Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 43 (24.10.1935)
- Date
- 1935-10-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 12 Nr. 43 Der Israelit 24., Oktober -1935 geworden ist. Von den übrigen Mitgliedern des. neuen Kabinetts hat Minister theotokis sich vor. einiger Zeit in sehr warmen Worten über die Juden geäußert. Auch der neue. Generalgouvemeur vo!n Mazedonien, zu dessen Amtsbereich Saloniki, ' die Stadt mit der größten jüdischen Bevölkerung in Griechenland, gehört, gilt als Judenfreund. •'•. . Palästina. Die „Illegalen", Saloniki, 14. Okt. , Vier jüdische Familien -aus Saloniki' mit zusammen 23 Personen wurden, obwohl sie ordnungsmäßige Palästinazertifikate hatten, von der palästinensischen Einwanderungsbehörde zurückgewiesen und mit demselben Dampfer nach Saloniki zurückgeschickt, weil der Emwanderungsbeamie . annahm, daß. die Familienoberhäupter über 35 Jahr« alt seien, In Wirklichkeit hatte der britische Generalkonsul in Saloniki" bei Ausstellung der Visen das Alter der Familienväter ärztlich prüfen lassen, wobei festgestellt wurde, daß die Betreffenden das 35, Lebensjahr noch nicht erreicht haben, „Feiestin" in Jerusalem meldet, daß die Polizei 26 Juden als illegale Einwanderer verhaftet hat. Jerusalemer Briei. Kriegsgerüchte und beruhigende Erklärungen. —Der „Jahressieg"'der Revisionisten.' — Schofar an der Mauer und Störung des Schofarblasens auf N. F.¬ Boden. — Ehrungen für Oberrabbiner Duschinski. Jerusalem,. 18. Okt. Hatte schon die Kriegs <g e f a h r in Ostafrika starke Aufregung in Erez Jisroel hervorgerufen, so erzeugte der inzwischen ausgebrochene Krieg eine Panikstimmung, die jSich nicht.mehr alkin in der Zurückziehung der Bankdepots ausdrückte, sondern sich im ganzen Handel bemerkbar machte und die Prosperität gefährdete. Die hebräische Presse im Allgemeinen verhält sich sehr maßvoll und. vernünftig, wenn auch einige wenige Zeitungen auf den Abonnentenfang mittels der Sensation nicht verzichten können. Am schlimmsten aber trieb es die a r ab i s c h e Presse, die so tut, als läge Palästina bereits mitten in der Kriegszöne und gelte es, sich für . die Schlacht zu rüsten. Kein Wunder, daß diese Bärennachrichten die Verwirrung noch vermehren. Angesichts dieser Verhältnisse muß es der Regierung hoch angerechnet werden, daß sie nichts unterläßt, was zur Beruhigung der Gemüter beiträgt. Der stellvertretende Hochkommissar, Hui, (der Hochkommissar selbst befindet sich zur Zeit in London) versammelte die Vertreter der. jüdischen und arabischen Gemeinschaft, sowie die Wirtschaftsführer, um ihnen eine telegraphische Erklärung des Hochkommissars zu übermitteln, in dem Sinne, daß nicht die geringste Veranlassung zur Beunruhigung vorliege. „Ich bin überzeugt,'' depeschierte der Hochkommissar, „daß im Mittelmeer alles in schönster Ruhe bleibt und der italienisch-abessinische Krieg auf seinen Schauplatz beschränkt bleibt. Läge der geringste Grund zur Befürchtung vor, so könnte ich mich doch nicht entschließen, bis Mitte November vom Lande fernzubleiben." Diese' Erklärung wurde sofort von allen Zeitungen^ in Extrablättern weitergegeben, und sie verfehlte ihre Wirkung nicht. Um so mehr, als . auch , sonst das Vertrauen., aller Schichten der. .Bevölkerung zum derzeitigen Hochkommissar stetig wächst. Wie schon von Ihnen berichtet, fand sich auch dieses Jahr der obligatorische Schofarheld an der Mauer, der mit seinem Schofarton am Jom Kippur die Ehre Israels zu retten glaubte. Der Vorgang war eine genaue Kopie der früheren „Zwischenfälle". Der Held hieß dieses Jahr Schr'aga Chaikin aus Kowno. Der Schofarton an sich war kaum hörba^ aber das Einschreiten der Polizei, die auf;dieses Signal wohl" nur gewartet hatte, geschah mif: solchem Elan, daß die .Meisten .erftt dadurch auf das. „Verbrechen" auf-., merksam »wurden. Drei Monate Gefängnis waren der: Lohn für die Heldentat, die mit 50 Pfund abgelöst werden konnten.. Daß diese fanatische und; unsinnige »atonale Demonstration von' keinem, der an sich das; Verbot der religiösen Handlung (bedauert, gewunsöht noch gebilligt wurde, ist im „Israelit" bereits ge-} nügend zum Ausdruck gekommen. j Besonders grotesk nimmt sich diese nationale Heldentat aus, wenn man im „Doar Hajom" vom 7. Tischri liest: „Während des Schofarblasens in der Synagoge voii „Kirjath Motzkin" am zweiten Rosch Haschonoh-Tage ..fuhren.-.Mitglieder des Hasehomer Hazaif dieses Viertels mit einem Lastauto vpr der Synagoge vorbei. Trotz der Bitte und der Verwahrung der Betenden ließen sie sich nicht davon abhalten, Ziegel und Bausteine für tihre Bauten auf dem N. F.-Boden. heranzuführen," Das Blatt: bringt keinen Kommentar. Ist auch vollkommen überflüssig. Wer zum N. F.-beiträgt, bietet also die Hand dazu, daß am. Rosch Haschanah Bausteine herangeführt und Bauarbeiten ausgeführt werden auf dem Boden des „Keren Kajemeth". Am Rosch Haschonoh-Feste erhielt Oberrabbineir Duschinski Glückwünsche von allen führenden Persönlichkeiten der Regierung wie des diplomatischen, Korps. Die.p.©stgruße des Hochkommissar üiberr brachte/;.ihm dessiäri' Priyatsekretär persönlich. Die traditionelle ' na^Drascjhah von Oberräbbfiner Duschinskiwurdepdieses Jahr imgroßen". Raum« der Je*schmTa. ,,B«th' Jossef Zwi" vor «iner.;großen^Menge, untere dier sich > alle"- bedeutenden Rabbiner^; des gesetzestreifen Judentums befanden, abgähalfer| Der tiefen ^.n'ala'chischen Auseinandersetzühg 'schlössen sfch ägadische Erklärungen und Mussarmahnungen an, dienachhaltigen Eindruck machten. , TA.. G. P. * Unaufgeklärter Munitionsschmuggef gibt Anlaß zujudenfeindlicher arabischer Hetzen - Jerusalem,- 18. Okt. ' Eine -bisher unaufgeklärte ' Munitionsschmuggel-* affäre hat den arabischen nationalistischen Kreisen Anlaß;zu einer antijüdischen Hetze gegeben. Im Jaffaer Hafen ist ein belgische« Schiff .mit: 400 Fässern Zement eingetroffen, in denen zum Teil Munition versteckt war. Die polizeilichen Nachforschungen naph dem Adressaten der Sendung, dessen Name sowohl" unterJuden wie unter christlichen Arabern verbreitet 'ist, sind, bisher erfolglos^geblieben. Man glaubt, daß es sich um für Abess^ien bestimmte Munition handelt, die noch vor Aufhebung; der Ausfuhrsperre verladen worden war. :j" .< Der .Großmufti von. Jerusalem und der frühere Bürgermeister Ragheb Bey Nashashibi nutzen den unaufgeklärten Fall für ihre Propaganda aus. Sie bereiten u. a. einen offiizellen Protest vor, der äff den High Commissioner Sir Arthur Wauchope gesendet werden soll. Ferner wird ein Manifest an die. Araber der ganzen Welt ausgearbeitet, in d2m die> Juden einer Verschwörung gegen das Leben der ara-? bischen Bevölkerung Palästinas bezichtigt werden. Die jüdische Oeffentlichkeit von Jaffa und Tel Awiw ist davon überzeugt, daß Juden mit 4er Angelegenheit nichts zu tun haben .und daß die .'polizeiliche Untersuchurig: die völlige '-Grundlosigkeit der arabischen Beschuldigungen' erweisen wird, Dagegen hält man es nicht für ausgeschlossen, daß einige Araber in die Angelegenheit verwickelt sind. Es erscheint merkwürdig, daß* gleichzeitig mit der Ent-' deckung des Schmuggelsversuches bei der Durch- . .suchung arabischer Dörfer bei Tulkarem fünfzehn. Gewehre, die vor einiger Zeit aus einem -Polizeidepot; 'verschwunden waren, gefunden würden.'Tm-Zusammenhang mit'diesem Waff'enfund wurden dreißig Araber verhaftet. Bucharer Flüchtlinge kommen nach Palästina und werden Verhaftet, 1 Jerusalem, 10. Okt. Die Polizei in Ramallah hat. drei jüdische Familien verhaftet, die über Transjordanien nach Palästina -gekommen waren*;;; ■> u.v •., . ,;; ■: In~ den-: letzten- Tagen ,! wurden an der syrischen Grenze sieben jüdische jühge11 Leute,' linter ihnen ein j junger Rabbiner aus Rußland und drei Jugendliche j aus. Polen, - wegen - des Versuchs, illegal naefc Pa-' lästinä ©inzuwianderfl; verhaftet/ Die in Palästina: woh- , näänden -Angehörigen der "VerKafteten;befmühö^:'sich,' 'Uferen. Freilä^ung;.^gen I^aufjjpn^zu ertanigen. uj . ' ' Aüich.: mehrere^ Araber j: aus Syrien,;, und Libanon wurden' .twegötf " Versuchter^: ^illegaler Einwanderung? nach Palästina an der' Grenze'abgehalten. V3er ' v6nf ■ihnen "wurden zu, je einem" Tag^Gef^gnis .verur|'eil^,; alle übrigen sofort in ihre Heimat zurückgeschickt. (jüdische „Illegale!' werden bekanntlich 4nv djer Regel. mit einem Monat Gefängnis und nachfolgender Ausweisung bestraft;). ' . In der letzten Woche sind, auf Grund von Spezialzertifikaten zwanzig jüdische Flüchtlinge aus. Buchara, die in den zwei letzten. Jahren in Persien lebten, in Palästina eingetroffen.;:Die, in Afghanistan befindlichen Flüchtlinge aus. Buchara haben ..vorläufig, keine-Möglichkeit, nach Palästina , zu k^mtn^n,: . da ihnen die . Durchreise durch.«Indien, nicht gestattet. wird. .. , Jerusalemer Wasserleitung wird Aniang November in Betf ieb ^nommeri. - J e r ü s a lern, 10. Okt. Im Stadtrat von Jerusalem gab der Bürgprmeister- . Dr. Chalidi beginnt,' daß"' um ' den!' 1.v IVTovembeir dUneue Wasserleitung von'jerüsälem in Betrieb genommen werden wird. Der Wasserbedarf Jerusalems wird durch die neue Leitung, die Wasser aus Ras . el Ajin nach. Jerusalem bringt, reichlich.-gedeckt sein. Die drei durch Dieselmotoren betriebenen Pumpen fördern 800 Gallonen Wasser: pro.'Minute. Sollte der ■ s .i ' -\, >•£.-*;■ Wasserbedarf in den nächsten Jahren steigen, so kann die Versorgung durch Aufstellung Weiterer Pumpen gesichert werden. Man rechnet, damit, ..id'aS die Einnahmen der * ersten beiden Monate bereits die Kosten der Installierung decken werden. Zur Wiederbesetzung des palästinensischen Oberrabbinates, — Erklärung des Waad Leumi. Jerusalem, 18. Okt. Im Hinblick . auf die verschiedenen Gerüchte betreffend die 'Ernennungeines 'Nachfolger*, fürw^en verewigten Öberrabbiner :yöri Palästina, Abraham Jizchak K ujk , veröffentlicht der Waad Leumi eine Erklärung, in der er darauf hinweist, daß in den yon der Knesseth Israel festgelegten Bestimmungen vorgesehen ist, daß Wahlen für die Neubesetzung eines Rabbinats-stattf inden'. müssen, wenn, wie in dem gegenwärtigen Fall, nicht r ein vorher bestimmter Ersatzmann zur Neubesetzung des Amtes vorhanden ist. Was den Rabbiner der Jerus'alemer Gemeinde betrifft, so kann dieser nur in einer Versammlung des Rates der Gemeinde unter Hinzuziehung <vqn Vertretern der wichtigsten Synagogengemeinden' des Ortes, gewählt-werden. Daraus folge, daß keine Gruppe1'oder Körpersohaift zu , einem selbständigen. Vorgehen in dieser Angelegenheit befugt ist und daß jede Aktion in dieser Sache, die nicht von. den berufenen Organisationen .unternommen wird, wirkungslos und ohne* praktische Bedeutung bleiben muß. Offizielle Statistik der Palästina-Einwanderung ' 'J> : im Jahre 1934L f , , Jerusalem., 16. Okt. Das Immigrationsdepartment, der Palästina-Regierung hat einen Bericht veröffentlicht; aus dem zu ersehen ist, daß im Jahre 1934 die Zahl der Personen, die in das Land, gekommen sind oder es verlassen haben, 308.682. beträgt.. Eingewandert sind 42,757 Juden, 3899 Christen und 1151 Mohammedaner.-: Seit September 1920V|Sinid 191.064 Juden iiadh Palästina eingewandert.. Die iüdi&ch.e.. jBeyölkerung, Palästinas betrug am 31., De,zember .1934!i283,00Q .Seelen-, >d. fi. 23 Proz; der Gesamtbevölkerun^ g6ge^nüber;'17 Proz. im Jahre 1931. : ' ' " : '; \;;y ''! _ Als Touristen kamen im/ Jahre 19^4/ nach . Palästina 48.000 Christen, 26,000 Juden und 16,00,0 Mohammedaner. Im Laufe des Jahres haben 45.000 Christen, 21.000 Juden und 15.000 Mohammedaner das Land als Touristen wieder verlassen. Als illegale Eistwander er •'wurden in den Monaten^September bis Dejzember 1934- 301 Juden und 442 .Nichtjuden 'ibestraft unid ' deportiert 3216 Pfefsölie'ri ' haben' im Jahre 1934 ihre Einbürigerung in ' Palästina ^^eä^ragt. 32^% 'G&" 'suche;• wurd«n;..;b.ei«filligi ' s4.eb^nr:a|>g>ielint;; * *h :•-■{ :-;fW- . . '■ . •••> ..^h••<, . . ■{ - .,; ' Ende der Sönunersaison in Safed* .; :;.!'. 'sajfö;^; ixpfct. ßxJDie Sonimarsaisön.in Safed yÄQg^sioh ^^ij .h.errlicien* 'Wetter bis1 zu den Feiertagen .vhiinv -: JJurch die; An- '-wfes&n&ei't" brominenter ' 'Marlher-und3größer -; Thora- .'. Miü' Mi. .f-:' .;. f . ■ . . : >?•.?■- ~-r -yi-ih-x. .•