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Der Israelit · 1935-10-31 · Heft 44 (31.10.1935) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 44 (31.10.1935)
Date
1935-10-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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."SSV <>*r!w^i« . ^-uiwwo-wii^^a-«^!. »y-k^-M^-^v, ^/V^ys^jp-^ä^^^fifyE^'i»;?; M"^»" Seite 10 Nr. 44 D I s r a e 1 i t 31. Oktober 1935, Das Sukkauifest ist trotz der derzeitigen Sorgen des Landes in gewohnter Freude verlaufen Wiederum war das Zentrum des Festlebens im Hause und in der Sukkoh von Oberrabbiner Duschinski die auch der Gouverneur von Jerusalem in Beglei tung hochgestellter Persönlichkeiten der» Verwaltung und vieler Konsuln mit ihrem Besuche beehrten. Tm großen Saale der Talmud Thora tagte am Cholhamoed die Landeskonferenz der Poale Agudas Jis r o e 1 unter Beteiligung von vielen Delegierten und Gästen. Rabbi Jenklowitz leitete die Konferenz mit programmatischer Ansprache ein, worauf viele Begrüßungen folgten. In der Arbeitssitzung erstattete Herr Silberstein den Rechenschaftsbericht über die Wirksamkeit der Leitung der P, A. J. in den ersten drei Monaten ihres Bestehens. Der Mangel an Mitteln hemme stark die Arbeit, die aber dennoch getrieben von einem starken, ehrlichen Willen, vorwärtsgehe. In einer ausgiebigen Diskussion, bei der es auch nicht an Kritik und an Klagen über die zu schwache Unterstützung vonseiten des gesetzestreuen Judentums, der Welt fehlte, wurden noch einige Fragen geklärt. Ferner wurde Klage gefühlt über viele gesetzestreue Arbeitgeber, die in ihren Betrieben Araber oder antireligiöse Arbeiter beschäftigen In seinem Schlußworte erörterte das Leitungsmitglied, Herr S. Moses, noch einmal die einzelnen Auf gaben der Chawerim und spornte sie zu einer größeren Kraftentfaltung an; damit die brennenden Auf gaben der orthodoxen Arbeiterschaft gelöst werden können. Ein gemeinsamer Spaziergang wurde mit einem Referat von Juda Schächter eingeleitet über „Jüdische Wallfahrten in der Geschichte". Auch der Verein fiiv »TrtTö nutzte die arbeitsfreien Halbfeiertage zur Sammlung seiner Mitglieder aus. Reden von Rabbi Mosche Blau und Rabbi Ben zion Jadleyr hinterließen großen Eindruck. Di< Rechenschaftsberichte wurden entgegengenommen und einige Resolutionen einstimmig gefaßt. Das Fest des Wasserschöpf ens in der Sukkoh von Oberrabbiner Duschinski nahm auch dieses Jahr einen herrlichen Verluaf, der in manchem die alten Berichte über diennswn n»a nnawin der Tempelzeit lebendig werden Keß. M. G. P. Die Jaffaer Munitfonsschmuggei-Affäre. — Jerusalemer Kopie in Syrien verhaftet. Jerusalem, 24. Oktober, Die Polizei in Tripoli (Syrien) veröffentlicht eine Erklärung, wonach ein gewisser Butrus Luis, Kirchendiener der Jerusalemer abessinischen Kirche, von ihr unter dem Verdacht verhaftet wurde, in die bekannte Munitionsschmuggel-Affäre verwickelt, zu sein. Lusi ist vor einigen Tagen ohne Paß aus Palästina geflüchtet. Es sind deutlich« Anzeichen dafür vorhanden, daß die in der Zementladung auf einem belgischen Schiff in Jaffa entdeckte Munition für Syrien bestimmt war. Die Polizeibehörden, die sich mit der Untersuchung der Affäre «befassen, haben entsprechendes Material in Händen. Inzwischen geht die arabische Hetze gegen die Juden weiter und nimmt bedrohliche Formen sn. Nach einer Versammlung in Jaffa haben die arabischen Führer ein zweites Memorandum in dieser Angelegenheiten die Regierung gesandt. Das von der Palästina-Regierung veröffentlichte Communique hat folgenden Wortlaut: Am 16. Oktober ist mit dem Dampfer „Leopold II." der „Armaments Deppe"-Linie in Jaffa eine Warensendung eingetroffen, die als 537 . Fässer belgischen White-Star-Cement bezeichnet war, Absenderin war eine belgische Firma in Antwerpen, deren Name der Polizei bekannt ist. Adressat war „J. Katan, Tel Awiw". Eine Person, die sich als J. Katan vorstellte, unterzeichnete den Empfang der Ware, beauftragte eine Speditionsgesellschaft, sie auf einen Lagerplatz zu führen, wo die Zollrevision begann. „J. Katan" ist unbekannt und konnte noch nicht ausfindig gemacht werden, jedoch ist eine Personalbeschreibung in den Händen der Polizei. Als die größere Hälfte der Fässer abtransportiert war, bemerkte man, daß eines der im Hafen zurückgebliebenen Fässer beschädigt war und einen in den' Zement eingebetteten Zinnbehälter enthielt. Die Büchse wurde geöffnet und man fand in ihr einige Patronen und Revolver. Sofort wurde von den Zoll beamten und der Polizei eine genaue Untersuchung der ganzen Sendung vorgenommen, sowohl der 304 Fässer, die das Hafengebiet bereits verlassen hatten, als auch der 233 zurückgebliebenen. Die Woche. Berlin. Die erste Haussammliing der Jüdischen Winterhilfe Berlin findet am nächsten Sonntag, den 3. November, statt. Für den 10. November ist Eintopfsonntag/ verbunden init 'Haussammlungen, vorgesehen. Köln. Wie das „Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen" bekannt gibt, findet gemäß einer Entscheidung des Oberpräsidiums in Zukunft kein obligatorischer Unterricht mehr am Sonntag im Jawne-Realgymnasium statt, wodurch sich die Notwendigkeit ergab, den: sogenannten „gleitenden Stundenplan" einzuführen. Wien. Sven H e d i n , der zur Zeit in Wien über seine letzten Entdeckungsreisen Vorträge hält, erklärte Pressevertretern, es treffe zu,; daß er zum Teile von jüdischer Abstammung sei, denn sein Urgroßvater war ein deutscher Jude namens Brody. „Ein sechszehntel meiner Abstammung zum Mindesten ist nachweisbar jüdisch, was ich nicht bedaure," sagte der Forscher. Genf. Auf Veranlassung der. hier weilenden Vertreter der Jewish Agency wurde am 26. Oktober, bei Anwesenheit sämtlicher Mitglieder der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes, der Keren Hajessod-Film „Land der Verheißung" vorgeführt. Der Aufführung ging eine einleitende Ansprache von Dr. N, Goldmann voran. Kowno. Der Bischof von Ko wno wandte sich aus Anlaß der (übrigens mit starker Uebertreibung von der Presse gemeldeten) Unruhen in Telschi von der Kanzel herab sehr scharf gegen die Judenhetze und unterzeichnete auch einen Aufruf an Litauens Bevölkerung in diesem Sinne. Czernowitz, In Mihaleni bei Czernowitz wurden .zahlreiche Wohnhäuser von Juden, zwei Synagogen und 14""Thorarollen durch Feuer vernichtet. Lodz. Die „Zeiire Agudas Jisroel" in Lodz haben beschlossen, zur Erinnerung an den vor kurzem verstorbenen Agudafuhrer und ehemaligen Senator Ascher M e n d e 1 s s o h n ein S e - fer Thora schreiben zu lassen. Saloniki. Sämtliche griechischen Schiff ahrtsgesellschaften haben infolge eines Matrosenstreiks den Dienst nach Haifa, Jaffa und Alexandrinien eingestellt. Palästina-Auswanderern aus Griechenland stehen zurzeit nur noch russische Dampfer zur Verfügung, da die Fahrpreise auf anderen Schiffen zu hoch sind, — Der Rektor der Universität Saloniki hat anläßlich eines Besuches des Salönikier Oberrabbiners durch diesen an die jüdischen Studenten des Auslandes die herzliche Einladung zur Fortsetzung ihrer Studien in S a 1 o n i k i gerichtet. Jerusalem. Nach neuesten Aufstellungen arbeiten rund 5000. deutsche Juden in den Kolonien Palästinas als Arbeiter oder Siedler. Die kleineren Kibbuzim sind dabei nicht berücksichtigt» — Die Textilfabrik Dsch e d d a , die vorübergehend wegen der japanischen Konkürrenz geschlossen war, gibt bekannt, daß sie den Betrieb wieder auf genommen. hat. — Die Elleras Bank Ltd. wurde in die Liste derjenigen Banken aufgenommen, die zur Ausstellung von Bestätigungen über den Kapitalbesitz von ■ Einwanderern 'der. Kategorie;A. berechtigt sind. — Nach: Scheiterung des Generalstreik« am 24. Oktober, hat der Verband der arabischen Jugend Palästinas für den 2. November, den sogenannten Balfourtag, eine Konferenz nach Nablus einberufen, die sich u. a. mit dem angeblichen „jüdischen Waffenschmuggel''5 befassen soll. — Die Palästinaregiruhg beginnt mit dem ' Bau, YOn drei neuen Krankenhäusern in Jerusalem, Ramie und Jaffa. — Die arabische Tages,- zeitung „Feiestin" gibt der Meinung Ausdruck, daß es» iiii'Fall weiterer interhationa-: ler Verwicklungen zur Einsetzung eines MllitäT-Regimes in Palästina kommen werde; Tel Awiw. Auf der Levante-Mess.eim kom^ menden Früh jähr wird eine S;bn d e r - schau f ü r S c h i f f a h r t und Hafenwesen eingerichtet. , , v! Diese Untersuchung führte zur Entdeckung großer Mengen von Munition; und; einer Anzahl von Repjetierpisiolen und Revolvern. Von der ganzen-Ladung von 537 Fässern enthielten 359 Munition oder Waffen in Behältern, die mit Zement bedeckt waren., Das gesamte Material befindet sich jetzt in den Händen der Polizei. Zur Zeit wird in Palästina und im Ausland eine intensive Ausforschung mit dem Ziele ^durchgeführt, die Schuldigen, wer immer sie seinmögen, der. Justiz zu überliefern. Vier Personen wurden als verdächtig in Haftung genommen. , J e r u s a 1 e in ,. 27. Oktober. Der für Sonnabend, den 26. Oktober, proklamierte Generalstreik ist nur z u m T e i'l durchgeführt worden. Zahlreiche arabische Geschäfte und Restaurants blieben geöffnet, es verkehrten auch- Autobusse arabischer Unternehmer. Die Palästinaregierung hatte öffentliche Umzüge und Kundgebungen am Streiklage v erböte n. Dank diesem Verbot und den umfassenden Sicherungsmaßnahmen der Behörden ist der Tag trotz der ihm vorangegangenen zügellosen Agitation im allgemeinen ruhig und . ohne Zwischenfälle verlaufen. -Nur in Nablus (Sichern}, dem berüchtigten Zentrum des extremen arabischen Nationalismus, kam es jzu Ausschreitungen einer Menge von etwa 400 Mitgliedarn des arabischen Jugendverbandes im Viertel der Samaritaner. Die Häuser der Samaritaner wurden mit Steinen bombardiert, so daß fast alle Fenster zertrümmert wurden. Verletzt, wurde niemand. (Siehe Wochenrundschau.) Allerlei aus Palästina. Jerusalem, 22. Oktober. In Palästina ist der Vorsitzende der. P a 1 e s t i n e Economic Corporation in New York, Dr. Julius Simon, eingetroffen, um die Vorarbeiten für die Durchführung des Planes, tausend A r b e i- "t e r f a m i 1 i e n 1 a n d w i r t s c h a f , t I i c h a n z u - siedeln, zum Abschluß zu bringen. Diese Arbeiten sollen auch die Versorgung .de*1neuen Siedlungen mit Wasser umfassen. Wie aus soeben veröffentlichten statistischen Angaben zu ersehen ist,7 wurden im September d. J. in Tel Awiw 30.000 m? neu verbaut, während es im August 40.000 m2 waren. Mitte Oktober war eine leichte Abschwachung der Bautätigkeit festzustellen, was zum Teil auf die jüdische» Feiertage in diesem Monat zurückzuführen ist. Es gibt trotzdem zurzeit nicht mehr als bloß 100 arbeitslose Bauarbeiter in Tel Awiw. Von einer Baukreditgenössensohaft in Tel Awiw sind in letzter Zeit an 730 Familien Kredite zur Herstellung von Wohnhäusern erteilt worden; 400 Familien wollen Einfamilienhäuser, die übrigen Mehrfamilienhäuser und Wohnblocks bauen. Die Kosten für die Errichtung dieser Neubauten betragen 350.000 Pfund, davon stellt die Hypothekenbank 100.000 und die Prudential"-Versicherungsgesellschaft 75.000 Pfd, bei. Bei dem Bau werden etwa 1000 Arbeiter Beschäftigung finden. Laut der amtlichen Statistik betrug der Geldumlauf in Palästina im Monat September d. J. 7520.134 Pfd. Dies bedeutet gegenüber demselbe'n Monat des vergangenen Jahres eine Steigerung um rund zwei - Mil-;1 lionen Pfund. In der „Official Gazette" wird das Budget der Palästinaregierung für das vom 1. April 1935 bis zum ' 1. April 1936 reichende Finanzjahr veröffentlicht. Die Ausgaben sind mit 4.863.877, die Einnahmen mit 5,856.440 Pfund präliminiert. Unter den Ausgaben stehen an erster Stelle diejenigen für öffentliche Arbeiten; hierfür ist ein Betrag von über einer Million Pfund vorgesehen. Die ReSeFV-Qn der Pälästiftaregierung betrugen Ende August 1935 5.824.515 Pfund. Sollte jedoch 'der monätliche Verwaltungsüberschuß bis zum Jahresende!:;; ebenso hoch bleiben wie. in den ersten fünf-Monaten-! - das Finanzjahres, so wird der Ueberschuß dieses Jah-, res allein über dreieinhalb Millionen ausmächen; Die'>' steigenden Einnahmen haben die Regierung ■ bewogen/ auch die Ausgaben zu vergrößern; und zwar, bis zu dem Betrage' der ursprünglich Veranschlagten Ein- :, nahmen.,, . :M!ti .... ..... ..;f|(i

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