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Der Israelit · 1935-09-26 · Heft 39 (26.9.1935) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 39 (26.9.1935)
Date
1935-09-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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26, September 1935 Der I s r a e Iii |W|«Uilllll II,......Ii .......... ."■ Nr. 39 Seite 15 „Helden der Kwufcah," Unter diesem Titel schenkt Salo B ö H m •unseren Kiniern" ein j'^^cne.8;'Vug«n4büch4 zu dem I^einz W a 11 e nb e r g mehrere Bilder geliefert. und dem der -Verlag K e d e m - Berlin, eine liebevolle Äüsstät-; tung gegeben hat. An sich kein schlechter. Gedanke', die PhiantasJe" -unserer ten, lind .Kriminalromanen auf die K w uz.at i m L ä n" d e d e r V ä t e r und=d e r;S ö h n e abzulenken. Jungen, die, illegal ins Land gekommen sind, »am: mein sich zum Schutze vor der Polizei in einer RäU' berliöhle, werden von jüdischen Freunden -entdeckt und auf den Weg zur Pro duktivierung geführt. Mit Hilfe der Stadtverwaltung von Tel Awiw bilden - sie eine Kwuzah, ein kleines . Kinderreich, pflanzen Wäl der und Gärten, arbeiten und überwinden alle' Hindernisse, so kühn, wie „es sich nur die hemmungs lose Kinderphäntasie auszumalen vermag. Alle Gefahren und Freuden der Höhlenbewohner kosten rsie bis;zur; Neige aus. Natürlichgibt' es Ueberfälle, di^ romantischen Verlauf, aber immer. gutes Ende nehr inen..: Kleine Kriege mit räuberischen .Beduinen, allerlei SireicHe. prickelnd^. Gefahren aller Art tlllt^l* deffl Ausbruch des' Chamsim, im Kampfe mit den Elemen teri, mit'Soden, Menschen 'uiid Tieren. Ein bißchen Karl May, vielleicht ''sogar mehr als ein bißclie'fi, ist dabei und tut der Sache keinen Abbruch. Etwas" pehv lieber berührt das Fehlen jeder noch so kleinen 'Hindeutung auf das religiöse Gemeinschaftsleben an die sem kleinen t|Önderreiiche.'; Wäre beispielsweisia die Schilderung eines gemeinsamen GHtesdienstes oder irgend eines religiösen Erlebnisses weniger spannend und-anregend als die des aufregenden „Orangenkrieges" oder der verschiedenen Streiche^ aus dem „Max und Moritz-Milieu"? Wie wurde hier jder Sabbat gehalten, wie die Feste gefeielrt, wie das Mahl nach den jüdischen Gesetzen zubereitet? Das interessiert vielleicht den Verfasser nicht, aber, die Kinder konnte die Frage dennoch beschäftigen, denn auch die Phanr tasie des jüdischen Kindes muß an manche Voraussetzungen, die in seinem jüdischen Leben fest verankert sind, gebunden bleiben. Von allen Festen Wird nur Chanukah und noch eines genahnt: „Sie sangen die Lieder, die man am Roschhaschana lailonoth, dem Neujahrsfeste der Bäume, singt!" In welchem Machsor stehen diese Pijutlieder? wird das-lesende Kind fragen. Man kann sogar im ersten Kapitel lesen,;daß.die Kinder zuerst in. der J? o 1 i z e i k a s e r n e\ verpflegt wurden. ,'.War da koscher?" war die erste Frage» die das Kind,-dem ich das, Büch zu lesen gab, an mich stellte. „Vielleicht," beruhigte ich es, „es war-ja in Tel Awjw und jüdische :Poiizisten s . ■" Aber in Wahrheit könnte sich das Ganze: auch in Wildwest abgespielt haben. ..■ ,■ <*■.■■ Diese Kritik sei hier keineswegs unter religiösen Gesichtspunkten geübt, "sondern unter rein künstlerischen. „Kinderliteratur" ist die K u n s t d e r E-i n - f ü h l'un g i n d i e Ki n dl e s s e e 1 e.., Die Kindesseele tt-. und auch der-Kindermund — wird bei dieser Lektüre aber manches fragen, . was zu beantworten das, Buch «ich gar, keitte Mühe' gibt. Die tfpn-Brocho, ■ '-DasM^^W^^urt-»!?«'' -bat•'•seine- Quelle in Je?. saja/Kap/ 27, V.'l^.yrb es heißt« „Und es gesollt am selbige;ti Tk£e,:dkwird\ia. die gr6ße -'Posaune ge-j blasen und herbei "kommen die- Verlorenen aus dem Lande 'AsöHur und die Verstoßenen aus dem Land^ Mizrajim und 'bücken sich vor dem'Ewigen auf dem heiligen Berge' in Jeruscholajim." 'Im Wortlaut unseres Gebetes weichjt die-aschkbnasische von der sefardischen Leseart'ein• .wenig3ab; Es' . beruht dieser Unterschied auf Rambam in HiTchäus Berochaus, Nusfch Hätefiloh, Abschnitt 10',' wo ••- Maimd&ides":- den ort'läüt hat: Ii»-»r!> pKH-1© «M? W^aj,Sa%nle--unsere Vertriebenen' von detf'Vier'v Enden' der, ganzen Erde — i fi u h s e r e m Land.''. In Jes'aja ist jä ebenfalls der Ort angegeben, wo sich die Gesammelten vor G'tt bücken werden, auf dem heiligen Berg in Jerusalem'' Daher auch die Lesart des Rambam: „Sammle uns in unserem Land«.'" . Da die Portugiesen ihre Gebetsordnungnach dem großen Sefardi Rambam angeordnet haben, findet sich dort die Leseart 13»*)K^. , Rabb. Dukesz, Altona. Auf der, Suchei nach dem Grate Mosches? ,i. \ Die ITA,' berichtet, daß eine 'archäblSogische Expedition,-^ in M a.d e b a (Transjordanifenj1 Ajusgra-j büngeh durchführt; Hinweise1 auf 'die- Häge 'des1'G r a.-{ b e s von M o s c h el!;R'äb b evü u gefunden hat. Ferner wird 'gemeldet;- daß in" Nio'r d s r i'e ^'eine- Festung aus der Zeit'der 'Hittiter^ entdeckt:worden-1 äei. )ie Ruhien der' Festüngi 'd'ei'ek Alter auf'4500'Jahre eschäfzt . wird,1, sölleii: Verhältnismäßig gut «rfealtfen f!. :- f• i j':<' . . >. ... j : . ■■■ . n- - I sein, -r- Die Thora bezeichnet :^enau die Grabstätte Mosis:. „In Ga'i im Lande Moab gegenüber Beth Peor"; schließt aber den Bericht mit den Worten: „Und nie mand kannte sein Grab bis auf den heutigen. Tag .. Und dabei wird es auch bleiben ... Bilder der Arbeit. Der J ü d i s c h e F ri u e n hutt n d hat sich für seinen diesjährigen Kalender, der* bereits zum zehnten Male in immer neuer Gestalt einem wachsenden Freundeskreis vorgelegt wird,. ein-besonders aktuel les Thema gewählt. Bilder der Arbeit wer den in- 36 Abbildungen gezeigt und durch Textworte ergänzt. Zunächst haben jüdische Künstler das Wort: Liebe'rmänn und Israels, Pissaro, Pasquin, Steinhardt, Ryback und,;Bato, aber auch unbekanntere Maler wie Leo Kahn, Siegfried Ziegler, Edith Marcus zei gen in ihren Werken Asphalt-Arbeiter und Netzflickerinnen, Ernte arbeiterinnen und Modistinnen, einen Betriebsrat und die 'Heimkehr von der Arbeit. Ganz andere . Maler sind es, die —■ anschließend — die Arbeit der jüdischen Jugend von heute zeigen Im Werkdorf, in der Schlosserwerkstatt, im Kindergärtnerinnen-Seminar oder die Studentin, die Landarbeiterin wurde. Aber mit Absicht trägt das schöne Bild vöitt „jungen Sämann", dir &eue Wege produk tiver Arbeit sucht, den Spruch aus der Bibel, der schon vor;; Jahrtäusendenvom jüdischen Landmann spricht. Arbeitende 'Juden aus allen Ländern der 'Welt werden in besonders charakteristischen Typen -gezeigt, undh das 'jüdische Schiff mit jüdischer Mann «chaft leitet über nach Palästina,- in der der Chaluz und der geistige Forscher Aufbauarbeit leisten. Der Begriff der Arbeit als Aufbau, als schöpferische •Leistung.-, gilt auch für die in Deutschland verbleibenden Juden, Neben der Förderung der Berufsausbildung fand die geistige Arbeit ihre Pflege, werden Musik und Kunst auf allen Gebieten wieder als besondere Güter gewertet. - Der Preis - fMk. 1.75 für den Kalenderblock; die dazugehörige Metallunterlage kostet Mk. 1.45 — Mk. 2.25 für . den Abreißkalender) ist als niedrig zu bezeichnen. Bestellungen durch 'die jüdischen Buchhandlungen, den Verlag Gebr. Braun, Frankfurt a. M„ Hähaüerlandstir. '155—57 lind die ^Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 158. 1 . Im Verlage der „Jüdischen Rundschau" ist ein reich, und schön, ausgestatteter Paläst'ina-Kalender für das Jrahr 56.96 erschienen. Er ist 54 Seiten stark mit Photos von Dr. Nachum Gidal, München; Kluger, Tel Awiw und Sonnenfeld, München, und aus dem Tonfilm „Land der Verheißung". Gesamtredaktion: Dr. Joachim Prinz. Preis pro Exemplar: RM. 1.60. (Im Auto nach Palästina,) Das Palästina-Amt der Jewish Agency in Berlin hat zum besten derjenigen, die eine" Autoreise nach Palästina unternehmen wollen, eine Broschüre zusammengestellt, die neben einer Reihe allgemein interessierender Angaben und einer UebersichtS'skizze Reiseberichte enthält, die als Reiseführer dienen -können. Sie geben über die Straßen und UnterkunftsVerhältnisse Aufschluß und enthalten zugleich 'eine Reihe wertvoller praktischer Winke für den Fahrer. Hervorzuheben ist, daß eine Autoreise nach Palästina heute noch mit ungewöhnlich großen »Schwierigkeiten auf dem Balkan, in der asiatischen Türkei und in Nordafrika zu rechnen hat. Es werden nur wenige den Strapazen und Entbehrungen einer solchen Reise gewachsen sein. Die Broschüre* ist;zum Preise von Mk. 2.— beim Palästina-Amt, Berlinr Meineckestr. 10, zu haben. - Kmderecke, Israel in Ägypten- Dem' Sefer 'Hajaschar' nacherzählt \ - von Rabbiner Dr. Robert Zion.; '„." y 1 (Schluß.) Mose und Aron kehrten hierauf nach Qpsen; zurück! und lebten inmittenhihrer>; Brüder .^zweij 'Jahrelang. . ft _ ' >;• "\ ' ■■■ : ■ j J,'!Nach..At>la^ )der iw&i Jalu-e'^ändte G'tt den! Mose von neuem zu Pharao. J^ö'se.':.'j|in^'.{|tu^d|. •rfrdeie zu Pharao djC; Worte, des Ewigen. . Aber- Pharao - wollte' nicht auf -die«Stimme des Ewigen! hören. Da erwies G'tt seine Stärke in Aegypten an Pharao und an seinen Dienern, und G'tt schlug den Pharao und sein Volk mit furchtbaren Plagen. G'tt verwandelte :alle Gewässer, Ströme und Flüsse Aegyptens in Blut. Wenn ein Aegypter Wasser schöpfte, um zu trinken, so verwandelte es sich in'seinem Kruge zu Blut. Wenn eine Frau Teig kheVete oder Speisen kochte, so wurden Sie blutfarbig. Das war die erste Plage. Alsdann ließ. Q'tt alle ihre Gewässer von Fröschen wimmeln iind die Frösche sogar in die Häuser der Aegypter eindringen. Wenn die Aegypter Wasser tranken, so füllte sich ihr Leib mit Fröschen, die immerfort quakten, als ob sie noch im Flusse wären. Sogar wenn die Aegypter im Bette lagen, schwitzten sie Frösche aus. Das war die zweite Plage. Dann verwandelte G'tt den Staub in Mücken, so daß die Mücken zwei Ellen hoch in Aegypten lagen. Attoh Menschen und,, Tiere wurden von den Mücken stark heimgesucht. Auch der: König und die Königin blieben nicht verschont. Das war die .dritte Plage. Jetzt'sandte G'tt Ungeziefer gegen ^Aegypten. Es vernichtete das Land, Menschen, Vieh, die Bäume und alles, was den Aegyptern gehörte. G;tt sandte Schlangen, Skorpione, Mäuse, Maulwürfe, Kröten, Fliegen, Hornissen, Flöhei Wanzen und Mücken. Diese Tiere setzten den Aegyptern sehr zu. Die Flöhe und Fliegen drangen ihnen in Auge und Ohr, auch die Hornissen verfolgten sie und trieben sie aus einem Zimmer in das andere. Als sich die Aegypter so vor dem Ungeziefer versteckten und die Türen hinter sich verschlossen, das entbot G'tt die Meerjungfrau nach Aegypten. Die Meerjungfrau hatte 10 Ellen lange Arme. Sie stieg auf die Dächer, durchstieß die Decke, griff in das Innere der Häuser, entfernte die Schlösser und Riegel und öffnete so die Türen der ägyptischen Häuser. Dann drang das Ungeziefer in die Häuser ein und verheerte alles. Das war die vierte Plage.- Aber noch immer streckte G'tt seine Hand gegen Aegypten aus und schickte die Pest. Sie befiel Pferde, Esel, Kamele, Rinder, Schafe und Menschen. Als die Aegypter morgens die , Herden ztir Weide führen wollten, waren fäst alle Tiere tot. Von allen ägyptischen Herden blibe nur einZehntel leben. Aber von dem Vieh der Kinder Israel in Goseii starb kein einziges. Das war die fünfte Plage. Als sechste Plage schlug G'tt die Aegypter mit Hautausschlägen .und eiternden Geschwüren. Als Pharao noch Limmer verstockt blieb, sandte G'tt sehr schweren Hagel über Aegypten, der ihre Weingärten schlug und ihre Fruchtbäume zerbrach. Auch alles Getreide und Gemüs^ vertrocknete und wurde vernichtet, denn zugleich mit dem Hagel fiel verzehrendes Feuer vom Himmel. Tiere Und Menschen,; die ins Freie traten, würden durch 'den Hagel (vnd das Feuer getötet, und so wurden^,alle G'ttesleugner ausgerottet. Das war;-die siebente , Plage. Dann sandte G'tt die Öeuschrecken nach Aegypten, die all das verzehrten, was der Hagel übriggelassen hatte. Dennoch freuten sich die Aegypter über die Heuschrecken, jagten sie in großen Mengen und salzten sie ein. Aber G'tt schickte einen starken Westwind, der alle Heuschrecken, sogar die gesalzenen, ins Schilfmeer trieb, so daß keine einzige Heuschrecke in Aegyptens Gebiet übrigblieb. Das war die achte Plage. nj^'tz^ "sandte .G'tt .die'; Finsternis, und .;-ganz Aegypten und Patros wurde drei Tage lang in Dunkelheit gehüllt, so "daß ' iiiemänd mehr seine Hand sehen konnte, wenn er sie (?um Munde führte. In dieser Zeit starben viele vom Volk Israel, die sich gegen G'tt .empört.Ratten.. Sie hatten nicht auf Mose und Aron gehört und hatten gesprochen: „Wir wpllen nicht :äus- Aegypten zi,enen, damit wir nicht in der trostlosen

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