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Der Israelit · 1935-11-07 · Heft 45 (7.11.1935) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 45 (7.11.1935)
Date
1935-11-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 45 Der Israelit 7. November 1935 liehen Obdach bieten. Mit dem ersteren Einwand wollen wir uns nicht auseinandersetzen, er liegt zu weit weg von der Fläche normalen positiv religiösen Denkens. Wer so empfindet, wird wahrscheinlich immer eher den Weg zur Oper und in den Konzertsaal finden, als zum G'ttesdienste. Und mithin hätte sich die Reformsynagoge in ihrem eigenen Hause« von der Konkurrenz überrumpeln lassen. Ein „Haus der Versammlung" war in Wirklichkeit die Synagoge von jeher, aber doch stets im Sinne der inneren Sammlung und der Vereinigung, der Vereinigung mit der Schechinah, die uns zwar auch im Leben immer umschwebt, deren Licht wir Menschen aber nur an geweihter Stätte durch Konzentration all unseres Fühlens und Denkens auf diesen heiligen Punkt auf uns einwirken lassen können. Wie könnte anders unser nOJDH JP3 noch darüber hinaus üya 2Hp)!3 „Kleines Heiligtum" genannt werden?! Kleines Heiligtum nur mit Hinblick auf das große Heiligtum in Jerusalem, groß ist aber auch dieses Heiligtum, wenn es uns aus der großen Vergangenheit, aus dem Heldenleben der Väter, aus dem Schatze der alten und ältesten Gebete heraus die starken Impulse für das harte Leben des Tages gibt. Das alles sei denen gesagt, die ansonst traditionsmäßige Hemmungen gegen die Orgel nicht empfinden. Für uns selbst ist die Frage mit der oben angeführten rabbinischen Entscheidung endgültig gelöst. Der veredelnde Sport. Die „Frankfurter Zeitung" schreibt in ihrer Ausgabe vom 31. Oktober; „Am letzten Sonntag gab es in Ludwigshafen bei dem Spiel zwischen Phönix und Eintracht-Frankfurt Szenen, auf Grund derer man versucht wäre, der Fußballsport-Bewegumg alle höheren Werte abzusprechen, wenn diese Szenen nicht glücklicherweise im Verhältnis zu den vielen tausend Spielen, die an jedem Sonntag stattfinden, eben doch vereinzelt wären. Immerhin: ein Frankfurter Spieler, der sich erlaubt hatte, über die rohen Ausfälle eines Gegners nur den Kopf zu schütteln, wurde von einem Zuschauer niedergeschlagen und so zugerichtet, daß er in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußte und noch am Dienstag mit einer Leberquetschung zu Bett lag. Zwei andere Frankfurter Spieler verließen freiwillig den Platz, weil sie sich durch Steinwürfe gefährdet fühlten. Der rechtsprechenden Sportbehörde wird nun wohl nichts anderes übrig bleiben, als diese Schädlinge der Sportbewegung zu fassen zu versuchen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen sie vorzugehen, um so mehr, als der Ludwigshafener Platz erst im vorigen Jahre wegen ähnlicher Vorgänge für einige Zeit geschlossen werden mußte. Das langwierige System, nach dem im jedem Jahre die Fußballmeisterschaft ausgetragen wird, führt gar zu leicht, besonders bei dem Publikum — zu, einer gefährlichen Überbewertung von Sieg und Niederlage." - Für Deutschland handelt es sioh dabei um Ausnahmefälle. Daß es anderswo in der Welt auf den Sportplätzen noch weit heißer zugeht, beweist die weiterhin berichtete Tatsache, daß auf südamerikanischen und italienischen Sportplätzen die Zuschauer durch 'hohe Drahtg i 11 e r von dem Fußballfeld getrennt sind, damit die Wettspiele nicht durch das allzu temperamentvolle Publikum gestört werden können. In Italien mußte vor einigen Jahren ein Spiel bei der Wiederholung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit durchgeführt werden, weil sich die Zuschauer beim ersten Treffen so aufgeregt benommen hatten, daß die sportlich einwandfreie Durchführung der zweiten Begegnung durch sie ernstlich gefährdet schien. Und zur Ergänzung ein ITA.-Bericht aus Warschau: „In K o 1 o in Polen ist es im Anschluß an ein Wettspiel zu ernsten Ausschreitungen gekommen. Makkabi liatte das Spiel abgebrochen, nachdem ein Spieler der Gegenpartei einem Mitglied der Makkabimannschaft einen Fußtritt versetzt 'hatte. Bei der Rückkehr vom Sportfest wurden die Makkabimannscihaft und Anhänger, die sie begleiteten, von einer etwa 5(K)köpfigen mit Stöcken und anderen Gegenständen bewaffneten Menge angegriffen. Mehrere Juden wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Mehrere Personen, die an dem Ueberfall teilgenommen hatten, wurden verhaftet." Diese kleine Blumenlese von Sportberichten aus Südamerika, Italien, Deutschland und Polen dürfte genügen, um klar darzutun, wohin es führt, wenn die Sportleidenschaft übersteigert und auf die Spitze getrieben wird, Sport und Spiel mit Maß als zusätzliche körperliche Erstarkung und Ertüchtigung zu der geistigen Ausbildung kann nur heilsam sein. Wo aber der Sport zum Kult erhoben wird, sind jene Roheitsakte die natürliche Folge, ob die Spiele Amerika, oder Italien, Polen oder Palästina zum Schauplätze haben. In Palästina gehört «leider zu den Opfern der Spielausschreitungen in erster Reihe der S a b b a t zert in .einer solchen Reformsynagoge aufzusuchen. In den Fällen, die wir zu behandeln hatten, erklärte das orthodoxe Rabbinat mit aller Entschiedenheit, daß religiös gesinnte Juden, die Orgel und andere iReformen im G'ttesdienste auf Grund der religiösen Entscheidungen der großen Thoraautoritäten am Eingange des vorigen Jahrhunderts ablehnen, es genau so als Gebot ihres religiösen Gewissens zu betrachten haben, solche Synagogen auch bei profanen Anlässen, wie bei künstlerischen Aufführungen, zu meiden. Alle anderen Rabbinen in Gemeinden, die treu zum geschichtlich überlieferten Judentum halten, denken und entscheiden ebenso. Also steht uns nicht zu, auch nur noch ein Wort in diesem Punkte hinzuzufügen. Einer anderen Bemerkung, die mehr die Gegenseite angeht, können wir uns aber in diesem Zusammenhange nicht enthalten. Man weiß, unter welchen Auspizien damals die Reformbjewegung die Orgel, die deutschen Gebete und manches Andere ins jüdische G'tteshaus brachte. Als „Formen" waren sie gedacht und ausgegeben. Dem jüdischen- G'ttesdienste sollte Form und Rahmen, Weihe und Würde gegeben werden, im Gegensatze zu der angeblichen „Formlosigkeit" in den alten jüdischen Bethäusern, die, wie sie meinten, die Menschen, besonders die jüngere Generation, aus dem G'ttesdienste scheuche. Es hat sich in der Folge gezeigt, daß die alten Synagogen mit ihrem „formlosen" G'ttesdienste doch noch tagtäglich, morgens und abends, ihre Beter und Besucher in großer Anzahl vereinigen konnten, während die modernen Tempel bald genug auf die bezahlten Minjanleute angewiesen waren. Diese Tatsache ist allzu bekannt, als daß wir sie hier noch einmal erörtern müßten. Aber „die Weihe und die Würde" dienten als Begründung und Rechtfertigung für die Einführung des „geläuterten" und mit Sang und Klang „gehobenen" G'ttesdienstes. Wo bleiben aber die Weihe und die Würde, wenn man das G'tteshaus zu einem Konzertsaale degradiert? Zwei Meinungen wurden uns in Aussprachen über diese Frage entgegengehalten: Ernste Musik, in künstlerischer Vollendung von Berufenen ausgeführt, wirke ebenfalls erhebend, sei für manchen Andacht im höchsten Grade. Dann: Synagoge werde noiDn n'3' „Versammlungshaus" genannt, ergo könne sie auch zu Versammlungen dienen und auch einmal anderer geistiger und seelischer Betätigung als der g'ttesdienst- Bemerkungen zu den laufenden Thoraabschnitten. Von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger ^"^f in Bad Kissingen. (Zur ersten Jahrzeit am 15. Marcheschwan 5696.) f»a Da npbi iy> vbw ja nn»i »n ans nsnV uaa imta "fi' ötk» ]fi (a-a o iwwna) tb9b ->ni ^axi D»rm Raschi erklärt zu uaa 11185: Der Mensch ist einzig in den unteren Sphären wie in den oberen Sphären Ich einzig bin. Diese Einzigkeit besteht in der Erkenntnis von aitt und s*v Würde der Mensch auch von der Frucht des D"nn py essen, so wäre seine Lebensdauer unbegrenzt und die Gefahr vorhanden, daß die anderen Geschöpfe ihn irrtümlich vergöttern. Warum wurde aber die Schlange, die doch schon vorher sni ans SHV war, nicht aus der gleichen Befürchtung aus dem ]iv p verwiesen? Ihr fehlte die wesentlichste Voraussetzung zur G'ttähnliohkeit: sie war nicht 'K dVm erschaffen. a (") 'n rwma) n»? ->m nann pVn ji« na nns'i G'tt hatte beim Bau der Arche befohlen, nwi) ">nS (l"0 ")) narbins sollte den Zweck haben, Licht in die Arche einzulassen (siehe Raschi und Midrasch). ria aber machte aus eigenem Antrieb' ein p^»nein Fenster zum Oeffnen und Schließen. Deswegen die Hinzufügung fiP» er öffnete das Fenster der Arche, das e r gemacht hatte. * Abraham bewirtete die Engel mit Milch und Butter usw., nicht mit Brot, obwohl er Sarah beauftragt hatte, rm? »wsn wb (n>B?ma 18, 8.J.. Raschi erklärt dies auf Grund des Midrasch damit, daß Sarah inzwischen unrein und dadurch der von ihr geknetete Teig zum Genuß unbrauchbar geworden war. Worauf stützt sich diese Auffassung, die nach andren Erklärern (siehe Raschbam) unnötig ist? Unter versteht man den Teig in ungebackener Form, Qttf> dagegen ist gebacken«« Brot (siehe RaschiK-y n~y rmv mna). Mit dem Ausdruck m a. s 't?yi '•vb deutet daher die Tauroh an, daß Sarah beim Backen «tttf wurde. Dadurch konnte omas den o'as^a nur npan pi a^n naan geben, nicht aber auch Brot (vgl. 19, 3 den Bericht bei ibasii n e «: tns»i)- Die zukünftige Frau Jizchok's sollte erprobt werden, ob sie würdig sei, Nachfolgerin in dem gastfreundlichen Zelt Sarahs zu werden. Sie sollte nicht nur einer an sie gestellten Bitte entsprechen, sondern von sich aus sofort zu größeren Ton ni^aa bereit sein, (n'ttwo 24, 14). Rivko gab dem Knecht auf seine Bitte hin zu trinken. Erst später erklärte sie sich bereit, auch seine Kamele zu tränken (V. 19). Deshalb war der Knecht im Zweifel, ob G'tt wirklich seinen Weg hatte gelingen lassen (V, 21). # Als er jedoch erfuhr, daß das Mädchen der Familie Abrahams angehöre, hatte er die Gewißheit, daß G'tt ihn erhört hatte. Ihre Abstammung gab ihm die Gewähr, daß die Abweichung in Rivko's Verhalten gegenüber seiner Erwartung bedeutungslos sei. Deshalb erzählt er seine Begegnung mit Rivko und ihre Bereitwilligkeit, sofort größeres non nl^m zu üben, ganz so wie er es in seinem Gebet erfleht hatte. (V. 46.) t ('n n*a n'pjnä) a»ixa p« Vsa V»öi wa VaV fiitth fisnsS» at6 »aa'«m Josef erzählt seinen Brüdern, daß er Herr (pia) in Pharaos Haus und Gewaltherrscher (VtPia) in Aegypten sei. Er fürchtet aber, daß sein Vater an seinef G'ttesfurcht zweifeln konnte, wenn er hört, daß er ein Vena ist. Deshalb bittet er seine Brüder, dem Vater nur zu erzählen, daß er ]"nK sei (V. 9). Die Brüder hatten jedoch Angst, daß ihr Vater sich in einem Land, in dem Josef nur als fn» regiert, nicht sicher denug fühlen könnte, &r sieh deshalb weigern würde, mit ihnen nach Mizrajim zu ziehen, Sie glaubten größeren Eindruck beim Vater hervorzurufen, wen sie ihm berichten, daß Josef ^>»ia sei. Aber ia^> aa1!' Jakob konnte e§ tatsächlich nicht fasse*n, daß sein Sohn ein brutaler Gewaltherrscher sei. Er glaubte ihnen nicht (V. 26), Erst als sie ihm alle Worte Josefs erzählten und als er die Wagen sah (s. Raschi), da lebte sein Geist auf. (Vgl. die Erklärung des Wilnaetr >~xr rno in wVR 5np '0 zu /WH"» 37, 8 rpbv i^nn ibnn und m-aa ^»m natfan fvfj)- « •>vw> k^s 'w K^pn b& »iifrn »a^a »s. Es gab viele Jehudim zu Mordechais Zeiten, Mordechai aber war .der einzige wahrhafte *t i der durch seine Frömmigkeit und »eine Weigerung, an der Mahlzeit des Königs teilzunehmen, G'tt heiligte und ihn so als den Einzigen anerkannte Esther sieht die einzige Möglichkeit zur Rettung des jüdischen Volkes im Sturz Haman's. Sie ladet den König und Haman zu einem Gastmahl ein. Die G'moroh a"S TO n^a.B gibt u. a. als Grund für diese

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