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Der Israelit · 1935-11-14 · Heft 46 (14.11.1935) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 46 (14.11.1935)
Date
1935-11-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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14. November 1935 Der Israelit Nr. 46 Seite 5 um die aschkenasische und sephardische Aussprache. . Die Babylonier bedienten sich der sephardischen Aussprache, während in Chaifa und Beth Scheon die aschkenasische Aussprache gebräuchlich war und darum die Bewohner dieser Orte zum Buchenen und Vorbeten nicht zugelassen werden durften. Auch heute unterscheiden die Aschkenasim das ST nicht vom K (im sephardischen klingt das y wie an). Und in vielen Gegenden der aschkenasischen Mundart (auch in Süddeutschland) wird n und n nicht voneinander unterschieden. Rappoport daselbst weist darauf hin, daß im Jeruschalmi, der sich an die aschkeroasisöke Aussprache anlehnt, und n nicht nur in der Aussprache, sondern auch in der Schreibweise gleich gewesen sind. Vergleiche Jeruschalmi K"a W">*\ fW», "WO WüH für b*nn gelesen wird und U"n N"S n^JlÖ' Umstritten ist die Frage bei den D^pÖlS ob gestattet sei, in fremder Aussprache vorbeten zu lassen, wenn kein geeigneter Vorbeter zu finden ist, der die ortsübliche Aussprache beherrscht. Nach K"XT V'S ö*l "SOin ist es in solchem Falle erlaubt. In gleichem Sinne entscheidet der yi "»0 BHrl '15* Hingegen macht es der 'ri "»o yj "0 «]ot "ona (vgl. auch ">o mm ruca 7iot? "5N> Vi) zur Pflicht, -.daß der Betreffende die ortsübliche Aussprache übt und sich bemüht, in derselben vorzubeten. Der rrm« 3"n Q^n "»II4! <•» "»ö will auch in diesem Falle nur das Duohenen oder die Brochoh über das Schofarblasen gestatten, weil diese kurzen Stücke eingeübt werden können, nicht aber das ganze Gebet. Von allen Dezisoren wird jedoch betont, daß nur in besonderem Notfalle ein Vorbeter mit fremder Aussprache zugelassen werden darf, In einem speziellen Fall ging eine Entscheidung des Rabbi Schmuel Landau 'n ''0 |1'S fia'lP lY'W darüber hinaus und gestattete einer sephardischen Synagoge die aschkenasische Gebetsprache und auch, den Nussach derselben einzurühren. Die sephardische Gemeinde in Karlsburg hatte durch Verlust ihrer Mitglieder keine Möglichkeit, den G'ttesdienst zu erhalten und die Kinder in sephärdischer Aussprache unterrichten zu lassen. Rabb. P. Landau begründete dae^se Erlaubnis mit der a"tf T"» 211313 '»Jti die zwecks Erhaltung eines Minjan die Uebertretung einer sn^HKI TWV mxn gestattet. Er macht es jedoch den Sephardim zur Pflicht, im stillen Gebet ihrer Aussprache sich weiterhin zu bedienen, und ijede Möglichkeit wahrzunehmen, um die Kinder wieder in sephardischer Aussprache unterrichten lassen zu können und diese 'Gebetsprache in ihrer Synagoge wieder herzustellen. Im Wtiti 1ÖÖ - vom Emdener Rabbiner Abraham. <b, Arje Löb Amsterdam 5580 wird auf Blatt 57b ff. die Frage, ob Aschkenasim die sephardische Aussprache als Gebetssprache einführen dürfen, ausführlich behandelt, und er kommt zu dem Ergebnis: yvbb uwV na im»* inmb 'noK1? »*s* j?so naKi nii nn *nso suaaa ^enn^i mso „für mich ist es unzweifelhaft, daß es einem Aschkenasi verboten ist, seine Sprache in die sephardische Sprache zu ändern und in der sepharidischen Aussprache zu beten. Das ist klar und wahr." Begründet wird diese Entscheidung folgendermaßen: Die Verschiedenheit der Aussprachen ist durch die Anpassung an die Sprachen der Gastvölker bewirkt, (auch A. Z. Idelson vertritt diese Ansicht, vergL auch Mosche Zwi Segalrmayn nj?,ö,319n 'HÜ'»). Welche" der Aussprachen, so fährt der Zraur Hachajim fort, die richtige sei, kann nicht geklärt werden. Jede hat ihre Vorteile und ihre Nachteile. Es vermögen die Sephardim-nicht die aschkenasische und auch die Aschkenasim nicht die sephardische Sprachweise korrekt zu handhaben. Solange nun jeder bei der althergebrachten Aussprache verbleibt, gilt die Regel nüO XJöm DJ1X> sobald er aber zu einer anderen Sprachweise hinüberwechselt, ist er in der neuen Aussprache ein ibü' ein .Stammelnder. Aus diesem Grunde haben auch in Polen und in anderen Ländern die sephardisch Betenden die aschkenasische Aussprache beibehalten. Der Zror Hachajim schließt seine Ausführungen mit den Worten: •»3 ">rt> ifisnVpns rmw stsaaa ^snan 'Tasrcsn 13T mrw pE^ai nsw ^a „Der Aschkenasi, der in sephardischer Aussprache betet) wird zum Spott, da er mit stammelnder Lippe und fremder Sprache sein Gebet vorbringt." Rabbi Jizchok Hakauhen Kuk *'XT - hat im 3-K rmin mn min Vlpin Rücksicht darauf, daß, wie er hervorhebt, aus verschiedenen Ländern die verschiedenen Aussprachen in Jeruscholajim und in ganz Erez Jisroel zusammenströmen, eine ausführliche Abhandlung der Frage gewidmet, ob die Annahme einer anderen Aussprache als Gebetssprache gestattet sei. Ausgehend von der Stelle in V'ö ni3*13 „wenn das Schma gesagt wurde, aber nicht in genauer Leseart der einzelnen Wörter, habe man seiner Pflicht genügt," stellt Raw Kuk fest, wnpaw Vs-nai^ s*n npm *irrn rv^rms1? cnrnpri ähm rw rmwh tiok aV'nm ivokoi nis^va tpwa D'ppr Vaa ww insa wii> waa m aip: ins "»a^tt nvrnxn manai msnana owvms nw v>bzab tidk1? vpi ••riwviKn -bnpn imsa ^»aipan »lö'Ma .rripa „Vorsätzlich ist es verboten, die übliche Aussprache zu ändern, denn jede Abweichung von der üblichen hergebrachten Aussprache, also die Annahme einer fremden Ausspräche, gilt für die Betreffenden als inkorrektes Wesen, Ferner folgert Kuk aus dem Jeruschalmi rrm« }2"p sraw ramp ivo^n trnan n*n 3"o niaia o*n msa firnn *iso ja'O ">so s^'o "»o daß derjenige strauchelt, der im Ritus die Aussprache ändert. Wenn auch bei uns in Erez Jisroel, so fährt er fort, der sephardischen Aussprache wegen ihrer Schönheit und wegen ihres Wohlklanges der Vorzug gegeben wird, so hat di-e aschkenasische Aussprache ihr gegenüber den Vorteil, daß die Wörter und die Vokale artikulierter und korrekter ausgesprochen werden, woraus sich ergibt: ^rm suaaa lö^nrrti im» aits^ ia pmiw •»ö* n^n njmpw a^ai ^»aa laaa p^na mris „daß es jedem fernliegen möge, seine Aussprache mit der sephardischen, soweit es den Ritus betrifft, zu vertauschen." Darüber hinaus ist die Aenderung der Ausspräche aus dem Grunde verboten, weil "jaN min n"S eine Tradition nicht verlassen werden darf, denn jede Tradition der Familien und 'Gemeinschaften ist eine tragende Säule der Forterhaltung unserer Lehre. Raw Kuk schließt:!?aa *?inwnb niXD ""tra t i?tna "»aan D"sr aipa ^aa ^aipan «uaan rix -nwV na »saN» „Daher bestärke ich all diejenigen, die mit aller Kraft sich dem widersetzen, irgendwo die Aussprache zu ändern^ die an einem Orte traditionell ist. Man darf sich kein Beispiel an demjenigen nehmen, die ihre Aussprache ohne Zustimmung der Weisen geändert haben." (Schluß, folgt.) Kolielefli. Von Oberrabbiner Dr. Carlebach in Altona. (Schluß.) Der wesentlichste Unterschied zwischen beiden aber liegt in der Bewertung des Tode s. „Wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr da; und solang wir sind, ist der Tod nicht da, so daß der Tod uns nichts angeht," sagt Epikur. Gerade hier aber geht Koheleth andere Wege. Für ihn ist der Tod eine der entscheidenden Tatsachen alles Menschenlebens. Stets soll unsere Hinfälligkeit und unser Ende uns vor Augen stehen, soll die Stunde des Sterbens uns an die Pflichten der Gegenwart erinnern. Und wenn von einer Eitelkeit des Lebens gesprochen wird, so liegt sie nur in dem Mühen Ein jüdisches SoldatenschicksaL Nach Briefen des letzten Zarenpaares, Die letzte russische Zarin Alexandra, eine geborene Pfrinzessdn von; Hessen-Darmstadt, war, wie aus ihren Briefen („Als deutsche Zarin im Weitbränd" 1932, Carl Reißner-Verlag, Dresden.) hervorgeht, durchaus nicht besonders philosiemitisch eingestellt. Um so mehr ist es bemerkenswert, wie säe sich einmal für einen schwerverletzten" jüdischen Soldaten, der in den Karpathen den linken Arm verloren hatte, mit Wärme eingesetzt hat. Der Brief vom 6. April 1916, in dem Alexandra dem Zeuren Mitteilung macht von dem Gesuch dieses Kriegers, der 10 Jaihre lang in Amerika gelebt hatte und nun, daseine Wunde gut verheilt war, befürchtete, daß .er — als Jude — nicht mehr in den größeren Städten seiner alten Heimat Rußland leben dürfe, enthüllt ein typisch jüdi* sches Schicksal in all seiner Tragik. Der Schwerkriegsbeschädigte russische Jude war — so lesen wir da — „in die Vereinigten Staaten gefahren, um die Möglichkeit zu haben, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden, soweit es seine Fähigkeiten zulasse»". Er hatte sich dort ausgezeichnete 'englische Sprachkienntnisse angeeignet, und .die Kömiginwitwe Olga von Griechenland, die sein Gesuch an die Zarin weitergeleitet hatte, stellte ihm das Urteii eines „wphlgebildeten Mannes" aus. „In Amerika hat er," so .schreibt die .Zafin, „Rußland nicht vergessen und sehr an Heimweh gelitten, und sowie der Krieg ausgebrochen ist, ist er hierhergerast, um Soldat zu werden und sein« Heimat zu verteidigen., Jetzt, nachdem er seinen Arm im Dienst unserer Armee verloren hat und eine Georgsmedaille bekommen hat, möchte, er. hierbleiben und in Rußland das Recht haben zu wohnen, wo er will — ein Recht, das die Juden nicht haben. Als er infolge seiner Invalidität aus <ler Armee entlassen wunde, hat er gesehen, daß alles beim Alten geblieben ist, und daß seine eilige Heimkehr, um sich zu schlagen, sowie der Verlust des Arms ihm keinen Nutzen gebracht haben. Dabei kann man schon Bitterkeit fühlen, und ich verstehe das durchaus — ein solcher Mensch verdient eis, daß man ihn ebenso behandelt wie jeden anderen, der dieselbe Vierwundung erhalten hat. Er war nicht verpflichtet, sofort hierher zu kommen . . . Man sollte ihn nicht noch verbitterter machen und ihm 'die Grausamkeit seiner früheren Heimat nicht zu kosten geben. Mär scheint, man muß immer die guten Juden von den schlechten unterscheiden, und nicht gleich streng behandeln. Die Schlechten kann man ja 'bestrafen." ... Schon aan nächsten Tage ist über das Gesuch dieses jüdischen Soldaten entschieden worden. Der Zar schrieb aus dem Großen Hauptquartier seiner Gemahlin, daß er die Bittschrift des verwundeten Juden aus Amerika mit den Worten „Wohnort überall in Rußland gestattet" versehen und sie mit diesem Vermerk dem Ministerpräsidenten Stürmer zugeschickt habe. (Aus dem ,,Sobald'',) „Erez oder Erez Israel." Zu unserem Aufsatze über dieses Thema geht uns aus Bratislava folgende Zuschrift zu: Die Benennung „Erez" ist keine Halbierung aus Bequemlichkeit oder Gedankenlosigkeit, die erst seit einigen Jahren aus der neuhebräischen oder zionistischen Aera entstanden sei, vielmehr wird in der Thora selbst an unzähligen Stellen Erez Israel mit Erez allein bezeichnet. Diese Stellen aufzuzählen, wäre überflüssig, da sie jedem bekannt sind. Hingegen will ich auch darauf hinweisen, daß später in den Mischnajoth n^n a*B und im Talmud' 'n (siehe usi nbn KnBDin. auch ö*8?Yt») Erez Israel einfach Erez genannt wird. Diese meine sachlichen Bemerkungen wollen keinesfalls 'die in Ihrem Artikel gemachten Ausführungen kritisieren. E. K. (Wenn Miisehna und Talmud, was uns natürlich bekannt ist, von pK im Gegensatze zu V*in sprechen, so zeugt es nur von der großen Popularität, die unser Land als das Land genoß. Genau wie die Römer Rom stets nur schlechthin cLie Stadt, nannten, Vas wir in unserem Artikel scharf kritisierten und ablehnten, sind aber die Vorstellungen, die heute in vielen Kreisen mit der halben Bezeichnung verbunden sind, die schon oft so anmuten, als gebrauche man pR nicht im Gegensätze zu sondern gegen 'fW* pn. Redaktion.) Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes, Der unter diesem Titel zu Beginn des jüdischen Jahres erschienene Kalender des Jüdischen Frauenbundes (Druck und Verlag Gebr.. Braun, Ffm.) weist in seinen Bilderblättern ein beträchtlich hohes Kunstniveau auf. Vertreten sind Max Lieth ermann, Josef Israels, Siegfried Ziegler, Leo Kahn, Marc Chagall, Eugen Spiro u. v. a. „Jüdische Mu< sikanten" schließen sich Szenenbilder der „Habimah" und aus Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes an. Selbstverständlich fehlt auch Palästina nicht mit seiner neuen Arbeit und neuen Kunst. Wir sehen

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