -und anspornend zugleich für den Kreis -■der in Deutschland Verbliebenen. Einer aber fehlt, der nun (nicht mehr wirkt, einer, den alle lieb hatten, der die Güte, die Treue und die Anmut war, der auf jeder Tagung der Agudas Jisroel ein von Vielen bestürmter Mittelpunkt war: Leo Deutschland er V'ST! Im vorigen Jahr, bei der Delegiertenzusammenkunft in' Leipzig, vor zwei Jahren bei der Tagung der Palästinazentrale kl Frankfurt: Wer dabei war, besonders bei dieser Tagung in Frankfurt, wo er, das Heilige Land im Herzen, zu einem beglückten Künder seiner Heiligkeit und Schönheit wurde, und wer nun in Frankfurt ist und sieht Leo Deutschländers Platz leer und weiß, daß sein bezauberndes Lächeln uns nie mehr beglücken, seine innige Rede uns nie mehr begeistern, seine unermüdliche Tat uns nie mehr fördern kann, den ergreift unbeschreibliches Weh. Wir sollten auf dem diesjährigen Delegiertentag von ihm und seinem Werk sprechen, sollten seinen deutschen Freunden, denen er sich besonders innig verbunden fühlte, sein letztes Wort .„Erhaltet das Werk" wiederum dringend ans Herz legen, nicht, daß man neu die Träne um ihn weint, sondern, daß man die Tat für ihn weiter tut, .das Werk vollenden hilft, aus dessen Aufbau und Vollendung er so jäh gerissen wurde. Wir wissen es, der deutsche Delegiertentag hat seine eigenen Sorgen, aber wir wissen auch, daß dies ein besonderer Vorzug der deutschen Agudisten ist, daß sie auch in schwerster Stunde nie über den Aufgaben des eigenen, engeren Kreises die unserer großen Gesamtheit vergessen werden. Und Deutschländers Werk, das war wohl das größte, das gelungenste, das unsere agudistische Gesamtheit schaffen durfte, schaffen d a r f. Denn dies Werk ist ja noch nicht ■abgeschlossen, es wächst mit jedem Tage und Sidra-Anleitung für die Esra-Pirche Agudas Jisroel, M i k e z : Hinweis auf den Madras chf daß Pharao in der Frühe zum Nil gegangen ist, um seine Erhabenheit liber 'die menschlichen Bedürfnisse nicht in Frage zu ^stellen. Wie kommt es, daß die meisten Könige des Altertums g'ttliche Ehren verlangten? Erklärung aus -der Stellung des Königs zur Religion und zum Volk. Wie ist bei uns da® Verhältnis von König — Religion — Volk? Hinweis auf die Zahl „sieben" in der jüdischen Zahlensymbolik. Betone die wirtschaftliche Bedeutung des Nil für Aegypten und erkläre hieraus die Bilder des Traumes [s. Hirsch)!. Achte in K. 41, S. 14, daß Joseph sich selber anständig herrichtet für das Erscheinen beim König. Vergleiche den objektiven Bericht der Thora. über idie zwei Träume mit der subjektiven Wiedergabe des Pharao. Versuche vielleicht im Anschluß daran, den Mythos überhaupt als die subjektive Wiedergabe von Realitäten zu erklären. Zu dem aus der Deutung der Träume Resultierenden Rate Josephs -siehe Hirsch und Wolf. Achte dabei auf idie wirtschaftspoMtisichen Ausführungen über die damalige Zeit. Wolf weist auf den Aufsatz von Frankel im Jeschurun 1925, XII. Band, Nr. 5—10 hin „Die sieben ägyptischen Hungerjahre". Wozu ist S. 38? Achte auf die Betonung des Hoflebens^ In S. 39 muß Pharao eine Anerkennung G'ttes aussprechen. Zu S. 45: Wer Familie hat, kann erst eigentlich das rechte Verhältnis izu dem großen Familienverband, dem Staate, haben (Denke an „Elijahu" von I. Breuer). Zu der Erzählung von der Geburt der Söhne Josephs in S. 50 siehe Hirsch. In K. 45, 33 erstarrt nur dann, wenn wir undankbar und pflichtvergessen werden. Zwei Worte hat Leo Deutschländers Hingabe zum Begriff erhoben: Keren Hathora und Beth Jako b. In beiden Begriffen lebt er weiter, wenn sie in uns weiterleben, Keren Hathora: Wir geben zu, daß das Werk Torso geblieben ist, aber auch das, was unvollendet blieb, zwingt zu Dank und Treue. Und wo sioh Menschen fanden, die Deutschländers Wollen verstanden, da wurde der Keren Hathora zu einer Segensquelle. Unsere deutschen Freunde brauchen nur auf ihren eigenen Keren Hathora zu blicken, den nur ein einfacher Kaufmann aus der Fülle seiner täglichen Berufssorgen heraus, in wenigen Monaten reorganisiert hat, daß ihm eine große Zahl der Besten unserer Jugend die Möglichkeit verdankt, einen neuen Weg zu gehen: den Weg durch die J e s c h i - wohin das Lebenund für das Leben! Be th Jakob : Wir haben vor wenigen Wochen die beiden Stätten besucht, für die Deutschländer, der lebende, wirkte bis zur letzten Kraftanstrengung und starb, durch die Deutschländer, der tote, leben wird, so lange jüdische Menschen dankbar sind, — und das wird immer sein: Wien und Krakau. Hier sind die Stätten der Lehre, wo die Mütter und Erzieherinnen des jüdischen Volkes geformt werden, hier (blüht die Saat, die die beiden vom „Heiligen Geiste" geküßten Menschen — Sara Sehenirer und Leo Deutschländer — gestreut, hier trägt sie ihre ewig neue Frucht! Wer verstehen will, was Beth Jakob ist, der sollte diese beiden Stätten besuchen, sollte dem Unterricht beiwohnen, nur für ein paar Tage, sollte sehen, wie Geist und Seele dieser Mädchen gebildet werden — er wird sich dem Werk verschreiben mit Herz, Seele und Vermögen. Betrachtungen beim vollen Chanukalichte. Von B. C. Wie zur Antiochuszeit wird auch heute noch dem Orthodoxen das Leben in Treue zur Thora erschwert durch abtrünnige Brüder. Vorurteile, die in der Judenheit Deutschlands schon seit setzt Joseph seine Brüder nicht dem Alter nach, sondern bringt die Erstgeborenen der Mütter nebeneinander (Wolf). Zur Beurteilung der ps-ycihologisohen Handlungsweise des Joseph benutze den von Wolf zitierten Midrasch, der erzählt, daß der Zweck des ganzen Unterfangens Josephs darinnen liegt, Klarheit zu schaffen für Joseph, seine Brüder und Benjamin. Der gegenseitige Verdacht unter diesen wird aufgehoben. Kleines Feuilleton, Ahrems Tod. Num. XX, 22—29. . Ihn überkam das Sterben nicht wie alle, Ihn rief der Herr zu sich am Berge Hör. Gehorsam stieg er aus dem Tale Bi's er das Lager aus dem Blick verlor. Und mit ihm gingen diese letzte Straße Mose, der Knecht des Herrn, und Ahrons Sohn: Ganz still und folgsam ohne alle Phrase Und ausgeleert und ohne die Ekstase, Die sie beherrschte einst bei G'ttes Thron. Und als sie auf des* Berges Gipfel hielten, Der Priester und sein Sohn und der Prophet: Ging Ahron mit der Geste des Erfüllten, •Vom Hauch des Herrn im Aberädlicht umweht. Doch eh' er ging, stand er noch einmal ragend Im Schmucke seiner Ptiesterheiligkeit Wir waren selber nur wenige Tage in Krakau — sorgenvolle Tage, denn Krakaus herrliches Institut kämpft — dies mögen alle wissen, die mit verschränkten Händen „andächtig schwärmen" — einen grauenvollen Kampf um seine Existenz — aber in diesen Tagen erlebten wir den Sinn des Lebens, das Sara Schenirer gelebt, den Sinn des Lebens, das Leo Deutschländer gelebt. In diesem 'Vnidip m - VmK wie die Krakauer Freunde in inniger Pietät das herrliche Haus benennen wollen, nachdem seine Fassade vollendet ist! Denn noch steht dieses Haus, dem so unendlich viel innerer Reichtum entströmt, in Armut äußerlich unvollendet da — und die Verantwortlichen in Krakau sagten uns, daß sie glücklich wäre«, wenn keine andere Sorge sie drückte als die Fertigstellung des Hauses, so schlimm und schwer sind die Sorgen des Tages. Die deutschen Agudisten werden gewiß keine Gelder aufbringen können, um in direkter Form dem Notstand von Krakau, dem Notstand von Beth Jakob abzuhelfen. Aber /dennoch werden sie nicht beiseite stehen wollen und dürfen, wenn nun die Leo Deutschlän de r-Gedächtnisstiftung um ihre (Mitarbeit bittet: Die Drucklegung des reichen Nachlasses, durch den Leo Deutschländer für alle Zeiten zu seinen Schülerinnen weiter sprechen wird, kann in Deutschland geschehen und aus den deutschen Mitteln der Stiftung finanziert werden. Aus ihnen können die deutschen Anstalten und Menschen gefördert werden, die im Geiste Deutschländers wirken. Und darum wird der deutsche Delegiertentag — (dessen sind wir sicher — über den vielen Aufgaben, die ihn beschäftigen werden, die eine nicht vergessen, durch die er erfüllen hilft die letzte Bitte eines großen Menschen, die so selbstlos und uneigennützig war wie der Dienst seines ganzen Lebens: „Erhaltet das Werk". mehr als zwei Menschenaltern überwunden waren, herrschen auf dem entheiligten Boden der Väter und in anderen Zufluchtsländern der Juden Deutschlands noch in schmerzlichster Vollkraft: Man begreift nicht oder will nicht begreifen, daß auch die Gesetzesbefolgung, ja daß ge- Und ließ es stumm — ertragend und entsagend — Geschehn, daß Mose, leise klagend, Die. Kronie von ihm nahm und Schmuck und Kleid. Und dieses Strahlende — Geweihte Antat dem Sohne, der erschauernd stand, Ganz außer sich — nur der zum Dienst Bereite Und angefüllt bis zu der Seele Rand Von S'&inem Priestersein und seiner Schwere . . . (Dann schritt er mit dem Knecht des Herrn zu Tal) Nur Ahron blieb, allein in großer Le«re Und neigte sich vor G'tt zum letzten Mal. Nicht Priester mehr, nicht Walter der Gemeinde, Nur Mensch, nur Ich im Angesicht des Herrn« Und da geschah's, daß Ahron weinte — Dann sprach er: Herr, ich sterbe gern. Ben-Chorin. Wochenkalender. Von. 28. Dez. bis 4. Jan. 1935 / Vom 2. — 9. Tebet 5696 ijyp sp Samstag Sonntag Dez. 28 29 2 3 'na «aa njp 10p tfin wm 'a naam 'a naw pp» Montag 30 4 top Dienstag 31 5 nop Mittwoch Jan. 1 H3B 6 »Dp Donnerstag 2 7 yp Freitag 3 8 RPp Samstag 4 9 a*p xnrt Mut zur Thoratreue.

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