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Der Israelit · 1935-10-24 · Heft 43 (24.10.1935) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 43 (24.10.1935)
Date
1935-10-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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■24. 'Oktober-1-935 D e t hra e.ti t". Nr. 43 Seite 13 > Persönlichkeiten aus Jerusalem und anderen Teilen des Landes hat die Stadt auch geistig sehr stark prp- - fitiert. Im Hause von Rabbi Jeschaja K a r 1 i t z , der hier zur Erholung weilte, war eine regelrechte Söm-' menresideniZ der Thoray in der sich die Thöragelehrten und die ■ Junger bei geistigem Austausch fanden. Leider muß demgegenüber' verzeichnet werden, daß gewisse jugendliche Gäste aus der areligiösen Schicht auch fremden Geist in Thora und Glauben nicht genug gefestigt ist, sehr nachteilig beeinfluß,- ten.-' Das Zentrum' des sogenannten ,,Ha'Schomer Hazair" war im Büro des Hilfsfonds, das von den Geldern des N. F. errichtet^ wurde, und das das ganze ' Jahr leer und unbenutzt steht, um in dem Sommermonaten zum.. Sammele. jund. Ausgangspunkt unjüdischen Treibens zu werden. Es kann nicht genügend betont werden, wie wichtig für «die Stadt, und den alten Jischuw es wäre wenn recht viel fromme Som- .:. , , •. ';. ' ' ) '-v mergäs^e besonders aus den Kreisen der orthodoxen Jugend herkämen. . r' i;-;'.' :■>•. 1 Personalien. Breslau, 20. Okt. " Wiederum ist die jüdische Wissen- .schaft und insbesondere da^-jBreslauer Judanti^m vog, einem schweren Schlage betroffen worden. HerrüJrT Hch. S p e y e r, aus Frankfurt fjM) stammend, wo er mit kurzen Unterbrechungen bis zu seiner Berufung nach Breslau gelebt hat, ist in seiner Vaterstadt im Alter von 38 Jahren unerwartet von uns gegangen. Vor 10 Janren wurde er aus Litauen — er war idort kurze Zeit an eineni hebräischen Gymnasium tätig — nach Breslau als Lehrer an das damals noch im Aufbau begriffene höhere Schulwerk berufen. Der kurze Aufenthalt in Litauen in einem 'Milieu, das mit aller Macht vondenTradition sich loszureißen suchte, hat .seine jüdische Einstellung stark, positiv beeinflußt und .seine Liebe zum überlieferten Judentum nur bestärkt. Noch in späteren Jahren konnte er nicht genug warnen vor dieser Entartung jüdischer Kultur- Begriffe, wie er sie dort vorgefunden hat. 7 Wenngleich seine Aufgäben an der Breslauer Schule ihn nicht ganz ausfüllten und ihm Zeit für seine.weitere wissenschaftliche.Fortbildung ließen, so war er doch seiner Lehrtätigkeit ganz hingegeben,und sein Unterricht in manchen Fächern wird r seinen Schülern in dauernder Erinnerung bleiben. '. Vor etwa drei Jahren wurde er als Dozent fan das Bresläuer Theologische Seminar gewählt, Was seinen Fortgang vom Realgymnasium "zur'Folge hätte,' Aber auch dann noch widmete er als .Mitglied des Kuratoriums weiter sein volles, Interesse., dem jlidi-f sehen Schulwerk,, .das ihm wie keinem am Herzen lag, Iii vielen 'jüdischen Gremien, sei es' Lörfe, Vor-; stand der Gemeinde oder Volkshochschule, hat ei* der; jüdischen Sache, wie er: :sie auffaßte; mit ganzem' Herzen zu. dienen_ gesucht. Seine. hervo^age«de; Red-r nergabe, seine fesselnde und klare Darstellungsweisej schufen ihm eine immer größer werdende Gefolg-| schaü.-.:. Wenn - auch sein Hauptinteresse deS?^-ü'd~i-■ sehen Wissenschaften,,'msbesqndere der Geschichte,: der Bibelexegese und Religionsphilosophie gewidmet? war, so war er aUch auf den Nachbargebieten, na-l mentlichden orientalischen Sprachen« und der. Islam-; Wissenschaft ein selbständiger Forschervon hohen' Graden. Nach vielen Enttäuschungen, die er bei sei-. nem wissenschaftlichen Vorwärtsdringen erlitten hatte: — die letzte und größte durch den Tod seines Lehrers und Förderers, Prof. Horwitz, Frankfurt a;.M.i —' war ,€js, ihm endlich vergönnt, sein-Hauptwerk dem Erscheinen, .entgegenreifen zu sehen... Von diesem Werke ^erhoffte er vieles. .(Es sollte" seinen'wissen-; Sch'aftlJchen RUF begründet u^id th'm die11 Fortsetzung •seiner Forschertätigkeit; dm belügen" Lahde, wohin er sich mit ,<ganzemi.Herzen :sehnte, . ermöglichen. «• Seine wissenschaftliche Tätigkeit ,fwi dem Gebiete der ^T'nachexegese brachte ihn in manchen: PünMeSi inJ'Konflikt'■ mit do'gmatisoh'en' Grüridansich-; teh 'des1'überlieferten Judentums.! Seih Unterricht' freilich ließ nichts davon merken, da gab es keine Zweifel an der Heiligkeit und Unverbrüchlichkeit des Prophetenwortes, und manchen Schüler aus entfremdetem Kreise hat er durch die Kraft seiner Darstellungl,-dem ithoratreuen w Judentum .zurücfcfewoiiaäxi, ■ Im I-Grunde .schlug: sein.,,heißes jüdisches Herzdach nur füiida^jalte,. ^ho.ra|deai;: des;-jüdis.chen,,yolkes, j das .er versuchte mit dea'p^ürfnisseh' der'^tzfeeit: im heiligen^ La'ntde ü' vereinigen. Als Mensen war er . allem falschen Schein- und jede'r'iPhrase abhold;- Weit J mehr als in den großen öffentlichen Kollegien fühlte : er sich heimisch in den kleinen Zirkeln seiner Freunde, •' wo er s-ichj.gaJb\: wie. er--.wirklich w%r^ktitisch, aber, nur; idie> Wahrheit suchend, aufrichtig Und aufrecht.; ein' sohliöhter 'Mansch mit scharfem Verstände und " feinem1 HV4itoÖn}liudiäch6Ä -Heroen. So wiüd cseinUin- .. erwarteter; Heimgang rnichjt nur in den KTeisqn.'.seij ner euigerg^,.Gesinnungsgenossen!• zionistischen1 Bewegung, sondern auch" bei all" denen, denen er dn jahrelanger treuer Freundschaft und durch gemeinsame geistige und wissenschaftliche Interessen verbunden war, ' tiefen Schmerz auslösen. Die jüdische Wissenschaft, der er mit tiefer Liebe für die Vergangenheit und Zukunft des jüdischen Volke's dienen "wollte, wird, diesen Verlust nur schwer verschmerzen. S—r, Ein Altersjubilar. Wiesbaden, 10. Okt. ■Hexr Rabbiner Dr. Leo,,Ka.hn , Wiesbaden wurde am Zaum Gedaljah 9 3 Jahre alt. (Das Bild, eine Aufnähme aus den jüngsten Tagen, zeigt uns den g'ttgesögneten Rabbi, an dem sich das n&VZ flau» TW wörtlich erfüllt hat. Wir entsprechen seinem Wunsche, indem wir . von einer Würdigung des Mannes, der auf ein ganzes Menschenalter thoratreuen Wirkens, zurückblicken kann, absehen und wünschen ihm ein weiteres ungetrübtes Alter bei bisheriger Frische des Geistes und des Körpers. . -naw D'»iwyi rwn Tjr heraus, was große talmudische Kenntnisse und Belesiehheit erforderte. '" Seine Korrespondenz, die er mit Gelehrten aller Richtungen führte, und die er noch besitzt, ist heute eine geschichtliche Fundgrube für jeden Forscher. Es wäre daher zu wünschen, daß dieser kostbare Schätz nicht in alle Winde zerstreut wird. Dr. Israel Hildesheimer b"3t entsandte den Jubilar stets wegen seiner Beziehungen zu den jüdischen Großen des Ostens im Intersese des Klall Jisroel als Vertrauensmann. Für seine Beliebtheit in' chassidischen Kreisen zeugt die Tatsache, daß der_i;Gerer Rdbbe bei seinem jedesmaligen Aufenthalt in Breslau stets bei dem Jubilar zu Gaste weilte. Ueher 40 Jahre war Herr Rehfisch als Maschgiach' und Schöchet in der hiesigen jüdischen Gemeinde tätig und erfreute sich stets der Wertschätzung aller Kreise. Wir wünschen dem Jubilar einen von G'tt gesegneten Lebensabend. Dnrsn ns» ny . Lübeck, 21. Okt. Herr Simson Carle b ach, Lübeck, So-phienstr.: 10 begeht am 1, November: seinen« 60, G e;'b u -rt s t a g. Erist seit 24 Jahren ständiger Baal-Kaure und Baal Tefilloh der hiesigem Gemeinde; seit 1927 Schriftführer der Ghewra-Kadischo. mv onwi nun 17 Guxhagen, 21. Okt. Am vierten Tag r»310 »*nin feierte unser allgemein beliebter Vörstehei*, Herr Moses Plaut, seinen 70. Geburtstag in völler geistiger Frische. Er ist ein wackerer Jehudi vom alten Schlage, Inn""»! nmj? min wirkt er in seiner Gemeinde vorbildlich. In seinem Hause finden die meisten Schiurim statt. In diesem Streben wird er von seiner Gattin in jeder Weise unterstützt. Die Agudas Jisroel-Gruppe, zu dereu' Mitbegründer er zählt, hat ihn einstimmig zum Ehrenmitgliede ernannt, mar unwi nsa isr Uh. Brod, 23. Okt. Einen Tag nach Jomkippur wurde die allverehrte Frau Kathi Beck unter größter Beteiligung der hiesigen Judenheit, sowie weiter Schichten der nichrjüdischen Bevölkerung im Alter von 80 Jahren zu Grabe getragen. Im Trauerhause verabschiedete sich namens der Familie ihr ältester Sohn Ignaz Beck, Seniorchef der Firma Anton Becks Söhne, und der Vizepräsident der Kultusgemeinde Uh. Brod. Am offenen Grabe sprach Oberrabb. Dr. Kalmann Nürnberger, der im vollen Maße die Persönlichkeit der Heimgegangenen würdigte. Frau 'Beck war die Frau des vor 10 Jahren verstorbenen Führers der .orthodoxen Gemeinde, Anton Beck, und selbst eine Frau von tiefer Frömmigkeit und großem Wohltätigkeitssihne. n"3S3fl Rabbiner Dr. Leo Kahn :! i: ■ .'- Berlin,, 16. Okt. Unter außerordentlicher Teilnahme der Berliner Judenheit fand in diesen Taigen "'die Trauerfeier"für den verstorbenen-Konsul der pol- - •nischen Republik in Berlin, Dr. Samuel F e i n g e r, auf dem . Friedhof Schönhauser Allee statt, Sowohl;die Botschaft als auch das Konsulat haben ihre lei-i "tenden Beamten zur Trauerfeier entsandt und viele! -Hundert ■jüdische Staatsangehörige Polens gaben dem 'hochverdienten Manne dasi;Ehrengeleite.:^!'DieGedenkrede .hielt; .Rabbiner Dr.:,L i(n k ,.der in warmen, .zu Herzen drWeindeii Worten die überpg«]^.«n..;Qia-- raktereigenschaften des (Entschlafenen hervorhob. Na-i mens der izahlreicheh polnischen Staatsangehörigen,; denen Dr; Feinger etin fürsorglicher Berater und Helfer gewesen ist, dankte Dr.,_ Link dem Verblichenen für. dessen beherztes und mutiges Eintreten für das Recht sieiner in Not und\ Elend, geratenen Glaubens-; brüder, die' in'alleh Sorgen ihres Lebens sich zu ihm. wandten. Wo e/; immer stand, stand er aufdem'JBo-- den des Gesetzes, auf, dem Boden der Pflicht,- auf .dem der unbeugsamen Gerechtigkeit, die, die Richtschnür seiner Amtsführung warl Hierauf sprach der polnische Generalkonsul in' Berlin namens der polnischen Regierung Worte der Anerkennung dem pflichttreuen-, Beamten,, ^er' trotz: seiner hohen. Stellung ein schlichter, bescheidener Mann geblieben ' ist, Ansprachen hielten ferner die Herren Dr. Landau, Dr. Michel Traub und Dr. Kornfeld für den Zentralverband ostjüdischer Organisationen in Deutschland. Einmütig kam bei allen Reden zum Aus-1 druck /,daß .mit, Drr:!&einger .einj •bejvährtejCr.ßeamter,j ein warmherziger Helfer,, ein gutefB Jude aus dem. Le-« ■. , r .? , . . v- - :-,'i>!lj r?! . ■'. 11:; :i'-.lr '■ f \V/' 1 ben geschieden ist. , '.. v- . J. W. .} :. S : ■ i,; . 1. .-.h. ., . o: , \ Breslau, 19. OktV-i-Am 11; Nörvember er, begeht; der/ Kultusbeamte a.l D... Hj&rr A^i«l R A/hJ 1* c k< M?y< i HöfchenstraPe 29,. in seltener körperlicher, und., geisti-ji ger Frische ^seinen SO.' G eb u r ts t äig; Als ~SohnH des in der' talmudischeU'Welt berühmten Dajaiit Rteb j Simche Rehfisch, itempfen stanid er mit wden' Geonim j iuni.^eidolim fiein.eff)lZeifc iin yeflbmdun^ t\m%. unterj h^elt,i,mit diesen Größ.en,, einen leb;haf^u,Qeöankenaüstausch. ' Im Jahre 19'1'3" gab .er da® (WÜhderbäfe I •ifkla^hfeche^W^ife'seiiies Vaters;»|MiscIifcaÄJ,HoW(IÜ8" I Rabbiner-Seminar zu Berlin, Berlin, 23. Okt. Im Winterhalbjahr 1935/36 (5696) sieht der Lehrplan des Rabbiner-Seminars folgende Lehrgänge vor: Dr. Jechiel Weinberg: Talmud '(Oberabt.): Baba Kama (FaLr.ts.) So. bis Do. 8.30. bis. 10 Uhr. De- ^zisoren: Trefoth II Mo., Di. und Do. 10—11 Uhr. Halachische Vorträge: Fr. 8.30 bis 10 Uhr.; Dr. Samuel G r ü n b e r g : Bibelexegese statarisch: Kleine Propheten So. und Mi. 10—11 Uhr; kursorisch: Jeremias Di. 12—13.30 Uhr. Talmud (Mittelalbt.j: Gittin I (Forts.) So. bis Do. 8.30—10. Uhr. . Hebr. Grammatik: Einleitung und Nomen Mo. 11—12 Uhr. Pentateuch: Genesis So. 12—13 Uhr. Hebr. Referate Mo. 20—22 Uhr. Dr. Jacob Freimann: Geschichte der Juden in Deutschland seit dem' 15. Jahrhundert Do. 11—12 Uhr., Literaturgeschichte i'seit Tdean 15. Jahrhundert Do. 12—13 Uhr. Einführung in die rabbinische Praxis :Mo. 12—13VUhr'. ' '.' Dr. Esriel, H i 1 d e s h e i m e r : Geschichte der Juden in Italien;b'is zur Neuzeit 11—12, Fr. 10 bis 11 -Uhr. Das Zeitalter der Geonim, bis Saadja Fr. 11—12 Uhr. Quellenkunde, v-zur. Geschichte der Geonim So. U—12 Uhp Talmud: Baba Bathra VIII Mo., Do. 10—11 Ühr.' " Dr. Alexander A 11 m a n n: Der Problemkreis der heutigen Religionsphilosophie Mi. 11—12 Uhr. Geschichte der jüdischen Mystik Mi. 12—13 Uhr. Homiletische Uebungen Do. 20—21 Uhr. r Rabb. f Abraham W o 1 f Talmud (Unterabt.)I::Baba Kama. I (Forts.) {§o,,jbis Fr.; 8.30—10 Uhr.;,; Die Aufnahmeprüfung, ist auf Sonntag, . den. 3. November, 9 Uhr, die Eröffnimg des Wintersemesters :äui Sonntag, den* 3. November, 17 Uhr, im Hörsaal I, •; angesretzt: Den EröffnungsVortrag hält ' 'Herr ' Rabb. Dr. Alexander Altmann. Das ^Thema jautet;- „Ueber die Beziehungen des .Rkmbam szur jüdischen rMystik". ' "Bocholt, 23. Okt. Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am.'Niederrhein;-tagt am 27.-. Oktober, , 16t Uhrr in: Mülheim (RuhrJ. . 1., jSchluß des zweiten Abschnittes von "i"' mb-ü. ' 2. Richter, Kap. 2. -. ' . . '.' . - .'•!• . '.j

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