Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1935)
- Date
- 1935-11-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nach dem Vorbilde des „Chug S. R. Hirsch" bildete sich Auch ein Kreis unter dem Namen „Chug Oleh Galizia" innerhalb der Agudas Jisroel, der in den Halbfeiertagen seine 'konstituierende Sitzung unter Teilnahme und unter Mitwirkung der führenden Agudapersönlichkeiten in Jerusalem abhielt. An der Spitze des S. R. Hirsch-Kreises in Jerusalem stehen Abraham Löwenthal, Rabbi Jakobo witz, Lehrer an der Choreb-Schule, und in jüngster Zeit auch Jacob Landau, der seinen Sitz von Tel Awiw nach Jerusalem verlegt hat. Die Bewegung für .die Einberufung der K e n e ssio Gedaulo macht bedeutende Fortschritte, wiewohl die Mitteilung der ITA., daß die K, G. bereits beschlossen sei, den Tatsachen stark vorauseilt. Es herrscht der starke Wille und das begreifliche Interesse vor, die Kenessio Gedaulo in Jerusalem abzuhalten. Es Jiängt nun alles an der Frage, ob und in welchem Maße' man die Einreiseerlaubnis für die große Zahl-der .Delegierten und Gäste (und auch sonst die Genehmigung für den Kongreß samt den mit ihm verbundenen1 - Veraastaltufligeft, erhält. Nach langen Verhandlungen unter Führung - von Rabbi Mos che Blau wurde die Genehmigung' zur Einreise unter folgenden Bedingungen grundsätzlich erreicht; '•«5. 1. Schriftliche Garantie der Agudas Jisroel in Jerusalem, daß der Delegierte nicht im Lande verbleibt. 2. Der Termin des Aufenthaltes in E. J. erstreckt sich nur auf einen Monat. 3. Keiner der Delegierten und Gäste darf innerhalb dieser Zeit einen Antrag auf Verbleiben im Lande stellen. 4. Die Jerusalenier Aguda hat der Regierung eine genaue Liste der Delegierten und deren Adressen einzureichen. Unter diesen Voraussetzungen erklärt sich die Regierung sogar bereit, die für Touristen übliche Kaution von 60 Pfund auf ein Zehntel zu reduzieren (6 Pfund). Von Jerusalem aus ist der Zentrale der Weltorganisation genaue Mitteilung über das Resultat der Verhandlungen zugegangen, so daß es jetzt von deren Zustimmung und Einverständnis abhängt, ob und wanri die K. G. An Jerusalem einberufen wird. In Jerusalem selbst und im ganzen Lande Ast die gesamte. Orthodoxie in brennender Erwartung eine^ definitiven Beschlusses, i Vorige Woche erhielt die Aguda vom Hilfsverein der Juden in Deuts c h land ein Darlehen von 730 Pfund zur Errichtung von Wohnstätten im Agudakibbuz in K f a r S a b a , in dem sich bekanntlich zahlreiche Agudisten aus Deutschland befinden. Der Waad Hair Hoasehkenasi verhandelte über die Anstellung eines R o s c h Bes di n an der Seite des Oberrabbiner Dusehinski, der selbstverständlich das entscheidende Wort bei dieser Wahl haben wird. Man erwartet, daß eine bekannte Thoraa.tlioritä.1 aus. Litauen oder Polen einer Berufung fyr dieses Amt folgen werde. Als Sekretär der Charedimgemeinde wurde der auf diesem Gebiete verdiente Rabbi Chajim Jizchok Schwarz gewählt. In Sachen des Kaschrutih wurden in der gleichen Sitzung im Einvernehmen mit dem Oberrabbiner bedeutsame Entschlüsse gefaßt. Die Oberaufsicht in Kaschruth-Angelegenheiten wird in die Hand von Rabbi Elieser Friedmann, der lang? Jahre ein ^gleiches Amt in derA Adaß Jisroel zu Berlin inne hatte, gelegt. „Feiestin", das Organ der ultranationalen Araber, berichtet über ein Treffen und eine Beratung zwischen arabischen Führern in Ber Seba mit Regierungsvertretern. Die Herren verlangten strenge < Maßnahmen gegen die jüdischen Rüstungen und ferner ein Verbot der jüdischen Einwanderung und des Bodenankaufs durch Juden. Es sind alte fromme Wünsche, die sich täglich in neuer Form wiederholen und die durch ihre Häufigkeit auf keinen mehr Eindruck machen; ' Alle Streikver.suche sind bis dahin gescheitert, weil insbesondere, das kleine Volk sich weigert, sich sein ohnehin schweres Leben durch solche Stockungen noch schwerer zu machen, Man darf hof-; fen, daß auch die weiteren Bemühungen des „Feiestin" nach dieser Richtung fehlschlagen. Es sind sogar arabische Flugblätter verbreitet worden, 'die die Araber warnen, für die Interessen der, Hetzer wie 1929 "ihr eigene® und anderer Blut zu verspritzen. Zur Beruhigung und zur Verstärkung.des Schutzes hat auch eine Audienz der Aguda unter Führung;,,von, Rabbi Blau und Dr. Buxbaum beim Generalsekretär der Palästinaregierung beigetragen. Der hohe Beamte erklärte, die Regierung sei vollkommen Herr der;, Situation und werde 'es versieben, der arabischen Hetze Schweigen aufzuerlegen. Er habe auch den Führern der Araber erklärt, daß nicht der geringste Grund zur Annahme vorliege, der Waffenschmuggel komme von Juden. Die Agudadelegation' verlangte auch erhöhten Schutz für. die jüdischen Kolonien .und abgelegenen Siedlungen, was der Generalsekretär bereitwilligst versprach. M. G. P. Der neue Oberrabbiner von Tel Awiw. — Weitete Wünsche der Araber. — Ansprüche auf das Rahel grab. — „Wasser" und Regen, Jerusalem, 5. ftföy. Nach . einer langen Wahlkampagne würde nun Rabbi Amiel aus Antwerpen mit großer Stimmen mehrheit zum 0 b e f1 a h h A n e r von Tel Awiw gewählt. Beteiligt an den Wahlen waren 21 Mitglieder der Gemeinde Kneses Israel in' Tel Awiw, - 20 Vertreter anderer Synagogen An Tel Awiw, sowie Ver treter des Waad leumi und des Oberrabbinats m Je rusalem. ,.Drei Kandidaten standen zur Wahl, von denen Rabbi Amiel 22 Stimmen erhielt. Je 10 Stirn meh fielen auf Rabbi Herzog und Rabbi Soloweitschik. Die' Zentrale der Poale Agudas Jisroel, die zur Mitwirkung an der Wahl eingeladen war, lehnte die Entsendung von Vertretern ab. Die Wahl von Rabbiner Amiel löste hellen Jubel in den Kreisen des M i s r a c h i aus, der 'im Wahlausgang einen Sieg seiner Partei sieht. Der Sturm um den Waffenschmuggel hat sich noch nicht ganz gelegt. Wenn nun diese künstliche Aufregung wenig Eindruck macht, so muß ein in Verbindung damit wiederum aufgetauchter Wunsch der Araber, der sich" auf das Raheigrab bezieht, beunruhigen. Sie behaupten, daß ihnen schon zur Zeit von Moses Montefiore, der das Gräbmal für das jü dische- Volk angekauft hatte, die Benutzung' des Außenraumes zu Gebetzweclceh versprochen wurde, Warum .sie aber bisher keinen Gebrauch davon machten, können sie nicht sagen. Es fällt auch seit einiger Zeit auf, daß sich ein arabischer Wächter in der Nähe des Rahelgrabes stets befindet. Neuerdings wurden ausi dem Außenhof auf Veranlassung der englischen Polizei die Bank und die Waschbecken entfernt. Man nimmt an, daß es auf Treibereien von arabischer Seite geschehen ist. Angesichts dieser Zeichen, regte die Regierung bei der Agudas Jisroel und dem Waad leumi an, die Verwaltung und die Aufsicht des Innenraumes der Rahelkapelle in die Hand der legitimen Gemeinde Instanzen zu legen, statt, wie bisher, der Auisicht einer Einzelperson anzuvertrauen. Vertreter der Agudas Israel und des Waad leumi werden dieser Tage über diese Angelegenheit beraten. Man wollte bis jetzt die Sache nicht allzusehr aufbauschen, doch ist sie jetzt in ein Stadium geraten, das auf eine definitive Regelung drängt. In Verbindung damit lebte auch der Streit um die Westmauer wieder auf, In unmittelbarer Nähe der Mauer wurde dieser Tage eine arabische Schule eröffnet mit einem Eingang, der an den linken Flügel der Mauer grenzt. Man kann sich denken, wie oft dadurch die Andachten von der tobenden arabischen Schuljugend gestört werden. Die Regierung, bei der bereits Agudas Israel und Waad Leumi vorstellig waren, antwortete, es liege für sie kein Grund zu prinzipiellem Einschreiten vor, solange tatsächliche Störungen nicht nachgewiesen sind. Der Beauftragte des Oberrabbinats der Agudas Jisroel und des Waad leumis, der seit Jahre^'für die Ordnung an. der Mauer verantwortlich ist, wird aber mit Beweisen , für empfindliche Störungen der Andachten dienen können, wodurch vielleicht' doch bald das Üebel ' abgestel|t wird. Die in Verbindung mit diesenI.Beschwerden Vpn neuem aufgerollte Frage des Hinsch^ffens einer Thorarol'l.e an die'Mauer,; was vom Völkerbunde gestattet ist und nur nach einem gewissen: Gewohflheitsrecht bis jetzt unterlassen wurde, wu'i$e zunächst auf Anratung der Rabbinen von .«der Tagesordnung . gestrichen; ' i;' ■1 Der Wasser mja,n,g e 1 machte sich wieder in Jerusalem bemerkbar; da^alleii Versprechungen zum Trotz, die .neuen Wasserleitungen noch nicht funktionieren. Man mußte zu Rationierungen treten. Hier aber , spielte in diet Kommissionen der StadtverwiaKung gleich auch die Politik hinein. Die Araber verlangen zu allererst, daß die Wasserlieferungena,für die Baute n .gänzlich eingestellt werden. Ihre- Absicht ist leicht durchsic^tlich, da die Bauunternehmer, die.:Baumeister und-Bauarbeiter fast durchweg Juden sind. Die jüdischen'Vertreter setzten sich kräftig zur Wehr und korinten diese Maßregel verhindern. Nunmehr wurde kein Wasser mehr für die Gärten geliefert, was ja ebenfalls sehr unangenehm empfunden wurde, aber immerhin das kleinere Uebel darstellte. Zum Glück arbeitet der Himmel besser als alle Ingenieure und die Herren der Stadtverwaltung, denn indem die Herren r noch üb er,, die Wasserspende.; berieten und stritten,, zogen sich die Wolken dicht zusammen .-und. es regnete drei Tage lang ohne Aufhören, in manchen Gegenden Palästinas sogar mit;einer Beharrlichkeit,., die einigen Schaden anrichtete. In Tel Awiw standen .einige Hauptstraßen unter Wasser, im Scharon .gab es einige kleine Verheerungen in den PardesaAm. N a t et n i a. und 'ändere. Siedlungen wareneinige Tage vom Zentrum ganz abgeschnitten. Eine Baracke.in. Natania wurde glatt weggerissen, und man kann von Glück, reden, daß keine Menschenleben zu Schaden, gekommen sind. Auch Am}. Verkehr . ergaben. sich einige . Störungen« . iAllein der; .Segen, besonders für Jerusalem, .überwiegt bei weitemdie kleinen Schäden, und /so,, machte, ider Regen auch manche Beschlüsse der weisen Räte einfach zu Wasser. Von einem schweren Schag wurde das heiige Land getroffen durch das plötzliche Ableben des berühmten Gaon Rabbi Löb Ch a-s s mann, Mitglied des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel in Erez Jisroel und oberster Leiter der Jeschiwoth Hebron. Bei der Bestattung am Donnerstag mittag .hatte Oberrabbiner Dusc h i n& k i - Arbeitsrinhe. proklamiert; Eine unübersehbare Menge., gab . dem -großen Rabbi da& letzte Geleit. . •., :; ' - Mn. G.P. Amerika. Finanzielle und politische Hindernisse für die Durchführung des Siedlungsplanes in Ecuador, New York, 10. Nov. Die Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society (HIAS) hat einen Bericht ihres Pariser Büros veröffentlicht, in dem festgestellt wird, daß die Durchführung der Pläne, Juden in Ecuador anzusiedeln, durch finanzielle und politische Schwierigkeiten aufgehalten worden ist. In dem Bericht heißt es u. a.: Wir hatten Gelegenheit, den Entwurf eines Vertrages zu prüfen, der von der Regierung von Ecuador und dem. Pariser Komitee unterzeichnet werden sollte. Dieser Vertrag bezieht sich auf einen Kolonisationsplan, dessen Verwirklichung Millionen Dollar erfordert. Da diese Millionen fehlen, kann der Plan natürlich nicht verwirklicht werden. Seit der Niederlegung des Vertragsentwurfs ist der Präsident von Ecuador gefangen gesetzt worden und eine Militärdiktatur würde errichtet. Eine Anzahl Ausgewanderter, die wir individuell nach Ecuador schicken wollten, hat es im Hinblick auf diese Verhältnisse abgelehnt; die Rei&e anzutreten; ' SprechsaaL „Das selbständige Löschen". In Nr. 45 Ihres gesch. Blattes bringen Sie unter dem Strich eine Anleitung ,,zum selbsttätigen Löschen der .SchabBoslichter", .die dem Einsender als allgemein erlaubt zu sein' scheint. Ich 'mochte 'darauf hinweisen, daß der alte Würzburger 3"i V^sr diese „Zuschnapper" (wie sie damals hießen),' ausdrücklich für nicht erlaubt erklärte, wie ja überhaupt aus, dem 9"V und den Dezisören (vgl.auch n~oi b*b K*»Jfhervorgeht, daß hinsichtlich *iä»!> b'iÄ durchaus' nicht Einstimmigkeit . herrscht, so daß . auch .die elektrischen Schaltimren nicht:allgemein'1 als r erlaubt '".gelten." Die; angegebenen „Züsch^app'er' werden übrigens,', allerdings in" d"1 rroVri' in ''a'^D f*^h ri~R jHp erwähnt. - •';Dr. D., Köln.