Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1935)
- Date
- 1935-11-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 46 Der Israelit 14. November 1935 mit begründet, daß viele Eltern ihre Kinder nicht beschneiden ließen und sie trotzdem als Juden zu erziehen gewillt seien, sie darum nicht in die Geburtslisten einer anderen iKonfession_oder der Konfessionslosen eintragen könnten. Das Warschauer Rabbinat in Verbindung mit der Agudath Horabonim werde in einer außerordentlichen Sitzung zu diesem Attentat auf die jüdsche Religionsautonomie in Polen Stellung nehmen. Diese Mitteilung klingt so unglaublich, daß man es verstehen kann, wenn die zuständigen Rabbiner sich nicht spontan zu einem Proteste sammeln, sondern sich 'einige Zeit zur Stellungnahme lassen müssen. Die Bestimmung widerspridht so ziemlich allem, was man in letzterer Zeit in Polen in der Haltung der Regierung und der Gesetzgebung gegenüber dem religiösen Judentum erlebt hat. Wir wissen nicht, wie groß die Zahl der Juden in Polen ist, die auf die Einführung ihrer männlichen Kinder in den Bund, Abra'hams verzichten und diese dennoch als Juden erziehen möchten. Möglicherweise gibt es auch in Polen einige Fanatiker eines religionslosen 'jüdischen .Nationalismus, die auf solche Weise ihre Kinder vom ersten Tage an außerhalb der Religion stellen möchten. Aber kann denn die Regierung ein Interesse daran haben, Ideen und Handlungen einiger religionsloser Elemente zu fördern, in einer Zeit, da sich gerade in Polen der religiöse Gedanke, als Grundpfeiler des Staatsaufbaus gezeigt bat! * Polen hat ein neues Parlament, in dem dank dem neuen Wahlgesetze die;Judeniheit und vollends die Orthodoxie verschwindend gering vertreten ist. Sollte diese ßestimmung schon den neuen Kurs anzeigen, so hätten Polens Juden die Wirkung des neuen Wahlgesetzes und des, aus ihm hervorgegangenen Sejm noch rascher und intensiver zu spüren bekommen, als selbst die größten Pessimisten befürchtet haben. Hier fehlt uns die eindringliche und überzeugende Stimme eines Rabbi Alhron Lewin, der imstande gewesen wäre, Regierung und Parlament auf die Tragweite eines solchen Gesetzes 'hinzuweisen, das den Bau der 'jüdischen Gemeinschaft bedrohe und nur dazu angetan sei, haltlose Menschen zu züchten, die in keiner positiven Religion beheimatet sind und darum auch für den auf den festen Grundlagen der Religion ruhenden polnischen Staat keinen Segen bedeuten. Hoffen wir, daß es den rabfoinischen Instanzen (jetzt noch gelingt, jene Verordnung außer Kraft zu setzen. Halacbisches zur Frage der asdikenasischen oder septischen Aussprache. Von Rabbiner Dr. Jakobovits in Berlin. Bei der halachischen Behandlung der Frage, ob die Einführung der sephardischen Aussprache als Gebetssprache in solchen Synagogen zulässig sei, in welchen die aschkenasische Aussprache traditionell gebräuchlich ist, sind vier Gesichtspunkte zu erörtern. 1. Die Zulässigkeit einer Veränderung der Gebetssprache, 2. die Veränderung des Minhag, 3. die durch den Wechsel entstehende Störung der Andacht, 4. eventuell eintretende Differenzen innerhalb der Gemeinde. Die Argumente, welche in den Responsen bei der ausführlich behandelten Frage, ob ein Wechsel von Nussach Sephard in Aschkenas und umgekehrt vom Nussach Aschkenas in Sephard erfolgen darf, angeführt werden, (vergleiche: onnn;'n ">o a"n o"n nn;T"üi ro rrmK D"n nansn nnwn;n"V "»o wiv^rm?J"a rrmx j?',,ff r'zn ">o Y'n xwbn Y'nö a^ai bxw "o x"ri) sind auf die halachische Behandlung der Frage, ob die Aussprache von sephardisch in aschkenasisch bezw. von asohkenasisch in Sephard geschehen darf, nur in einzelnen Punkten anwendbar, denn beim Nussach handelt es sich in erster Reihe um das Argument der D,fciytP a"'/ während für unsere Frage dieses Moment nicht in Betracht kommt und wir u. E. die Erörterung mit der Gemorostelle T'3 »y?'}» zu beginnen haben. ]->x nnn ">qi rm w xb 'jwai 'wn K"*ik fra 'wk K^i t«ts> rra xb na'nn pma p"sr ]->sbxb piper »asa pwnu xbi nsTi "i3i i'sbx ]w>yb'] Die Kauhanim aus Chaifa und Beth Soheon dürfen niaht dudhenen. So wird auoh in der Brait.o gelehrt, es dürfen nicht als Vonbeter zugelassen werden nicht die Männer aus ..., weil sie X und y und j; und K verwechseln. Raschi gibt di'e Begründung, weil die mangelhafte Aussprache den Sinn des Textes umstellt. Der Lewuschj"^ ''SO ' n*3p "D führt eine zweite Begründung an: die fremdklingende Aussprache würde beim G'ttesdienst die Sammlung und die Andacht stören. Der Rambam schreibt in pPSI» T>HW O^VtfH: K'TI T'D plS D"3 '?\ •pyymVi ]wv x>QbM pij?w pip-»na m^rnsn jn'QD rw jn«ni i'x ina kxtoi r^mö ix p^K. die Stammelnden, welche die Silben nicht ordnungsgemäß aussprechen, und etwa K und ST odery und X oder und o und dergleichen Buchstaben verwechseln, dürfen nicht duchenen. Aehnlich ist der Wortlaut im Rambam ,Y7ön ',*T. yi/TObfl n^S: auch der Stammelnde ü"?»n pl) z. B. der 8 oder!? falsch liest, wie auch jeder, der die Laute und Silben inkorrekt ausspricht, darf nicht Vorbeter sein. Ebenso heißt es auch im Aurach Chaijim 128/33 und 53/12: Wer die Wörter nicht prägnant aussprechen kann, wird weder zum Duchenen noch zum Vorbeterpult zugelassen. Eine Anfrage an den Radbas, ob- Kauhanim aus Griechenland, die das n wie ein. ,1 sprechen, bei uns pnV TÖW sein dürfen, beantwortet er in seinen Responsen I 394 dahingehend, da die griechischen 'Kaüihanim die iSilbeu an unserer Aussprache gemessen nicht korrekt sprechen, dürfen sie fraglos bei uns nicht duchenen. Es sei kein Unterschied zu machen, ob K und j; oder n und n abweichend von der ortsüblichen Aussprache gesprochen .werden. Wenn auch die betreffenden Kauhanim in ihrer Heimatsgemeinde in ihrer griechischen Aussprache duchenen und die dortigen Einwohner in ihrer Gemeinde vorbeten dürfen, so sind die Betreffenden bei uns dennoch, da sie eine von der unsrigen abweichende Aussprache haben, als' Stammelnde anzusehen, die bei uns weder vorbeten noch duchenen können. Genau so wie nach Megilloh 24b die Bewohner von Chaifa und Beth Scheon an ihrem eigenen Wohnsitz in ihrer ortsüblichen Aussprache als Vorbeter fungieren, aber an anderen Orten, wo eine andere Aussprache üblich ist, als Stammelnde (Q'^y) gelten. Aus diesen angeführten Stellen geht hervor, daß jede, ortsübliche Aussprache innerhalb ihres1 Bereiches halachisch zulässig sei, daß hingegen jede fremde Aussprache als j^y und mangelhaft beurteilt wird und darum unzulässig ist. Hieraus ergibt sich von selbst, daß in einer sephardischen Synagoge der Gebrauch der aschkenasischen Aussprache und in einer aschkenasischen Synagoge der Gebrauch der sephardischen Aussprache verboten ist. Wenn wir den Ausführungen von 'Sch. J. Rappoport in VW milK' Brief 43/1 Seite 224f, und l^bpn nvrbin VW' Anmerkung Seite 10 208f, folgen, handelt .«s sich in der angeführten Gemoroh Megilloh 24b speziell 1^ mm m&?S3 Sidra-Anleitungen der Esra- Pirche Agudas Jisroel Gruppen. Chaje Soroh: Hinweis auf den Midrasch, daß der J»B> SäfA getötet tut, durch die -Erzählung von der Akedoh. Betone das Besondere, daß die Lebensjahre einer Frau erwähnt werden und überhaupt die Persönlichkeit einer Frau näher 'geschildert wird. (Siehe Hirsch z. St,.)*. In diesem Zusammenhang kurze Behandlung der Stellung def Frau im Judentum. (3, Aufsatz aus I. Breuer „Wegzeichen") (Warum hat Awrohom Sara nichts von der Akedoh erzählt?) — Behandlung des Wörtchens na»i in Kap. 23, Satz 2. Woher kam Awirohom, wohin wollte er, wo lebte er später? — Beachte die geographische Lage von Beer Schewa, Hebron und Moria (Wolf) — Erst läßt Awrohom die Bne Chet bitten, dann geht er selber. Warum? (Wolf) — Behandle 'die drei Begriffeowm >-a nnnK (Siehe Hirsch z. St.) Beachte die höfliche Absage. Wie muß Awrohom gelebt haben, daß die Bne . Chat ihn B»plV» tMM nennen! Satz 10 weist auf mxn D'Ton m5»na hin. lieber den Namen „Machpeloh" s. Hirsch z. St. Ueber die Sitte der Höhlenbegräbnis-se s. Wolf, Kap. 24, 1: Weise auf die Ünterechiede zwischen ton toa hin! Wozu i?t und nwa »3? (s. Wolf) — Hinweis auf die Heirat innerhalb der Familie. Sind dies rassische Rücksichten!? Welche Rolle spielt überhaupt 'die rassische Reinerhaltung im Judentum, Beachte den -starken Ausdiruck für das Bitochaom Awrohoms in Satz 7! — Eldieser schwört erst, nachdem er alle Einzelheiten des Auftrages kennt. — Der Ausdruck aio Vai in Satz 10 weist auf ein Testament hin (Wolf). War die Handlungsweise Eliesers ganz richtig? (s>. Hirsch u. Wolf)l Auch hier Hinweis auf Bitochaun. Hinweis auf Gemillus Chesed durch Rawkoh. Achte auf die Art, wie Riwkoh die Mizwoh ausführt! An ß'mis noiani non 'm^aa nisn prüft Elieser die Frau, die Jizchok heiraten soU. iEJäeser betet zum G'tt Awrohoms. Beurteilung der Religion an ihren Trägern. Vergl, das Verhalten Ruths durch das Beispiel No'omis, •ferner den Midrasch um Schim'aun ben Schetach, welcher den Jichmoeli zu dem Ausruf ritt» p yi»»» »piV» 'ti T^^ia veranlaßt. (Midrasch Rabbo zu Dewonim 'S)- — -Charakterisierung Labans. Vgl. später die Aufnahme Jakauwie im Haui&e Labans, Elieser versorgt erst seine Tiere. Dann erledigt er erst seinen Auftrag und dann endlich nimmt er'die Einladung an. Hinweis auf die Breite der Erzählung. Warum? (Zur Schulung der Weltanschauung) s. Wolf. — V. 39 zeigt, daß Elieser noch, nicht da© absolute Bitochaun hat. Beachte die Abweaehungea 'Zwisicliien dem Bericht Elieseiis und dem wirklichen Vorgang, (s. Hirsch z. St.) Hinweis auf die Einrichtung der Gebete durch .die Owaus. Wie äst dieser Midrasch aufzufassen? Midrasch von dem Tode Bethuels durch das Vertauschen des dem Elie$er vorgesetzten Giftbechers. Die Jüdische Winterhilfe braucht Dich! Kleines Feuilleton, Dann aber hob ein sanftes Wehen au... Dort, wo Er sich schon einmal offenbarte, Am Hoareb war's, daß Er hemied'erstäeig: Der abertausendfäch im Werk Verwahrte,. Von seiner Schöpfung Wall Umscharte, Der sonst graniten hinter Wolken schwieg. — Und angerufen trat aus seiner Höhle — So wie ein Knecht zum Dienst des Ackers geht—r Demütig harrend der Befehle Im Ausigerichtetsein der Seele Ins Helle -r- Elijahu, der Prophet. Und stellte sich den Urgewittern, Den Stürmen und der Erde Beben Und sah die Luft von Feuerilammen zittern Und wollte noch nicht Preis und iLobsamg geben. Dann aber hob ein sanftes Wehen an Ganz leise, wie ein Mutterwiegenlied, ' Da beugte sich der alte, ernste Mann, Den Mantel schlug 'er um sein Antlitz dann Und sprach: „Man lebt nicht, Herr, wenn man Dich sieht." f Ben-Chorin.