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Der Israelit · 1935-10-10 · Heft 41-42 (10.10.1935) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 41-42 (10.10.1935)
Date
1935-10-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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10. Oktober 1935 Der Israelit Nr. 41/42 Seite 5 besteht die Gefahr, daß die.Banken gezwungen werden, aus der Situation die Konsequenz^ zu ziehen, daß sie ihre Kredite und Investierungen einschränken. Wenn man in Betracht zieht, d&Q das Wirtschaftsleben jedes Landes weitgehend auf Kredit beruht und daß dies, in Palästina besonders der Fall ist — wo die wirtschaftliche Entwicklung sich in starker Expansion befindet — wird ohne weiteres klar, in welcher Weise das Land durch Kreditbeschränkungen in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Die Bautätigkeit im Lande beruht zu einem sehr großen Teil auf Baukrediten in allen Formen — vom Hypothekärkredit angefangen bis zum Weehselkredit an Bauunternehmer und Hauseigentümer. Eine Kreditbeschränkung würde daher in erster Linie die Bautätigkeit beeinflussen, die in den letzten Jahren der führende Faktor der wirtschaftlichen Prosperität im Lande war. Wie uns mitgeteilt wurde, haben die Banken beschlossen, Wechselkredit in Zukunft nur noch bis zu 90 Tagen statt bisher bis zu 12 Monaten zu gewähren. Das wird nicht auf dem Baumarkt von Einfluß sein, sondern auch in verschiedenen anderen Wirtschaftszweigen, deren Existenz auf langfristigem Kredit beruht, wie z. B. für den Automobil-, Maschinen- und besonders Pumpenhandel für Bewässerungszwecke. Wenn die Krediteinschränkung nicht zu plötzlich erfolgt, so werden die Kaufleute in ^der Lage sein, sie durch andere Banken ersetzen zu lassen, die. an die Stelle derjenigen treten, die die Kredite einschränken;; In der gegenwärtigen Situation jedoch können durch die Krediteinschränkungen für Unternehmungen, die sich im Stadium der Entwicklung und des Wachstums befinden, große Schwierigkeiten entstehen. Wie wir hören, hat sich der Baumaterialienimport infolge Zurückhaltung auf dem Baumarkt abgeschwächt, teils tragen Kreditschwierigkeiten zu dieser Zurückhaltung bei, teils will man eine Klärung der Gesamtlage abwarten. Andererseits wird uns mitgeteilt, daß auch Baumaterdalienimporteure mit der Abnahme von Lieferungen in einigen Fällen zurückhalten, da sie fürchten, daß die plötzlichen Kreditschwierigkeiten die Finanzierung erschweren. Hieraus kann sich eine Verknappung an Baumaterial ergeben, die zu Preissteigerungen auf dem palästinensischen Markte führen muß. Auch international machen sich gewisse Preissteigerungen geltend, so wurden beispielsweise die Kartellpreise für Eisen um ca. LP 1.— pro Tonne erhöht. Auch die Frachtsätze sind gestiegen. Esaw so abgeschlossen, wie es bei den Familien Ka- <jin, Jepheth und Cham auch geschehen war. Hiermit sind wir bei Jaako ws Familie angelangt, die im dritten Teil des Buches (Teil I, 1—11, Teil II, 12—36, Teil III, 37—50) der alleinige Gegenstand des Berichtes ist. . G'ttes Liebe zum Volk wird mit der Stellung der Väter begründet (siehe Dew. 7, 7 unt 10, 15j>. Die Vätergeschichte (Teil II) stellt G'ttes Hilfe in ihrem ganzen Leben dar: Z. B. die Verheißung in Kap. 12, der Schutz von Awraham in Mizrajim, die Vermehrung des Vermögens in 13, der Sieg gegen die Könige in 14. Vor allem aber die Verheißung, daß ihre Nachkonlmen ein Volk bilden werden. Dies wird bei der Berufung (12), vor der Milah (17, 21), bei Sedom (18, 19) nach der Akedah gesagt; dann zu Jizchak (26, 3 u. 24). Es findet sich im Segen Jizchaks an den vermeintlichen Esaw nicht (27,_ 28), worauf schon Kusari hinweist, jedoch wohl im Abschiedssegen (28, 3). Zu Jaakow wird die Verheißung gesprochen, sobald er das Land betritt (35, Die Verheißung des Landes findet sich meist im Zusammenhang mit der des Volkes (Kap. 15 u. 17). Die Doppelyerheißung als Begründung der Volkserwählung und des Landesbesitzes ist der Kern des ganzen Buches. - Grund der Verheißung ist vor allem G'ttes Liebe, die in der Pflichterfüllung der Väter ihre Entsprechung hat. Allgemein hat jeder der Väter einen Misbeach errichtet, als Haupttatsache. Im Einzelnen wird bei jedem Vieles hervorgehoben. Die erste Mizwah, die an Awraham gerichtet wird, ist die Milah. Die Pflichttreue wird in" 26 und in Ausdrücken wie „G'tt Deines Vaters" (46) u. a. betont. Es ist nicht so entscheidend, ob es sich um eigens offenbarte Auch auf dem Gebiet der Lebensmittel machen sich Preiserhöhungen fühlbar; da die Detailhändler von den Grossisten größere Mengen als gewöhnlich kaufen. Die Grossisten haben daher die Preise erhöht und den Detailkaufleuten die Kredite beschränkt. In anderen Branchen macht sich teilweise eine Abschwächung der Umsätze geltend. Der Absatz von Pfandbriefen und anderen Wertpapieren hat sich verringert. Teilweise macht sich ein gewisses Angebot palästinensischer Wertpapiere geltend, das zu einer Kursermäßigung geführt hat. Als Folge der in Palästina geschaffenen Situation, deren Echo natürlich das Ausland erreicht hat, verminderte sich in der letzten Woche der Zustrom ausländischen Kapitals nach Palästina in starkem Maße. Aus diesen Informationen ergibt sich schlüssig, daß das Wirtschaftsleben des Landes im Begriff ist, Schäden zu erleiden. Wenn die Nervosität sich nicht bald beruhigt, wird die Schädigung ernsthaftere Ausmaße annehmen, ohne daß dafür wirkliche Gründe vorliegen. Ans Nervosität und Urteilslosigkeit heraus schädigen die Einwohner des Landes sich selbst -und das Land. Die Regierung und die Banken verfolgen die Lage natürlich sehr aufmerksam. Nach unseren Informationen bestehen in Bankkreisen zwei verschiedene Tendenzen hinsichtlich - der zu ergreifenden Maßnahmen: Die eine dieser beiden ist bestrebt, alle Anstrengungen zu machen, um Kreditbeschränkungen zu vermeiden; die andere Von Oberrabbiner Dr. Carlebach. Es gibt wohl niemanden, der sich je mit unserem Tenach beschäftigt hat, den nicht das Rätselbuch Koheleth immer wieder in seinen Bann zieht. Immer wieder fragen wir von neuem: was hat dieser große König, dieser tiefe Kenner des Menschenlebens, der Vielerfahrene, der alles Glück und Leid der Menschen an seinem Leib verspürt hat, was hat er mit seinem Buche gemeint und uns sagen wollen? Ist es wirklich ein Buch der Resignation, der Verzweiflung, die über alle Menschendinge den Stab bricht, mit dem schauerlichen Verdikt: bOTJ Va»7' ,»es ist doch alles nichtig, eitel und unbedeutend?" Ist Koheleth wirklich das Buch des Pessimismus, des Mißtrauens und der Abwertung aller Menschendinge? oder natürliche Menschenpflichten handelt. Sie sind gleichermaßen Derech Haschern (18, 19). Grundgedanke des Buches ist also der Brith zwischen Haschern und den aus der Mitte der Menschheit (Teil I) aus Liebe und wegen ihrer G'ttesgefolgschaft erwählten Vätern. Inhalt des Brith ist die Verheißung des Volkes und des Landes und von. Seiten der Awoth ihre und ihrer Nachkommen Bereitschaft zur GHtesgelolgschaft. Zur Erklärung des jüdischen Volkstums muß G'ttes Liebe zu den Vätern dargestellt werden, ihr Verdienst .zum Ausdruck kommen, die Niedrigkeit der umgebenden Völker, besonders des kenaanitischen; aber auch der angrenzenden Moabiter, Amoniter und Edomiter, Daher Awimelech I und II, Sedom und Amorah, Lot, Jischmael und Esaw. So enthält Bereschith die Grundlagen des jüdischen Volkstums! im Sinne des obigen Ramban-Zitates. — Anm.: Man wird sehen, daß Vieles sieh auch Jüngeren interessant darstellen läßt. Bereschith. Die erste Frage Raschis nach Zweck des erzählenden Teiles der Thora, zeigt, daß hier nicht bezweckt wird* uns ein genaues Bild der Weltentstehung zu geben. Die Antwort Raschis ist nach Rambam zu erläutern. Vgl. Wolf: Dijukim, Ein!. Also ist die Thora kein Geschichtsbezw, Weltentstehungsbuch. Somit «rgibt sich, daß die Thora und die Geschichtsbezw. Naturwissenschaft zum Teil auf anderen Ebenen hegen und ein -direkter Widerspruch zwischen Beiden nicht gut möglich ist. Die verschiedenen Versuche einer Klärung der „Widersprüche": Breuer: Welt als Schöpfung und Natur, bes. S. 44 ff., Carlebach im Jeschurun I, 175 ff; XVI, 360 ff., Wolf zu Bereschith. geht dahin, die Kredite zu beschränken, um das Publikum zu zwingen, seine Aengstlichkeit aufzugeben und wieder zu einer normalen Abwickelung des Bank- und Geschäftsverkehrs sich zurückzufinden. Es ist kein Zweifel, daß durch eine Kreditbeschränkung für das Wirtschaftsleben nachteilige Folgen entstehen können. In dieser Situation ist es die Aufgabe der Banken, ihre Kredite nicht nur nicht einzuschränken, sondern sie sogar auszudehnen. Es leuchtet allerdings ein, daß die Banken das nicht selbständig ohne Unterstützung der Regierung tun können, Es ist uns wohl bekannt, daß die Regierung in den Tagen der Unruhe nicht passiv blieb und auf der Wacht stand und auch weiter steht. Angesichts einer derartigen Psychose darf die Aktivität der Regierung jedoch nicht auf den Bereich ihrer Amtsräume beschränkt sein und sie muß sich bemühen, in ständiger und wachsamer Fühlung mit der nervösen Oeffentlichkeit zu stehen. Die Regierung sollte das Publikum durch ein autoritatives Kommunique beruhigen. Sie soll auch den Banken ausreichende Kredite zur Verfügung stellen, die sich in diesen Tagen als sehr widerstandsfähig und gesund erwiesen haben. Dadurch werden die Banken in die Lage versetzt, ihre Kredite an die Wirtschaft nicht zu beschränken. Mehr als je ist die Normalisierung des gesamten Wirtschaftslebens in dieser Situation von der absoluten Normalisierung des Geschäftsverkehrs der Banken abhängig. Wir wollen erneut einen Versuch machen, dem Geheimnis des Buches auf die Spur zu kommen. Wir wollen in völlig freier Uebersetzung durch Einschaltung weniger Verbindungsbrücken den Gedankengang des Ganzen leicht verständlich machen. Wir wollen dabei auch vor derber Wiedergabe der Einzelwendung nicht zurückscheuen. Nur wenige Worte sollen über das Ziel des Buches vorausgeschickt werden. Es gibt zweierlei Pessimismus: den der Selbstzerfleischung und den der Selbstbefreiung; einen solchen, der uns "jeden Augenblick des G 1 ü k - k e s verbittert und vergällt, und einen an'dern, der uns unabhängig vom U n g 1 ü c k machti jeder noch so großen Enttäuschung des Lebens ihren Stachel nimmt. Von dieser zweiten Art ist das Buch Kohe- Kulturgeschichtlich interessant sind auch die Versuche, diesen Thorabericht mit den jeweiligen Annahmen der Wissenschaft in Einklang zu bringen. So z. B. Rambam zum ersten Vers, neuerlich: A. Marcus: Chassidisinus. Ueber die Bedeutung der Namen G'ttes vergl. die Abhandlung von Hoff mann: Jeschurun I, 272 ff. s UeberWertung der Arbeit vergl. die Zusammenstellung im «Heft II der Schriftenreihe des N. A. —■ Unsere Sidra gibt uns auch einen Wink zum Verständnis des Opfers, vergl. darüber Hoffman: Leviticus I, S. 88 ff. Noach. Kann als Grundlage zur Besprechung der Wertung des Tieres im Judentum dienen. Diese Sidra enthält bedeutsame Behauptungen über Verantwortung des Tieres bei Tötung eines Menschen. (Kap, 9, Anf, Yergl. auch „Schor Haniskal" und Schmoth 19, 13; aus Jona III, 7 ist keinerlei Beweis zu bringen). Ebenso zeigt sich die Verantwortung des Tieres in dem Sterben äller Tiere bei der Sintflut (Raschi in VI, 12 und Fortsetzung im Midrasch, wonach die „Tehorim" die gerettet wurden, diejenigen waren, die nicht sündigten). Aber anderseits wird die Hoherbewertung des Menschen auch hier ausgesprochen. Schon in Bereschith wird der Mensch zum Herrscher über die Tierwelt bestimmt. Hier wird ihm der Ge'nuß der Tiere nach Opferung dieser gestattet. — Vgl. zum Ganzen .Wohlgemuth.' Das Tier und seine Wertung, besonders S. 14—40. Zur Einleitung der Menschheit in semitischen und japhethitischen Stämmen vergs. Hirsch zur St., Hellenismus) und Judentum und Hoffman-Wohlgemuth im Jeschurun Vn, 497 ff.

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