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Der Israelit · 1935-10-31 · Heft 44 (31.10.1935) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 44 (31.10.1935)
Date
1935-10-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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VspFX&rZi?*?**? ^S^Se&S^^S^vSSmS&m^^^^^^^^^^^^im^^^^' 31. Oktober 1935 D e 1 i t Nr. 44 Seite 13 Weg bahnen. Aus der Niederung des Sinnes aber erhebt er sich durch Thora und Gebet zu höherem Leben. Die Seele schwingt sich auf und "fühlt sich durch Thora und Gebet gleichsam an den Ort ihres Ursprungs emporgetragen. Durch _Thora werden uns die Pflichten "gegen G'tt und Mensch und die höchsten Menschenziele offenbar und wird uns klar,: daß nicht nur der Jude, sondern alle Menschen zum höchsten Menschenziele berufen sind und daß wir die heilige Pflicht haben, ausnahmslos gegen alle Menschen Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu üben. Durch1 das Gebet gewinnt man jenes stille G'tbvertrauen, aus dem ,die Beruhigung des Gemüts hervorgeht, so daß der Alltag zum Festtag wird. Man erhebt «ich zu jener höheren Freude, in der alles Irdische" verklärt und von <j ttlichem durchdrungen Ist und die Erde uns zum Paradiese wird. G'tt hat den Menschen in das Paradies gesetzt, damit er den Garten Eden „bearbeite und bewahre" (Gen. 2, 15}. „Es ist etwas Großes um die, Arbeit, denn sie ehrt ihren Mann" ifGitt. 67b). „Wer seinen Acker bestellt, hat Brot in Fülle" (Spr. 28, i% Pflugschar, « Karst, Hacke, Spaten,' .Schaufel verschaffen mir mein täglich Brot und G'tt häb' ich'zu danken. Der Schöpfer allein ist mein Herr: Er machte mich zum Pächter der Erde und lehrte mich die Lehre der Wahrheit. Durch Thora und Gebet . . . Dtirch Thora und Gebet erhalten wir, frischen Mut und neue Kraft, unser Gefühl wird beleb,t, das Gemüt: erheitert"* und trotz sich türmender . Hinidernisse bleiben wir innerlich stets vergnügt. Thörä und Gebet v.erleihen uns Hoffnung* Trost und eins Erhebung, die ohne jegliche nationale oder konfessionelle Beschränkung kein höheres Glück kennt, als andere glücklich zu machen, aller Welt zum Segen zu werden. Jüdische Jugend Mecklenburgs feiert Sukkaus in Lübeck. Die Feier dies' Sukkausfestes, in Lübeck :J stand diesmal im Zeichen des jüdischen Jugenderlebnisses. Herr Rabbiner Dr. Winter hatte als Leiter der jüdischen Schule die Jugend von Mecklenburg zu einer gemeinsamen Sukkausfeier eingeladen und der Oberrat der mecklenburgischen jüdischen Gemeinden hatte mit Freuden zugestimmt. Mehr als 40 Kinder waren der Aufforderung gefolgt; Als Auftakt der Sukkausfeier fand ein gemeinschaftlicher G'ttesdienst in der Synagoge statt, der durch den unmittelbaren Appell des Herrn Rabbiner Dr. Winter an die Jugend tiefen Eindruck machte. Es war ein JugendgHtesdienst in des "Wortes wahrster Bedeutung. Zum Empfang der jugendlichen Gäste hatte die Lübecker Jugend zwei große Sukkaus' hergerichtet, und hier erlebte die Jugend ihr Sukkaus, angefangen vom Kiddusch am ersten Abend bis zum Ausklang des Festes, und froh und ungezwungen fand sich hier Jugend' zu Jugend'. Ob man sich im G'tteshause zu den G'ttesdiensten vereinte, ob man in der Sukkoh bei den Mahlzeiten beisammen saß oder sich im fröhlichen Spiel erging und. jüdische Lieder sang, immer fester schloß das gemeinsame Erleben die Jugend zusammen. Was eine jüdische Schule ihren Schülern geben kann, lernten die Jungens, und Mädels durch die Lehrer Rottenberg und Possenheimer kennen, die in lebendiger Form die Jugend am jüdischen Schulleiben teilnehmen, ließen. Wie eindrucksvoll dieser Einblick in das innere Leben der Schule auf die Kinder wirkte, zeigte sich in dem. immer wieder, geäußerten Wunsch der jugendlichen Hörer, doch auch, eine jüdische Schule besuchen zu können, Der Eindruck des jüdischen Erlebnisses vertiefte sich, noch: mehr durch den gemeinsamen Oneg an den beiden Sukkaustagen, in dem die schönsten jüdischen Lieder unsere Jugend über die Gegenwart hinaus mit unserer Zukunft verbanden. Einen harmonischen Abschluß; fand die so schön verlaufene Sukkausfeier durch die. Aufführung zweier Theaterstücke durch die Schüler der jüdischen', Schule, die den begeisterten Beifall der jugendlichen Zuhörerschaft fand. , .;. Dieses Sukkausfest war ein unvergeßliches jüdisches Erlebnis für all die Jungens und Mädels, die den Weg zur jüdischen Jugend Lübecks gefunden hatten. Herzlich und aufrichtig empfunden war der Dank der Jugend für die reiche Anregung,, .die sie. bei dieser, Feier empfangen .Hatte und, mehr als alle Schilderungen sprechen* die eigenen Worte der ,Kinder für die tiefgehende .Wirkung dieser Jugendgemeinschaft am Sukkausfeste. s <,iWir werden noch lange an den Eindrucken dieser -Sukkaustage. in Lübeck zehren uncl/ haben , eine Menge Anregungen für die Arbeit und das Leben unserer Gruppe mit heimgenommen., Gerade uns Kleinstädtern, tat es gut, einmal neue Menschen kennen;,zu lernen. JJer Gedanke, einmal die Kleinstädter, in idas Judentum emzuführen; war wirklich wunderbar undjjdie Durchführung ydieses Gedankens ist wahrlicft beispiellos igewesen." .■.; . Bücherei des Schocken-Verlages. Nr. 42: Gespräche: der Weisen./ Aus talmudischmidrasfahiscnen Teiten. Mitgeteilt von N. N. Glatzer,!.,. . -; Nr. 43. Deutung des Chassidismus, Drei Versuche - von Martin ßuber, Das Glatzer'sche Büchlein stellt eine recht geschickte und ganz auf das populäre Bedürfnis berechnete Auswahl talmudischer Agadas dar. . Vorwiegend, wenn auch nicht ausschließlich solcher, die sich in der Form des Gesprächs1 zwischen Lehrern und Lehrern, Lehrern und Schülern entfaltet. Die Reichhaltigkeit zeigt sich in den Titelüberschriften: Von der Lehre, Von den Lehrern,; Im Angesichte G'ttes, Von den Wegen des Lebens, Vom Gebet und den Betern, Abwege und Umkehr, Sterben und Tröstung, Rom und Jerusalem. Martin B u b e r hat in der jüngsten Nummer der Schocken-Bücherei drei seiner Arbeiten aus1 dem Lehrgebiet des Chassidismus vereinigt; Ein Stück aus der Einleitung zum großen Maggid, Das Geleitwort der Gesamtausgabe der chassidischen Bücher und eine in Ancona 1934 gehaltene Vorlesung. Die letzte dieser Arbeiten, die am wenigsten bekannt istj versucht die prophetische und chassidische Glaubenshaltung miteinander zu vergleichen.; Sie bemühtsich auch, die Nuancierung zu erkennen, die die ursprüngliche Kabbalä in der Entwicklung des Chassidismus gefunden hat. Es ist dankenswert, daß es Buber dabei vermieden hat, die Differenzen zwischen dem alten RabbiiMsmu« wid seiner chassidischen Ausgestaltung zu übersteigern, vielmehr im Gegenteil die kabbalistischen und chassidischen Elemente, die im Rabbinisimüs uranfänglich geborgen sind, in ihrem Vorhandensein herauszustellen. Kiiiderecke. Reingefallen. Eine kleine Geschichte von bestrafter Habgier. N a c h M i d r a s c L Ein Mann war ausgewandert und hatte es in der neuen Heimat nach einem mühevollen, arbeitsreichen Leben zu ansehnlichem Wohlstand gebracht. Nun war er alt geworden und fühlte, daß es wohl bald mit ihm zu Ende gehen würde. Verwandte besaß er nicht außer einer Schwester, die in der Heimat in dürftigen Verhältnissen lebte. Eines Tages nun rief der alte Mann seinen Diener herein und übergab ihm sein ganzes Vermögen. „Wenn ich tot bin," sagte er, „dann besorge von diesem Geld ein anständiges Begräbnis für mich. Es werden dann, schätze ich, hunderttausend Schekel übrig bleiben. Davon schicke meiner Schwester soviel wie du willst. Der Rest gehört dir." Der Diener versprach hocherfreut, genau nach den Worten seines Herrn handeln zu wollen. „Nur um eines bitte ich, wenn es möglich ist," wandte sich der Diener nochmals an den Herrn. „Schreibt doch euren letzten Willen auf ein Blatt Papier, damit alles seine (Richtigkeit bekommt." Der Alte schrieb auf, was er gesagt und seinem Diener versprochen hatte und starb auch wirklich schon kurze Zeit danach. . Der Diener ließ den Toten nach dessen Wunsch, ehrenvoll bestatten und behielt richtig, als alle Kosten dafür bezahlt waren, runde hunderttausend Schekel übrig. Damit reiste er zurück in seine Heimat, wo auch die arme Schwester des Verstorbenen lebte und schickte :ihr armselige tausend Schekel. „Soviel, wie. du willst," hatte sein. Herr ja gesagt, also hätte er ihr auch weniger geben können. Jedenfalls könnte ihm niemand etwas anhaben, dachte er zufrieden. Die Schwester aber, die, .wohl von dem Vermögen ihres Bruders gewußt! hatte und dem Diener nicht traute, trug den .Fall dem Gericht vor. Der Richter ließ den Diener kommen, und verlangte von ihm zu wissen, mit welchem. Recht er denn das ganze Geld seines Herrn für sich behalten hätte? Der Diener war schon auf diese Frage vorbereitet und zeigte das Schriftstück seines Herrn vor. . Der Richter las aufmerksam die wenigen Zeilen durch, sah den Diener an und schmunzelte ganz wenig. „Hunderttausend Schekel waren dir verblieben und tausend Schekel gabst du der Schwester deines Herrn.; Stimmts?" „Jä," sagte der Diener. „Hm" — mächte der Richter und schmunzelte schon etwas mehr. „Und der Rest, die neunundneunzigtausend Schekel?" fragte der -Richter weiter. „Die behalte ich. Die will ich," sagte der Diener, „ihr könnt ja das Testament lesen." „Ja, das Testament habe ich gelesen," der Richter lachte jetzt beinahe, „und muß euch verurteilen, die neunundneunzigtausend Schekel unverzüglich herauszugeben; Denn in dem Testament steht klar und' deutlich, ihr sollt der Schwester eures Herrn geben, soviel, wie ihr wollt. Da ihr nun hier vor Gericht bekundet habt, daß ihr neunundneunzigtausend Schekel wollt, so gehört der Frau das Geld." Ein Kommentar erklärt mit diesem Gleichnis die Worte in der EstherrolleaiöD 13 mtZWV Dttm "p3'373 „dem Volke wird all das Gute widerfahren, das du dir selbst zugedacht hast." Wobei vorausgesetzt wird, daß die Stimme des Weltenkönigs aus dem Munde des Perserkönigs spricht. Kinder sehen Rabbi Meir baal Haneß Man schreibt uns: In Rhina ist eine fromme Familie, die Gelder für Rabbi Meir baal Haneß annimmt, Gewöhnlich -werden die kleinen Kinder beauftragt, die jeweiligen Beträge dieser Familie zur Weiterbeförderung zu bringen. Meistens ist die Frau zuhause und nimmt die Gelder entgegen. Einmal jedoch war der Mann zuhause. Die Mutter des betreffenden Kindes frag, wem es das Geld abgegeben habe. Darauf die prompte Antwort: „Diesmal hab1 ich's dem Rabbi Meir baal Haneß selbst geben können." In Burghaun pflegte man stets statt Rabbi Meir baal Haneß imme-r nur „der fromme Mann" zu sagen. Man spendete für den „frommen Mann". Bei einer frommen Frau befindet sich dort eine Sammelstelle für den gleichen Zweck. Einmal war unser Raw in B., und das Kind sah ihn im Hause, wohin die Gelder abgeführt wurden. Da frug est „Ist das der fromme Mann?" K. G. ZahlenrätseL 1,2.3.4.5,6. 7.5, t. 8.9,10,11,10,1 Die schönsten biblischen Sprüche und Weisheiten 2, 7, 8, 3, 8,10 . j Ägyptischer König . Biblische Stammutter . Gebirge zwischen Europa und Asien . Sohn Isaaks ' . Streichinstrument . Prophet '» . Prophet . König von Juda . Vater eines großen Propheten . Kamelschaf . Bühnenwerk . Der Führer Israels . Ein Edelstein Biblische Stammutter 3. 8. 7. 5. 9 4,3,8,9 . 5,1,8,4 . 6. 5,9,9.10 7.10,1,5,8 5,1, 3, 8 . I, 8,4, 9 . 8,11,3, 8,11 9.8.11.8 . 10, 2,5,3 . II, 10,1,5 10.2.8.9 . 1,8,3.8 . Auflösung des Rätsels aus Nr, 41 / 42. ■ 2 n Uli ■ _Ö ■ •> j_ ■ 7 □ n ■ V ■ Bf £ •» -1 7 V X i K ■ 1 n i T y □ ■ ■ 5 ■ □ ■ n X *m

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