Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1935)
- Date
- 1935-12-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 51 Der'Isra e 1 -i t Dezember'1965 kaum zahlreicher gewesen sein können, ' dann b 1 ei hin e u t r a 1,' gehet den Weg -der . Wanderung mit den: Utensilien des" Mörgengebets und des Koscherlebems und — vertraiiet. ,; Wir aber wissen, daß die Kinder, die den schweren Prüfungen des sie erWartenden Lebenskampfes nicht gewachsen sind'} mir unschuldiges Opfer des Unverstands ihr^er Eltern1' sind*-'Wollet Ihr, jüdische Eltern,5 Euren ^RinderAMxlen sicheren Weg weisen, den Euch die 'XW 'bllS vorgezeigt haben, dann werdet selbst' A g u d i s t e'n'1, nicht stumme Beitragszähler, sondern überzeugte Kämpfer für die Einheit von Lehre und'Leben, für die Unabdingbarkeit der Tauröh auch im öffentlichen Leben, Für welches Geschlecht war es dringlicher, von Agudas Jisrpel und ihren Ideen zu sprechen, als für das heutige' auswand e^r ungsb er eit e? Aber so wichtig und unerläßlich es ist, unsere Organisation auf die innere Ueberzeugungskraft ihrer Idee aufzubauen, so klar ist es aber auch und war es den Gründern und Führern der A. J. allezeit gewesen, daß es erste und oberste Aufgabe der Agudas Jisroel sein muß, die Probleme, die jede Zeit in ihrer Form stellt, weitestmöglich praktischer Lösung entgegenzufahren und' nur das Teilchen Unlösbares, das mehr oder weniger allen Problemen anhaftet, der Gesinnungstüchtigkeit ihrer Anhänger anzuvertrauen. Und wer wollte nun bestreiten, daß unsere Zeit wie kaum eine aridere übervoll ist an praktischen, materiellen Problemen, die der Lösung harren? Darum ist der Delegiertentag in seinem weitaus größten Teil der Debatte über diese brennenden Tagesfragen ^gewidmet. Wir wollen nicht über Paragraphen diskutieren — so wichtig j Von Rabbiner Dr. Jakobovits in Berlin. II. Auch Raw Usiel v/j in Tel Awiw hat in seinem im "Jahre 5695 erschienenen Werke'üstya 'X '0 n"JT)K bX'TS? zur Frage einer Aenderung der Ge/betsprache von aschkenasischer in sephardischer Aussprache ein Gutachten erstattet. Unter Bezugnahme auf die bereits zitierte Darlegung des Raw Kuk b''XT im miDH bip führt er aus: der Fall eines inkorrekten Lesens im Sinne vomtt"n 3"B W'p 'H D'^öisei bei der. sephardischen Aussprache in Palästina nicht gegeben, weil diese in den Lehrhäusern die geläufige sei. Im Sinne des fl"* "0 D'TOn ISO ist eine Veränderung der Aussprache überhaupt irrelevant, vor G'tt gilt Gesinnung und Andacht auch dann, wenn die Ausspräche fehlerhaft sei. (Laut D'TDn "ISO edifc. Freimann S. 125, Nr. 424 wurde ein Kauhen der *7 ' statt v ausgesprochen, demnach statt -paWV gelesen hat *pai27-vl mit der Begründung zum Duchenen wieder zugelassen, weil er in seinen Gedanken richtig "pawi lese). Raw Usiel er-: laubt den in sephardischer Sprache Betenden als Vörbe'ter einzusetzen/ WeiL die 'sephardisc'he ^^p'^acne, die a\l^m^]?^^äl'^d\ich& und wohlklingende sei."'Äls ein Verlassen der Tradition möchte Raw Usiel die Aenderung der Aussprache nicht ansehen, -jax mm .tfön bx ist nach ,T'b '^D TFtYMX D"attnna nur dann angängig, wenn die Abweichung von der Gepflogenheit einen mO'N -berührt. Das .:trifft hier nicht zu. Da nun das Sephardische die übliche Umgangssprache ist, kann man nicht gut umgehen, sie in die Synagoge einzuführen. Es ist niemandem möglich, seine Sprache, deren er' sich in des Tages Lauf bedient, zur Gebetszeit zu ändern.' Was soll nun das junge Geschlecht tun, das in; Palästina und in: Galuthin sephardischer Aus-; spräche unterrichtet wird 'und das Aschkenasische ^hicht ' auszusprechen vermag? Diesem 'Geschlecn't ist' die1 aschke'näsische Ausspräche nicht mehr Tradition, das Sephardische gilt für das in einer anderen Zeit gewesen sein mag — wir wollen aribeiten. Es kann und muß ein jeder im Rahmen, seiner ^Möglichkeiten beitragen, die Not der Zeit durch den praktischen Einsatz ^seiner --Kräfte zu ^mildern und :zur Organisierungen!! seinem Kreise greifen, wo-eihie solche zusätzliche1 Hilfe, verspricht. A Was;*könnien Wir praktisches ozial^ für unsere ■Kreis'e'und für die, 'die/' zu uns kommen wollen, leisten?, so lautet ^eine der wichtigsten Fragen unseres Deleigiertehtäges. Und brauöhen wir es erstrzu sagen, daß' trotz aller Probleme und wichtigen Aufgaben^des Gölus unsere Beratungen von Anfang bis zu Emde durchdrungen und erfüllt sein werden von dem Erfassen dessen, was in i"x geschieht, durchdrungen und erfüllt jeder einzelne von uns von der Liebe zum Lande und der Sehnsucht nach ihm, mit einer Opferbereitschaft ohnegleichen gewappnet den gigantischen t:Kampf mit dem großen Gegner im Land aufzunehmen, nicht-in unproduktiven Diskussionen mit ihm, sondern durch die allen Schwierigkeiten trotzende Entschlußkraft, zu schaffen, Duiiam für Dunam zurückzugewinnen die Thora, zu entreißen der G'ttlosigkeit. War brauchen Boden,'weil das-Land uns braucht, wir brauchen Böden, als Lebensbaum für unsere Jugend, Das Land ruft nach'uns, unsere Gegenwart ist Ver- . stärker dieses Rufes geworden, wir können ihn nicht mehr überhören. ' So ' wird der Dielegiertentag, so hoffen wir. ' alle die sammeln, die über die Schwere der Gegenwart ihren Sinn, ihre Aufgabe nicht übersehen, die gewillt sind, mitzuwirken an der Lösung der Gesamtheitsaufgabe, die uns heute mehr denn je zur Samriilung, zur Arbeit aufruft. Ei Aussprache. sie nicht als Veränderung, sondern als die gegebene Aussprache, daher läßt sich nach Ansicht des Raw Usiel das X"n WVt\ b& hier nicht anwenden. Nachdem Raw Usiel noch Einiges zur Bewertung der sephardischen Ausspräche als solche anführt, schließt Raw Usiel '/v'a js'ein Gutachten mit den Worten; jrmnb n» tt.nba'a p*w mainb vnaK m bm: nr |»K dVik ir im n Nüaa nT>naa ";,n»Mioö nKYin bp "»üioi snapbi npawb n nabnä jnba un» ivis mmm ">rm K»np nnxnpn nstzm bv ptrpl m D'öbn ■uk Dnais? nrw) imnn uinK waft a"rm a"nabaa acia bax'n'rnnK nTmnb upbx miw ">&b ♦•*inii'Tisr im» xhw „Was ich dargelegt habe, soll beweisen, daß es derzeit nicht möglich ist, in der Wahl dieser oder jener Aussprache eine abschließende halachische Entscheidung zu geben, Dieser Tatbestand ent-; hebt "uns aber nicht der Verpflichtung, diese ha-' lachische Frage in ihrer Tiefe zu erörtern und in einer Versammlung der Chachomim die genaue; Aussprache festzulegen, auf daß sie in allen Sy-;, nagögen und Lehrhäusern ' einheitlich sei- Wir{ haben jedoch die Zeit verpaßt Und'sind nunmehr; vor Tatsachen gestellt, die nicht mehr rückgärigigj gemacht werden können. Wir wollen;'aber nichf weiter zögern , . ., in einer Konferenz die' Angelegenheit beraten und unsere Pflicht in der Zuversicht erfüllen,, daß G'tt uns den rechten Weg leiten werde." Wir halten es nicht iür angebracht, hier, in dieser nichthebräischen Zeitschrift gegen die,ha-, lachischen Ausführungen des Raw Usiel .Einwände zu erheben. Die Schlußworte, mit denen er zu einer. jK.onler>e^zrfiiulrult, um die halachische: Entscheidung zu treffen, beweisen,.rj.daß ftaw Usiel trotz der vielen , sehr beachtlichen , j^tomente, die er als Sephardi zugunsten^ des: synagogalen Gebrauches;der sephardischen .Aus-i .spräche,anführt,r.selbst das,Empfinden, hatte^ d,ie halachische'ni Argumente rvoai /Raws Kuk)?''ST ^ichli entkräftet zu haben. Wir möchten jedoch, Bevor wir uns dem zweiten. Gesichtspunkte! der;nhalächischen Beurteilung unserer iRrage;); dem. der Veränderung des Minhog,.. zuwenden^: Jbetonen, daß die Ansicht des:;;Retw-Usiehig.einä|(? r!; ' 'D"-' ni« D^nja ^*srr '?d n^mx wm na für die Fi&zelpersone,n, wie ,< aueh; für J3irurjp«;n zutrifft, .die}in pKjsichi'än einem*} Orte niederlassen;; in dem.bereits. :ein JVünjan: besteht. Die Betreffenden sind,..insofern .das\ Minjan sephardisch i betet, verpfliohtetv die korreKte, <Aussprache des Sephardischen| zu.erlernen ,und:- sich in allem --d-eren 'Minhqg --.zu ■:i$ge$i''&^- behandelt an der bezeichneten Stelle die Obliegenheiten von Emigranten hinsichtlich der Minhogim und entscheidet: Wenn. Emigranten eine neue Gemeinde bilden, abliegt es ihnen, ihren bisherigen Minhog festzuhalten. Kommen sie aus verschiedenen Gemeinden, ist der von der Mehrheit der Ankommenden geübte Minhog maßgebend. Bei gleicher Zahl muß gegenseitiges Uebereinkommen den Minhog. gestalten (ygl.KySö '"DI Win ^3 3"Sf y'Q «p> Besteht jedoch schon eine Gemeinde, dann gibt d e r e n Minhog den Ausschlag, selbst wenn die Hinzukommenden die früheren Bewohner an Zahl übertreffen. Sie sind dann von den Erschwerungen ihrer früheren Gemeinden entbunden und haben sich, falls nicht eine eigene Gemeinde oder Synagoge gegründet wird,.fdem Minhag ihres neuen Wohnsitzes auch n^lf?^. -anzupassen. Eine Ausnahme bildet für VtrW* pN. der ms nns ]»v ü'^a 'a psrV rn cnn in mancher Hinsicht auch die Stadt Jeruscholajim niK n"13- Ganz anders liegt die halachische Entscheidung vom 'Standpunkt "des Minhog für die uns vornehmlich interessierende Frage, wenn etwa in Deutschland an Stelle der seit Jahrhunderten eingeführten und bei den Vorfahren ■•gebräuchlichen aschkenasischen Ausspräche die sephardische als Gebetsprache gesetzt werden" soll. Hier handelt es sichum die Aenderung eines 'Xn^a mm K»6rnsä':ittnff" nma iwanaa eih'es Minhag, der seit alter Zeit in den Gemeinden angenommen und verankert ist, der ferner von.allen Gemeinden öffentlich geübt wird und dessen Abschaffung Aufsehen erregt. D^pDISI behandeln den Minhog und seine Anwendung in so eingehender Weise, daß es uns ebenso unmöglich wie überflüssig erscheint, die einschlägigen Stellen hier in Ausführlichkeit zu erörtern, Wir beschränken uns daher auf eine skizzenhafte Andeutung. Die in;*nn3lP Dlpa p"1Q ausgesprochene Regel nrinn ÄiISöD ^Srt' man habe in allem dem Minhag des Landes zu befolgen, >gilt selbst dann, wenn der Minhag im Gegensatz zum Din steht. So heißt es in i"y n"3 *p n^Wri' Raw kam nach Bowel und sah, daß am Rausch Chaudesch Hallel gesagt wurde. Er wolle dies unterbinden (nachdem Din in Gemoroh wird Hallel am Rausch Chaudesch nicht gesagt und es wäre demnach die bbnrt nDia eine.' ntob ripna).^ a(ls eraber?jhf daß sie nicht ganz Hallel sägen,'folgerte er, 'daß sie diesen Minhag von ihren Vätern übefriommen und ließ ihn fortbestehen, obwohl er dem Din widerspricht. Ebenso sagt'.- -die;';s^ '2% .hiaa1»' '»Ä ib ]Äö^ bno'a;. lys^n/vk^^^v^'^«. kh-» .08 .wenn .Elijohu verkünden würäe^^zü^Ottaß^h' darf kein Sandal benutzt werden, würde'man aüFihn nicht hören und weiterhin die Chalizöh mit 'Sandalen ausführen bltel DVn Mm. 13Dti7' da nun der Minhag besteht, Chalizöh mit Sandalen zu vollziehen. Der Jeruschalmi '« nS/iT 1'"> pS maa1' führt ausdrücfejlich hinzu; "rbto n« bbaa xnmjn der Minhag bricht den Din, (Desgleichen "Jeruschailihi'S rlpbn 'J pIS a"a). Ühabhängig>on der großen Meihungsverschiedeiineit' bei den D^pOIS' wieweit der Minhag den Din "verdrängt; und der vielen" Eihschränkungen,' welcher der Spruch '.Tp$T\h.m" toö. arijJ?5.effäiirt:1|yii!; -u. ai; y :' ' n^^a >i .*6 i*v y'm ab jiph viw j?^Hh» '.mi2 'nawnn.:niba Vaur '^^"t^^r^^ iy :r\p» '■■ 1: -.'? r\% wi .D^n.;'.';"/;;';'''' \betonen alle Pösföm mit" NaichdrüBk-^^W^^'^ria» der Minhag' sei so' streng wie ein Din zu HalaGfiisches zur Frage der aschkenasischen oder sephardischen