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Der Israelit · 1935-11-28 · Heft 48 (28.11.1935) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 48 (28.11.1935)
Date
1935-11-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite;;jjfelM£. 48 D l,s i t »vember 1935 ■ . ■ witzer Jüdischen Gemeinde, Dr. M e n es-et und beim Oberrabbiner Dr. Mark, um ihnen für. die Teilnahm an den Einsetzungsfeierlichkeiten zu danken. Konsistorialrat Sandim erklärte, der Metropolit habe ihn ersucht, bei dieser Gelegenheit sein tiefes Bedauern über den peinlichen Zwischenfall, von welchem Oberrabbiner Senator Dr. Niemiro wer be troffen wurde, auszusprechen. Die Union rumänischer Juden legte bei dem Ministerpräsidenten und dem Kultusminister. Protest gegen die Beleidigung der jüdischen Gemein schaft ein. Dem Proteste schlössen sich auch alle änderen jüdischen Organisationen in Rumänien an Frankreich. Die erste Jahrzeit von Baron Edmond . von Rothschild, Paris, 20. Nov. Bei der Gedenkfeier am ersten Jahrzeitstage für B a r o n Edmond v o n R o tfos c hd ld waren zahlreiche führende jüdische und nichtjüdische Person lichkeiten zugegen, und Senator Maurice d e Roth Schild, der Sohn, hielt die Gedenkrede, in der er zur Ueberraschung der Trauerversainmlung ankündigte, daß nach letzter Verordnung sedner Eltern ihre sterblichen Ueberreste demnächst nach Palästina überführt werden. Er hob auch sonst eine Reihe be merkenswerter Einzelheiten hervor, die von der starken Verbundenheit seines Vaters mit dem Palästina aufbau zeugten. Es sprachen auch noch andere Redner, u. i. der ehemalige Minister Paul Reinert, 'die alle das grandiose Hilfswerk des Barons und seine Verdienste für Palästina hervorhoben. Auch aus Palästina kommen Nachrichten über Gedenkfeiern, die am ersten Jahrzedtstage stattfanden. Die palästinensischen Zeitungen brachten ausführliche Artikel über das Leben und das Lebenswerk des ,,Nadiw Hajadua". England. Londoner Kundgebungen zu Ehren von Jacob Rosenheim. Versammlungen in Nord-London und Whitechapel, London, 24. Nov. Am letzten Mauzoe Schabbos, den 24. November, veranstaltete die große jüdische Gemeinde ,,Machsike Hadaß" in Whitechapel eine von Männern und Frauen stark besuchte E h r e n k u n d g e b u n g für Jacob R o s e n h e i m , die in der Gemeindesynagoge stattfand und von Rabbiner Dr. E.Munk, Golders Green, geleitet wurde. Nach der Begrüßungsrede des Herrn Rabbiner Dr. Münk ergriffen die Herren Rabbi Lapian, Leiter der Ez Chaim-Jeschiwah, Rabbi Zimmermann, Präsident der Agudas Harabonim, Rabbi Weinstein und Rabbi Singer dasi Wort, die alle in begeisternden Ausführungen von der Wirksamkeit der jüdischen Führerpersönlichkeit Rosenheims sprachen und ihrer Genugtuung darüber Ausdruck verliehen, daß er seine Tätigkeit für Klall Israel nun in London zu entfalten gedenke. Es betrat dann Herr Ro^enheim selber das vor dem Oraun Hakaudesch aufgestellte Rednerpoidium und dankte der „Machsike Hadaß" sowie den Rabbonim für die große Ehre und die liebevollen und herzlichen Worte, die sie ihm gewidmet hätten. Die Ehre dürfe aber nicht ihan persönlich, sondern allein den Idealen, denen er sein ganzes Leben gewidmet habe, gelten. Er glaube sagen zu dürfen, daß wenn er für die Orthodoxie nicht immer das erreicht hätte, was ihm als Ziel vorgeschwebt, so sei es zumindestens immer 'der Wille gewesen, der Sache der Tauroh zu dienen, der ihn beseelt habe. Wenn er jetzt seine Heimatgemeinde Frankfurt, die : ihm so innigst ans Herz gewachsen sei und .wo ihm jeder Stein so lieb gewesen wäre, verlassen habe, um sich in London niederzulassen, so sei der Grund der, daß die britische Hauptstadt heute der geeignetste Ort sei, die Ideale der Agudas Israel zu verbreiten. England habe stets auch für die religiösen Forderungen der Orthodoxie volles Verständnis ge-' zeigt, Die^Judenheit gestalte sich heute immer mehr zum selbständigen Volk und es werde vielleicht nicht in allzruferner; Zukunft liegen, daß es mit seinen na tionalen Forderungen an den Völkerbund (herantreten wird. Wäre es da nicht Pflicht, dafür zu kämpf en, daß das im jüdischen Volke von der Emanzipation am Anfang-des vorigen Jahrhunderts abgesetzte Recht rehabilitiert und die Tauroh wieder auf den Thron •gesetzt wird? Nicht das B 1 u t s mäßige, sondern die T ä UT o h all ein soll wieder zum Mittelpunkt unseres nationalen Lebens werden, (Redner (ging dann auf die Wesensarten der verschiedenen Typen von orthodoxen Juden ein und erklärte, daß wenn die litauischen, chassidischen, ungarischen und westlichen Thora-im-derech-Erez-Gruppen über alle Sünderin? teressen hinweg sich innerhalb der agudistischen Weltorganisation zu einer starken, widerstandsfähigen Einheit, zur Aguda Achas, sammeln würden, daß dann die Orthodoxie .gewappnet wäre gegen alle von außen kommenden Anfechtungen. Auch die Nord-Londoner jüdische Gemeinde „Ad aß Isroel" hatte eine Woche vorher in der Aula der „Jewis/h Secondary School" eine Begrü ßungsiversammlung anläßlich der Niederlassung von Herrn und Frau Rosenheim in London einberufen, bei der Rabbi Dr. S. Schönfeld und die Herren Joseph W-eil (Gemeandevorsitzender), H. A. Goodman (Aguda) und Dr. J. Grünfeld (Misrachi) sprachen. E. St. Kirchenversammlung der englischen Hochkirche zur Judenfrage. London, 20. Nov. Die iKdrchenversammkmg der englischen Hochkirche hat unter dem Vorsitz des Erzbischofs von York eine Resolution gefaßt, in der sie dem jüdischen Volke und denjenigen, die wegen ihrer jüdischen Abstammung zu leiden haben, ihr Mitgefühl ausspricht. Die Resolution war von 'dem Bischof von South wark eingebracht worden. Das Oberhaupt der englischen Kirche, der Erzbschof von Canterbury, war infolge einer Verpflichtung bei Hofe verhindert, selbst den Vorsitz in dieser KärchenveTsammlsung zai führen, gab jedoch zur Vermeidung einer falschen Auslegung seiner Abwesenheit bekannt, daß er der Resolution durchaus zustimme. Der Antrag war in der Versammlung durch Lord Hrngh Cecil (unterstützt worden. Griechenland. Die griechischen Juden begrüßen den heimkehrenden König. Athen, 24. Nov. Zum Empfang des Köngs-, der am 25. November in Athen eintrifft, haben sich Massendeputationen der jüdischen Bevölkerung nach Athen begeben. Die jüdische Abordnung aus Saloniki, der Stadt mit der stärksten jüdischen Bevölkerung dn 'Griechenland, umfaßt etwa 1000 Personen. Die Gesiarntjuidenheit Griechenlands wird bei dem Empfang des Königs durch eine Delegation repräsentiert, die unter der Führung des Oberrabbiners Dr. Zwi Koretz steht und der der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Saloniki, die Mitglieder des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Athen und die jüdischen Abgeordneten des griechischen Parlaments angehören. Palästina. Jerusalemer Brigl Jerusalem, 23. Nov. Produktive Arbeit der P. A. J. — Vom Rahelgrab. Wahlkampf in Tel Awiw. — Bürgermeister Dizengoff und sein Rücktritt. — Wieder Wassermangel in Jerusalem. Die Poale Agudas Jisroel in Jerusalem unternahmen alle nötigen Schritte, ihre Arbeit auf eine feste Basis zu listeilen. Es wurde der Grundstein zu einer G e w e r'k e-S'C'h u 1 e und einer L e i h k a s s e gelegt. Mit diesen^Instituten wird die Tätigkeit der P, A. J. konkretisiert und über die Ideoloigie hinausgehoben, jlj« ist wichtig, daß der ägudistische Poel, wenn er j produktive Hilfe benötigt, sich nicht an' fremde Kreise 'wenden muß; Äehnliclie' Institute sind auch für Jerusalem geplant. Eine Hand werkchule ist in Vorbereitung. Alle diese Gründungen sind die beste Propaganda sowohl*; innerhalb der- -Poale Agudas Jisroel wie/außerhalb derselben, ll) Ag ud'a 1 e i t u ng und Waad Leumi berieten" dieser Tage über;;die aligemeine paUtisiohe Lage und auch über die von der FaX^imax^ex^mg angeregte -Regulierung der Dinge am R a h e 1 g r a.<he. 'Die::>Kom-' missiony' der die Lösung der Aufgabe obliegt, bleibt in steter Verbindung mit der Agudas Jisroel und Waa/d Leumi. Wie schon mitgeteilt, wünscht die Regierung, daß die Verwatüng des Gebäude® aus privater Hand in die eines öffentlichen jüdischen Institutes komme, so ähnlich wie die Aufsicht an der Wastmauer. Der Wahlkampf für den Stadtrat in Tel Awiw hat langsam begonnen. Es gibt bereits Versammlungen und Beratungen, und man spricht .auch schon von den Kandidatenlisten, Die beabsichtigte Demission des Bürgermeisters! Dizengoff bildet das .Thema des Stadtgespräohes. Ueber die Gründe seines Rücktrittes befragt, sagte Herr Dizengoff, es seien deren mehrere, interne wie -auch anißenpoMtäscihe, die mit dem Verhalten der Palästinar'egierung der Stadtverwaltung gegenüber zusammenhängen. Ueber Einzelheiten wollte er sich nicht auslassen. Er beklagte sich nur über den bisherigen Modus der Wahlen nach Parteien und Landsmannschaften, der dazu führte, daß Männer in die Irijah. kamen, die nicht bereit waren, ihre ganze Kraft den Interessen der rapid anwachsenden Stadt zu widmen. D. meint, daß seine Demission die Gemüter mehr wecken könnte. Es sei aber vielleicht auch ein Gebot des Anstandes, in einem gewissen Zeitpunkte den Platz jüngeren Kräften zu lassen. Die letzten Verhandlungen mit der Regierung über Budget und Anleihe (hätten allerdings seinen Entschluß, zurückzutreten, noch bestärkt, da er die Erfahrung machen-mußte, daß nach so vielen Jahren öffentlclier Arbeit er doch nicht das verdiente Vertrauen von Seiten der Regierung in vollem Maße genieße. Man nimmt in Tel Awiw an, daß der letzte Grund der entscheidende sei. Wie schon berichtet, gedenkt auch der Vi^ebürgermeister R o k e a c h sein Amt und Mandat in der Irijah niederzulegen/ Der W asi s er m a n g e 1 in Jerusalem macht sich wieder bemerkbar. Das für Oktober versprochene Wasser aus R o s c h el ajin ist ausgeblieben. Der Hochkommissar drückte gleich nach, sieiner Rückkehr nach Palästina sein. Bedauern über die Verzögerung Vus und versprach baldige Abhilfe. Man muß konstatieren, daß 'die Rückkehr des;Hiih£ Commissioners mit aufrichtiger Freude von allen Seiten begrüßt wurde, und daß das Vertrauen der Bevölkerung zum Oberhaupte Palästinas im steten Wachsen begriffen ist. Auf ein Begrüßungsschreiben der Aguda antwortete Sir Arthur Wauchope in verbindlichster Weise mit eigenhändigem Schreiben. Briefkasten. Alter Abonnent. Das eine wie das andere darf nur genossen werden, wenn unter Aufsicht hergestellt. J. H. B. Die Änderung war nötig, weil der zweite Teil, nach unseren Informationen, ganz und gar den Tatsachen }n Palästina nicht gerecht wurde. M. S. in D, Die Firma steht unter Aufsicht des Rabbinats der Frankfurter L R. G- und gilt als Bürchaus zuverlässig. L. D. in K. Wir haben ihre Anfrage an den Autor des Aufsatzes weitergeleitet, * 1 H. W. in E.. Die Zeiten vor Nach* im! iLuach Sulzbach tragen ausdrücklich den Vermerk „oKM'e'Berücksichtigung der erforderlichen naow";. die für'jeden Platz anders ist- Auch die Spanne zwischen rött-Beginn und Ende ist nicht überall, gleich und deutet der Hinweis im Luach darauf hin, daß man sich über den betreffenden Ortsgebrauch zu informieren hat. G. M. und viele Andere. Form und Inhalt' der vom Rabbinat der Israelitischen Religioisgesellischaft, Frankfurt a. M-, im Frankfurter Lokalteil, mit ausdrücklicher Wendung an die Mitgliederder''Israelifischen Religionsgesellschaft veröffentlichten Bekanntmachung ließen u. E. die Auffassung nicht zu, daßjüji geringsten etwa die rituelle Zulässigkeit irgend emer untrer;j ändere* R&bbiftätsatifsicht hergestellte Fettfj oder ■Margarinemarke anzuzweifeln .beabsichtigt war^:Zum~Üeberfluß haben wir uns auf Grund Ihrer Änfrage vom Rabbinat der Israelitischen Religionsgesellschaft bestätigen lassen, daß die Absicht einer derartigen, Anzweifelung völlig ferngelegen habe. 1'' . - i*v

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