Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 76 (1935)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1935)
- Date
- 1935-12-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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^^p^pp^gpip^f*^?^ ^^^m^^S^^^^^^^K^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ 12. Dezember 1935 I s r a e 1 1 t Nr. 50 Seite 7 Richtlinien für die agudistische Vertretung1 im polnischen Parlament. *".! ' W a r s c h a ü, 1, Dez,' 1 Der politische Rat der Agudas Jisjoei 'küh-- digt in einer Entschließung die Bildung eines eigenen jüdischen Klubs der a gu dis t i s c h e n1 Vertreter iin p ölhi s ch en\P a r I am en t an, Gleichzeitig -wird dem Bedauern dariibet 'Ausdruck gegeben, daß die zionistischen parlamentärischen Ver-: treter die Bildung eines einheitlichen jüdischen Klubs dadurch y e rhd ad er,t .'hatten, dafti.sie sich ohne, vorherige Verständigung mit den agudÄstisciien. Par-; lamentariern zu einem Klub zusammengeschlossen haben. Der agudistische Klub, für den ein ständiges Sekretariat geschaffen wird, werde sich bemühen, in allgemein "jüdischen Fragen einen Kontakt mit den übrigen, jüdischen Abgeordneten herzustellen, wie er bereits in der Frag« der öffentlichen Sicherheit einen: gemeinsamen Schritt bei der Regierung angeregt und», herbeigeführt habe.. (ITA.i) An den Universitäten noch keine Ruhe. Warschau; 8. Dez. An der Universität Posen wiederholen sich täglich die antijüdischen Ausschreitungen der nationaldemokratischen Studentenschaft, Nunmehr mußten auch die Vorlesungen an der Iand- und fortwiirtschaftlficheri Fakultät wegen der antisemitischen Exzesse bis auf weiteres eingestellt werden. Während der Ueberfälle auf die Juden wurde auch der Dekan dieser Fakultät, Prof. Terlikowski, beschimpft und mißhandelt. Der Professor der Psychologie an der Warschauer Universität Wdtwicki, der wegen seiner liberalen und fortschrittlichen Tendenzen bekannt ist, hat. seine Vorlesungen eingestellt, da ihm in den 4etzten Tagen anonyme Drohbriefe zugegangen sind, in, denen ihm wegen des Inhaltes seiner Vorlesungen Rache angekündigt wird.* Während einer Vorlesung des Professors Dömbrowski kam es an der juridischen-Fakultät ider Lemberger Universität wieder zu Ausschreitungen von Nationaldemokraten gegen jüdische Studenten. Prof. Dombrowski hat seine Vorlesungen abgebrochen. Eine Abordnung der jüdischen Studentenschaft hat dem Rektor über die Vorfälle berichtet. Der Rektor erklärte, er werde eine Wiederholung solcher Exzesse verhindern; Der. nichtnationaldemokratische Teil der polnischen Studentenschaft hat den ijüdischen Studenten seine ' Sympathie zum Ausdruck 'gebracht.? . . Tschechoslovakei. De^ Munkac2er Rabbi abermals verurteilt. '.'"" " P r a g, 3. Dez. Das Gericht in Munkacevo (Munkacs) hat den dortigen Oberrabbiner Lazar Spira zu 15 Tagen Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt, weil er vor den Parlamentswahlen in einer Wahlversammlung den jetzigen Abgeordneten 'der Jüdischen Partei, Dr. Ghaim Kugel, beleidigt und als „Stäa't^verräter" bezeichnet haben soll. Bekanntlich wurde Rabbi Spira vor einigen Monaten auf die Klage des Hebräischen Gymnasiumsr und seiner Führer zu einer ähnlichen Strafe verurteilt. Aber der Rabbi läßt sich nach wie vor nicht abhalten, seiner Gemeinde den Weg zu zeigen, den er für den richtigen hält. , . Von der Arbeit der Agudas Jisroel in der Tschechoslovakei und Karpathorußland. B r at i s 1 a v a , 15, Nov. Das Präsidium der Agudas Jisroel in der Tschechoslovakei versendet ein Rundschreiben an ^sämtliche Jugendgruppen im Lande zur Einleitung einer W i nt e r h i l.f s aje tip n , f ü r ,.;K a r^a t h. o r ji ß 1 a n d. ,Die Not. sei <so 'groß und *die;Arbeit-sp/dringen;d, heißt es im Aufruf, daß keine Minute versäumt, werden dürfe. Es werden benötigt Lebensmittel., und Klei-" :dungssitücke.;. .-. , : i : Ferner werden ^die Jugbendgrup^eiiL-driifcgchid aufgefordert, mitr Rücksicht aui^die bevorstehende vierte 'E a n d'e s k b h f"e re'h z!id'er-Äv J. - Jü'g'e nd o^'g^a- ] nisatioii, sofort ihre 'Wünsfchtefitirid Anträge "für die. Konferenz zu äußern.-. «=f,Der Delegiertentag soll ] dartun, daß es noch eine Jugend in der Slovakei und P. K. R. gibt, die die Autorität der Thora und ihrer Träger zu würdigen weiß und unbeeinflußt von allen Zeitströmungen die Tagesfragen, nurim Geiste der Thora und Ueberlieferung zu lösen gewillt ist.", Die Beschlüsse über Ort, Zeit und Pragramm der Landeskonferenz der A, J.-Jugendorganisation Verden dieser Tage vom Präsidium'endgültig gefaßt., Die Woche. Hamburg. Hier sind besondere Abendsprechstunden für alle arischen H a u s a ng e s te-111 e n. eingerichtet worden, die auf Grund der Nürnberger Gesetze ihre bisherige Stelle verlassen müssen, deren Zahl in Hamburg etwa 1200 beträgt. Detmold, Nachdem die Gemeinde verbände Brauns;chweigr. Oldenburg, Thüringen und .des Saargebietes sich schon ©eii längerer Zeit dem Preußischen Landes verband jüdischer Gemeinden angeschlossen haben, hat nunmehr auch der ordentliche Gemeindetag des Landesverbandes der Synagogengemeinden inrLippe einstimmig beschlossen, sich dem' P r e u ß e n v e r h a n d a n z u s eh ließen. Weimar. Ein Erpresser, der in Briefen an einen in Berlin wohnenden Juden diesem eine Anzeige wegen angeblich vor zehn JaHreii begangener Verfehlungenandrohte für den Fall, daß er ihm nicht eine gewisse Summe an bestimmter Stelle hinterlege, wurde von der Polizei veithaftet und dem zuständigen Richter 2ugeführt. München. Die Reichsppstdirektion München hat in ihren Betriebsräumen eine Tafel „Fünf wichtige Gebote!" zum Aushang gebracht, auf der es u. a. heißt: ,,Kauft nicht be;m Juden, kauft beim deutschen Volksgenossen!" Warschau. Die nationaldemokratischen Fraktionen in den Stadträten der großen polnischen Städte L.ublin und Bia- 1 y s t o k haben Dringlichkeitsanträge eingebracht, in denen das Verbot der Sc h e c h i t a gefordert wird. — Dieser Tage starb hier Frau Henje Mirjam Szwy cka, die nachweislich 1824 geboren wurde. Sie hätte somit ein Alter von 111 Jahren erreicht und war die älteste Frau in Polen, wenn nicht in der ganzen Welt, Sie lebte bei ihrer jüngsten Tochter, die 75 Jahre zählt, in kümmerlichen Verhältnissen. Krakau. Die jüdische Gemeinde in der Vorstadt R o d g ar z o wird mit der Krakauer Hauptgememde vereinigt, ebenso die Vorortgemeinde S k w a n i n , wodurch die Seelenzahl der Krakauer ijüdischen Gemeinde eine wesentliche -Vermehrung erhält. Athen. Der . neugewählte Präsident der Jüdischen Gemeinde in Athen, Zacharias Y i t a 1, hat 200.000 Drachmen für die Errichtung einer neuen Synagoge in Athen gespendet. —. In der griechischen jüdischen Presse wird der Plan 2ur .Gründung eines Verb an d es de r jüdischen Gemeinden G r i e c h e n 1 a n d s ernstlich erwogen. Saloniki. Ein in London wohnender Jude aus Saloniki hat seiner Heimatgemeinde eins halbe Million Drachmen (10Ö0 Pfund) für den W i e <d e r a u f b a=u der ' bei -dem großen Brand im Sommer zerstörten Synagoge zur Verfügung gestellt.. Rom. Der italienische Sender in Bari verbreitet, Reden in hebräischer Sprache, die1 'die Touristik in Sizilien und . die Bequemlichkeiten des-Triest er. Hafens wie dert;italienischen Schiffe; hervorheben. Jerusalem. Entgegen,. anderslautenden' Gerü'cnten teilt« die Exekutive* der Jewishf Agehcy^mit, daß - die Einwanderungsquote für das Halbjahr 1935/36 noch nicht festgelegt ist. — Die ITA. meldet über schwere Wolkenb X ü C h e i die die tiefer gelegenen Teile -. des Emek ..,Qhe£er., .ühe^schw^mjjn^^iiQd .die ,,; Straßen stark beschädigt, hätten. Die Siedler waren eine Zeitlang; vom! Jischuw abgeschnitten und hatten unter Nahrungsman-; ge;l zu leiden, Hebron. Seit einigen Tagen hängt am Eingang der Machpelah-Höhle eine Tafel in arabischer und englischer 'Sprache^ derzufolige der Zutritt ohne schrift- ' liehe Erlaubnis: vom .obersten muselmani- sehen ,Rat ' jedermann , yerboten ist.... Das,;Ci Schild ist niejb-t bei der siebenten Stufe angebracht, bis " wohin der Zutritt bis ' jetzt "jedem1 erlaubtsondern schon unten am;Aufgange: : -f ..-. •-■ . .•• England. Kolonienminister Thomas über Waffenschmuggel und Bandenwesen in Palästina. London, 5. Dez. In schriftlicher Beantwortung einer vom Abgeordneten Colone! Josiah W e d g e w o o d eingebrachten Anfrage hat Kolonienminister J. H. Thomas erklärt, diese Anfrage beziehe sich offenbar auf die am 20. November von der Polizei bei Djennin aufgegriffene arabische Bande. Bei diesem Zusammenstoß sei der englische Polizist R. C. V. Mott getötet worden. Eine Bestätigung der Pressemeldung, daß diese Bande auch mit dem vor kurzem an einem jüdischen Polizeisergeanten 'verübten Mord in Zusammenhang stehe; liege seitens des High Commissioner bisher noch inicht vor. Die palästinensischen Behörden seien sich 'durchaus bewußt, wie wichtig es sei, jede Spur uni^rlaübten:' Waffenhandels bei irgend einem Teil der Bevölkerung zu verfolgen. Zum Schluß erklärt der Minisiter, er sei überzeugt, daß keine Notwendigkeit für die Einleitung einer besonderen Untersuchung, wie sie in der Anfrage angeregt wurde, gegeben sei. Konstituierung des Pro-Palästina-Komitees;i: im neuen englischen Parlament London, 4. Dez. Das Pro-Palästina-Komitee des neuen englischen Parlaments hat seine konstituierende Sitzung abgehalten. An der Sitzung nahmen die Freunde des jüdischen Palästina-Aufbaus unter den neu gewählten Mitgliedern des Unterhauses und die Palästinafreunde im Oberhaus teil. Es wurden organisatorische Fragen sowie andere Probleme behandelt, die mit der Tätigkeit der englischen Parlamentarier zugunsten der Entwicklung des Jüdischen Nationalheims in Zusammenhang stehen. Griechenland. Grußbotschaft König Georgs an die Juden Griechenlands. Athen, 2. Dez. König Georg II. von Griechenland hat eine Abordnung, bestehend aus dem Oberrabbiner Dr. Zwi K o r e t z , dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Saloniki, Leon Gattegno und dem Vizevorsitzenden Haimachi Cohen empfangen. Als Führer der Delegation brachte der Oberrabbiner vor dem König die Loyalitätsgefühle der gesamten-jüdischen Bevölkerung des Landes zum: Ausdruck, wobei er darauf hinwies, daß unter der Herrschaft der Monarchie die Juden Griechenlands niemals unter dem Antisemitismus zu leiden hatten, ja ihn nicht einmal kannten. In seiner Antwort sprach König Georg II. den Dank für das ihm von der jüdischen Bevölkerung entgegengebrachte Vertrauen' aus. „Ebenso wie mein Großvater Georg I. und mein Vater Konstantin XII,", erklärte der König, „werde ich in m&inen jüdischen Untertanen stets ein fortschrittliches Element schätzen und ihnen meine volle Sympathie schenken." Zum Schluß forderte der König den Oberrabbiner auf, der gesamten jüdischen Bevölkerung seine Grüße mit der Versicherung .herzlicher Geneigtheit zu übermitteln. In der Hauptsynagoge Bet Saul in Saloniki fand anläßlich der Wiederkehr König Georg II, ein Festg'ttesdienst statt, an dem die Vertreter aller Behörden teilnahmen. Oberrabbiner Dr. K o r e t z hielt die Festpredigt. Palästina. Die. Terroraktionen palästinensischer Araber. — Drohbriefe an; englische und jüdische; Polizeiiunktionäre. Jerusalem, 8. Dez. Mehrere englische und jüdische Polozeifunktionäre, die/die. Untersuchung über das arabische Bandenwesen-/ führen, haben Drohbriefe erhalten. In einem an den Leiter der Tel Awiwer Pplizeij Rosenetejn,, gerichteten^ Brief heißt es: .«„Die Vereinigung der arabi-