Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1935)
- Date
- 1935-12-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Nr. 51 Der I e 1 i t .19. .Dezember 1935. Italien. Opfergaben der italienischen Juden; Goldener Schlüssel des Thoraschreins der Synagoge von Rom abgeliefert. 1 Rom, 9. Dez. Der Verband der jüdischen Gemeinden Italiens hat an die italienischen Juden den Appell gerichtet, Gold, Silber und andere Edelmetalle dem Staat lin schwerer Zeit zur Verfügung zu stellen. Der Oberrabbiner von Rom, Dr. Aldo Latto«, wurde itt Begleitung anderer Mitglieder des ra'bbinischen Rates vom Generalsekretär der Faschistischen Partei empfangen. Er überbrachte den goldenen Schlüssel zu dem Thorasohrein der Synagoge von Rom sowie ©inen großen silbernen Synagogenleuchter zum Zeichen der Opferbereitschaft des italienischen Judentums für das Vaterland, (ITA,,) Palästina. Jerusalemer Brief. Der Sabbat. — Die P. A. J. in Petach Tikwah. — Der Gerer Rebbe bleibt in Erez JiSroeL — Wahlkampf in Tel Awiw auf dem Höhepunkte. — Jüdische Landwirte. — Wütige Araberführer. Jerusalem, 13. Dez. Der Verband „Mashire Schabbos" entwickelt sich zum Segen für den Sabbat und für das: thoratreue Erez Jisroel. Es st nicht allein eine Werbetätigkeit zu konstatieren, sondern auch greifbare Erfolge. Eine Delegation des Verbandes war beim Gouverneur von Jerusalem vorstellig und fand dort das größte Verständnis für seine Bestrebungen. Die Delegation beschwerte sich gegen manche Polizisten, 'die die jungen Leute, welche von dem Verbainde delegiert sind, je am Freitag vor Sabbat-Anfang an rechtzeitige Schließung der Läden und Geschäfte zu mahnen, wie Ruhestörer behandeln. Nachdem ein Gesetz in Vorbereitung ist, das das Offenhalten und Schließen der Geschäfte ordnet, so wurde der Gouverneur gebeten, auch die Zeit des Ladenschlusses vor Sabbat- und Fes.teingang in das Gesetz miteinzubeziehen. Ein ■der Regierung überreichtes Memorandum trägt 100 Unterschriften führender Männer in Handel und Industrie. Der Gouverneur berief sich auf die Bestimmungen des Mandates^ die religiöse' Begrenzungen nicht vorsehen, worauf der Wortführer, Rabbi Mosche Blau, auf idas geplante Gesetz hinwies, das nicht im Gegensatz zum Mandate stehe, somit auch die darin enthaltenen Bestimmungen zu Gunsten des Sabbat nicht im Gegensatz zu der Mandatspolitik stehen könnten. Grundsätzlich bekannte sich der Gouverneur zu dieser Ansicht und versprach, vor der Verabschie-' durag des Gesetzes das Memorandum genau zu studeren und, wenn nur möglich, die Forderungen zu berücksichtigen. Ueber den Gewinn für den Sabbat aus einem solchen Gesetze braucht hier nicht weiter gesprochen zu werden. Eine Kommission von bekannten Rechtsanwälten, der die Herren Dr. Buxbaum, Dr. Framikf Dr. Elias und Dr. Libanon angehören, sind beauftragt, den Gesetzesentwurf so zu .'"überarbeiten, daß er mit dem Mandat in Vereinbarung gebracht werden könnte. Die sachverständigen Herren in der Konimission haben die beste Hoffnung, daß das Ziel, von dem so" viel für den Sabbaji'in 'Erez Jisroel abhängt,,glücklich. r; erreicht wird, Die Arbeiten, der P o a 1 e A g u d a ® Jisroel; in Petach Tikwah machen unter Leitung des Heirrn Jecheskel Rotihienberg große Fortschritte. Es ist auch mit das Verdienst der dortigen .P. A. J. und ihres rührigen. Leiters, daß däe Krise und die Arbeitslosigkeit, die sie zur Folge hatte, in P. T. nicht so verspürt würde, wie anderswo. Die Arbeitsyexmittlungsstelle, der P. A. J. funktioniert dort ausgezeichnet. Im Wasserwerk in R o s c h al Ein bei Petach Tikwah konnte ein bedeutender Prozentsatz .von Arbeitern der Poale A; J. untergebracht werden. Auch sind kleinere Kibbusim auf industrieller und kooperativer Grundlage gegründet worden. Die Arbeitsvermittlung für Bnoth A. J. läßt sich eine eigene Kommission angelegen sein.. Es ist hier ein Gebiet, das bis jetzt vollkommen vernachlässigt war. Die geistige Arbeit innerhalb der thoratreuen Arbeiter in P. T. ist in vollem- Fluß. Daß der Gerer Rebbe die Erlaubnis zum dauernden Aufenthalt in Erez Jsroel erhielt, haben Sie bereits mitgeteilt" Hinzuzufügen ist, daß diese Erlaubnis durch die Zentrale der A^udaS Jisroel bewirkt wurde und daß sie im gesamten gesetzestreuen Lager; des Landes grenzenlose Freude ausgelöst hat. . 4 , . .. * Von den Wah lfe ämpf en in Tel Awiw ist zu sagen, daß 24'Listen mit insgesamt 100 Kandidaten eingereicht wurden, obwohl hur 15 Kandidaten zu wählen snd. Ein erhebendes Bild großer Einigkeit ergibt das nicht. Die Liste der Agudas Jisroel nennt sich tnmRön srnnn nirtsn- Misracfoi konnte mit „PoeJ Hamisrachi" keine Einigung erzielen, so daß zwei Misrachi-Listen figurieren. Der Wahlkampf hat seinen Höhepunkt erreicht. Die Jahreskonferenz des Landwirte-Vereins -vereinigte vorige Woche etwa 300 Delegierte und ebensoviele Ehrengäste aus dem Bauernstande in Tel Awiw. Mosche Smilanski leitete die Versammlung. AI® größten Erfolg bucht er, daß 40Ö jüdische 'Bauernfamilien die 1500 Seelen zählen, mit Hilfe der jüdischen Landwirte in Erez Jisroel im Lände angesiedelt werden konnten. Dazu gehören auch die gesetzestreuen Bauern aus Mar mar o s c h, von denen wir schon im letzten Briefe sprachen. Der große Gewinn dieser Ansiedler bestehe darin,-daß sie von der Landflucht/verschont und im Boden verwurzelt bleiben. Er sprach auch über die Kredite an die Landwirte, die von der Bauernbank geleistet werden und den agrarischen und kulturellen Institutionen de^ Bauernverbandes. Die Konferenz dauert fort. Die Araber geben immer noch keine Ruhe. Konferenz folgt auf Konferenz und immer neue Resolutionen werden igiefaßt. Eine teratot dahin, daß man/ entgegen der alten Tradition, im kommenden Festmonat des Ramadan von rauschenden Festlichkeiten und Gratulationsküren, als Protest gegen die „Judeninvasion", die die Regierung nicht verhindern wolle, absehe. Bis jetzt sind alle.proklamierten Boykotte und Protesttäge hoch gut abgelaufen. In einer Versammlung wurden auch zwei Minuten des ■. Schweigens zti Ehren der arabischen „Märtyrer". in Haifa proklamiert. Es ist schade, daß das Schweigen nicht länger andauerte, denn' die darauffolgenden Reden waren so giftig und gehässig, wie kaum je. Als nach der Rede' eines jungen Scheich zur: Glorifizierung der „Helden von Haifa", die Versammelten klatschten^ rief der Redner, es wäre gut, wenn sie ihre Hände gleich jenen Helden für andere Zwecke ■ in Bewegung setzten ... Wehn auch in jüdischen Kreisen kein Grund zur Beunruhigung vorliegt, so . wirkt es doch, sehr deprimierend, daß die Hegie-, rungsinstanzen und Polizeibehörden der hemmungslosen Hetze in Wort und Schrift keinen Damm ent-: gegensetzen. " » . Nun ist endlich Wasser in Jerusalem da, d. h. die - Röhren sind da, wollen aber noch nicht recht funktionieren und so sind die Geburtswehen des Was- - ©erWerkes leider noch nicht überwunden. Bei den ersten Versuchen gab ■es wiederholt:^Röhren)bruch. Erst am 9. Dezember gegen Abendvkainder Wassersegen ungestört, aber immer noch nicht so reichlich/' daß man von einer Rationierung ganz J absehen.- könnte. Man darf hoffen, daß bald .• mittels* -der Lei-;?' turig der Wassermangel in Jemsalem; für alle Zeiten abgestellt ist. ' '< Mn. G.. K Die religiöse Situation in Palästina. Jerusalem, 16. Dez. Der Vorsitzende der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann^ hat ,;mit den Mitgliedern der Leitung.des Misrachd-Weltverbandes eine Besprechung über di e r e Ii•gi,öist;e: S i t u a t i p.n i n P.a.l ä s jti n a \ abgehalten/r^'Erörfjärt wurden .Probleme des Kaschruthjf,ih den Arbeiter;:; küchen der HMadruth, die Einhaltung der.,S abbat-j \ Vorschriften in den auf Nationalfondsboden errichte- ■ ten Siedlungen und die Frage der Gewährung, von; Beihilfen aus den Mitteln der Palästina-Regierung für.: die rabbmischen Gerichte. Dr. Weizmann erklärte,-er lege ihohen^iWert auf die Aufrechterhaltung der gegenwärtigenj.i^öalition von Arbeiterpartei, Allgemeinen Zionistem; und, Misrachi und habe starkes Interesse für die'|;;zur Beratung stehenden Fragen., (ITA.) m ' n . M Befestigung von Haifa. — 39 Geschütze aufgestellt. Haifa',- 9. Dez. : i ■ .• ,;■ Die englischen Militärbehördenj haben-du%ch- Aufstellung von 39 Geschützen in und bei"-Haifa "den. Hafen zu einer befestigten Basis für etwaige ^Angriffe umgestaltet. Sechs Geschütze wurden bei den.Eisenbahnwerkstätten aufgestellt, vier bei der Fabrik Schemen, sechs in Bat Galim, vier bei den städtischen Bädern, sechs auf dem Kännel vier im Baihai - , f Viertel, acht zwischen Haifa und Akko und zwölf im Hafen von Ras-an-Naqura, nahe der syrischen Grenze. Ferner wurden in Haifa fünf Scheinwerfer-Anlagen errichtet. Amerika/ Das Ecuador-Projekt. - fl«w /ork, 13. Dez. In einem aii das New Yorker ITA-Büro gerichteten Schreiiben geben die Initiatoren des Sied-" 1 u n g s Projektes in Ecuador,, der Präsident der Sondermiission des Comite Internacioriale de Immigration in Quito, Samuel -,5h i 11 o w f k i, und der Sekretär des Comites Francis Hart, 'Aufklärungen über den Stand dieser Angelegenheit. In dem Schreiben wird ausgeführt: Wir möchten einfür allemal die Lage in Bezug auf?den Kolonisationsvertrag in Ecuado r klarstellen. Das Abkommen zwischen unserem Comite Internacionale de Immigracion- und der Regierung von Ecuador wurde durch höchste Verordnung vom 3. Oktober 1935 ratifiziert und der, endgültige Vertrag, in dem über eine Million Acres Boden fürdie Kolpr nisationszwecke unseres Comites zur Verfügung ge-, stellt werden, ist bereits in Kraft; . ' . •; Die Organsatiqn Eim c o l gehört als national-jüdische Gesellschaft dem Comite Intemacionale de Immigracioh' "das-wir:-in" Ecuador repräsentieren, an, besitzt jedoch als solche keinerlei Vertrag mit - der Regierung von. Ecuador, Das Programm unseres Comites, welches, wie wir glauben, die einzige wirkliche Möglichkeit wirksamer Kolonisationsarbeit in dieser Zeit-darstellt, hat einen internationalen Rahmen und das Abkommen mit der Regierung von Ecuador ist auf diesem Programm aufgebaut. - Wenn auch dier Vertrag nicht ausschließlich auf jüdische Einwanderung abzielt, so sind doch nach seinen .Bestimmungen die weitesten Möglichkeiten - für die Entfaltung jüdischer Einwanderungsarbeit gegeben. Diese Arbeit muß notwendigerweise 'die Errichtung landwirtschaftlicher Kolonien grundsätzlich zum Ziel haben, wobei ein kooperativer Aufbau zwecks Anpassung an die (Erfordernisse des gegenwärtigen Wirt'schaftsoharaktetrs der Natioitt vorzuziehen ist. Die hier ^herrschende Agrarwirtechaft '-ger stattet im Augenblick nicht die,,Emwanderung|^größerer Gruppen, die iHande'l «odeor Industrie;! äii großem , 'i. -;f: ■ -;• .*•,;•" . Maßstab betreiben wollen. •.: -.. . ,.. :".?. :Mm',r^ ^nff^s^^^f^jffffff^^W^^ff I i Dr. E. A. in D. Wir können über Konzerte in der Synagoge unter Mitwirkung von Konzertsängerinnein auch dann nicht berichten, wenn sie guten Zwecken dienen. H. S. in D, Ai^pnnemenit bis' 31. :1.2r 35 bezahlt. •; r.:ir,,l:■>',!■■ Ein ' wichtiger Fortschritt ist ■ es, wenn man zu kleine oder 'zu enge: Schuhe durch, dals"iö^vk System i:angenehm tragbar machjen kanni.. Ebenso begrüßens- I -v^ert äst es) wenn jKinderschühej, . nach Auswachsen durch die ffeue;T«c^; i S c h u h im. ® t a n d s -e t z u n g A g o r öl. Inh. I;;'H :oie h c z y k , Zeai i[4-übernimmt diese ^A^rbeiten^inach neuestem Verfahren.'' Schabbos ist. das^Un^rflehmen geschlossen... : 'Ifi'