Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1935)
- Date
- 1935-12-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19. Dezember 1935 D er Israelit Nr. 51 Seite 13 Also auch mir wies 'das 'Licht G'ttcs in die Freiheit.; Dieser Brief, den ich hier empfangen habe, berichtet mir, .daß es meinem lieben Ei-u ._r, der vor fünfzehn Jahren nach Amerika auswanderte, mit G'ttes Hilfe gelungen ist, ein Haus, ein j ü d i s c h e s Haus zu gründen und ein Geschäft'aufzubauen, und idaß er sich in der Lage befindet, auch mir und meiner Familie Arbeit und Brot zu bieten. Er hat uns schon das Reisegeld geschickt, und morgen werde ich die Heimfahrt antreten, um bald mit meinen Angehörigen der Einladung meines Bruders zu folgen. Möge dieser Chanuka auch ganz Jisroel Licht und Wärme bringen." Rahel. Am Tore von Jerusalem drängen sich die Palästinareisenden. Sie wollen eine Fahrt zum Grabe Raheis machen. In einer halben Stunde geht das Auto ab. Wir haben Zeit, uns einmal unter den Reisenden umzusehen. Juden aus den verschiedensten Ländern sind hier versammelt, um gemeinsam das Grab Raheis zu besuchen, Da sehen wir einen Familienvater aus' Deutschland. Kummer und Sorge sind aus seinen ernsten Zügen zu lesen. Er ist in Nachdenken versunken. Neben ihm stehen zwei Engländer und ein Franzose mit seiner Frau. Ein Palästinenser und seine beiden Söhne wollen auch teilnehmen. Etwas entfernt stehen drei junge Leute, in rege Unterhaltungen vertieft. Der Autobus fährt vor. Der Deutsche öffnet den Wagenschlag: „Fahren Sie zum Grabe Raheis?" — »Jawohl, wollt Ihr auch mit zur Mamme Rochel? Wir fahren bald ab!" lautet die Antwort. Der Deutsche wendet sich ab. Die meisten Reisenden steigen ein. Nur die drei jungen Leute sind noch in ihr Gespräch vertieft. Der Familienvater denkt nach: „Wie hatte der Mann doch gesagt? Zur Mamme Rochel! — Was für eine Frau muß diese Rahel doch gewesen esin, daß sie noch heute im Volksmund nur die „Mutter Rochel" heißt, Die „Mamme Rochel!" — — — Die Fahrgäste steigen nun alle ein. Während der Fahrt führen sie leise Unterhaltungen. Ganz hinten sitzt der Deutsche. Im Geiste sieht er Rahel, die junge. Hirtin,- mit den Schafen ihres Vaters über die Wiese ziehen, „Es war keine leichte Aufgabe, Hirtin zu sein. Die Hirten waren sicher oft sehr grob zu ihr. Aber Raheis Vater war nicht sehr reich. Er konnte keinen Knecht anstellen, die Schafe zu hüten. - Rahel erfüllte mit Liebe ihre Kindespflicht und zog freudig hinaus auf die Weide. — Dieselbe Liebe zeigte sie auch ihrer 'Schwester gegenüber. Sie fürchtete, daß Jakob Lea zur Frau bekommen werde, obwohl er eigentlich sie liebte. Sie aber blieb ruhig und erhob keinen Einspruch, um die Schwester nicht zu beschämen." — Der Wagen hält. Eine alte Frau steigt ein. Die Fahrgäste sprechen laut miteinander. Wie verschieden auch ihre weltlichen Interessen sind, in einem Punkt sind sie einig: Iii der Jüdischkeit, in der Liebe zum jüdischen Volk, zum jüdischen Land. — Der Deutsche läßt sich durch nichts stören: „Ja, "die Geschichte mit den Dadajim!" Er sieht Lea, die' schonen Blumen in der Hand. Rahel kommt und sieht Lea, Sie bittet um die Blumen«. „Und —? Wollte Lea die Blumen wirklich nicht hergeben?" Der in Gedanken Versunkene wird auf das Gespräch der jungen Leute aufmerksam. Hörte er da nicht „Rahel, Lea?" Er horchte: „Diese Erzählung ist ganz anders aufzufassen!" rief einer der jungen Leute. „Der alte Frankfurter Raw s. A.. hat es einmal sehr schön erklärt: Auf die Bitte Raheis hin gab Lea 'die Blumen sofort ihrer Schwester1, bemerkt«' nur is c h e r z e n d : „Nicht genug, daß Jakob heute bei dir. wohnt, nun willst du auch noch meine Blumen!". Dankbar antwortet Rahel: „Deshalb, weil du mir die Blumen gabst, soll Jakob heute zu dir kommen."- Jetzt stimd beide Schwestern zufrieden." Ja, so sah die Sache ganz anders aus! Welch herrliches Verhältnis muß das gewesen sein zwischen Rahel und Lea. — Der Wagen hält. Man ist am Ziel. Nur noch eine kurze Strecke haben die Reisenden zu laufen. Hinter den Andern her geht, befriedigt lächelnd, der Deutsche. Die Erklärung hat 'ihm gefallen. — Also nun ging er zum Grabe Raheis. Zur Mamme Rochel! Sie war die Mutter des Volkes und ist eis noch heute nach 3000 Jahren. „Es war immer ihr Wunsch; sie wollte nur Mutter sein. Wie sagte sie zu Jakob?: „Verschaffe mir Kinder, sonst sterbe ich!" Sie dachte sicher an Jakobs Mutter, Rdwka-' die auch erst auf das Gebet ihres Mannes hin Kinder bekam. Was heißt aber: Sonst sterbe ich!? Der Midraseh läßt hier so klar Raheis Charakter erkennen. Es heißt dort: Wenn ich keine Kinder großziehen kann, habe ich meine Pflicht nicht erfüllt, und es ist, als hätte ich nicht gelebt! — ,!So' groß war ihre Sehnsucht, Mutter zu werden-. — Ihr. Wunsch ist 'erfüllt! Sie. bekam einen Sohn. Darüber;war sie sehr glücklich und sprach: G'tt möge hinzufügen. Sje nannte, ihn Jausef. Auch ihrem Volk ist sie eine'Mutter geworden!" Man war am Grabe angelangt. Es heirschte Stille Auf einmal hört man ein leises Weinen. Es macht einen erschütternden Eindruck. Vor 3000 Jahren hat Jakob hier seine Frau am Wege nach Beth Lechem begraben, noch heute sehen wir am "Wege das Grab unsrer Mutter Rahel. Und eine Stimme wird gehört in Rama, Rahel weint um ihre Kinder. Am Grabe vorüber sind sie ins Golus gezogen. Sie war es, die ihnen den letzten Segen mit auf den Weg gab. Und heute — idie Gräber unserer andern Ahnen dürfen wir nicht besuchen. Wir gehen also zur Mamme Rochel, um dort unser Herz auszuschütten, dort können wir ungestört weinen, dort finden wir Trost. — Es war Mittagszeit, Man sammelte sich zum Gebet. Mit großer Andacht wurde Minoha gebetet. Der Deutsche betete vor. Noch nie hatte er die „Schemauno Esre" mit solcher Andacht gebetet. Besonders die Worte der ersten Brochoh: „Gelobt seist Du Ewiger, der G'tt unserer Väter, G'tt Abrahams, G'tt Jizchoks, G'tt Jakobs . . . Der gedenkt der Liebestaten der Väter und den Erlöser bringt ihren Kindeskindern, um seines Namens willen, in Liebe!" ... Mirjam Beifus (14 Jahre alt). Jn unferem Uerlage erfdtien foeben: iffpm Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser von Rabbiner Dr. L. Breslauer Steif brofdiiert 10 3 Seiten, Preis RR 2.50 Das Budi ift inztütfdien uon allen maßgebenden Jnftanzen als ein Arbeitsbuch für die reifere jüdifdie Jugend und für denkende ^uden überhaupt beftens empfohlen worden. Es hilft den Sumenden die jüdifme 6efdii(hre mit jüdifchen Rügen zu lefen und fie als fittliche Hufgabe zu erfahren. Es bringt fruchtbare Befinnung über das ßolus. £s Zeigt den Weg zur echten jüdifchen 6emeinfdiaft und Kulturarbeit..... ........ Zu beziehen durch alle befferen Buchhandlungen foioie direkt durch den üerlag Verlag des Israelit u. Hermen G.m.b.H. Frankfurt a, W. - Redmeigrabenftrafje T Poftfcheckkonto Frankfurtmain Hr. 19 8 0 2 Bei Rbnahtne einer größeren Rnzahl uon Exemplaren durch Vereine wird ein größerer Rabatt gewährt. Silbenrätsel. Aus folgendem Silben sollen Wörter gebildet werden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, einen der schönen Sprüche Salomos ergeben: af — au — au — ben — besi — bi — bu — chen — de — den — di — di — don — e — e — e — e — e — e — eb — ef — er — er — er — er — er — fen — fer — flut — gan — gent — go — hei — i — i — jo -— ka — kat — köpf — land -— le — lei — Ii — Ii — lech — lent — low ■— loch — mi •— me — mo — mus — nat nand — ne— ne ner — no — now -— nus — o — or -hot — per —r rab:— rass — re — rhein — reich — ro.— ro — ru —. sau — sen — see — ser — seph — sbat — tä — ter — the — ti — un — ve — vi — wal war — zer. 1. Nebenfluß d&e Od<»f,' 2. Tiitki&cke? Ehrentitel* 3. Sohn Jakobs; 4. Griechische Göttin; 5. Geistliche Amtstracht; 6. Seelsorger der jüdischen Gemeinde; 7. Deutscher Fluß; 8. Berg im Hundsrück; 9. Wetterkatastrophe aus der Bibel; 10, Ein Erdteil; 11, Berühmte deutsche Weingegend; 12., Babyl. G'tt (Altes Testament}; 13. Planet; 14. König von Babylon, der Jerusalem zerstörte; 15. Insel. bei Konstanz; 16. SchweizerJ Kanton; 17, Mänmeraame; 18. Unsterblicher Bestandteil des Menschen;- 19. Ein Knecht Abrahams; 20. Früherer Name für Hohensalza (Provinz Posen); 21. Die Schwiegermutter von Ruth; 22. Musikalisches Schauspiel; 23. Insel in der Nordsee; 24. Dänischer Grönlamdsforscher; 25, Italienischer Komponist und Geigenvirtuose; 26. Der Schwiegervater von Ruth; 27. Achtung — Ehrfurcht; 28. Ein Fisch; 29/Altes Saiteninstrument; 30. Sohn Jakobs; 31. Fluß, in Spanien; 32. "Ausgestorbenes' Riesenreptil; 33. Begabung. ' "" ' Ergänzungsrätsel, Die Punkte der ersten zwei, und die der vierten und sechsten. Reihe sollt Ihr durch Buchstaben ersetzen, so daß das Ganze ein kleines Chanukarätief gibt: ,,Wie fröhlich schlagen Eure H..... Beim Zünden der schönen Chanuka-K Wie heiter stimmt Euch, und wie froh L......................... Und hell erklingt die Melodie: Von M .,.........! (Vierte und sechste Zeile sind hebräische Worte.) Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaal; Mikro-Vortrag, Herr Josef Bender, Samstag morgens nach Schluß der Synagoge:- awi, Herr R.-A. Dr. E. Posen- — nachmittags 3^2 Uhr im Vereinslokal, af>?» ]->9, Herr Rabb. Meyer. — abends fällt der Vortrag aus. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, ftoW tjöY», Herr S. Schachnowitz, — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, DH13K pn, Herr R. A- Dr. Schlesinger. — nach. 6 Uhr im Vereinslokal, (auch für Damen), „Haftauro", Herr Rabbiner H. Meyer. Montag (auch Donnerstag) morgens nach Schul: niws- Mitgliederlernen. Montag (auch Mittwoch) abends 7 Uhr im Vereinslokal, (Kina Kaa) Kl»5, Herr Rabb. Dr. J. Breuer. Dienstag (auch Freitag) morgens nach Schul, ruera, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch) Donnerstag abends 7 Uhr im Vereinslokal, x-iaa, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Sonntag vorm- 9 Uhr im Vereinslokal, m»a( Herr J. Soffer. Jahrzeitsstiitungen. Schabbos, 21. Dezember: Sara Weil geb. Adler-Stiftung. Dienstag, 24. Dezember: Hanna Falk-Stiftung. Mittwoch, 25. Dezember: Lazarus Isaak-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag 4^4 Uhr nach Mincho im Hörsaal, Friedberger Anlage. Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Chanuka im Gebat und Lied". Agudas Jisroel-Ortsgrappe. Thora and Mussar. Herr Gemeinderabbiner Josef Horovitz. i")f '8M »nas (für Baalebatim), Sonntag 9 Uhr, Dienstag und Donnerstag 19-20 Uhr, Fichtestr. 5. — Sabbat vorm. 11-12 Uhr (für Jugendliche) Q"n ms, Fichtestr. 5. — Die Mussarlehre des Rambam (für Jugendliche), rav 3.45 Uhr, ebenda. Herr Dozent J. Ehrentreu, »öin mit a'ttnstt, Sonntag 20.30 Uhr, Uhlandstr. 39. Herr M- Feuerwerker, t"V 'Dö K"ina (für Jugendliche) Sonntag und Dienstag 20.30 Uhr, Fichtestr. 5 twi für Jugendliche, Samstag 18 Uhr. — "]Vi wpr Hins (für Baalebatim), Montag und Mittwoch, 18 30-19.30 Uhr, ebenda. Herr R-A. Dr. E. Posen °vn mxo, Sonntag ll3/4 Uhr, Sandweg 44. Herr B. Rachelsohn, m-ha ruerci Dienstag 20.30 Uhr, Sandweg 6 c. R.-A. Dr. M. Schlesinger, na» '»a für Baalebatim, Mittwoch 20.30 Uhr, Sohwanenstr. 12. Herr J. Sofer, 'OT' «p, täglich 12-13 Uhr am Sonntag 11-12 Uhr, jetzt Hans Handwerkstr. 18. Herr Zuntz, ar>n rrm, Sonntag nach rem», Sitzungszimmer der I. R. G. Der Schiur vor n'intfr unter Leitung des Herrn Feuerwerker (niyiatP '»*) findet um 6-15 Uhr, Montag bis Donnerstag im Sitzungszimmer &sr I. R. Gstatt. Jüdische Frauenvereinigung E. V. Am Montag, den 23. Dezember findet wegen Chanuka kein Vortrag statt- •»■■my :nn 12 •ntjffttK'iitt ö*iöö-fiVrinrran "vi-mxn -nun« t ♦•jaVn oms nan in^nan nnn nioan ♦naa^prin i6 airm riihoa nann w '♦Do-nsn tu? n«an Chug Iwri (Hebräischer Sprachklub). des Noar Agudati im Beth Chaluz-Ffm.. Schwanenstr. 12 unter Leitung des Herrn Pinchas Wollmann. Während des Chanukafestes finden die Arbeitsgemeinschaften des „Chug Iwri" nicht statt- Die nächste Arbeitsgemeinschaft wird noch veröffentlicht werden, Gebetzeiten. awi naw Freitag abend 4.00 Samstag naswn 7.05 Samstag morg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1-00 u- 4.00 Samstag abend 5.15 wochengottesdienst: Morgens 7.10 Nachmittags 4.15 Tefillinlegen am Morgen 7.18